Blog: Kürbis: Das Gemüse kann mehr als Suppe (8264)
Kaum ein Gemüse passt so gut zum Herbst wie der Kürbis. Wenn die großen Früchte im September und Oktober nach und nach aus dem Garten geholt werden, landet ein Teil davon schnell im Suppentopf. Kürbissuppe ist schließlich ein Klassiker – cremig, wärmend und schnell gemacht. Doch Kürbisse können deutlich mehr. Je nach Sorte lassen sich die Früchte braten, backen, füllen, einkochen oder sogar süß zubereiten.
Dabei lohnt es sich schon bei der Ernte, genauer hinzusehen. Nicht jeder Kürbis ist für dieselbe Verwendung geeignet, und auch bei der Lagerung gibt es Unterschiede.
Vom Garten direkt in die Küche
Ein reifer Kürbis verrät sich unter anderem durch seine harte Schale und den verholzten, trockenen Stiel. Bei vielen Sorten verändert sich außerdem die Farbe deutlich. Wird der Kürbis mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere geerntet, sollte ein Stück Stiel an der Frucht verbleiben. Verletzungen der Schale sollten möglichst vermieden werden, denn beschädigte Früchte lassen sich schlechter lagern.
Einige Kürbisse können direkt nach der Ernte verarbeitet werden. Andere gewinnen durch eine kurze Nachreife sogar noch an Aroma. Für länger lagerfähige Sorten ist ein trockener, eher kühler und frostfreier Platz ideal. Die Früchte sollten dabei nicht direkt auf einem feuchten Boden liegen und regelmäßig auf weiche Stellen oder Fäulnis kontrolliert werden.
Kürbis aus dem Ofen
Eine der einfachsten Möglichkeiten, Kürbis einmal anders zuzubereiten, ist der Backofen. Besonders aromatische Sorten lassen sich in Spalten oder Würfel schneiden und mit etwas Öl, Salz und Gewürzen rösten. Je nach Sorte passen Knoblauch, Rosmarin, Thymian, Chili oder etwas Muskat dazu. Auch ganze Kürbisse oder Kürbishälften können gefüllt und anschließend im Ofen gegart werden.
Der große Vorteil: Viele Kürbissorten müssen dafür nicht einmal geschält werden. Bei Sorten mit essbarer Schale wird diese beim Garen weich und kann einfach mitgegessen werden.
Kürbis als Beilage
Kürbis lässt sich ähnlich vielseitig verwenden wie Kartoffeln. Er kann gedünstet, gebraten oder als Püree serviert werden. Besonders interessant wird es, wenn verschiedene Sorten ausprobiert werden: Manche sind eher mehlig, andere cremig, nussig oder leicht süßlich.
Auch Kürbiswürfel eignen sich als Bestandteil von Gemüsepfannen, Risotto oder Curry. Dadurch wird der Kürbis nicht zur Hauptzutat, sondern fügt sich ganz selbstverständlich in herbstliche Gerichte ein.
Süß geht ebenfalls
Kürbis muss nicht zwangsläufig herzhaft auf dem Teller landen. Sein leicht süßliches Aroma passt auch zu Kuchen, Muffins oder Brot. Dafür wird das Kürbisfleisch gegart und anschließend fein püriert oder zerdrückt.
Auch Kürbiskuchen ist eine schöne Möglichkeit, größere Mengen Fruchtfleisch zu verwenden. Besonders praktisch ist dabei, dass sich Kürbispüree portionsweise einfrieren lässt und später nicht nur für Kuchen, sondern auch für andere Gerichte verwendet werden kann.
Die Kerne nicht wegwerfen
Bei vielen Kürbissen lohnt sich auch ein Blick ins Innere. Die Kerne können aus dem Fruchtfleisch gelöst, gründlich gewaschen und getrocknet werden. Geröstet ergeben sie einen knusprigen Snack oder eine würzige Ergänzung für Salate, Brot und Müsli.
Allerdings sollte nicht einfach davon ausgegangen werden, dass die Kerne jedes selbst gezogenen Kürbisses zum Verzehr geeignet sind. Bei Kürbissen aus eigener Anzucht können sich durch Kreuzungen bitter schmeckende Cucurbitacine bilden. Schmeckt ein Kürbis oder seine Zubereitung auffällig bitter, sollte sie nicht gegessen werden. Bitterkeit ist hier kein Zeichen besonderer Würze, sondern ein Warnsignal.
Auch die Kürbissorte entscheidet
Ob Hokkaido, Butternut, Muskatkürbis oder eine andere Sorte: Die Unterschiede sind groß. Der Hokkaido ist beispielsweise wegen seiner essbaren Schale besonders unkompliziert. Butternut besitzt vergleichsweise wenig Kerne und viel Fruchtfleisch und eignet sich hervorragend zum Backen, Pürieren oder für cremige Gerichte.
Wer im eigenen Garten mehrere Sorten anbaut, kann deshalb nicht nur nach Größe oder Aussehen auswählen, sondern auch danach, was später daraus werden soll.
Kürbis ist ein Herbstvorrat
Kürbisse gehören zu den wenigen Gartenfrüchten, die sich bei geeigneten Bedingungen über viele Wochen oder sogar Monate lagern lassen. Damit werden sie zu einem echten Vorrat aus dem eigenen Garten. Die Suppe darf natürlich bleiben. Aber zwischen Ofengemüse, Kürbispüree, Kuchen, gerösteten Kernen und gefüllten Kürbishälften gibt es noch sehr viel mehr zu entdecken.
Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de






