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Pelophylax lessonae im Gartenteich

Einrichtungsbeispiele mit Kleiner Wasserfrosch

Lesezeit: ca. 8 Minuten
Pelophylax lessonae im Gartenteich (Einrichtungsbeispiele mit Kleiner Wasserfrosch)
Pelophylax lessonae (Kleiner Wasserfrosch)

Wissenswertes zu Pelophylax lessonae (Kleiner Wasserfrosch)

Der Kleine Wasserfrosch, wissenschaftlich als Pelophylax lessonae bekannt, ist eine faszinierende Amphibienart, die bei Gartenteichliebhabern immer beliebter wird. Aufgrund seiner lebhaften Erscheinung, seines interessanten Verhaltens und seiner Anpassungsfähigkeit an heimische Gewässer ist der Kleine Wasserfrosch eine Bereicherung für jeden naturnah gestalteten Teich.

Herkunft und Verbreitung

Pelophylax lessonae ist in weiten Teilen Europas heimisch. Ursprünglich stammt diese Art aus den gemäßigten Zonen Mitteleuropas, insbesondere aus Deutschland, Polen, Frankreich, Italien und der Schweiz. Sie ist eng mit den europäischen Sumpf- und Wasserlandschaften verbunden und hat sich über Jahrtausende an Teiche, kleine Seen und langsam fließende Gewässer angepasst. Historisch gesehen war der Kleine Wasserfrosch vor allem in naturnahen Feuchtgebieten weit verbreitet, doch die zunehmende Zerstörung von Lebensräumen hat ihn in manchen Regionen seltener gemacht. Heute gilt er in weiten Teilen Mitteleuropas als häufiger Bewohner von Gartenteichen, Stillgewässern und flachen Uferbereichen.

Natürlicher Lebensraum

Der natürliche Lebensraum von Pelophylax lessonae umfasst stehende und langsam fließende Gewässer mit sauberem Wasser, üppiger Unterwasservegetation und flachen Uferbereichen. Teiche, Weiher, kleine Seen und verlandende Flussarme bieten ideale Bedingungen. Diese Amphibien bevorzugen Gewässer, die reich an Wasserpflanzen sind, da diese Schutz und Versteckmöglichkeiten bieten. Flache, sonnenexponierte Bereiche sind besonders wichtig, da Frösche aufwärmen und ihre Aktivität regulieren. Gleichzeitig sollte es tiefere Zonen geben, in die sie sich bei Gefahr oder zur Überwinterung zurückziehen können. Auch angrenzende Wiesen, Feuchtgebiete und strukturreiche Uferzonen sind von Bedeutung, da die Tiere außerhalb der Laichzeit oft auf Nahrungssuche im direkten Umfeld des Wassers gehen.

Gattung und Familie

Pelophylax lessonae gehört zur Familie der echten Frösche, den Ranidae. Innerhalb dieser Familie ist die Gattung Pelophylax eine der bekanntesten europäischen Wasserfroscharten. Ranidae zeichnen sich durch ihre langgestreckten Hinterbeine, kräftige Sprungfähigkeit und ihre starke Anpassung an aquatische Lebensräume aus. Die Gattung Pelophylax ist dabei besonders interessant, da sie komplexe Hybridisierungen mit anderen Wasserfroscharten wie Pelophylax ridibundus eingeht, was die genetische Vielfalt und Anpassungsfähigkeit dieser Amphibiengruppe unterstreicht.

Beschreibung der Art und Aussehen

Der Kleine Wasserfrosch ist ein mittelgroßer Frosch, der ausgewachsen eine Länge von etwa vier bis sieben Zentimetern erreicht. Männchen bleiben in der Regel kleiner als die weiblichen Tiere. Die Färbung ist variabel, meist in Grüntönen, von hellgrün bis oliv, oft mit dunklen Flecken oder unregelmäßigen Mustern. Der Rücken kann braune oder olivfarbene Punkte tragen, während die Flanken und Beine häufig mit helleren Streifen oder Bändern akzentuiert sind.

Die Unterseite ist meist hell, cremefarben bis gelblich. Charakteristisch für Pelophylax lessonae sind die ausgeprägten Hinterbeine, die mit kräftigen Schwimmhäuten ausgestattet sind. Die Augen sind groß und seitlich angeordnet, mit horizontalen Pupillen, wodurch der Frosch eine ausgezeichnete Rundumsicht hat. Männchen besitzen während der Paarungszeit dunkle Schallblasen an der Kehle, die beim Rufen sichtbar anschwellen.

Verhalten

Der Kleine Wasserfrosch ist tag- und dämmerungsaktiv. Besonders in den Morgen- und Abendstunden ist er bei der Nahrungssuche aktiv. Er ernährt sich überwiegend von Insekten, kleinen Krebstieren, Schnecken und gelegentlich von Amphibienlarven. Pelophylax lessonae ist ein exzellenter Springer und Schwimmer, der sich bei Gefahr blitzschnell ins Wasser zurückzieht.

Die Art ist territorial, insbesondere während der Fortpflanzungszeit. Männchen besetzen bevorzugte Rufeplätze an Ufern oder zwischen Pflanzen und locken Weibchen durch charakteristisches Quaken an. Außerhalb der Paarungszeit halten sich die Tiere meist in Verstecken zwischen Pflanzen, Steinen oder Uferbewuchs auf, wo sie sich vor Fressfeinden schützen können.

Haltung im Gartenteich

Pelophylax lessonae kann in naturnah gestalteten Gartenteichen erfolgreich gehalten werden. Wichtig ist, dass der Teich ausreichend Größe, flache Bereiche, Versteckmöglichkeiten und Wasserpflanzen bietet. Ein Teich mit einem Volumen von mindestens 500 Litern und flachen Zonen von 20 bis 40 Zentimetern Tiefe eignet sich gut, um den Fröschen ausreichend Lebensraum zu bieten.

Pflanzen wie Rohrkolben, Schilf, Seerosen und Unterwasservegetation dienen nicht nur als Versteck, sondern auch als Laichplatz. Steine, Totholz und flache Uferbereiche ermöglichen es den Fröschen, sich zu sonnen und den Teich zu verlassen, wenn sie Nahrung suchen. Ein Teich mit minimalem Fischbesatz ist ideal, da größere Fische Frösche und Kaulquappen fressen könnten.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Pelophylax lessonae ist an gemäßigte Temperaturen angepasst. Im Sommer sind Wassertemperaturen zwischen 18 und 25 Grad optimal. Die Tiere tolerieren kurzfristig auch höhere Temperaturen, sollten jedoch immer Zugang zu kühleren Bereichen haben. Im Winter überstehen die Frösche kühle Temperaturen, wenn der Teich frostfrei bleibt oder sie sich in Schlamm und Pflanzenmaterial zurückziehen können.

Die Luftfeuchtigkeit sollte in der Umgebung des Teiches hoch sein, da Amphibien über die Haut atmen und eine feuchte Umgebung für Gesundheit und Aktivität wichtig ist. Pflanzen, Steine und Mulchzonen am Ufer helfen, die Luftfeuchtigkeit zu stabilisieren und Mikroklimate zu schaffen, die den Fröschen zugutekommen.

Fütterung

In einem naturnahen Gartenteich ernähren sich die Frösche überwiegend von selbst gefangenen Insekten und Kleintieren. Typische Beutetiere sind Mücken, Libellenlarven, kleine Schnecken, Würmer und gelegentlich Kaulquappen anderer Amphibien. In Gefangenschaft oder stark kontrollierten Teichen können Frösche zusätzlich mit Lebendfutter wie Mehlwürmern, Drosophila oder kleinen Wasserinsekten ergänzt werden.

Pelophylax lessonae nimmt in der Regel kein trockenes Futter an. Die Fütterung sollte abwechslungsreich sein und nur so viel angeboten werden, wie innerhalb weniger Minuten aufgenommen wird, um Wasserbelastungen zu vermeiden. Eine regelmäßige Kontrolle der Wasserqualität ist in diesem Zusammenhang ebenfalls wichtig.

Giftigkeit

Der Kleine Wasserfrosch ist für Menschen ungefährlich. Er besitzt keine giftigen Drüsen wie manche exotischen Amphibienarten. Allerdings kann seine Haut leicht Schleim absondern, der empfindliche Hände reizen kann, weshalb ein vorsichtiges Anfassen empfohlen wird. Händewaschen nach Kontakt ist ausreichend, um eventuelle Reizungen zu vermeiden. Haustiere oder Kinder sind durch Pelophylax lessonae in der Regel nicht gefährdet.

Vermehrung und Zucht

Die Fortpflanzung von Pelophylax lessonae beginnt im Frühjahr, sobald die Wassertemperaturen über 10 Grad steigen. Männchen rufen aktiv, um Weibchen anzulocken, meist in flachen, gut bewachsenen Bereichen des Teiches. Nach der Paarung legt das Weibchen Eier in dichten Klumpen ab, die an Wasserpflanzen oder am Teichboden haften.

Die Kaulquappen schlüpfen nach wenigen Tagen bis Wochen, abhängig von Wassertemperatur und Nahrungsverfügbarkeit. Sie durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien, bevor sie nach etwa zwei bis drei Monaten als kleine Frösche an Land gehen. Eine naturnahe Umgebung mit ausreichend Pflanzenschutz und wenig Fischbesatz unterstützt eine erfolgreiche Zucht.

Mögliche Krankheiten

Pelophylax lessonae ist relativ robust, kann jedoch unter bestimmten Bedingungen krank werden. Häufige Probleme entstehen durch schlechte Wasserqualität, Überbesatz, zu wenig Verstecke oder extreme Temperaturen. Pilzinfektionen, bakterielle Erkrankungen und Hautparasiten können auftreten, besonders wenn die Tiere geschwächt sind.

Vorbeugend sind saubere Teiche, natürliche Filtration durch Pflanzen, ausreichend Verstecke und eine ausgewogene Population wichtig. Erkrankte Tiere sollten isoliert und im Bedarfsfall von einem erfahrenen Amphibienpfleger oder Tierarzt behandelt werden.

Alternative Bezeichnungen

Pelophylax lessonae (Syn.: Rana lessonae) ist auch als Kleiner Wasserfrosch, Grünfrosch der gemäßigten Zonen oder einfach Wasserfrosch bekannt. In manchen Regionen wird er von Laien fälschlicherweise als Grasfrosch bezeichnet, obwohl dieser wissenschaftlich eine andere Art darstellt.

Häufig gestellte Fragen

Kann Pelophylax lessonae mit Fischen im Teich gehalten werden?

Ja, aber nur mit kleinen, nicht räuberischen Arten. Große Karpfen oder andere Fische können Kaulquappen und Frösche fressen.

Wie erkenne ich ein Männchen vom Weibchen?

Männchen sind kleiner, besitzen während der Paarungszeit Schallblasen an der Kehle und quaken aktiv, während Weibchen ruhiger sind.

Brauchen die Frösche spezielle Pflanzen?

Nein, aber dichte Unterwasservegetation wie Rohrkolben oder Wasserlinsen erleichtert Laichablage und Schutz.

Überwintern die Frösche im Teich?

Ja, sie ziehen sich in den Schlamm oder unter Pflanzenmaterial zurück und überstehen Frostperioden inaktiv.

Wie oft füttere ich sie?

In naturnahen Teichen finden die Tiere selbst Nahrung. Bei Zusatzfütterung ein- bis zweimal pro Woche reicht.

Fazit

Pelophylax lessonae ist eine ideale Art für den naturnahen Gartenteich. Mit seiner ansprechenden Erscheinung, interessanten Verhaltensweisen und geringen Ansprüchen bereichert er die Teichbiologie auf vielfältige Weise. Die Beobachtung beim Sonnen, Schwimmen und Rufen bietet ein Stück naturnahe Unterhaltung im eigenen Garten. Voraussetzung für eine erfolgreiche Haltung sind ausreichend Platz, Pflanzen, flache Zonen, sauberes Wasser und die Beachtung natürlicher Lebensraumbedingungen. Mit etwas Pflege und Aufmerksamkeit lassen sich Frösche über Jahre hinweg beobachten und fördern, wodurch sie einen wertvollen Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht im Gartenteich leisten. Wer sich auf die Bedürfnisse von Pelophylax lessonae einlässt, wird schnell feststellen, wie faszinierend und lehrreich diese Amphibienart ist und wie viel Freude sie in naturnah gestalteten Teichanlagen bereiten kann.