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Bufo viridis im Gartenteich

Einrichtungsbeispiele mit Wechselkröte

Lesezeit: ca. 8 Minuten
Bufo viridis im Gartenteich (Einrichtungsbeispiele mit Wechselkröte)
Bufo viridis (Wechselkröte)

Wissenswertes zu Bufo viridis (Wechselkröte)

Die Wechselkröte, wissenschaftlich als Bufo viridis bekannt, gehört zu den faszinierendsten Amphibienarten Europas und Asiens. Für Teichliebhaber bietet sie nicht nur eine Bereicherung der Biodiversität im eigenen Garten, sondern auch einen Einblick in das komplexe Verhalten und die Lebensweise von Amphibien.

Herkunft und Verbreitungsgebiet

Bufo viridis ist eine weit verbreitete Art, die ihren Ursprung in weiten Teilen Europas und Zentralasiens hat. Das Verbreitungsgebiet reicht von Südwesteuropa über Mitteleuropa bis in die Steppen Russlands und weiter nach Vorderasien. Diese Anpassungsfähigkeit an verschiedene Klimazonen macht die Wechselkröte besonders interessant für Gartenbesitzer, die ein naturnahes Habitat schaffen möchten. In Mitteleuropa ist sie vor allem in wärmeren Regionen und in Gebieten mit sandigen Böden anzutreffen, während in östlichen Verbreitungsgebieten trockene Steppenlandschaften und Halbwüsten eine wichtige Rolle spielen.

Natürlicher Lebensraum

Die Wechselkröte bevorzugt offene Landschaften mit vereinzeltem Pflanzenbewuchs, wie trockene Wiesen, lichte Wälder, Weinberge, Steinbrüche und Flussufer. Wasser spielt für Bufo viridis vor allem während der Fortpflanzung eine entscheidende Rolle, denn Laichplätze werden meist in seichten Teichen, Tümpeln oder langsam fließenden Gewässern aufgesucht. Anders als viele andere Krötenarten ist die Wechselkröte relativ tolerant gegenüber menschlichen Siedlungen und kann sich auch in Gärten, Parks oder an Feldrändern wohlfühlen, sofern geeignete Rückzugs- und Laichmöglichkeiten vorhanden sind.

Gattung und Familie

Bufo viridis gehört zur Familie der Kröten (Bufonidae), die sich durch charakteristische Merkmale wie warzige Haut, Giftdrüsen hinter den Augen und ein robustes Körperbauprofil auszeichnen. Die Gattung Bufo umfasst zahlreiche Arten, von denen die Wechselkröte eine der bekanntesten in Europa ist. Innerhalb der Gattung zeichnet sie sich durch ihre Anpassungsfähigkeit und ihr breites Verbreitungsgebiet aus, wodurch sie in verschiedensten Klimazonen überleben kann.

Beschreibung der Art

Die Wechselkröte ist eine mittelgroße Krötenart, deren Körperlänge zwischen 6 und 10 Zentimetern liegt. Das Körpergewicht variiert je nach Geschlecht und Jahreszeit, wobei Männchen in der Regel etwas kleiner bleiben als Weibchen. Die Tiere besitzen eine raue, warzige Haut, die in unterschiedlichen Grüntönen bis hin zu Braun gefärbt sein kann. Typisch für Bufo viridis sind dunkle Flecken auf dem Rücken, die je nach Individuum variieren und eine gute Tarnung in ihrem natürlichen Lebensraum bieten.

Aussehen

Die Wechselkröte zeigt ein relativ gedrungenes, kompaktes Erscheinungsbild mit kurzen Gliedmaßen. Die Augen sind auffällig und golden bis rötlich gefärbt, wodurch die Tiere auch nachts gut sehen können. Die Haut ist trocken und warzig, was ein typisches Merkmal der Bufoniden darstellt. Die Färbung kann sich saisonal leicht ändern, vor allem während der Paarungszeit, wenn Männchen intensivere Grüntöne zeigen. Die Bauchseite ist meist heller, cremefarben bis gelblich, manchmal mit dunklen Sprenkeln. Die typische Rückenhöckerung und die Parotiden (Giftdrüsen hinter den Augen) sind bei der Wechselkröte ausgeprägt, was sie von ähnlichen Krötenarten unterscheidet.

Verhalten

Bufo viridis ist eine nachtaktive Art, die tagsüber Verstecke unter Laub, Steinen oder in Erdspalten aufsucht. Die Tiere sind zwar territoriale Einzelgänger, zeigen jedoch während der Paarungszeit auffällige Balzrituale. Die Wechselkröte ist bekannt für ihre Sprungkraft und ihre Fähigkeit, sich schnell vor Fressfeinden zu verstecken. Trotz ihrer Anpassungsfähigkeit an trockene Lebensräume bleibt Wasser für die Art unverzichtbar, insbesondere zur Fortpflanzung.

Haltung im Gartenteich

Die Haltung von Bufo viridis im Gartenteich erfordert ein gut durchdachtes Konzept, das sowohl Wasser- als auch Landbereiche integriert. Ein naturnah gestalteter Teich mit flachen Uferzonen, Unterständen aus Steinen oder Holz und dichter Ufervegetation bietet den idealen Lebensraum. Die Tiere benötigen Versteckmöglichkeiten, um sich tagsüber vor Sonne und Fressfeinden zu schützen. Eine regelmäßige Überprüfung der Wasserqualität ist wichtig, da die Tiere empfindlich auf chemische Belastungen reagieren. Für die Winterruhe sollten frostfreie Unterschlüpfe oder ein tief genug angelegter Teichbereich bereitgestellt werden.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Die Wechselkröte bevorzugt gemäßigte Temperaturen, wie sie in Mitteleuropa üblich sind. Tagsüber können Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad Celsius optimal sein, nachts sollten sie leicht abfallen, um ein naturnahes Klima zu simulieren. Die Luftfeuchtigkeit sollte mäßig bis hoch sein, insbesondere während der Aktivitäts- und Fortpflanzungszeit. Eine gleichmäßige Feuchtigkeit des Bodens im Umfeld des Teichs trägt ebenfalls zum Wohlbefinden der Tiere bei. Im Winter halten die Tiere eine Winterruhe ein und ziehen sich in frostfreie Bereiche zurück.

Fütterung

In freier Natur ernährt sich Bufo viridis vor allem von Insekten, Spinnen und anderen kleinen Wirbellosen. Im Gartenteich können die Tiere entsprechend gefüttert werden. Lebendfutter wie Grillen, Heimchen, Maden oder kleine Würmer wird bevorzugt angenommen. Die Fütterung sollte abwechslungsreich gestaltet werden, um den Nährstoffbedarf zu decken und artgerechte Ernährung zu gewährleisten. Übermäßiges Füttern kann zu Übergewicht führen und die Aktivität der Tiere einschränken.

Giftigkeit

Die Wechselkröte besitzt Parotiden hinter den Augen, die ein mildes Gift absondern. Dieses Sekret dient der Verteidigung gegen Fressfeinde und kann bei Berührung leichte Hautreizungen verursachen. Es ist jedoch nicht tödlich für Menschen oder Haustiere, sollte aber nicht verschluckt oder in Kontakt mit Schleimhäuten gebracht werden. Bei der Haltung im Gartenteich empfiehlt sich das Tragen von Handschuhen beim direkten Umgang mit den Tieren.

Vermehrung und Zucht

Die Fortpflanzung von Bufo viridis erfolgt in der Regel im Frühling, sobald die Temperaturen steigen. Männchen locken Weibchen durch charakteristische Rufe an, die über kurze Distanzen wirken. Die Paarung erfolgt im Wasser, wo die Weibchen ihre Laichschnüre ablegen. Diese enthalten hunderte bis tausende Eier, die sich innerhalb von Tagen zu Kaulquappen entwickeln. Die Metamorphose von Kaulquappen zu jungen Kröten dauert mehrere Wochen und hängt stark von Wassertemperatur, Nahrungsangebot und Wasserqualität ab. Für die Zucht im Gartenteich sind flache, sichere Uferzonen sowie eine reiche Vegetation zur Deckung der Jungtiere entscheidend.

Mögliche Krankheiten

Bufo viridis ist generell robust, kann aber wie andere Amphibien unter Pilzinfektionen, bakteriellen Erkrankungen oder Parasiten leiden. Typische Symptome sind verminderte Aktivität, Hautveränderungen, Appetitlosigkeit und Verhaltensauffälligkeiten. Eine präventive Maßnahme ist die Einhaltung einer guten Wasserqualität und die Vermeidung von chemischen Belastungen. Bei Anzeichen einer Erkrankung sollte fachkundiger Rat eingeholt werden, da Amphibien sehr empfindlich auf Behandlungen reagieren.

Alternative Bezeichnungen

Neben dem wissenschaftlichen Namen Bufo viridis wird die Art in der Umgangssprache als Wechselkröte bezeichnet. In manchen Regionen wird sie auch Grüner Krötenfrosch genannt, wobei diese Bezeichnung eher auf die Färbung als auf die taxonomische Einordnung verweist. Der Name Wechselkröte leitet sich von ihrer variablen Färbung ab, die sich je nach Habitat und Jahreszeit verändern kann.

Häufig gestellte Fragen

Kann Bufo viridis im kleinen Gartenteich überleben?

Ja, solange der Teich naturnah gestaltet ist, flache Uferzonen, Verstecke und sauberes Wasser bietet.

Wie lange lebt eine Wechselkröte?

In freier Wildbahn können Wechselkröten bis zu 10 Jahre alt werden, in geschützten Teichanlagen auch länger.

Sind Wechselkröten für Kinder gefährlich?

Direkter Kontakt sollte vermieden werden, da das Hautsekret leichte Reizungen hervorrufen kann, ansonsten besteht keine Gefahr.

Brauchen Wechselkröten eine spezielle Winterruhe?

Ja, die Tiere ziehen sich in frostfreie Bereiche zurück und verringern ihre Aktivität über die Wintermonate.

Können sie mit Fischen im Teich gehalten werden?

Grundsätzlich ja, solange die Fische klein und nicht aggressiv sind. Große Raubfische können die Kaulquappen und Jungkröten gefährden.

Fazit

Bufo viridis ist eine vielseitige, faszinierende Amphibienart, die durch ihre Anpassungsfähigkeit und ihr interessantes Verhalten den Gartenteich bereichert. Ihre Haltung erfordert ein durchdachtes Konzept aus Wasser- und Landbereichen, eine kontrollierte Fütterung und eine gute Pflege der Wasserqualität. Die Beobachtung der Wechselkröten, ihre Paarungsrituale, die Entwicklung der Kaulquappen und die vielfältigen Anpassungen an unterschiedliche Lebensräume machen sie zu einem attraktiven und lehrreichen Element im naturnahen Garten. Durch die Einhaltung grundlegender Haltungsbedingungen, Beachtung der Winterruhe und regelmäßige Kontrolle auf Krankheiten kann Bufo viridis über viele Jahre hinweg ein stabiler und faszinierender Bewohner eines Gartenteichs sein. Ihre Integration in den Teich fördert nicht nur die Biodiversität, sondern ermöglicht auch, die heimische Natur hautnah zu erleben und zu verstehen.

Die Wechselkröte ist somit nicht nur ein Hingucker, sondern auch ein Beispiel für die harmonische Verbindung von Gartenpflege, Naturschutz und tierischem Wohlbefinden. Wer ihr ein geeignetes Habitat bietet, wird mit einzigartigen Beobachtungen und einem tieferen Verständnis für Amphibien belohnt.