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Umgang mit Amphibienlaich im Gartenteich: Was erlaubt ist, was nicht - und wie man Amphibien unterstützen kann

Blog: Umgang mit Amphibienlaich im Gartenteich: Was erlaubt ist, was nicht - und wie man Amphibien unterstützen kann (6852)

Wenn Frösche, Kröten oder Molche ihren Weg in einen Gartenteich finden, lassen Laichballen oder Laichschnüre meist nicht lange auf sich warten. Viele Teichbesitzer freuen sich über dieses Zeichen einer naturnahen Umgebung – doch was darf man eigentlich mit dem Laich tun, wann sollte man aktiv eingreifen und wann besser nicht?

Amphibienlaich im Gartenteich: Unproblematische Situationen

In einem gut strukturierten, naturnahen Teich mit flachen Uferzonen, Pflanzenbewuchs und ohne Fische ist Amphibienlaich in der Regel kein Problem. Die Tiere suchen gezielt geeignete Laichgewässer auf und wenn der Laich erfolgreich abgelegt wurde, spricht das für passende Bedingungen. In diesen Fällen ist ein Eingreifen nicht nötig und sollte im Sinne des Artenschutzes unterlassen werden.

Was man auf keinen Fall tun sollte

Laich umsetzen oder entfernen

Das absichtliche Umsetzen von Laich, Kaulquappen oder erwachsenen Amphibien zwischen Gewässern ist in Deutschland durch das Bundesnaturschutzgesetz verboten (§ 44 BNatSchG). Auch wenn man helfen möchte, z. B. bei scheinbar "ungünstigen" Bedingungen, kann das ungewollt Krankheiten verbreiten oder geschützte Arten gefährden.

Laich im Aquarium „ausbrüten“

Laich aus dem Teich in ein Aquarium zu überführen, ist ebenfalls keine gute Idee. Zum einen unterliegt auch dies rechtlichen Beschränkungen, zum anderen entwickeln sich die Tiere unter künstlichen Bedingungen oft schlecht und können später nicht mehr ausgewildert werden.

Fische und Amphibienlaich: Ein natürlicher Interessenskonflikt

Viele Amphibienarten meiden Gewässer mit Fischbesatz – aus gutem Grund: Fische fressen sowohl den Laich als auch die Kaulquappen. In Teichen mit Zierfischen ist eine erfolgreiche Entwicklung der Amphibien daher oft eingeschränkt oder gar nicht möglich.

Allerdings ist es aus biologischer Sicht auch gar nicht vorgesehen, dass der gesamte Laich überlebt. Amphibien legen große Mengen an Eiern ab, weil ein Großteil der Nachkommen natürlichen Fressfeinden zum Opfer fällt. Verluste durch Fische, Vögel oder Insektenlarven sind Teil eines ökologischen Gleichgewichts und gehören zum natürlichen Entwicklungszyklus dieser Tiere.

Wer Amphibien gezielt fördern möchte, sollte dennoch auf Fische verzichten oder den Teich so gestalten, dass fischfreie Laichzonen entstehen – etwa durch abgetrennte Flachwasserbereiche oder dicht bepflanzte Randzonen. Auf diese Weise lassen sich unterschiedliche Interessen unter bestimmten Bedingungen miteinander vereinbaren.

Wann Eingreifen sinnvoll ist

Bei starker Austrocknungsgefahr

Wird ein kleiner Laichplatz (z. B. eine Pfütze oder ein flaches Becken) durch Sonneneinstrahlung schnell trocken, kann ein gezieltes und behutsames Eingreifen gerechtfertigt sein. Idealerweise wird Wasser zugeführt oder Schatten gespendet, ohne das Gewässer zu verunreinigen oder das Gleichgewicht zu stören.

Bei Überpopulation in kleinen Teichen

Wenn sehr viele Tiere auf engem Raum laichen, kann es zu Sauerstoffmangel oder einer Verpilzung des Laichs kommen. Hier kann das Entfernen abgestorbener Pflanzenreste und eine gute Belüftung hilfreich sein. Ein Teilwasserwechsel bei sehr kleinen Teichen kann die Wasserqualität verbessern.

Unterstützung bei der Entwicklung

Eine naturnahe Ufergestaltung, Verzicht auf Chemikalien, Vermeidung von Rasenschnitt-Einträgen und das Belassen von Versteckmöglichkeiten (z. B. Steine, Totholz) rund um den Teich fördern nicht nur den Laicherfolg, sondern auch die spätere Entwicklung der Jungtiere.

Schutzstatus und rechtliche Hinweise

Viele Amphibienarten stehen unter strengem Schutz. Das bedeutet: Weder Laich noch Tiere dürfen ohne Genehmigung gefangen, umgesetzt oder gehalten werden. Wer regelmäßig Laich im Teich findet, sollte sich freuen – und möglichst alles so belassen, wie es ist.

Wer stark gefährdete Arten unterstützen möchte, sollte sich an eine örtliche Naturschutzorganisation wenden. Diese kann mit Beratung oder sogar offizieller Genehmigung zur Umsiedlung oder Betreuung helfen.

Naturnahe Teiche bieten den besten Schutz für Amphibienlaich

Amphibienlaich im Gartenteich ist ein gutes Zeichen für ökologische Vielfalt. In den meisten Fällen ist kein Eingreifen nötig – Eingriffe können sogar rechtlich problematisch oder ökologisch schädlich sein. Ein gewisser Laichverlust durch Fressfeinde ist Teil natürlicher Prozesse. Wer jedoch die Entwicklung von Amphibien aktiv fördern möchte, sollte auf Fische verzichten oder für geschützte Bereiche sorgen. Ein naturnaher, strukturreicher Teich bietet die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Entwicklung von Frosch, Kröte und Molch.

 

Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de

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Blogartikel 'Blog 6852: Umgang mit Amphibienlaich im Gartenteich: Was erlaubt ist, was nicht - und wie man Amphibien unterstützen kann' aus der Kategorie: "Tipps & Tricks" zuletzt bearbeitet am 15.04.2025 um 18:26 Uhr von Tom

Tom

Userbild von TomTom ist Administrator*in von EB und stellt 12 Beispiele vor. In den Bereichen Malawisee, Tanganjikasee, Victoriasee, West- / Zentralafrika, Südamerika, Mittelamerika, Amerikagesellschaftsbecken, Asien/Australien, Gesellschaftsbecken, Wasserchemie, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

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