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Blog: Kleiner Wissenstransfer: Vom blauen und gelben Kongosamler (3183)

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Lesezeit: ca. 4 Minuten

Hallo Flo und andere Westafrika-Fans

Da Ihr Euch ja immer tiefer in die Westafrika-Themaktik vorwagt, und Kongosalmer je änger desto mehr zum Thema werden, habe ich mir gedacht, Euch hier ein paar Zeilen aus meinem Kongosalmer-Repertoire weitzerzugeben :-)

Die Kongosalmer benötigen etwas mehr Zeit, bis sie ansehnliche Aquarienbewohner werden. Um so grösser ist die Freunde, wenn wir bei entsprechender Pflege die Tiere sieben bis acht Jahre in unseren Aquarien halten können.

Um die schönen, ausgezogenen Flossen bei den Männchen zu erzielen, müssen die Tiere etwa 8 bis 12 Monate als sein. Der wöchentliche Wasserwechsel sollte nicht zu knapp ausfallen (mindestens 30%), fördert er doch das Wohlbefinden und die Ausbildung langer, fahnenartiger Flossen. Im entsprechenden Alter reicht die sichelförmige Rückenfosse nicht selten über den Schwanzflossenansatz hinaus.

Bei Phenacogrammus interuptus, dem blauen Konfosalmler, sind bis auf die farblosen Brustflossen alle Flossensäume weiss umrandet. Besonders auffallend ist bei den Männchen die bizarr geformte Schwanzflosse mit der schwarzen Mittelpartie und dem lackweissen Saum. In allen nur erdenklichen Regenbogenfarben schillern und glänzen die Männchen je nach Lichteinfall und Stimmung. Besonders kurz nach einer Frischwasserzugabe können wir ein schier unbeschreibliches Farbenspiel beobachten, das bei älteren und grösseren Tieren um so bestechender zum Ausdruck gelangt. Bei den kleiner bleibenden und nicht so lebhaft gefärbten Tieren handelt es sich um die Weibchen, die lediglich eine weisse Umrandung der ansonsten farblosen Schwanzflosse zeigen.

Ein wenig kleiner bleibend, in den Körperfarben dem blauen Kongosalmer aber keineswegs unterlegen, ist der gelbe Kongosalmler, Hemmigrammopetersius caudalis. Diese wunderschöne Art wird leider nach wie vor nur sehr selten im Zoofachhandel angeboten. Wer aber einen kleinen Schwarm dieser Tiere in seinem Aquarium erleben durfte, wird mit Sicherheit begeistert sein: je nachdem, wie das Licht auf die Tiere trifft, leuchtet die Rückenpartie der Männchen in einem wunderschönen strahlenden BLAU. Die sichelförmige Rückenfosse der männlichen Tiere ist weiss-schwarz eingefasst. Eine meist deutlich sichtbare Längsbinde zieht vom Kiemendeckel bis zum auszipfelnden, schwarzen Schwanzende, in dem dann eine schöne, ockergelbe Farbe dominiert, welche durch einzelne weisse Strahlen in ihrer Leuchtkraft noch unterstützt wird.

Bie den Webchen ist neben der Längsbinde vorwiegend ein gelblicher Farbton vorherrschend.

Während der Paarungsphase tritt bei beiden Geschlechtern kurz hinter dem Kiemendeckel ein schwarzer, senkrecht elliptischer Fleck auf.

Alle Kongoslamler gehören zu den problemlosen Allesfressern (Omnivore), wobei auf ihre grosse Fressgier ein Auge geworfen werden sollte. Tiere, welche so gierig nach Futter sind, leiden sehr schnell an Verfettung, werden unansehnlich, träge, und aus den sonst so schwimmfreudigen Salmlern werden kränkelnde und farblose Aquarieninsassen. Neben den unterschiedlichen Trockenfuttersorten sollte auch sehr viel Frost- und Lebendfutter gereicht werden

Die Paarungswiligkeit von Kongosalmlern erkennt man zunächst am starken Treiben der Männchen. Sie umschwimmen sich, schlagen Haken, um im nächsten Augenblick parallel nebeneinander durch das Becken zu schiessen. Die Flossen sind während dieses Vorgangs bis zum Zerreissen gespannt. Es wird eine kurze Ruhepause eingelegt, um Sekunden später, eventuell mit einem anderen Männchen, dasselbe Spiel zu wiederholen. Die Weibchen werden fürs Erste in Ruhe gelassen - sie schwimmen völlig ruhig umher, ohne von den Männchen beachtet zu werden.

Haben sich die Männchen genügend stimuliert, dann kann beobachtet werden, wie ein Männchen versucht, ein Weibchen aus dem kleinen Schwarm zu drängen...

Unter starkem Zittern der Flossen werden die eben ausgestossenen Eier vom Männchen befruchtet. Sofort stürzen sich die anderen Tiere, welche nicht an der Paarung beteiligt waren, auf die Eier und versuchen diese zu erhaschen.

Für einige Sekunden ist dann Ruhe, anschliessend aber wiederholt sich das Spiel wieder und wieder von neuem...

Die winzig kleinen, glasklaren Eier, werden in den ersten 20-30 Minuten um das 2- bis 3-fache aufquellen. Wie stark die Ausdehnung der Eihaut wird, hängt von dem osmotischen Druck des Wassers ab.

In den nächsten 5 bis 6 Tagen vollzieht sich die embryonale Entwicklung der Eier. Durch die glasklare Eihülle ist die Reifung vom befruchteten Ei bis zum schlupfreifen Embryo gut zu beobachten.

Nach dem Platzen der Eihülle können die kleinen Salmler sofort frei schwimmen, zehren aber die nächsten 2 bis 3 Tage noch von ihrem Dottersack.

Vom vierten Tag an kann mit feinstem Staubfutter und ab dem fünften mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien gefüttert werden.

Im grossen und ganzen zählen Kongosalmler zu den problemlosen Aquarienfischen, was auch auf die Aufzucht der Kleinen zutrifft.

??brigens: für die Zucht von Kongoslamlern empfehen sich folgende Wasserwerte:

~~ Leitwert: 80 uS"

~~ pH: 5.0 - 5.5

~~ Temp: 21 - 23°C

So, das war auch schon alles was mir zum Thema KONGOSLAMLER in Erinnerung geblieben ist :-)

Blogartikel 'Blog 3183: Kleiner Wissenstransfer: Vom blauen und gelben Kongosamler' aus der Kategorie: "Ichthyologie" zuletzt bearbeitet am 17.10.2010 um 13:47 Uhr von Der Schweizer

Autor*in: Der Schweizer

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