Blog: Spiderwood: Von welchen Pflanzen stammt das Dekoholz? (7569)
Spiderwood gehört zu den beliebtesten Naturmaterialien in der modernen Aquaristik. Kaum ein Aquascape, Naturaquarium oder biotopnahes Becken kommt heute noch ohne dieses auffällig verzweigte Dekoholz aus. Die filigranen, oft wurzelartigen Strukturen erinnern an Spinnenbeine, alte Baumkronen oder verwitterte Mangrovenlandschaften und geben Aquarien eine besonders natürliche, fast schon wilde Optik. Trotz seiner weiten Verbreitung gibt es rund um Spiderwood immer wieder dieselben Fragen: Woher stammt es eigentlich? Von welchen Pflanzen oder Bäumen kommt dieses Holz? Ist es ein eigenständiger Baum oder nur ein Handelsname? Und was unterscheidet Spiderwood von ähnlichen Wurzeln wie Red Moor oder Talawa Wood?
In diesem ausführlichen Artikel gehen wir diesen Fragen auf den Grund. Du erfährst detailliert, von welchen Pflanzen Spiderwood tatsächlich stammt, warum es unter so vielen Namen verkauft wird, wie es geerntet und verarbeitet wird und welche botanischen Besonderheiten dahinterstecken. Außerdem beleuchten wir ökologische Aspekte, Unterschiede zu anderen Hölzern und geben dir ein fundiertes Hintergrundwissen, mit dem du Spiderwood künftig ganz anders betrachten wirst.
Was ist Spiderwood überhaupt?
Spiderwood ist kein botanischer Fachbegriff. Der Name stammt aus dem Aquaristik- und Dekohandel und beschreibt in erster Linie die Optik des Holzes. Charakteristisch sind stark verzweigte, knorrige Strukturen, die wie ein Netz aus Wurzeln oder Ästen wirken. Besonders beliebt ist Spiderwood wegen seiner leichten, luftigen Erscheinung, die viel Raum für Pflanzen, Moose und Aufsitzer bietet, ohne das Becken massiv oder überladen wirken zu lassen.
Im Gegensatz zu klassischen, kompakten Wurzeln besteht Spiderwood meist aus einem zentralen Stamm- oder Wurzelbereich, von dem viele dünne Verästelungen abgehen. Diese Struktur macht es ideal für Aquascaping-Stile wie Nature Aquarium, Iwagumi-Varianten mit Holz oder Dschungel-Layouts.
Der Name Spiderwood und seine Handelsbezeichnungen
Bevor wir klären, von welchen Pflanzen Spiderwood stammt, lohnt sich ein Blick auf die verschiedenen Namen, unter denen es im Handel für Spiderwood auftaucht. Denn genau hier entsteht oft Verwirrung.
Spiderwood wird häufig auch als Red Moor Wood, Moorwood, Azalea Root oder schlicht als Aquascaping-Holz verkauft. Nicht jeder dieser Begriffe bezeichnet exakt dasselbe, aber sie überschneiden sich stark. In vielen Fällen handelt es sich um sehr ähnliche oder sogar identische Holzarten, die je nach Herkunftsland, Händler oder Marketingstrategie anders benannt werden.
Der Begriff Spiderwood hat sich vor allem wegen der visuellen Assoziation durchgesetzt. Er beschreibt also nicht die Pflanze selbst, sondern die Form des Holzes nach dem Trocknen und Bearbeiten.
Stammt Spiderwood von einer bestimmten Pflanze?
Die kurze Antwort lautet: Nein, Spiderwood stammt nicht von einer einzigen, klar definierten Pflanzenart. In den meisten Fällen handelt es sich um die Wurzeln oder unteren Stammteile verschiedener Strauch- oder Baumarten, die in bestimmten Regionen wachsen. Besonders häufig kommen Pflanzen aus der Familie der Heidekrautgewächse und ähnlichen Gehölzen infrage.
Das bedeutet, Spiderwood ist eher eine Sammelbezeichnung für Holz mit bestimmten Eigenschaften und Formen als ein Produkt einer einzigen botanischen Quelle.
Die häufigste Herkunft: Azaleen und Rhododendren
Eine der am häufigsten genannten Ursprungsquellen für Spiderwood sind Azaleen und Rhododendren. Diese Pflanzen gehören zur Gattung Rhododendron und sind weltweit verbreitet, insbesondere in Asien und Teilen Europas.
Wurzeln von Azaleen
Azaleen entwickeln mit zunehmendem Alter stark verzweigte, harte Wurzelsysteme. Wenn alte Pflanzen entfernt oder abgestorben sind, bleiben diese Wurzelstöcke im Boden zurück. Genau diese Wurzelteile werden häufig ausgegraben, gereinigt, getrocknet und später als Dekoholz verkauft.
Das Holz der Azalee ist relativ hart, widerstandsfähig und besitzt eine sehr markante Struktur. Nach dem Trocknen entstehen die typischen, filigranen Verzweigungen, die Spiderwood so beliebt machen.
Rhododendron als Quelle
Auch Rhododendren werden häufig als Ursprung genannt. Botanisch gesehen ist das durchaus plausibel, da Azaleen streng genommen ebenfalls Rhododendren sind. Die Wurzelstrukturen dieser Pflanzen sind ähnlich aufgebaut und liefern genau die verwinkelten Formen, die im Aquascaping gefragt sind.
Weitere mögliche Pflanzenarten
Neben Azaleen und Rhododendren gibt es noch weitere Pflanzen, die als Quelle für Spiderwood infrage kommen. Dazu gehören verschiedene Busch- und Straucharten aus Asien, insbesondere aus China, Vietnam und Indonesien.
Heidekrautgewächse
Einige Spiderwood-Varianten stammen vermutlich von anderen Mitgliedern der Heidekrautgewächse. Diese Pflanzen wachsen oft in nährstoffarmen Böden und entwickeln ausgedehnte, verzweigte Wurzelsysteme, um Wasser und Mineralien effizient aufzunehmen. Genau diese Wurzelarchitektur macht sie für den Dekohandel interessant.
Kleinere Laubbäume und Sträucher
In manchen Fällen handelt es sich auch um die Wurzeln kleiner Laubbäume oder wild wachsender Sträucher. Entscheidend ist weniger die Baumart als vielmehr die Struktur des Wurzelwerks. Händler wählen gezielt Holzstücke aus, die eine besonders „spinnenartige“ Form aufweisen.
Warum werden Wurzeln und nicht Stämme verwendet?
Eine zentrale Eigenschaft von Spiderwood ist seine verzweigte, offene Struktur. Diese entsteht fast ausschließlich im Wurzelbereich von Pflanzen. Während Baumstämme meist gerade und kompakt wachsen, passen sich Wurzeln ständig ihrer Umgebung an. Sie winden sich um Steine, verzweigen sich bei Hindernissen und bilden komplexe Netze.
Genau diese natürliche Unregelmäßigkeit macht Spiderwood so attraktiv. Ein Stammholz könnte diese Optik kaum liefern, ohne künstlich bearbeitet zu werden.
Verarbeitung von Spiderwood im Handel
Nachdem die Wurzeln oder Stammteile geerntet wurden, beginnt ein mehrstufiger Verarbeitungsprozess.
Zunächst werden Erde, Rinde und weiche Bestandteile entfernt. Anschließend erfolgt eine Trocknungsphase, die mehrere Wochen oder sogar Monate dauern kann. Durch das Trocknen verliert das Holz Gewicht, wird härter und stabiler.
In manchen Fällen werden die Hölzer zusätzlich gereinigt oder grob zugeschnitten, um lose oder brüchige Teile zu entfernen. Die charakteristische Struktur bleibt dabei erhalten.
Warum hat Spiderwood oft eine rötliche Farbe?
Viele Aquarianer kennen Spiderwood in einem warmen, rötlich-braunen Farbton. Diese Färbung hängt stark von der jeweiligen Pflanzenart, dem Bodentyp und den enthaltenen Gerbstoffen ab.
Azaleen- und Rhododendronwurzeln enthalten natürliche Farbstoffe und Tannine, die dem Holz seine typische Farbe verleihen. Unter Wasser dunkelt Spiderwood meist noch etwas nach, was den natürlichen Eindruck zusätzlich verstärkt.
Unterschiede zwischen Spiderwood und Red Moor Wood
Oft werden Spiderwood und Red Moor Wood synonym verwendet. In der Praxis handelt es sich tatsächlich häufig um sehr ähnliche oder identische Hölzer. Der Unterschied liegt meist eher in der Sortierung und Präsentation.
Spiderwood bezeichnet meist besonders stark verzweigte, filigrane Stücke. Red Moor Wood kann auch etwas massivere Wurzelteile enthalten. Botanisch stammen beide Varianten jedoch häufig aus denselben oder sehr ähnlichen Pflanzenarten.
Ökologische Aspekte und Nachhaltigkeit
Ein wichtiger Punkt, der immer mehr Aquarianer interessiert, ist die Herkunft und Nachhaltigkeit von Dekoholz. Spiderwood wird in der Regel aus abgestorbenen Pflanzen oder aus der Entfernung alter Sträucher gewonnen. In vielen Fällen fällt das Holz als Nebenprodukt der Landwirtschaft oder Landschaftspflege an.
Allerdings gibt es auch Regionen, in denen Wurzeln gezielt ausgegraben werden, um den Aquaristikmarkt zu bedienen. Hier hängt die ökologische Bilanz stark von den lokalen Praktiken ab. Seriöse Händler achten darauf, dass keine geschützten Pflanzenarten betroffen sind und dass die Gewinnung kontrolliert erfolgt.
Warum ist Spiderwood so beliebt für bepflanzte Aquarien?
Die Herkunft von Spiderwood erklärt auch seine enorme Beliebtheit im Aquascaping. Durch die vielen Verzweigungen bietet es ideale Ankerpunkte für Moose, Farne und Aufsitzerpflanzen. Pflanzen wie Javafarn, Anubias oder Bucephalandra lassen sich perfekt in die Struktur integrieren.
Da Spiderwood meist relativ leicht ist und nicht massiv wirkt, lässt es selbst kleinere Aquarien größer erscheinen. Die offene Struktur lässt viel Licht durch und schafft Tiefe im Layout.
Beeinflusst die Pflanzenherkunft das Verhalten im Aquarium?
Ja, durchaus. Da Spiderwood aus Wurzeln bestimmter Pflanzen stammt, enthält es natürliche Inhaltsstoffe wie Gerbstoffe. Diese können das Wasser leicht färben und den pH-Wert minimal senken. Viele Fische aus Schwarzwasserbiotopen profitieren davon.
Die genaue Wirkung hängt jedoch stark von der individuellen Holzcharge ab. Manche Stücke geben kaum Stoffe ab, andere färben das Wasser anfangs deutlich.
Mythen rund um Spiderwood
Rund um Spiderwood kursieren einige hartnäckige Mythen. Einer davon ist, dass es sich um eine künstlich geformte Wurzel handelt. Das ist falsch. Die Strukturen sind natürlich gewachsen.
Ein weiterer Mythos ist, dass Spiderwood immer von derselben Pflanze stammt. Wie du inzwischen weißt, ist das ebenfalls nicht korrekt. Es handelt sich um eine Sammelbezeichnung für ähnliche Holztypen aus verschiedenen Pflanzen.
FAQs zu Spiderwood und seiner Herkunft
Von welchem Baum stammt Spiderwood genau?
Es gibt keinen einzelnen Baum. Meist handelt es sich um Wurzeln von Azaleen, Rhododendren oder ähnlichen Strauchpflanzen.
Ist Spiderwood echtes Holz oder eine Wurzel?
In den meisten Fällen ist Spiderwood tatsächlich Wurzelholz, also der unterirdische Teil der Pflanze.
Kann Spiderwood aus unterschiedlichen Ländern stammen?
Ja, Spiderwood kommt häufig aus asiatischen Regionen, insbesondere aus China und Südostasien.
Gibt es Qualitätsunterschiede je nach Pflanzenart?
Ja, je nach Herkunft und Pflanzenart variiert die Härte, Dichte und Abgabe von Gerbstoffen.
Ist Spiderwood für alle Aquarientypen geeignet?
Grundsätzlich ja, besonders für bepflanzte Aquarien und Naturlayouts.
Fazit
Spiderwood ist kein mysteriöses Spezialholz von einer einzigen exotischen Pflanze, sondern das Ergebnis natürlicher Wurzelstrukturen verschiedener Strauch- und Baumarten. Besonders Azaleen und Rhododendren spielen eine zentrale Rolle bei seiner Entstehung. Der Handelsname beschreibt in erster Linie die Optik und weniger die botanische Herkunft.
Gerade diese Vielfalt macht Spiderwood so spannend. Jedes Stück ist ein Unikat, geprägt von der Wachstumsumgebung der Pflanze, dem Boden, dem Klima und der Zeit. Wer weiß, woher das Holz stammt und wie es entsteht, schätzt es im Aquarium gleich noch mehr. Spiderwood ist damit nicht nur Dekoration, sondern ein Stück gewachsene Natur, das dein Aquarium lebendig und authentisch wirken lässt.







