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Bufo calamita im Gartenteich

Einrichtungsbeispiele mit Kreuzkröte

Lesezeit: ca. 8 Minuten
Bufo calamita im Gartenteich (Einrichtungsbeispiele mit Kreuzkröte)
Bufo calamita (Kreuzkröte) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: Andreas Meyer, Epidalea calamita CH Bern AMeyer 017, CC BY 4.0

Wissenswertes zu Bufo calamita (Kreuzkröte)

Die Kreuzkröte, wissenschaftlich bekannt als Bufo calamita, ist eine faszinierende Amphibienart, die zunehmend in den Fokus von Gartenteichliebhabern rückt. Mit ihrem einzigartigen Aussehen, interessanten Verhalten und relativ unkomplizierten Pflegeanforderungen stellt sie eine attraktive Bereicherung für naturnahe Teichanlagen dar.

Herkunft und Verbreitung

Die Kreuzkröte ist in großen Teilen Europas verbreitet. Ihr Vorkommen erstreckt sich von Westeuropa, über Mitteleuropa, bis hin nach Osteuropa. Sie besiedelt vor allem Regionen mit sandigen Böden und offenen Landschaften. Besonders in Deutschland ist sie weit verbreitet, insbesondere in Norddeutschland und in Regionen mit lockerem Boden, der sowohl für ihre Fortbewegung als auch für die Eiablage geeignet ist. Ihre ursprüngliche Heimat sind Flussniederungen, Heideflächen, lichte Wälder und andere halboffene Landschaften, die ausreichend Feuchtigkeit bieten. Die Kreuzkröte ist anpassungsfähig und kann auch in anthropogen geprägten Umgebungen, wie Gärten, Parks oder naturnah gestalteten Teichanlagen, erfolgreich leben.

Natürlicher Lebensraum

Der natürliche Lebensraum der Kreuzkröte ist geprägt von sandigen, lockeren Böden, die das Graben von Erdlöchern erleichtern. Sie bevorzugt offene Landschaften, die nur spärlich bewachsen sind, da sie auf Sonneneinstrahlung angewiesen ist, um ihre Körpertemperatur zu regulieren. Kreuzkröten sind sehr anpassungsfähig und benötigen sowohl trockene Landflächen als auch temporäre Gewässer für die Fortpflanzung. Diese Gewässer sind häufig flach, sonnenexponiert und enthalten nur wenig Pflanzenbewuchs, sodass die Kaulquappen ausreichend Licht und Sauerstoff erhalten. In der Natur zeigen sie eine Tendenz zu sogenannten „Wanderungen“, besonders während der Fortpflanzungszeit, um geeignete Laichgewässer aufzusuchen.

Gattung und Familie

Die Kreuzkröte gehört zur Gattung Bufo innerhalb der Familie Bufonidae, die als eigentliche Kröten bekannt ist. Diese Familie zeichnet sich durch robuste Körper, warzige Haut und giftige Drüsen aus. Innerhalb der Gattung Bufo ist die Kreuzkröte eine der kleineren und auffälliger gefärbten Arten. Sie teilt sich viele Merkmale mit anderen europäischen Krötenarten, unterscheidet sich jedoch durch ihre charakteristische Rückenzeichnung, die einen deutlichen, hellen Kreuzstreifen auf dem Rücken aufweist. Die Gattung Bufo umfasst zahlreiche Arten, die weltweit verbreitet sind und sich durch Anpassungsfähigkeit an verschiedene Lebensräume auszeichnen.

Beschreibung der Art und Aussehen

Die Kreuzkröte ist eine mittelgroße Kröte, die eine Länge von etwa 5 bis 7 Zentimetern erreicht. Die Färbung der Haut variiert von hellbraun über olivgrün bis zu grauen Tönen, die hervorragend mit ihrem Lebensraum verschmelzen. Besonders auffällig ist der namensgebende Kreuzstreifen, der sich hellgelb bis cremefarben vom Augenbereich bis zur Hinterpartie zieht. Ihre Haut ist warzig, aber im Vergleich zu anderen Krötenarten relativ weich.

Die Augen sind goldbraun bis kupferfarben mit einer waagerechten Pupille, was ein charakteristisches Merkmal darstellt. Die Vorderbeine sind kurz, die Hinterbeine kräftig und für Sprünge und Grabenbewegungen ausgelegt. Die Kreuzkröte besitzt zudem typische Drüsen, die ein leichtes Sekret absondern, um Fressfeinde abzuschrecken.

Verhalten

Kreuzkröten sind vor allem dämmerungs- und nachtaktiv, wobei sie tagsüber in Erdverstecken ruhen. Sie sind überwiegend bodenbewohnend und bewegen sich langsam fort, können jedoch bei Gefahr überraschend schnell springen. Während der Fortpflanzungszeit zeigen sie auffällige Wanderungen zu temporären Tümpeln oder flachen Gewässern.

Die Tiere sind territorial gegenüber Artgenossen während der Laichzeit, ansonsten friedlich und zurückgezogen. Kreuzkröten sind außerdem sehr genügsam und anpassungsfähig, was sie ideal für naturnahe Gartenteiche macht.

Haltung im Gartenteich

Die Haltung von Kreuzkröten im eigenen Gartenteich erfordert vor allem naturnahe Bedingungen. Der Teich sollte flach abfallend sein, damit die Tiere leicht hinein- und hinausgelangen können. Eine abwechslungsreiche Uferzone mit Sand, Kies und leichten Pflanzungen bietet Rückzugsräume und Verstecke.

Sonnige Bereiche sind wichtig, da die Tiere sich zur Thermoregulation sonnen. Gleichzeitig sollten ausreichend schattige Stellen und Versteckmöglichkeiten vorhanden sein, um Stress zu vermeiden. Die Wasserqualität sollte stabil sein, wobei Kreuzkröten tolerant gegenüber geringfügigen Schwankungen sind, solange keine chemischen Zusätze wie Chlor oder Pestizide vorhanden sind.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Die Kreuzkröte ist kälte- und wärmeangepasst. Ideale Tagestemperaturen liegen zwischen 18 und 24 Grad Celsius, während Nachttemperaturen etwas abfallen dürfen. Die Tiere tolerieren auch kurzzeitig kühlere Temperaturen, nutzen aber Erdverstecke zum Überwintern.

Die Luftfeuchtigkeit sollte mäßig bis hoch sein, um Austrocknung zu verhindern. In Gartenteichen mit natürlicher Ufervegetation und flachen Stellen lässt sich eine passende Mikroklimazone schaffen, die den Tieren ausreichend Feuchtigkeit bietet. Bei sehr trockenem Wetter kann es hilfreich sein, den Teichrand leicht zu besprühen, um das Umfeld feucht zu halten.

Fütterung

Kreuzkröten sind opportunistische Insektenfresser. Sie ernähren sich von Käfern, Ameisen, Würmern, Schnecken, Spinnen und kleinen Wirbellosen. Im Gartenteich profitieren sie von einer natürlichen Insektenpopulation, können aber bei Bedarf auch mit speziellen Amphibienfuttermischungen oder lebenden Insekten wie Mehlwürmern oder Heimchen ergänzt werden.

Die Fütterung sollte regelmäßig, aber nicht übermäßig erfolgen, da die Tiere dazu neigen, nur so viel zu fressen, wie sie benötigen. Ein ausgewogenes Nahrungsangebot unterstützt die Gesundheit, das Wachstum und die Fortpflanzungsfähigkeit.

Giftigkeit

Wie alle Kröten der Familie Bufonidae besitzt die Kreuzkröte Drüsen, die ein leichtes Gift absondern. Dieses ist vor allem zur Abschreckung von Fressfeinden wirksam. Für Menschen ist das Sekret ungefährlich, kann jedoch bei Berührung der Augen oder offenen Wunden Reizungen verursachen. Daher ist es sinnvoll, die Tiere vorsichtig zu handhaben und nach Kontakt Hände gründlich zu waschen.

Vermehrung und Zucht

Die Kreuzkröte laicht im Frühjahr, sobald die Temperaturen steigen. Die Männchen locken die Weibchen mit typischem Balzruf zu flachen Gewässern. Die Eiablage erfolgt in langen, gelartigen Schnüren, die im flachen Wasser verankert werden. Die Entwicklung der Kaulquappen hängt von Temperatur und Wasserqualität ab, sie dauert in der Regel mehrere Wochen.

Nach der Metamorphose verlassen die Jungtiere das Wasser und suchen geeignete Landbereiche. In Gartenteichen ist es wichtig, sowohl flache Laichbereiche als auch Rückzugsräume für die Jungtiere bereitzustellen, um eine erfolgreiche Nachzucht zu ermöglichen.

Mögliche Krankheiten

Kreuzkröten sind vergleichsweise robust, können jedoch von Pilzinfektionen, bakteriellen Erkrankungen oder Parasiten betroffen sein. Eine gute Wasserqualität, ausreichende Rückzugsmöglichkeiten und eine ausgewogene Ernährung senken das Risiko von Krankheiten. Symptome wie lethargisches Verhalten, Hautveränderungen oder auffälliges Schwimmen sollten ernst genommen und im Zweifelsfall ein Fachmann hinzugezogen werden.

Alternative Bezeichnungen

Die Kreuzkröte wird gelegentlich auch als Gelbbandkröte oder einfach als Sandkröte bezeichnet. Diese Namen beziehen sich auf ihre charakteristische Rückenzeichnung oder ihre Vorliebe für sandige Lebensräume. In Fachkreisen ist jedoch die Bezeichnung Bufo calamita gebräuchlich.

Häufig gestellte Fragen

Kann die Kreuzkröte mit anderen Amphibien im Teich gehalten werden?

Ja, sie verträgt sich meist gut mit anderen Kröten- und Froscharten, solange ausreichend Rückzugsräume vorhanden sind und keine Raubfische im Teich leben.

Wie alt wird eine Kreuzkröte?

Kreuzkröten können in freier Natur 10 bis 12 Jahre alt werden, in Gartenteichen bei guter Pflege ähnliche Alterswerte erreichen.

Müssen Kreuzkröten überwintert werden?

Ja, die Tiere benötigen eine Winterruhe. In Gartenteichen ist es ausreichend, wenn sie sich in Bodennähe oder in Erdverstecken eingraben können.

Welche Pflanzen eignen sich für den Teich?

Flache Wasserzonen mit Schilf, Seggen oder Gräsern bieten sowohl Verstecke als auch geeignete Laichbereiche.

Ist die Kreuzkröte für Kinder ungefährlich?

Ja, sie ist ungefährlich, sollte jedoch vorsichtig und respektvoll behandelt werden, um Stress oder Verletzungen zu vermeiden.

Fazit

Die Kreuzkröte Bufo calamita ist eine äußerst interessante und anpassungsfähige Amphibienart, die sich hervorragend für naturnahe Gartenteiche eignet. Sie bringt Bewegung, natürliche Insektenkontrolle und faszinierendes Verhalten in jede Teichanlage. Ihre Pflege ist überschaubar, solange die grundlegenden Anforderungen an Wasserqualität, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Versteckmöglichkeiten erfüllt werden.

Mit der richtigen Gestaltung von Teich und Umgebung lassen sich sowohl adulten Tieren als auch Jungkröten ideale Bedingungen bieten. Wer einen naturnahen, lebendigen Teich mit einer interessanten Amphibienpopulation gestalten möchte, findet in der Kreuzkröte einen pflegeleichten und gleichzeitig faszinierenden Mitbewohner.

Die Kreuzkröte bietet für Gartenteichliebhaber nicht nur eine optische Bereicherung, sondern auch die Chance, das Verhalten und die Lebensweise einer beeindruckenden Amphibienart aus nächster Nähe zu beobachten. Wer sich die Zeit nimmt, ihre natürlichen Bedürfnisse zu verstehen und umzusetzen, schafft einen Teich, der ökologisch wertvoll und gleichzeitig ein spannendes Naturerlebnis darstellt.