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Blog: Terrarienboden: Das richtige Substrat für ein gesundes und naturnahes Terrarium (8171)

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Terrarienboden: Das richtige Substrat für ein gesundes und naturnahes Terrarium

Der Terrarienboden gehört zu den wichtigsten Bestandteilen eines funktionierenden Terrariums. Während Beleuchtung, Temperatur und Einrichtung häufig besonders viel Aufmerksamkeit erhalten, wird das Bodensubstrat gelegentlich eher nach optischen Gesichtspunkten ausgewählt. Dabei erfüllt der Terrarienboden zahlreiche wichtige Aufgaben. Er beeinflusst die Luftfeuchtigkeit, bietet Tieren Möglichkeiten zum Graben und Verstecken, nimmt Feuchtigkeit und Ausscheidungen auf und kann sogar Bestandteil eines komplexen biologischen Systems sein.

Welche Bodenart geeignet ist, hängt entscheidend davon ab, welche Tierart im Terrarium gepflegt wird. Ein trockener Sand-Lehm-Boden kann für einen Wüstenbewohner nahezu ideal sein, während dasselbe Material für einen feuchtigkeitsliebenden tropischen Bodenbewohner ungeeignet wäre. Umgekehrt kann ein dauerhaft feuchtes Waldsubstrat bei Arten aus trockenen Lebensräumen Hautprobleme und andere gesundheitliche Schwierigkeiten begünstigen.

Ein guter Terrarienboden muss deshalb immer als Teil des gesamten Lebensraums betrachtet werden. Herkunft, Verhalten und natürliche Lebensweise der Tiere bilden die Grundlage für die Auswahl. Wer den Boden gezielt plant, kann nicht nur ein natürlicher wirkendes Terrarium gestalten, sondern entscheidend zum Wohlbefinden seiner Tiere beitragen.

Die wichtigsten Fakten zum Terrarienboden

MerkmalBedeutung
HauptaufgabeNaturnaher Untergrund und Bestandteil des Terrarienklimas
AuswahlkriteriumLebensraum und Verhalten der gepflegten Tierart
Typische MaterialienSand, Lehm, Erde, Kokoshumus, Rinde, Laub und Mischsubstrate
Wichtige EigenschaftenFeuchtigkeitsspeicherung, Grabfähigkeit, Stabilität und Hygiene
SubstrathöheAbhängig von Tierart und Grabverhalten
Feuchte TerrarienSpeicherfähige, strukturstabile Substrate erforderlich
Trockene TerrarienMeist mineralische und schnell abtrocknende Böden
Grabende ArtenBesonders tiefer und standfester Bodengrund notwendig
PflanzenBenötigen ausreichend tiefen und geeigneten Wurzelraum
ReinigungAbhängig vom verwendeten Bodensystem
Bioaktives TerrariumBodenorganismen übernehmen Teile des Stoffabbaus
Häufiger FehlerAuswahl ausschließlich nach Aussehen oder einfacher Reinigung

Warum der Terrarienboden so wichtig ist

Terrarienboden ist wesentlich mehr als eine dekorative Abdeckung des Glasbodens. Viele Reptilien, Amphibien, Spinnentiere und andere Terrarientiere stehen während eines erheblichen Teils ihres Lebens unmittelbar mit dem Substrat in Kontakt. Seine Eigenschaften können daher Verhalten, Körperpflege und Mikroklima beeinflussen.

Grabende Tiere benötigen einen Boden, in dem sie stabile Gänge oder Höhlen anlegen können. Andere Arten vergraben ihre Eier oder verbringen Ruhephasen unter der Erdoberfläche. Bei manchen Bewohnern spielt das Substrat während der Häutung eine wichtige Rolle. Bodenbewohnende Amphibien können Feuchtigkeit über ihre Haut aufnehmen und reagieren besonders empfindlich auf ungeeignete oder verschmutzte Materialien.

Gleichzeitig beeinflusst die Beschaffenheit des Bodens die Luftfeuchtigkeit. Feuchtigkeit kann gespeichert und langsam wieder an die Umgebung abgegeben werden. Dadurch entstehen unterschiedliche Mikrobereiche, die im Terrarium wertvolle Rückzugsmöglichkeiten bieten.

Auch Pflanzen profitieren von einem sorgfältig geplanten Terrarienboden. Ihre Wurzeln stabilisieren das Substrat, nehmen Wasser auf und tragen insbesondere in naturnah eingerichteten Terrarien zur Ausbildung eines funktionierenden kleinen Ökosystems bei.

Der natürliche Lebensraum als Vorbild

Der beste Ausgangspunkt bei der Auswahl eines Terrarienbodens ist der natürliche Lebensraum der jeweiligen Tierart. Dabei sollte allerdings nicht versucht werden, Bodenmaterial aus dem Herkunftsgebiet exakt zu kopieren. Entscheidend ist vielmehr, die wichtigen funktionellen Eigenschaften nachzubilden.

Wüsten und Halbwüsten bestehen beispielsweise keineswegs ausschließlich aus lockerem Sand. Viele trockene Lebensräume weisen feste, lehmige oder steinige Böden auf. Tiere können darauf laufen und teilweise stabile Höhlen graben. Eine dicke Schicht aus reinem, lockerem Sand bildet diese Bedingungen daher nicht automatisch naturgetreu nach.

Tropische Wälder besitzen dagegen häufig einen komplex aufgebauten Boden. Auf mineralischen und organischen Schichten liegen Pflanzenreste, Laub und abgestorbenes Holz. Unter günstigen Bedingungen werden diese Materialien von zahlreichen Bodenorganismen zersetzt.

Auch Steppen, Savannen, mediterrane Gebiete und gemäßigte Wälder besitzen jeweils charakteristische Bodenverhältnisse. Entscheidend sind unter anderem Feuchtigkeit, Körnung, Verdichtung und Anteil organischer Bestandteile.

Experten-Tipp: Ein naturnaher Terrarienboden muss nicht genauso aussehen wie der Boden auf einem Landschaftsfoto. Entscheidend ist, dass er dieselben Funktionen erfüllt: Er muss beispielsweise grabfähig, trocken, feuchtigkeitsspeichernd oder strukturstabil sein.

Sand als Terrarienboden

Sand gehört zu den bekanntesten Bodengründen in der Terraristik und wird vor allem mit Wüsten- und Steppenterrarien verbunden. Er bietet eine natürliche Optik und lässt sich gut mit Steinen, Wurzeln und trockenen Pflanzen kombinieren.

Reiner loser Sand ist jedoch längst nicht für jede Wüstenart optimal. Manche Tiere bewegen sich in der Natur überwiegend auf festen Böden. Auf tiefem lockeren Sand können sie schlechter laufen oder keine stabilen Höhlen anlegen.

Sehr sinnvoll können deshalb Mischungen aus Sand und Lehm sein. Wird das Material beim Einrichten angefeuchtet und anschließend getrocknet, entsteht ein wesentlich festerer Untergrund. Tiere können darauf sicher laufen und je nach Mischungsverhältnis auch graben.

Bei der Auswahl sollten staubarme Materialien bevorzugt werden. Extrem feiner Staub kann Augen und Atemwege reizen. Scharfkantige oder chemisch behandelte Materialien sind ebenfalls ungeeignet.

Sand-Lehm-Gemische für trockene Terrarien

Sand-Lehm-Mischungen gehören zu den vielseitigsten Substraten für viele Bewohner trockener Lebensräume. Der Lehm sorgt dafür, dass Sandkörner miteinander verbunden werden und nach dem Austrocknen eine feste Oberfläche entsteht.

Die Mischung kann modelliert werden, sodass leichte Höhenunterschiede, Mulden oder grabfähige Bereiche entstehen. Dadurch lässt sich ein strukturiertes Terrarium gestalten, das dem Tier unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten bietet.

Bei grabenden Arten sollte die Mischung jedoch nicht betonhart werden. Ziel ist ein stabiler Boden, der sich trotzdem bearbeiten lässt. Je nach Tierart kann die Zusammensetzung deshalb angepasst werden.

Steinaufbauten sollten grundsätzlich nicht einfach auf eine hohe lockere Bodenschicht gestellt werden. Untergrabende Tiere könnten das Substrat entfernen und schwere Steine zum Einsturz bringen. Massive Dekoration wird daher sicher auf dem festen Terrarienboden aufgebaut und anschließend mit Substrat umgeben.

Erde und Humus im Waldterrarium

Für viele tropische und subtropische Terrarien werden humusreiche Substrate verwendet. Sie können Wasser aufnehmen, sind grabfähig und schaffen ein natürliches Erscheinungsbild.

Geeignete Erdmischungen sollten locker genug sein, damit Luft in den Boden gelangt. Dauerhaft verdichtete, vollständig wassergesättigte Erde kann anaerobe Bereiche entwickeln und unangenehm riechen.

Für Waldterrarien sind Mischungen verschiedener Bestandteile häufig sinnvoller als ein einzelnes Material. Möglich sind beispielsweise:

  • ungedüngte Erde
  • Kokoshumus
  • Laubhumus
  • Rindenbestandteile bzw. Borkenstreu
  • verrottetes Holz
  • Sand zur Strukturverbesserung
  • trockenes Laub als Deckschicht

Welche Mischung geeignet ist, hängt vom Bewohner ab. Ein grabender Skorpion benötigt beispielsweise andere Bodeneigenschaften als ein kleiner tropischer Gecko, der den Boden nur gelegentlich aufsucht.

Kokoshumus als Substrat

Kokoshumus ist in der Terraristik weit verbreitet. Das Material ist leicht, kann viel Feuchtigkeit aufnehmen und lässt sich einfach verarbeiten. Besonders in Feucht- und Tropenterrarien kann es Bestandteil einer guten Substratmischung sein.

Als alleiniger Bodengrund besitzt Kokoshumus allerdings Grenzen. Sehr feines Material kann bei starker Austrocknung stauben. Außerdem fehlt ihm teilweise die Strukturstabilität, die ausgeprägte Grabtiere benötigen.

In Mischungen kann Kokoshumus dagegen sehr nützlich sein. Zusammen mit Erde, Sand, Rindenstücken oder Laub entsteht ein strukturreicher Boden, der Feuchtigkeit speichert und trotzdem ausreichend locker bleibt.

Bei stark grabenden Arten sollte grundsätzlich geprüft werden, ob das Material stabile Grabgänge ermöglicht oder ob zusätzliche Bestandteile notwendig sind.

Rinde, Holz und Laub

Rindenstücke werden häufig als dekorativer Bodengrund verwendet. Für manche Arten können sie sinnvoll sein, insbesondere als Bestandteil einer mehrschichtigen Bodengestaltung. Als alleiniger Untergrund sind grobe Rindenstücke jedoch nicht für jedes Tier geeignet.

Kleine Tiere können zwischen großen Stücken Schwierigkeiten beim Laufen haben. Für ausgeprägt grabende Arten fehlt häufig die notwendige Geschlossenheit des Bodens.

Laub ist besonders für Waldterrarien interessant. Eine Laubschicht bietet Versteckmöglichkeiten, reduziert die Verdunstung und schafft Lebensraum für Bodenorganismen. Zudem verändert sich das Terrarium dadurch optisch und biologisch deutlich in Richtung eines natürlichen Waldbodens.

Verrottendes Holz erfüllt ähnliche Funktionen und kann insbesondere in bioaktiven Terrarien wertvoll sein.

Die richtige Substrathöhe

Ein häufiger Fehler besteht darin, zwar das passende Material zu verwenden, aber davon zu wenig einzubringen. Eine wenige Zentimeter dünne Substratschicht ermöglicht einem grabenden Tier keine natürliche Beschäftigung.

Die notwendige Bodentiefe hängt vom Verhalten der Art ab. Tiere, die regelmäßig Höhlen graben oder sich vollständig eingraben, benötigen einen deutlich tieferen Boden als überwiegend kletternde Arten.

Bei stark grabenden Vogelspinnen, Skorpionen, Käfern oder Reptilien können größere Substrathöhen erforderlich sein. Entscheidend ist, dass sich die Tiere vollständig zurückziehen und stabile Strukturen anlegen können.

Eine hohe Bodenschicht vergrößert gleichzeitig das Feuchtigkeitsspeichervermögen. Dadurch kann ein Feuchtigkeitsgradient entstehen: Die Oberfläche ist relativ trocken, während tiefere Bereiche länger feucht bleiben.

Experten-Tipp: Bei grabenden Terrarientieren sollte die Bodentiefe nicht danach gewählt werden, wie viel Substrat optisch ausreichend erscheint. Entscheidend ist, wie tief das Tier tatsächlich graben würde. Ein zusätzlicher tiefer Bereich kann dabei sinnvoller sein als eine überall gleichmäßig dünne Schicht.

Terrarienboden und Feuchtigkeit

Der Boden ist ein bedeutender Feuchtigkeitsspeicher. In tropischen Terrarien kann Wasser nach dem Sprühen oder Gießen in tiefere Schichten eindringen und langsam wieder verdunsten.

Das bedeutet jedoch nicht, dass der gesamte Boden ständig nass sein sollte. Viele Arten benötigen feuchte Bereiche, reagieren aber empfindlich auf dauerhaft sumpfige Verhältnisse.

Eine ausgewogene Feuchtigkeitsverteilung ist deshalb wichtiger als maximale Nässe. Je nach Terrarium können trockene und feuchtere Bereiche nebeneinander angeboten werden.

Staunässe sollte vermieden werden. In stark bepflanzten Feuchtterrarien kann deshalb eine Drainageschicht unterhalb des eigentlichen Bodens sinnvoll sein. Überschüssiges Wasser sammelt sich dort, während das Pflanzsubstrat oberhalb weniger stark vernässt.

Drainageschichten im Tropenterrarium

Bei regelmäßig bewässerten Pflanzenterrarien kann eine Drainage hilfreich sein. Typische Materialien sind strukturstabile mineralische Bestandteile, die einen wasserführenden Bereich unterhalb des eigentlichen Substrats bilden.

Zwischen Drainage und Erde kann eine Trennschicht verhindern, dass feines Substrat nach unten gespült wird.

Eine Drainage ersetzt jedoch keine Kontrolle der Wassermenge. Steigt der Wasserstand dauerhaft bis in die Erdschicht, bleibt das Substrat trotzdem vernässt. Deshalb muss bei geschlossenen oder schlecht entwässerbaren Terrarien darauf geachtet werden, dass sich nicht über längere Zeit große Wassermengen ansammeln.

Terrarienboden für Pflanzen

Lebende Pflanzen stellen eigene Anforderungen an das Substrat. Sie benötigen ausreichend Platz für ihre Wurzeln sowie eine geeignete Kombination aus Wasserspeicherung und Belüftung.

Eine reine dekorative Sandschicht eignet sich für viele tropische Pflanzen beispielsweise nicht als dauerhaftes Pflanzsubstrat. Umgekehrt benötigen Pflanzen aus trockenen Lebensräumen häufig einen mineralischeren und schneller abtrocknenden Boden.

Bei der Planung sollten die Ansprüche von Tier und Pflanze zusammenpassen. Stark feuchtigkeitsliebende Pflanzen sind beispielsweise keine ideale Wahl für ein trocken gehaltenes Reptilienterrarium.

Ein gut durchwurzelter Boden kann mit der Zeit sehr stabil werden. Gleichzeitig verändern Pflanzen durch Wasseraufnahme und Verdunstung das Mikroklima.

Bioaktiver Terrarienboden

Bioaktive Terrarien sollen natürliche Abbauprozesse im Boden nutzen. Dabei leben neben dem eigentlichen Terrarientier verschiedene Bodenorganismen im Substrat. Besonders bekannt sind Springschwänze und Asseln.

Diese Organismen verwerten unter anderem abgestorbenes Pflanzenmaterial und andere organische Reste. Zusammen mit Mikroorganismen entsteht ein aktives Bodensystem.

Ein bioaktives Terrarium bedeutet allerdings nicht, dass keinerlei Pflege erforderlich wäre. Größere Kotmengen, Futterreste oder tote Futtertiere sollten weiterhin entfernt werden. Ebenso müssen Feuchtigkeit und Zustand des Bodens kontrolliert werden.

Damit ein solches System funktioniert, braucht der Boden organisches Material und unterschiedliche Mikrobereiche. Laub, morsches Holz und geeignete Erdsubstrate fördern ein abwechslungsreiches Bodenleben.

Hygiene und Reinigung

Wie häufig Terrarienboden gewechselt werden muss, lässt sich nicht pauschal beantworten. Ein rein mineralisches Substrat in einem trockenen Terrarium wird anders gepflegt als ein bioaktiver Waldboden.

Sichtbare Ausscheidungen und Futterreste sollten regelmäßig entfernt werden. Bei lokal verschmutztem Substrat reicht häufig ein teilweiser Austausch.

Ein kompletter Bodenaustausch kann notwendig werden, wenn das Substrat stark verschmutzt ist, unangenehm riecht, von unerwünschtem Schimmel durchzogen wird oder im Rahmen einer notwendigen hygienischen Sanierung entfernt werden muss.

Bei bioaktiven Anlagen kann der Boden dagegen langfristig erhalten bleiben, sofern das biologische System stabil funktioniert.

Häufige Fehler bei der Bodenauswahl

Viele Probleme entstehen durch wenige typische Fehlentscheidungen. Dazu gehören ein zu flacher Bodengrund bei grabenden Arten, ständig nasses Substrat bei trockenheitsliebenden Bewohnern und lockerer Sand für Tiere, die eigentlich einen festen Untergrund benötigen.

Problematisch sind außerdem stark staubende Materialien und Substrate mit unbekannten Zusätzen. Gedüngte Pflanzenerde sollte nicht unkritisch als Terrarienboden verwendet werden.

Auch die Vorstellung, ein besonders leicht zu reinigender Boden sei automatisch tiergerecht, kann problematisch sein. Hygiene ist wichtig, muss jedoch mit den biologischen Bedürfnissen der jeweiligen Art vereinbar bleiben.

Häufig gestellte Fragen zum Terrarienboden

Welcher Terrarienboden ist der beste?

Einen universell besten Terrarienboden gibt es nicht. Die Auswahl richtet sich nach natürlichem Lebensraum, Feuchtigkeitsbedarf und Verhalten der gepflegten Tierart. Für manche Bewohner eignet sich ein Sand-Lehm-Gemisch, während andere einen tiefen humusreichen Waldboden benötigen.

Wie hoch sollte der Terrarienboden sein?

Die notwendige Höhe hängt vor allem vom Grabverhalten ab. Überwiegend kletternde Tiere benötigen meist weniger Substrattiefe als Arten, die Höhlen bauen oder sich vollständig eingraben. Der Boden sollte immer so tief sein, dass natürliche Verhaltensweisen möglich bleiben.

Kann normale Blumenerde verwendet werden?

Gewöhnliche Blumenerde ist nicht automatisch für Terrarien geeignet. Sie kann Dünger, Wasserspeicher oder andere Zusätze enthalten. Für Terrarien werden besser geeignete ungedüngte Substrate oder gezielt zusammengestellte Mischungen verwendet.

Muss Terrarienboden regelmäßig komplett gewechselt werden?

Nicht zwangsläufig. Wie häufig ein Austausch erforderlich ist, hängt vom Bodensystem, der Tierart und der Verschmutzung ab. Lokal verschmutzte Stellen können oft gezielt entfernt werden. Bioaktive Böden können bei guter Funktion über lange Zeit bestehen bleiben.

Ist Sand für jedes Wüstenterrarium geeignet?

Nein. Viele Wüsten- und Steppenbewohner leben nicht auf tiefem lockerem Sand, sondern auf festen mineralischen Böden. Sand-Lehm-Mischungen können deshalb für zahlreiche Arten wesentlich besser geeignet sein.

Warum schimmelt Terrarienboden?

Schimmel kann entstehen, wenn viel organisches Material vorhanden ist und gleichzeitig dauerhaft hohe Feuchtigkeit sowie geringe Luftzirkulation herrschen. Kleine lokale Schimmelstellen können in naturnahen Systemen zeitweise auftreten. Starker oder dauerhaft zunehmender Schimmel sollte jedoch Anlass sein, Feuchtigkeit, Belüftung und Bodenaufbau zu überprüfen.

Braucht ein Tropenterrarium eine Drainage?

Nicht jedes Tropenterrarium benötigt zwingend eine Drainageschicht. Bei stark bepflanzten und regelmäßig bewässerten Anlagen kann sie jedoch helfen, überschüssiges Wasser vom eigentlichen Pflanzsubstrat fernzuhalten.

Sind Asseln und Springschwänze sinnvoll?

In geeigneten bioaktiven Terrarien können Asseln und Springschwänze sehr nützlich sein. Sie beteiligen sich am Abbau organischer Materialien und unterstützen dadurch biologische Prozesse im Boden.

Fazit

Der Terrarienboden ist ein zentraler Bestandteil jeder artgerechten Terrarieneinrichtung. Seine Aufgabe reicht weit über die reine Gestaltung hinaus. Er beeinflusst Feuchtigkeit und Mikroklima, ermöglicht natürliches Grabverhalten, bietet Rückzugsmöglichkeiten und bildet in bepflanzten oder bioaktiven Terrarien die Grundlage eines komplexen Lebensraums.

Die wichtigste Regel bei der Auswahl lautet deshalb, das Substrat konsequent an den Bedürfnissen der gepflegten Tierart auszurichten. Sand ist nicht automatisch der richtige Boden für jedes Wüstentier und Humus nicht automatisch die optimale Lösung für jeden tropischen Bewohner. Entscheidend sind Struktur, Feuchtigkeit, Grabfähigkeit, Stabilität und Bodentiefe.

Besonders gute Ergebnisse entstehen häufig durch gezielte Mischungen verschiedener Materialien. Sand und Lehm können einen stabilen Wüstenboden ergeben, während Erde, Laub, Holz und weitere organische Bestandteile einen abwechslungsreichen Waldboden bilden können. Auch Drainage, Bepflanzung und Bodenorganismen lassen sich sinnvoll in das Gesamtkonzept integrieren.

Wer den Terrarienboden bereits bei der Planung als wichtigen Teil des Lebensraums versteht, schafft bessere Voraussetzungen für natürliche Verhaltensweisen und ein stabiles Terrarienklima. Ein sorgfältig ausgewähltes Substrat verbessert damit nicht nur die Optik des Terrariums, sondern trägt unmittelbar zu einer dauerhaft funktionierenden und tiergerechten Haltung bei.

Blogartikel 'Blog 8171: Terrarienboden: Das richtige Substrat für ein gesundes und naturnahes Terrarium' aus der Kategorie: "Tipps & Tricks" zuletzt bearbeitet am 15.08.2026 um 16:13 Uhr von Tom

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