Blog: Schwimmteich oder Pool: Welche Variante ist günstiger? (7715)
Der Traum vom eigenen Badeparadies im Garten ist für viele Hausbesitzer längst kein Luxusgedanke mehr, sondern ein konkretes Projekt. Gerade in Zeiten heißer Sommer wächst der Wunsch nach einer privaten Abkühlung direkt vor der Haustür. Doch sobald die erste Euphorie verflogen ist, stellt sich sehr schnell eine entscheidende Frage: Was ist eigentlich günstiger – ein klassischer Pool oder ein naturnaher Schwimmteich?
Diese Frage lässt sich nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten. Die Kosten hängen von zahlreichen Faktoren ab, die auf den ersten Blick oft unterschätzt werden. Bauweise, Größe, Technik, Pflegeaufwand, laufende Kosten, Lebensdauer und nicht zuletzt der persönliche Anspruch spielen eine zentrale Rolle. Genau hier setzt dieser Artikel an.
Ich spreche aus praktischer Erfahrung aus dem Garten- und Naturbereich und habe über Jahre hinweg unzählige Projekte begleitet, verglichen und analysiert. Ziel dieses Artikels ist es, dir eine fundierte, ehrliche und realistische Kostenübersicht zu geben – ohne Schönrechnerei, ohne Marketingfloskeln und ohne technische Überforderung.
Am Ende sollst du nicht nur wissen, welche Variante billiger ist, sondern auch warum, unter welchen Bedingungen und für wen sich welche Lösung wirklich lohnt.
Grundlegende Unterschiede zwischen Schwimmteich und Pool
Bevor wir über Zahlen sprechen, ist es wichtig, die grundsätzlichen Unterschiede zu verstehen. Denn ein Schwimmteich ist kein Pool mit Pflanzen, und ein Pool ist kein Schwimmteich ohne Chemie. Beide Systeme folgen komplett unterschiedlichen Konzepten.
Ein Pool ist ein technisch kontrolliertes Becken. Wasserqualität wird durch Filter, Pumpen und meist chemische Zusätze konstant gehalten. Ziel ist hygienisch einwandfreies, klares Wasser mit minimalem biologischem Leben.
Ein Schwimmteich dagegen ist ein ökologisches System. Die Wasserreinigung erfolgt biologisch über Pflanzen, Substrate und Mikroorganismen. Technik spielt zwar auch eine Rolle, ist aber deutlich reduzierter und unterstützt lediglich natürliche Prozesse.
Diese Unterschiede wirken sich massiv auf die Kostenstruktur aus – sowohl beim Bau als auch im laufenden Betrieb.
Anschaffungskosten: Der erste große Kostenblock
Kosten für einen Pool
Die Preisspanne bei Pools ist enorm. Ein einfacher Aufstellpool kostet wenige hundert Euro, ist aber für einen dauerhaften Gartenbetrieb kaum relevant. Für einen fest eingebauten Pool beginnt die realistische Kalkulation deutlich höher.
Ein klassischer eingelassener Pool mit Folienauskleidung, Filteranlage, Pumpe und Basiszubehör liegt meist im mittleren fünfstelligen Bereich. Betonpools oder hochwertige Fertigbecken können die Kosten weiter in die Höhe treiben.
Hinzu kommen oft zusätzliche Ausgaben für:
- Erdarbeiten
- Bodenplatte
- Verrohrung
- Technikschacht
- Sicherheitsabdeckung
- Einstiegssysteme
- Beleuchtung
Schon hier zeigt sich: Der Pool wirkt auf den ersten Blick klar kalkulierbar, wird aber schnell teurer als geplant.
Kosten für einen Schwimmteich
Schwimmteiche gelten oft als Luxuslösung, was sie in der öffentlichen Wahrnehmung automatisch teuer erscheinen lässt. Das stimmt jedoch nur bedingt.
Ein einfacher Schwimmteich in Eigenleistung kann erstaunlich kostengünstig sein. Professionell geplant und gebaut bewegen sich die Kosten jedoch ebenfalls im fünfstelligen Bereich, teilweise darüber.
Kostenfaktoren beim Schwimmteich sind unter anderem:
- Größe der Wasser- und Regenerationszonen
- Art des Abdichtungsmaterials
- Substrate und Pflanzen
- Biologische Filtertechnik
- Erdarbeiten
- Gestalterische Elemente
Wichtig ist: Ein Schwimmteich benötigt in der Regel mehr Fläche als ein Pool, was indirekt ebenfalls Kosten verursachen kann.
Direkter Vergleich der Baukosten
Rein auf die Anschaffungskosten bezogen lässt sich sagen:
- Ein einfacher Pool ist meist günstiger als ein professionell gebauter Schwimmteich
- Ein hochwertiger Pool kann teurer sein als ein durchschnittlicher Schwimmteich
- Eigenleistung kann bei beiden Varianten enorme Einsparungen bringen
Die Entscheidung nur anhand der Baukosten zu treffen, wäre jedoch ein Fehler. Die wahren Unterschiede zeigen sich erst im laufenden Betrieb.
Laufende Kosten: Der oft unterschätzte Faktor
Betriebskosten beim Pool
Ein Pool verursacht dauerhaft Kosten, auch wenn er gerade nicht genutzt wird. Die wichtigsten Posten sind:
- Strom für Pumpe und Filter
- Wasser für Nachfüllungen
- Chemikalien zur Wasserpflege
- Regelmäßiger Filterwechsel
- Winterfestmachung und Frühjahrsinbetriebnahme
- Reparaturen an Technik und Auskleidung
Gerade die Kombination aus Stromverbrauch und Chemie summiert sich über die Jahre erheblich. Je größer und technischer der Pool, desto höher fallen diese Kosten aus.
Betriebskosten beim Schwimmteich
Ein Schwimmteich arbeitet weitgehend autark. Pumpen laufen meist nur saisonal oder mit geringer Leistung. Chemikalien werden nicht eingesetzt.
Typische laufende Kosten sind:
- Strom für kleine Umwälzpumpen
- Pflege der Pflanzen
- Entfernen von Sedimenten
- Gelegentliche Nachpflanzungen
Der finanzielle Aufwand ist hier deutlich geringer, vor allem langfristig. Viele Schwimmteichbesitzer berichten von minimalen jährlichen Kosten im Vergleich zum Poolbetrieb.
Pflegeaufwand und Zeit als indirekter Kostenfaktor
Zeit ist Geld – auch im Garten.
Pflege eines Pools
Ein Pool erfordert regelmäßige Kontrolle:
- Messung der Wasserwerte
- Nachdosierung von Chemie
- Reinigung von Skimmern und Filtern
- Manuelles oder automatisches Reinigen des Beckens
Wer diese Arbeiten nicht selbst erledigen möchte, beauftragt einen Poolservice. Das verursacht zusätzliche Kosten, die oft nicht eingeplant werden.
Pflege eines Schwimmteichs
Ein Schwimmteich benötigt ebenfalls Pflege, allerdings saisonal und naturbezogen:
- Rückschnitt der Pflanzen
- Entfernen von Laub
- Kontrolle der Wasserzonen
Der Pflegeaufwand ist weniger technisch, eher gärtnerisch. Viele empfinden diese Arbeiten nicht als Belastung, sondern als Teil des Naturerlebnisses.
Lebensdauer und Wertstabilität
Haltbarkeit eines Pools
Poolfolien müssen regelmäßig erneuert werden. Technik verschleißt. Pumpen, Filter und Steuerungen haben begrenzte Lebenszyklen.
Über einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren entstehen dadurch erhebliche Zusatzkosten, die oft höher sind als die ursprüngliche Investition.
Haltbarkeit eines Schwimmteichs
Ein gut angelegter Schwimmteich kann Jahrzehnte bestehen. Die Abdichtung ist langlebig, Pflanzen regenerieren sich selbst, Technik ist minimal.
Langfristig betrachtet ist der Schwimmteich deutlich wartungsärmer und nachhaltiger.
Kosten über 20 Jahre betrachtet
Wenn man alle Faktoren zusammenrechnet – Bau, Betrieb, Pflege, Reparaturen – zeigt sich ein klares Bild:
Kurzfristig:
- Pool meist günstiger
Langfristig:
- Schwimmteich fast immer günstiger
Gerade für Gartenbesitzer, die langfristig planen und Wert auf Nachhaltigkeit legen, ist der Schwimmteich finanziell oft die bessere Wahl.
Umweltaspekte und indirekte Kosten
Ein Pool verbraucht Wasser, Strom und Chemikalien. Diese Belastungen wirken sich nicht nur auf die Umwelt, sondern auch auf zukünftige Kosten aus, etwa durch steigende Energiepreise.
Ein Schwimmteich ist Teil des Gartensystems:
- Fördert Biodiversität im Garten
- Reguliert Mikroklima
- Benötigt weniger Ressourcen
Diese Aspekte lassen sich zwar schwer in Euro beziffern, beeinflussen aber den langfristigen Wert einer Immobilie erheblich.
Ästhetik und Nutzungsdauer
Ein Pool ist meist auf die Badesaison beschränkt. Außerhalb dieser Zeit wirkt er oft wie ein technisches Element im Garten.
Ein Schwimmteich hingegen ist ganzjährig attraktiv. Im Frühjahr blühen Pflanzen, im Sommer dient er als Badestelle, im Herbst als Spiegel für Laubfarben, im Winter als ruhiges Naturelement.
Der Mehrwert für den Garten ist dadurch dauerhaft gegeben.
Für wen ist welche Lösung günstiger?
Pool ist günstiger, wenn:
- Das Budget begrenzt ist
- Eine kleine Fläche zur Verfügung steht
- Technische Kontrolle gewünscht ist
- Der Fokus klar auf Baden liegt
Schwimmteich ist günstiger, wenn:
- Langfristig gedacht wird
- Niedrige laufende Kosten wichtig sind
- Natur und Ästhetik im Vordergrund stehen
- Chemiefreies Baden gewünscht ist
Häufige Fragen (FAQs)
Ist ein Schwimmteich immer teurer als ein Pool?
Nein. Die Baukosten können höher sein, aber die laufenden Kosten sind deutlich niedriger.
Kann man einen Schwimmteich selbst bauen?
Ja, mit Fachwissen und guter Planung ist Eigenleistung möglich und spart viel Geld.
Wie hoch sind die jährlichen Kosten beim Pool?
Je nach Größe und Nutzung können mehrere hundert bis über tausend Euro pro Jahr anfallen.
Gibt es günstige Hybridlösungen?
Ja, sogenannte Naturpools kombinieren Technik und Biologie, liegen preislich meist zwischen beiden Varianten.
Steigert ein Schwimmteich den Immobilienwert?
In vielen Fällen ja, besonders bei naturnah gestalteten Grundstücken.
Fazit
Die Frage „Schwimmteich oder Pool – welche Variante ist billiger?“ lässt sich nur differenziert beantworten. Kurzfristig ist der Pool meist die günstigere Lösung. Langfristig hingegen gewinnt fast immer der Schwimmteich.
Wer nur die Anschaffungskosten betrachtet, trifft oft eine falsche Entscheidung. Erst die Gesamtkosten über viele Jahre zeigen, welche Lösung wirklich wirtschaftlich ist. Hinzu kommen weiche Faktoren wie Umweltverträglichkeit, Pflegeaufwand, Gartengestaltung und persönliches Lebensgefühl.
Aus fachlicher Sicht und mit Blick auf Nachhaltigkeit, Wertstabilität und laufende Kosten ist der Schwimmteich für viele Gartenbesitzer die finanziell klügere Wahl – vorausgesetzt, Platz und Bereitschaft für ein naturnahes Konzept sind vorhanden.
Am Ende entscheidet nicht nur der Preis, sondern auch die Frage, wie man seinen Garten erleben möchte. Und genau dort liegt der wahre Wert dieser Entscheidung.












