Blog: Nützlinge fördern - Mit natürlicher Hilfe Blattläusen im Garten vorbeugen (7932)
Im Frühjahr und Frühsommer beginnt für viele Insekten die aktive Phase. Auch Blattläuse tauchen jetzt an jungen Trieben und frischem Blattwerk auf, oft zunächst nur vereinzelt. Gerade diese frühe Phase ist entscheidend, denn hier lässt sich beeinflussen, ob sich aus kleinen Kolonien später ein massenhaftes Auftreten entwickelt. Statt auf direkte Bekämpfung zu setzen, bietet sich die Förderung natürlicher Gegenspieler an. Sind diese frühzeitig im Garten präsent, regulieren sie die Blattläuse kontinuierlich und verhindern, dass es überhaupt zu größeren Problemen kommt.
Warum Nützlinge der beste Schutz sind
Blattläuse vermehren sich sehr schnell, werden aber in einem naturnahen Garten selten zur Plage. Der Grund dafür liegt im Zusammenspiel verschiedener Insektenarten. Nützlinge nutzen Blattläuse als Nahrungsquelle für sich oder ihre Larven und sorgen so für ein biologisches Gleichgewicht. Ziel ist nicht die vollständige Abwesenheit von Blattläusen, sondern eine stabile Population auf niedrigem Niveau, die Pflanzen kaum beeinträchtigt, aber noch genug Nahrung für die natürlichen Feinde bietet.
Diese Nützlinge helfen zuverlässig
Zu den bekanntesten Gegenspielern der Blattläuse zählen die Marienkäfer. Sowohl die erwachsenen Käfer als auch ihre Larven fressen große Mengen an Blattläusen. Besonders effektiv sind die Larven, die während ihrer Entwicklung mehrere hundert Tiere vertilgen können.
Ebenso wichtig sind die Larven der Florfliege, die oft als Blattlauslöwen bezeichnet werden. Die erwachsenen Florfliegen ernähren sich von Nektar und Pollen, legen ihre Eier aber gezielt dort ab, wo Blattläuse vorhanden sind.
Auch die Schwebfliege spielt eine doppelte Rolle. Während die erwachsenen Tiere Blüten bestäuben, sind ihre Larven ausgesprochen räuberisch und fressen zahlreiche Blattläuse. Ergänzt wird dieses natürliche Team durch den Ohrwurm, der vor allem nachts aktiv ist und Blattläuse sowie andere kleine Schadinsekten aufnimmt.
So lassen sich Nützlinge gezielt anlocken
Ein artenreicher Garten bietet die besten Voraussetzungen für Nützlinge. Blühpflanzen mit gut zugänglichem Nektar, etwa Kräuter wie Dill oder Fenchel sowie Wildblumen, dienen als Nahrungsquelle für erwachsene Insekten. Gleichzeitig sind strukturreiche Bereiche wichtig. Hecken, Stauden, ungemähte Randzonen und liegen gelassenes Laub bieten Schutz und Überwinterungsmöglichkeiten.
Zusätzliche Quartiere können gezielt geschaffen werden. Insektenhotels, kleine Holzstapel oder mit Stroh gefüllte Tontöpfe werden gern angenommen. Entscheidend ist außerdem der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel, da diese auch Nützlinge schädigen und das natürliche Gleichgewicht stören.
Marienkäfer suchen geschützte, trockene Orte auf. Sie überwintern gern in Laubschichten, unter Rindenstücken, in Holzstapeln oder in speziellen Insektenhotels mit schmalen Spalten. Auch hohle Pflanzenstängel und ungestörte Gartenbereiche werden angenommen. Wichtig ist, dass diese Quartiere über den Winter nicht vollständig entfernt werden.
Die Florfliege nutzt ebenfalls geschützte Strukturen, bevorzugt aber etwas wärmere Plätze. Sie zieht sich im Herbst gern in Schuppen, Garagen, Dachböden oder in dafür vorgesehene Florfliegenkästen zurück. Im Garten werden auch locker geschichtetes Totholz, dichte Hecken oder Insektenhotels mit feinen Schlitzöffnungen genutzt.
Die Schwebfliege stellt weniger hohe Ansprüche an spezielle Quartiere. Sie überwintert je nach Art als Larve, Puppe oder erwachsenes Tier in Bodennähe, in Laub, Grasbüscheln oder unter Steinen. Strukturreiche, naturnahe Gartenbereiche mit wenig Störung sind für sie besonders wichtig.
Der Ohrwurm bevorzugt enge, dunkle Verstecke. Klassische Quartiere sind mit Stroh oder Holzwolle gefüllte Tontöpfe, die kopfüber aufgehängt werden. Auch Ritzen in Holzstapeln, unter Steinen oder in dichter Bodenvegetation dienen als Rückzugsort. Diese Quartiere werden vor allem tagsüber genutzt, da Ohrwürmer überwiegend nachtaktiv sind.
Nützlinge gezielt einsetzen
Reicht die natürliche Förderung nicht aus, lassen sich Nützlinge auch gezielt einsetzen. Marienkäferlarven, Florfliegenlarven oder andere biologische Helfer sind im Fachhandel erhältlich und können direkt an befallenen Pflanzen ausgebracht werden. Besonders in Gewächshäusern oder auf Balkonen und sogar auf Zimmerpflanzen ist diese Methode gut geeignet, um frühzeitig regulierend einzugreifen.
Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de








