Pelophylax ridibundus im Gartenteich
Einrichtungsbeispiele mit Seefrosch

Wissenswertes zu Pelophylax ridibundus (Seefrosch)
Der Seefrosch, wissenschaftlich als Pelophylax ridibundus bekannt, gehört zu den faszinierendsten Amphibien Europas und ist ein beliebter Bewohner von naturnah gestalteten Gartenteichen. Seine ansprechende Erscheinung, sein interessantes Verhalten und seine relativ unkomplizierte Haltung machen ihn zu einem idealen Tier für Teichliebhaber, die eine lebendige, ökologische Komponente in ihrem Garten integrieren möchten.
Herkunft und natürliche Verbreitung
Der Seefrosch ist in weiten Teilen Europas verbreitet und reicht von Westeuropa bis nach Westsibirien. In Deutschland ist er in nahezu allen Regionen zu finden, insbesondere in Flachlandbereichen, in denen geeignete Gewässer vorhanden sind. Ursprünglich stammt er aus Mittel- und Osteuropa, hat sich aber aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit in vielen Habitaten etabliert.
Seefrösche bevorzugen stehende und langsam fließende Gewässer, wobei sie sowohl Süßwasserteiche als auch kleine Seen, Teiche und Kanäle besiedeln. In urbanen und suburbanen Bereichen können sie sich ebenfalls ansiedeln, sofern naturnahe Strukturen wie Schilf- und Ufervegetation vorhanden sind.
Natürlicher Lebensraum
Der natürliche Lebensraum des Seefrosches ist durch flache, vegetationsreiche Gewässer gekennzeichnet. Sie benötigen sowohl Wasserflächen als auch trockene, geschützte Bereiche am Ufer. Flache Uferzonen bieten ideale Bedingungen für die Eiablage, während dichtes Unterwassergrün Schutz vor Fressfeinden wie Vögeln oder größeren Fischen bietet.
Seefrösche sind häufig in Gemeinschaft mit anderen Amphibienarten anzutreffen, insbesondere mit Grasfröschen und Wasserfröschen anderer Unterarten. Sie bevorzugen Gewässer mit guter Wasserqualität, ausreichender Sauerstoffversorgung und geringer Strömung.
Gattung und Familie
Pelophylax ridibundus gehört zur Familie der echten Frösche, den Ranidae. Innerhalb der Familie wird die Art der Gattung Pelophylax zugeordnet, die vor allem in Europa und Asien verbreitet ist. Die Gattung umfasst mehrere Arten, die sich in Größe, Färbung und Lebensweise unterscheiden, darunter der Teichfrosch und der Moorfrosch.
Die Zugehörigkeit zur Familie der Ranidae macht den Seefrosch zu einem typischen Vertreter der Wasserfrösche mit kräftigen Hinterbeinen, glatter Haut und einer ausgeprägten Schwimmfähigkeit. Die evolutionäre Anpassung an aquatische Lebensräume zeigt sich besonders in der Fortbewegung, der Ernährung und der Fortpflanzung.
Beschreibung der Art
Seefrösche sind mittelgroße bis große Frösche mit einer Körperlänge von etwa 6 bis 10 Zentimetern bei den Männchen und bis zu 12 Zentimetern bei den Weibchen. Sie besitzen eine glatte, feuchte Haut, die in unterschiedlichen Grüntönen erscheinen kann, oft gesprenkelt mit dunklen Flecken.
Die Unterseite ist heller, oft cremefarben bis gelblich. Besonders markant sind die ausgeprägten Trommelfelle an den Seiten des Kopfes, die deutlich sichtbar sind und für die akustische Kommunikation während der Paarungszeit wichtig sind. Die Augen sind groß und hervorstehend, wodurch der Frosch eine gute Rundumsicht hat.
Aussehen
Das Erscheinungsbild des Seefrosches variiert stark je nach Lebensraum und Alter. Die Grundfarbe reicht von hellgrün über oliv bis bräunlich, häufig begleitet von dunklen Flecken oder unregelmäßigen Mustern. Diese Färbung dient der Tarnung im Schilf und zwischen Wasserpflanzen.
Die Beine sind kräftig und lang, mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen ausgestattet, die effizientes Springen und Schwimmen ermöglichen. Die Männchen haben während der Paarungszeit oft dunkel gefärbte Kehlsäcke, die sie beim Rufen aufblähen, um Weibchen anzulocken.
Verhalten
Seefrösche sind tag- und nachtaktiv, wobei sie während heißer Sommerperioden häufig in den Morgen- oder Abendstunden aktiv sind. Sie sind hervorragende Schwimmer, verbringen aber auch viel Zeit an Land oder auf Ufervegetation.
Die Rufe der Männchen dienen der Revierabgrenzung und der Partnersuche. Sie können eine Vielzahl von Lauten erzeugen, die von tiefen Brummtönen bis zu hohen Quaklauten reichen. Seefrösche zeigen ein ausgeprägtes Territorialverhalten während der Fortpflanzungszeit, wobei Männchen andere Männchen von ihren Revierbereichen fernhalten.
Haltung im Gartenteich
Die Haltung von Seefröschen im Gartenteich ist vergleichsweise unkompliziert, wenn einige Grundbedingungen erfüllt sind. Wichtig ist ein naturnaher Teich mit flachen Uferbereichen, Unterwasserpflanzen und einer ausreichenden Wasserfläche. Die Wasserqualität sollte sauber und sauerstoffreich sein, idealerweise mit minimalem Fischbesatz, da Fische die Kaulquappen gefährden können.
Seefrösche benötigen Versteckmöglichkeiten wie Steinaufbauten, Wurzeln, Teichkanten mit Pflanzen oder künstliche Unterschlüpfe. Auch ein leichter Zugang zu Landbereichen ist sinnvoll, um den Fröschen Trocknungsphasen und Sonnenplätze zu bieten.
Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Seefrösche sind an gemäßigte Klimazonen angepasst. Optimal sind Wassertemperaturen zwischen 15 und 25 Grad Celsius im Sommer. Im Winter benötigen sie Ruhephasen, idealerweise bei Wassertemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, um den natürlichen Winterzustand zu simulieren.
Die Luftfeuchtigkeit am Teich sollte hoch sein, da die Haut der Frösche Feuchtigkeit benötigt, um Austrocknung zu vermeiden. Eine hohe Luftfeuchtigkeit wird durch eine naturnahe Bepflanzung und stehende Wasserflächen automatisch gefördert.
Fütterung
Seefrösche sind räuberische Allesfresser. Ihre Nahrung besteht aus Insekten, Spinnen, Würmern, Schnecken und kleinen Wasserorganismen. Im Gartenteich können sie auf natürliche Weise gefüttert werden, indem man ein artenreiches Umfeld mit Insektenpopulationen schafft.
Bei handaufgezogener Haltung oder in kleineren Teichen kann zusätzlich Lebendfutter wie Mückenlarven, Heimchen oder kleine Wasserinsekten angeboten werden. Die Fütterung sollte mehrmals wöchentlich erfolgen, wobei die Menge an die Größe und das Alter der Frösche angepasst wird.
Giftigkeit
Seefrösche sind für Menschen ungefährlich. Sie besitzen keine nennenswerten Toxine, die gesundheitliche Risiken darstellen. Ihre Hautsekrete dienen lediglich als Schutz vor Pilzbefall und Fressfeinden, sind aber nicht giftig für Menschen oder größere Tiere.
Vermehrung und Zucht
Die Fortpflanzung erfolgt in der Regel im Frühjahr, sobald die Wassertemperaturen steigen. Männchen rufen, um Weibchen anzulocken, und paaren sich durch äußere Befruchtung. Die Weibchen legen mehrere hundert bis tausend Eier in flachen Wasserbereichen ab, die an Wasserpflanzen oder Steinen haften.
Die Kaulquappen schlüpfen nach einigen Tagen bis Wochen und durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien, bevor sie als Jungfrösche das Wasser verlassen. Die Zucht im Gartenteich ist möglich, erfordert aber eine naturnahe Gestaltung, ausreichend Versteckmöglichkeiten und sauberes Wasser.
Mögliche Krankheiten
Seefrösche können wie andere Amphibien unter Hautpilzen, Bakterieninfektionen oder Parasiten leiden. In Teichen mit stagnierendem Wasser oder zu hoher Besatzdichte steigt das Risiko. Beobachtbare Symptome sind Hautveränderungen, lethargisches Verhalten oder Auffälligkeiten beim Fressen.
Regelmäßige Kontrolle der Wasserqualität, naturnahe Bepflanzung und das Vermeiden von Überbesatz tragen entscheidend zur Gesundheit der Tiere bei. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt zudem das Immunsystem der Frösche.
Alternative Bezeichnungen
Der Seefrosch wird auch als Wasserschwanzfrosch, Großfrösche oder regional als Teichfrosch bezeichnet. Diese Bezeichnungen variieren, beschreiben aber zumeist denselben Frosch, der durch seine große Körpergröße und das grünliche Erscheinungsbild auffällt.
Häufig gestellte Fragen
Kann man Seefrösche das ganze Jahr im Gartenteich halten?
Ja, solange der Teich tief genug ist, um im Winter ein Eisfreies Milieu zu gewährleisten, und die Tiere Zugang zu Landbereichen haben.
Fressen Seefrösche andere Gartentiere?
Ja, sie fressen Insekten, Spinnen und kleinere Wirbellose, schaden aber keinen größeren Pflanzen oder Haustieren.
Wie erkennt man ein männliches von einem weiblichen Seefrosch?
Männchen sind in der Paarungszeit an den dunklen Kehlsäcken erkennbar, meist kleiner und schlanker als die Weibchen.
Wie kann man die Vermehrung im Teich fördern?
Flache Uferzonen, dichter Pflanzenbewuchs und sauberes Wasser schaffen ideale Bedingungen für die Eiablage.
Fazit
Der Seefrosch ist ein faszinierender und nützlicher Bewohner für naturnahe Gartenteiche. Er bereichert den Teich mit lebendigem Verhalten, natürlicher Schädlingsregulation und einer hohen Beobachtungsfreude. Wer die Bedingungen für Wasserqualität, Versteckmöglichkeiten, Nahrung und Winterruhe berücksichtigt, kann das Leben dieser Amphibien langfristig fördern und den Teich zu einem lebendigen, ökologischen Biotop entwickeln.
Die Kombination aus einfacher Haltung, interessanten Verhaltensweisen und attraktiver Erscheinung macht den Seefrosch zu einer idealen Wahl für Teichbesitzer, die ihrem Garten ökologische Vielfalt und lebendige Natur verleihen möchten. Die Beobachtung der Frösche bietet spannende Einblicke in das Verhalten und die Fortpflanzung von Amphibien, ohne dass besondere Vorkenntnisse nötig sind. Mit der richtigen Pflege und einem naturnahen Lebensraum kann der Seefrosch über viele Jahre hinweg ein wertvoller Bestandteil eines Gartenteiches werden.