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Landschaftsgärtner oder Landschaftsgärtnerin werden: So funktioniert die Ausbildung

Blog: Landschaftsgärtner oder Landschaftsgärtnerin werden: So funktioniert die Ausbildung (7114)

Wer liebt es nicht, draußen in der Natur zu sein, mit den Händen zu arbeiten und am Ende des Tages sichtbare Ergebnisse seiner Arbeit zu sehen? Für viele ist das Gärtnern mehr als nur ein Hobby – es ist eine Berufung. Wenn du dich für Pflanzen, Natur, Technik und kreative Gestaltung interessierst, könnte der Beruf des Landschaftsgärtners oder der Landschaftsgärtnerin genau das Richtige für dich sein. Doch wie wird man eigentlich Landschaftsgärtner? Welche Voraussetzungen braucht man, wie läuft die Ausbildung ab und welche Karrierechancen gibt es?

In diesem ausführlichen Artikel erfährst du alles, was du über die Ausbildung zum Landschaftsgärtner wissen musst. Wir beleuchten die Inhalte der Ausbildung, geben einen Einblick in den Alltag, zeigen Möglichkeiten zur Weiterbildung und beantworten häufig gestellte Fragen.

Was macht ein Landschaftsgärtner?

Bevor wir uns mit der Ausbildung beschäftigen, schauen wir uns kurz an, was ein Landschaftsgärtner eigentlich genau macht. Der Beruf ist weit mehr als nur Rasenmähen und Blumenpflanzen. Landschaftsgärtner gestalten Gärten, Parks, öffentliche Grünflächen und sogar Dachterrassen. Sie legen Wege an, bauen Mauern, pflanzen Bäume und kümmern sich um die Pflege der gesamten Anlage. Dabei ist handwerkliches Geschick genauso gefragt wie ein gutes Gespür für Gestaltung, Farben und Formen.

Ein typischer Arbeitstag kann beinhalten:

  • das Verlegen von Natursteinplatten oder Pflastersteinen,
  • das Bepflanzen von Beeten,
  • das Schneiden von Hecken und Bäumen,
  • das Bedienen von Maschinen wie Baggern oder Rasenmähern,
  • die Planung und Umsetzung kleinerer Bauprojekte.

Der Beruf ist körperlich fordernd, aber auch sehr abwechslungsreich. Kein Tag ist wie der andere, und du arbeitest fast immer an der frischen Luft – bei Sonne, Wind und Wetter.

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Landschaftsgärtner

Schulbildung

Grundsätzlich ist für die Ausbildung kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe jedoch bevorzugt Bewerber mit Hauptschulabschluss oder mittlerer Reife (Realschulabschluss) ein. Wichtig ist dabei weniger der Abschluss an sich als vielmehr deine Motivation, deine körperliche Fitness und dein Interesse an der Natur und praktischer Arbeit.

Persönliche Voraussetzungen

Neben schulischen Qualifikationen spielen persönliche Eigenschaften eine große Rolle. Dazu zählen:

  • Interesse an Pflanzen, Natur und Umwelt
  • Körperliche Belastbarkeit
  • Handwerkliches Geschick
  • Teamfähigkeit
  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein

Auch technisches Verständnis ist wichtig, da du mit verschiedenen Maschinen arbeitest. Kreativität kann dir ebenfalls zugutekommen, vor allem bei der Gestaltung von Gärten und Anlagen.

Die Ausbildung zum Landschaftsgärtner: Dauer und Ablauf

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung zum Landschaftsgärtner dauert in der Regel drei Jahre und ist eine duale Ausbildung. Das bedeutet, du verbringst einen Teil deiner Zeit im Ausbildungsbetrieb und den anderen Teil in der Berufsschule.

Ausbildungsbetrieb

Im Betrieb lernst du die praktische Seite des Berufs kennen. Du arbeitest unter Anleitung erfahrener Landschaftsgärtner und übernimmst nach und nach eigene Aufgaben. Die Tätigkeiten reichen vom Pflanzen über Pflastern bis hin zum Bedienen schwerer Maschinen.

Berufsschule

In der Berufsschule bekommst du das theoretische Wissen vermittelt, das du für deinen Beruf brauchst. Dazu gehören unter anderem:

  • Pflanzenkunde
  • Bodenkunde
  • Baustoffkunde
  • Vermessungstechnik
  • Arbeitssicherheit und Umweltschutz
  • Wirtschaft und Sozialkunde

Der Unterricht findet entweder in Blockform (mehrere Wochen am Stück) oder als Teilzeitunterricht (ein bis zwei Tage pro Woche) statt – je nach Bundesland und Berufsschule.

Zwischenprüfung und Abschlussprüfung

Nach etwa anderthalb Jahren legst du eine Zwischenprüfung ab. Am Ende der Ausbildung folgt dann die Abschlussprüfung, bestehend aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Wenn du bestehst, darfst du dich offiziell Gärtner/in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau nennen.

Ausbildungsinhalte im Detail

Während deiner Ausbildung lernst du unter anderem:

  • Pflanzen erkennen, pflegen und richtig einsetzen: Du erfährst, welche Pflanzen wo wachsen, wie sie sich entwickeln und welche Ansprüche sie haben.
  • Bodenarten unterscheiden und bearbeiten: Du lernst, wie man Böden vorbereitet, verbessert und bepflanzt.
  • Wege und Plätze anlegen: Das Verlegen von Pflastersteinen, Platten und anderen Materialien gehört zu deinen täglichen Aufgaben.
  • Holz- und Steinbauwerke errichten: Du baust Zäune, Mauern, Terrassen oder Pergolen.
  • Wasseranlagen anlegen: Auch Teiche, Bachläufe und Bewässerungssysteme fallen in deinen Aufgabenbereich.
  • Maschinen bedienen und warten: Von der Motorsäge bis zum Minibagger – du wirst zum Allrounder im Umgang mit Technik.

Ausbildungsvergütung

Während der Ausbildung erhältst du eine monatliche Vergütung. Die Höhe kann je nach Bundesland und Betrieb leicht variieren. Durchschnittlich kannst du mit folgendem Brutto-Gehalt rechnen (Stand: 2025):

  • 1. Ausbildungsjahr: ca. 900 bis 1.050 Euro
  • 2. Ausbildungsjahr: ca. 1.050 bis 1.150 Euro
  • 3. Ausbildungsjahr: ca. 1.200 bis 1.350 Euro

Viele Betriebe bieten zusätzlich kostenlose Arbeitskleidung, Fahrgeld oder Essenszuschüsse an.

Karrierechancen nach der Ausbildung

Direkter Berufseinstieg

Nach der Ausbildung kannst du direkt als Facharbeiter in einem GaLaBau-Betrieb arbeiten. Die Nachfrage nach qualifizierten Landschaftsgärtnern ist hoch – sowohl in kommunalen Betrieben als auch in privaten Unternehmen.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Der Beruf bietet zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten:

  • Meister/in im Garten- und Landschaftsbau: Mit dieser Qualifikation kannst du Führungsaufgaben übernehmen oder einen eigenen Betrieb gründen.
  • Techniker/in der Fachrichtung Gartenbau: Schwerpunkt auf Planung, Organisation und Technik.
  • Studium: Mit Abitur oder Fachhochschulreife kannst du Landschaftsarchitektur, Landschaftsbau oder Gartenbau studieren.
  • Spezialisierungen: Zum Beispiel in Baumpflege, Dachbegrünung, Natursteinarbeiten oder Bewässerungstechnik.

Berufsperspektiven: Wie sieht die Zukunft im GaLaBau aus?

Die Branche boomt. Immer mehr Menschen investieren in ihren Garten, Städte setzen auf grüne Konzepte zur Klimaanpassung und öffentliche Auftraggeber lassen Parks und Grünanlagen modernisieren. Der Klimawandel und das zunehmende Umweltbewusstsein stärken die Bedeutung des Garten- und Landschaftsbaus zusätzlich.

Besonders in urbanen Regionen wächst die Nachfrage nach Fachkräften. Wer motiviert ist, hat gute Chancen auf einen sicheren Job mit Entwicklungspotenzial. Auch Themen wie nachhaltige Gartengestaltung, Permakultur und ökologische Bauweisen gewinnen an Bedeutung.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

1. Ist die Ausbildung zum Landschaftsgärtner sehr körperlich anstrengend?
Ja, körperliche Arbeit gehört definitiv dazu. Du arbeitest im Freien, hebst Materialien, bewegst Erde und nutzt Maschinen. Wenn du gern draußen bist und Bewegung magst, wirst du dich jedoch schnell daran gewöhnen.

2. Muss ich vor der Ausbildung ein Praktikum machen?
Ein Praktikum ist nicht vorgeschrieben, wird aber dringend empfohlen. So bekommst du einen realistischen Eindruck vom Berufsalltag und kannst testen, ob der Beruf zu dir passt.

3. Gibt es Unterschiede zwischen Stadt und Land in der Ausbildung?
Ja, in städtischen Betrieben arbeitest du oft an öffentlichen Plätzen, während auf dem Land eher Privatgärten gestaltet werden. Auch der Einsatz von Maschinen kann je nach Betrieb unterschiedlich sein.

4. Wie finde ich einen Ausbildungsbetrieb?
Du kannst auf Jobportalen suchen, dich bei der Handwerkskammer oder Industrie- und Handelskammer informieren oder direkt bei Garten- und Landschaftsbaubetrieben in deiner Region nachfragen. Auch Messen und Tage der offenen Tür bieten gute Gelegenheiten zur Kontaktaufnahme.

5. Welche Aufstiegschancen habe ich nach der Ausbildung?
Mit Engagement kannst du dich zum Vorarbeiter, Meister oder Techniker weiterbilden. Auch ein Studium ist möglich. Viele ehemalige Azubis führen heute selbst erfolgreiche GaLaBau-Unternehmen.

Fazit

Die Ausbildung zum Landschaftsgärtner ist eine hervorragende Wahl für alle, die gerne im Freien arbeiten, körperlich fit sind und Freude an der Gestaltung von Natur und Lebensräumen haben. Sie bietet eine solide handwerkliche Grundlage, viele Möglichkeiten zur Spezialisierung und gute Berufsaussichten in einer wachsenden Branche. Ob du später als Facharbeiter, Vorarbeiter, Meister oder sogar Unternehmer durchstartest – die Ausbildung eröffnet dir vielfältige Wege.

Wenn du dir noch unsicher bist, lohnt sich ein Praktikum in einem Garten- und Landschaftsbaubetrieb. So kannst du herausfinden, ob dieser Beruf deine Leidenschaft weckt. Wer mit Motivation, Teamgeist und Kreativität in die Ausbildung startet, hat beste Chancen auf eine erfolgreiche Karriere als Landschaftsgärtner oder Landschaftsgärtnerin.

Blogartikel 'Blog 7114: Landschaftsgärtner oder Landschaftsgärtnerin werden: So funktioniert die Ausbildung' aus der Kategorie: "Tipps & Tricks" zuletzt bearbeitet am 26.07.2025 um 13:58 Uhr von Tom

Tom

Userbild von TomTom ist Administrator*in von EB und stellt 12 Beispiele vor. In den Bereichen Malawisee, Tanganjikasee, Victoriasee, West- / Zentralafrika, Südamerika, Mittelamerika, Amerikagesellschaftsbecken, Asien/Australien, Gesellschaftsbecken, Wasserchemie, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

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