Blog: Wenn Frösche, Molche und Insekten im Spätwinter kurz aktiv werden (7734)
Schon nach ein paar warmen Sonnenstunden wirkt der Gartenteich manchmal überraschend belebt: Frösche und Molche bewegen sich langsam im Wasser und Insekten sind an der Oberfläche zu sehen. Kündigt sich mit dieser Aktivität etwa der Frühling an? Nein, dieser Eindruck täuscht. Es handelt sich nicht um ein dauerhaftes Erwachen aus der Winterruhe, sondern um kurzfristige Reaktionen auf veränderte Umweltbedingungen.
Temperatur und Licht als entscheidende Reize
Teichbewohner orientieren sich an Temperatur, Licht und Tageslänge. Besonders flache Teichzonen und Uferbereiche erwärmen sich an sonnigen Tagen schnell. Schon wenige Grad mehr reichen aus, um bei wechselwarmen Tieren den Stoffwechsel leicht anzukurbeln. Die Folge sind kurze Bewegungen, Positionswechsel oder ein Auftauchen an der Wasseroberfläche.
Diese Aktivität ist zeitlich begrenzt. Sinkende Temperaturen in der Nacht oder an bewölkten Tagen führen dazu, dass sich die Tiere wieder in tiefere oder geschütztere Bereiche zurückziehen.
Was im Körper der Tiere geschieht
Während der Winterruhe ist der Stoffwechsel stark reduziert. Herzschlag, Atmung und Bewegungsdrang laufen auf Sparflamme. Steigt die Temperatur, beschleunigen sich diese Prozesse vorübergehend. Die Tiere reagieren wacher, ohne jedoch vollständig in den Aktivitätsmodus des Frühjahrs zu wechseln. Energiereserven werden dabei nur minimal genutzt.
Dieses flexible Anpassen an wechselnde Bedingungen ist ein wichtiger Überlebensmechanismus. Er erlaubt es den Tieren, günstige Phasen zu nutzen, ohne die Sicherheit der Winterruhe vollständig aufzugeben.
Welche Tiere jetzt auffallen können
Frösche und Kröten
Einige Froscharten reagieren besonders sensibel auf Wärme. Sie erscheinen dann am Ufer oder in flachen Bereichen, nehmen Sonnenwärme auf und verharren dort oft über längere Zeit. Ihr Verhalten ist ein Teil der natürlichen Temperaturregulation.
Molche
Molche, die den Winter im Wasser verbringen, zeigen gelegentlich kurze Schwimmbewegungen oder wechseln ihren Aufenthaltsort. Diese Aktivität bleibt meist unauffällig und beschränkt sich auf einzelne Tiere.
Insekten und ihre Larven
Viele wasserlebende Insekten überwintern als Larven oder ausgewachsene Tiere im Schlamm oder zwischen Pflanzenresten. Bei steigenden Temperaturen werden sie kurzfristig beweglich. Wasserläufer, Käfer oder erste Mücken können dann kurzzeitig sichtbar werden, ohne dass bereits eine echte Entwicklungsphase beginnt.
Kein Handlungsbedarf bei früher Aktivität
So ungewohnt diese Beobachtungen erscheinen mögen, sie sind ein normaler Bestandteil des Jahresverlaufs am Gartenteich. Die Tiere sind an diese Temperaturschwankungen angepasst und kommen ohne Unterstützung aus. Die kurze Aktivität ist kein Notfall, jetzt einzugreifen würde den Tieren und dem gesamten System Teich mehr schaden als nützen.
Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de





