Blog: Rasen im Schnee: Schneeschimmel und andere Schäden (7657)
Eine geschlossene Schneedecke im Garten ist ein wunderschöner Anblick! Was das Auge erfreut, kann aber durchaus auch zu einem Problem werden: Tatsächlich reagiert Gras im Winter nämlich sehr empfindlich auf mechanische Belastung und ungünstige Bedingungen unter dem Schnee. Viele typische Rasenschäden entstehen nicht durch Frost allein, sondern durch Betreten, Verdichtung und Pilzbefall während längerer Schneeperioden.
Warum verschneiter Rasen besonders empfindlich ist
Im Winter befindet sich der Rasen in einer Ruhephase, in der Wachstum und Regeneration stark eingeschränkt sind. Verletzungen der Gräser können in dieser Zeit kaum ausgeglichen werden. Problematisch sind vor allem Phasen, in denen der Boden nicht vollständig gefroren ist: Die Schneedecke wirkt dann isolierend, hält den Untergrund weich und begünstigt eine Verdichtung durch Belastung.
Unter diesen Bedingungen steigt die Anfälligkeit des Rasens für mechanische Schäden und Pilzkrankheiten deutlich an. Bleibt der Schnee über längere Zeit liegen, können sich unter der Schneedecke feuchte, luftarme Verhältnisse entwickeln, die sich im Frühjahr in Form von Ausfällen, Verfärbungen oder lückigem Wuchs zeigen.
Schäden durch Betreten von verschneitem Rasen
Das Betreten von verschneitem Rasen gehört zu den häufigsten Ursachen für Frühjahrsschäden. Unter dem Druck von Schuhen oder Fahrzeugen werden die Grashalme gebrochen und der Boden verdichtet. Da die Pflanzen sich in dieser Phase nicht regenerieren können, bleiben diese Verletzungen oft dauerhaft sichtbar.
Typische Folgen sind ausgetretene Laufspuren, kahle Stellen oder ungleichmäßiger Austrieb im Frühjahr. Besonders kritisch sind regelmäßig genutzte Abkürzungen, Wege zum Holzstapel oder Trampelpfade zu Mülltonnen. Auch spielende Kinder oder Haustiere können bei häufiger Nutzung deutliche Schäden verursachen.
Verdichteter Boden nimmt im Frühjahr Wasser schlechter auf, erwärmt sich langsamer und erschwert den Wurzeln das Wachstum. Der Rasen wirkt dann insgesamt geschwächt und weniger dicht.
Schneeschimmel und andere typische Frühjahrsschäden
Schneeschimmel ist eine der bekanntesten Rasenkrankheiten nach schneereichen Wintern. Er zeigt sich im Frühjahr durch grauweiße bis rosafarbene, filzige Beläge und rundliche, abgestorbene Stellen im Rasen. Ursache sind Pilze, die sich unter länger liegendem Schnee bei feuchtem, kühlem Wetter stark vermehren.
Besonders gefährdet sind Rasenflächen, die im Herbst sehr kurz gemäht, stark gedüngt oder mit viel Laub bedeckt waren. Auch eine geschlossene, dichte Schneedecke ohne Unterbrechung begünstigt den Befall.
Neben Schneeschimmel treten häufig auch Fäulnis, gelbliche Verfärbungen oder verzögerter Austrieb auf. Diese Schäden sind oft eine Kombination aus Pilzbefall, Sauerstoffmangel und mechanischer Belastung während des Winters.
Vorbeugung und richtiges Verhalten im Winter
Die wichtigste Maßnahme ist, verschneiten Rasen möglichst nicht zu betreten. Wo Wege im Winter unvermeidlich sind, sollten feste Trittflächen genutzt werden. Auch das gezielte Räumen schmaler Schneepfade über den Rasen ist ungünstig, da freigelegte Gräser Frost und Temperaturschwankungen stärker ausgesetzt sind.
Zur Vorbeugung von Schneeschimmel spielt die Herbstpflege eine zentrale Rolle. Der letzte Rasenschnitt sollte nicht zu kurz ausfallen, und stickstoffbetonte Düngungen im Spätherbst sind zu vermeiden. Laub sollte vor dem ersten Schneefall entfernt werden, um Staunässe unter der Schneedecke zu verhindern.
Umgang mit Rasenschäden im Frühjahr
Nach der Schneeschmelze wirkt der Rasen häufig fleckig, matt oder stellenweise abgestorben. In vielen Fällen handelt es sich jedoch um oberflächliche Schäden, die sich mit einsetzender Vegetation von selbst zurückbilden. Leichter Schneeschimmel verschwindet oft, sobald die Fläche abtrocknet, ausreichend Licht erhält und die Gräser wieder wachsen. Deshalb ist es ratsam, zunächst einige Wochen abzuwarten, bevor umfangreiche Maßnahmen ergriffen werden.
Bleiben kahle oder stark geschädigte Stellen bestehen, können sie vorsichtig ausgeharkt werden, um abgestorbene Pflanzenreste zu entfernen und die Durchlüftung zu verbessern. Eine leichte Nachsaat unterstützt die Regeneration, sollte aber erst erfolgen, wenn der Boden ausreichend erwärmt und nicht mehr dauerhaft nass ist. Auf starkes Walzen oder frühe, intensive Düngergaben sollte verzichtet werden, da geschwächte Rasenflächen dadurch zusätzlich belastet werden können.
Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de






