Weißbindiger Mohrenfalter im Garten
Einrichtungsbeispiele mit Erebia ligea

Wissenswertes zu Erebia ligea (Weißbindige Mohrenfalter)
Der Weißbindige Mohrenfalter (Erebia ligea) gehört zur Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera) und zur Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Innerhalb dieser Familie zählt er zur Unterfamilie der Satyrfalter (Satyrinae), die für ihre meist braun gefärbten Flügel mit charakteristischen Augenflecken bekannt ist. Der Weißbindige Mohrenfalter ist eine typische Art kühler Wälder und gilt als guter Indikator für naturnahe Lebensräume.
Herkunft und Lebensraum
Das Verbreitungsgebiet reicht von Mittel- und Nordeuropa über Osteuropa bis nach Russland und Ostasien. In Deutschland kommt die Art vor allem in den Mittelgebirgen, den Alpen sowie in einigen größeren Waldgebieten vor. In vielen Regionen ist sie jedoch selten geworden.
Bevorzugt werden lichte Misch- und Nadelwälder, Waldränder, Waldwege sowie feuchte Lichtungen. Besonders wichtig sind Bereiche, in denen sich sonnige Stellen mit schattigen Abschnitten abwechseln. Die Raupen entwickeln sich auf verschiedenen Süßgräsern, weshalb grasreiche Waldstandorte für den Fortbestand der Art entscheidend sind.
Aussehen
Der Weißbindige Mohrenfalter erreicht eine Flügelspannweite von etwa 45 bis 55 Millimetern. Die Flügeloberseiten sind dunkelbraun bis fast schwarz und besitzen mehrere orangefarbene Flecken mit kleinen schwarzen Augenflecken. Namensgebend ist die auffällige weiße Binde auf der Unterseite der Hinterflügel, die den Falter deutlich von ähnlichen Mohrenfalter-Arten unterscheidet.
Die Weibchen sind meist etwas heller gefärbt und besitzen größere orangefarbene Bereiche als die Männchen. Die Flügelunterseiten bieten eine gute Tarnung, wenn der Falter mit geschlossenen Flügeln auf Baumrinde oder trockenem Laub sitzt.
Verhalten und Ernährung
Die erwachsenen Falter fliegen hauptsächlich von Juli bis August. Sie besuchen zahlreiche Blüten und ernähren sich vom Nektar verschiedener Pflanzen, darunter Disteln, Dost und Brombeeren. Daneben nehmen sie gelegentlich auch Mineralstoffe aus feuchtem Boden oder Baumsäften auf.
Die Raupen fressen überwiegend an verschiedenen Gräsern, beispielsweise an Schwingel- und Rispengras-Arten. Tagsüber ruhen die Falter häufig in der Vegetation oder auf Baumstämmen und werden vor allem bei sonnigem Wetter aktiv.
Fortpflanzung
Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier einzeln in Bodennähe zwischen Gräser oder auf abgestorbenes Pflanzenmaterial. Die Raupen schlüpfen nach kurzer Zeit und ernähren sich von Gräsern. Die Überwinterung erfolgt als junge Raupe. Im folgenden Frühjahr setzt sie ihre Entwicklung fort und verpuppt sich schließlich am Boden. Meist entwickelt sich pro Jahr nur eine Generation.
Nutzen
Der Weißbindige Mohrenfalter trägt als Bestäuber verschiedener Wildpflanzen zur Erhaltung artenreicher Waldlebensräume bei. Gleichzeitig dient er zahlreichen Vögeln, Spinnen und anderen Insektenfressern als Nahrung. Sein Vorkommen gilt als Hinweis auf naturnahe und strukturreiche Wälder.
Natürliche Feinde
Zu den natürlichen Feinden gehören insektenfressende Vögel, Spinnen, Raubwanzen und räuberische Käfer. Auch Schlupfwespen und Raupenfliegen können Raupen oder Puppen parasitieren. Wetterextreme und der Verlust geeigneter Waldlebensräume stellen zusätzliche Gefahren dar.
Schutzstatus
Der Weißbindige Mohrenfalter ist in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Regional gehen seine Bestände durch intensive Forstwirtschaft, die Beseitigung lichter Waldstrukturen und den Verlust geeigneter Lebensräume zurück. Der Erhalt naturnaher Wälder mit grasreichen Lichtungen ist für seinen Schutz von großer Bedeutung.
Deutsche und alternative Bezeichnungen
Die Bezeichnung Weißbindiger Mohrenfalter verweist auf die markante weiße Binde auf der Unterseite der Hinterflügel. Der wissenschaftliche Name Erebia ligea gehört zu einer artenreichen Gattung überwiegend montan lebender Schmetterlinge. Der Gattungsname Erebia leitet sich vermutlich von der griechischen Unterweltgöttin Erebos beziehungsweise der Dunkelheit ab und bezieht sich wahrscheinlich auf die überwiegend dunkle Flügelfärbung der Arten dieser Gattung.
Häufig gestellte Fragen
Ist der Weißbindige Mohrenfalter ein Tagfalter?
Ja. Der Weißbindige Mohrenfalter (Erebia ligea) gehört zu den Tagfaltern innerhalb der Familie der Edelfalter. Er zählt zur Unterfamilie der Satyrfalter und ist überwiegend an sonnigen Tagen aktiv.
Warum heißt die Art Weißbindiger Mohrenfalter?
Der deutsche Name bezieht sich auf die auffällige weiße Binde auf der Unterseite der Hinterflügel. Sie ist ein wichtiges Erkennungsmerkmal und unterscheidet die Art von vielen anderen Mohrenfaltern.
Wie groß wird der Weißbindige Mohrenfalter?
Die Flügelspannweite beträgt etwa 45 bis 55 Millimeter. Damit gehört er zu den mittelgroßen heimischen Tagfaltern.
Wo kommt der Weißbindige Mohrenfalter vor?
Die Art ist von Mittel- und Nordeuropa bis nach Ostasien verbreitet. In Deutschland lebt sie vor allem in den Mittelgebirgen, den Alpen und größeren naturnahen Waldgebieten.
Welche Lebensräume bevorzugt der Weißbindige Mohrenfalter?
Er besiedelt lichte Laub-, Misch- und Nadelwälder, Waldwege, Waldränder sowie grasreiche Lichtungen. Wichtig sind abwechslungsreiche Bereiche mit sonnigen und schattigen Abschnitten.
Wann fliegt der Weißbindige Mohrenfalter?
Die Flugzeit liegt überwiegend zwischen Juli und August. Je nach Höhenlage und Witterung kann sie leicht variieren.
Wovon ernähren sich die erwachsenen Falter?
Die Falter saugen Nektar an verschiedenen Blütenpflanzen, darunter Disteln, Dost und Brombeeren. Außerdem nehmen sie gelegentlich Mineralstoffe aus feuchtem Boden oder austretenden Pflanzensäften auf.
Was fressen die Raupen?
Die Raupen ernähren sich von verschiedenen Süßgräsern, unter anderem von Schwingel- und Rispengräsern.
Wie überwintert der Weißbindige Mohrenfalter?
Die Art überwintert als junge Raupe. Im Frühjahr setzt sie ihre Entwicklung fort, bevor sie sich verpuppt und im Sommer als Falter schlüpft.
Ist der Weißbindige Mohrenfalter selten?
Seine Bestände sind regional unterschiedlich. In geeigneten Lebensräumen kann er noch regelmäßig vorkommen, insgesamt gilt er jedoch vielerorts als deutlich seltener als früher. Der Verlust naturnaher Waldlebensräume trägt zu diesem Rückgang bei.
Kann man den Weißbindigen Mohrenfalter im Garten fördern?
Nur bedingt. Da die Art auf naturnahe Waldlebensräume angewiesen ist, sind Gärten meist kein geeigneter Lebensraum. Naturbelassene Bereiche mit heimischen Gräsern und blütenreichen Pflanzen können den Faltern jedoch als Nahrungsquelle dienen, wenn sich geeignete Lebensräume in der Umgebung befinden.
Wodurch lässt sich der Weißbindige Mohrenfalter von ähnlichen Arten unterscheiden?
Das sicherste Erkennungsmerkmal ist die breite weiße Binde auf der Unterseite der Hinterflügel. Zusammen mit den orangefarbenen Augenflecken auf den Flügeln ermöglicht sie eine vergleichsweise sichere Bestimmung gegenüber anderen Mohrenfalter-Arten.