Chaetopelma olivaceum
Einrichtungsbeispiele mit Olivgrüne Vogelspinne

Wissenswertes zu Chaetopelma olivaceum (Olivgrüne Vogelspinne)
Chaetopelma olivaceum (Olivgrüne Vogelspinne) gehört zu den eher selten gepflegten Vogelspinnenarten und wird von Terrarianern geschätzt, die sich für robuste, naturnah zu haltende Arten aus dem Nahen Osten interessieren. Im Vergleich zu den bekannteren Vogelspinnen aus Südamerika oder Asien ist diese Art deutlich seltener im Handel vertreten. Gerade dadurch besitzt sie für erfahrene Halter einen besonderen Reiz.
Die Art zeichnet sich durch ihre eher unauffällige, aber elegante Färbung, ihre kräftige Statur und ihre interessante Lebensweise aus. Sie verbringt einen großen Teil ihres Lebens in selbst angelegten Erdröhren oder unter Steinen und zeigt vor allem in den Abend- und Nachtstunden Aktivität. Mit einer gut strukturierten Einrichtung lässt sich dieses natürliche Verhalten auch im Terrarium hervorragend beobachten.
Da Chaetopelma olivaceum vergleichsweise trocken gehalten wird und keine extremen Haltungsbedingungen benötigt, gilt sie grundsätzlich als pflegeleicht. Dennoch sollten ihre natürlichen Ansprüche berücksichtigt werden, damit sie ein langes und gesundes Leben führen kann.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Chaetopelma olivaceum |
| Deutsche Bezeichnung | Olivgrüne Vogelspinne |
| Familie | Theraphosidae |
| Gattung | Chaetopelma |
| Herkunft | Türkei, Syrien und angrenzende Regionen |
| Lebensraum | Trockene Steppen, Buschlandschaften, felsige Hänge |
| Lebensweise | Bodenbewohnend |
| Aktivität | Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv |
| Endgröße | Etwa 14 bis 17 cm Beinspannweite |
| Lebenserwartung Weibchen | Bis etwa 20 Jahre |
| Lebenserwartung Männchen | Etwa 4 bis 6 Jahre |
| Schwierigkeitsgrad | Für fortgeschrittene Anfänger bis erfahrene Halter
geeignet |
Herkunft
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Chaetopelma olivaceum liegt im östlichen Mittelmeerraum. Besonders häufig wird die Art in der südlichen Türkei sowie in Syrien nachgewiesen. Einzelne Populationen kommen außerdem in angrenzenden Regionen vor.
Das Klima dieser Gebiete ist durch warme bis heiße Sommer und vergleichsweise milde Winter geprägt. Niederschläge fallen überwiegend in den Wintermonaten, während die Sommer häufig trocken verlaufen. Diese klimatischen Bedingungen haben die Vogelspinne hervorragend an wechselnde Feuchtigkeit angepasst.
In ihrem natürlichen Lebensraum nutzt Chaetopelma olivaceum geschützte Bereiche unter Felsen, zwischen Wurzeln oder in selbst gegrabenen Erdbauen. Diese Rückzugsorte bieten Schutz vor Hitze, Fressfeinden und Austrocknung.
Natürlicher Lebensraum
Die Art bevorzugt trockene bis mäßig feuchte Landschaften mit lockerem Boden. Typische Lebensräume sind steinige Hügel, lichte Wälder, Buschland sowie Halbwüsten und Steppen.
Tagsüber bleibt die Vogelspinne meist verborgen. Ihre Wohnröhre kann erstaunlich tief sein und wird häufig mit Gespinst ausgekleidet, wodurch der Boden stabilisiert wird. Der Eingang wird teilweise mit Erde oder Pflanzenmaterial getarnt.
Nach Sonnenuntergang verlässt Chaetopelma olivaceum ihren Bau, um auf Beutefang zu gehen. Dabei entfernt sie sich meist nur wenige Zentimeter bis maximal einige Dezimeter vom Eingang ihrer Wohnröhre.
Diese versteckte Lebensweise macht sie hervorragend an ein Leben in trockenen Regionen angepasst, in denen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht erheblich sein können.
Gattung und Familie
Chaetopelma gehört zur Familie der Theraphosidae, den Vogelspinnen. Innerhalb dieser Familie bildet die Gattung eine vergleichsweise kleine Gruppe bodenbewohnender Arten aus dem Nahen Osten und dem östlichen Mittelmeerraum.
Die Arten dieser Gattung besitzen mehrere gemeinsame Merkmale:
- kräftigen Körperbau
- gut entwickelte Grabfähigkeiten
- eher unauffällige Erdfärbungen
- vergleichsweise ruhiges Verhalten
- Anpassung an trockene Standorte
Chaetopelma olivaceum zählt zu den bekanntesten Vertretern der Gattung und wird deshalb am häufigsten in Terrarien gepflegt.
Beschreibung der Art
Chaetopelma olivaceum besitzt den für bodenbewohnende Vogelspinnen typischen gedrungenen Körperbau. Der Carapax wirkt breit und kräftig, während das Abdomen dicht behaart ist.
Die Tiere erreichen eine Beinspannweite von etwa 14 bis 17 Zentimetern. Weibchen werden deutlich massiger und langlebiger als Männchen.
Im Gegensatz zu vielen farbenprächtigen Vogelspinnen lebt diese Art von ihrer dezenten Eleganz. Die natürliche Tarnfärbung ermöglicht eine nahezu perfekte Anpassung an steinige Böden und trockene Erde.
Die kräftigen Grabbeine zeigen deutlich, dass die Art hervorragend an das Anlegen von Wohnröhren angepasst ist. Mit erstaunlicher Geschwindigkeit kann sie größere Mengen Substrat bewegen.
Aussehen
Die Färbung variiert je nach Herkunft und Alter der Tiere leicht.
Typisch sind:
- olivbraune bis graubraune Grundfarbe
- leicht metallischer Schimmer
- dunklere Beine
- heller brauner Carapax
- fein behaartes Abdomen
Frisch gehäutete Tiere wirken meist deutlich kontrastreicher und zeigen einen intensiveren Farbton. Erst mit zunehmendem Alter dunkelt die Färbung wieder etwas nach.
Die Augen sitzen wie bei allen Vogelspinnen auf einem erhöhten Augenhügel und dienen hauptsächlich der Hell-Dunkel-Wahrnehmung. Die Orientierung erfolgt überwiegend über feine Sinneshaare, die selbst kleinste Erschütterungen registrieren.
Verhalten
Chaetopelma olivaceum gilt insgesamt als eher ruhige Vogelspinne. Dennoch handelt es sich keineswegs um eine Art, die regelmäßig außerhalb ihres Verstecks sitzt.
Die Tiere verbringen viel Zeit in ihrer Wohnröhre und zeigen sich meist erst nach Einbruch der Dämmerung. Wer diese Art hält, sollte daher Freude an einer naturnahen Beobachtung haben und nicht erwarten, dass die Vogelspinne ständig sichtbar ist.
Bei Störungen zieht sie sich zunächst zurück. Erst wenn eine Flucht nicht mehr möglich ist, nimmt sie eine typische Drohhaltung ein.
Hektische Bewegungen sind eher selten, dennoch kann die Art bei Bedarf überraschend schnell laufen.
Experten-Tipp: Wer die natürliche Aktivität von Chaetopelma olivaceum beobachten möchte, sollte das Terrarium am Abend nur mit einer schwachen Raumbeleuchtung kontrollieren. Helles Licht führt häufig dazu, dass sich die Tiere sofort wieder in ihren Bau zurückziehen.
Haltung im Terrarium
Die Haltung gilt als unkompliziert, sofern ausreichend grabfähiges Bodensubstrat vorhanden ist.
Für ein einzelnes adultes Tier eignet sich ein Terrarium ab etwa 40 × 30 × 30 Zentimetern. Größere Becken bieten zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten und ermöglichen ein natürlicheres Verhalten.
Als Bodengrund eignet sich eine Mischung aus:
- grabfähiger Terrarienerde
- Lehm
- Sand
Die Substratschicht sollte mindestens 15 bis 20 Zentimeter hoch sein. Noch größere Bodentiefen werden von den Tieren gerne angenommen.
Zur Einrichtung gehören:
- Korkröhren
- größere Steine
- Wurzelstücke
- trockenheitsverträgliche Pflanzen
- Laubschicht
Steine müssen stets direkt auf dem Terrarienboden aufliegen und dürfen niemals auf lockerem Substrat stehen. Andernfalls können grabende Tiere untergrabene Dekorationen zum Einsturz bringen.
Eine gute Belüftung verhindert dauerhaft zu hohe Luftfeuchtigkeit und reduziert das Risiko von Schimmelbildung.
Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Die klimatischen Bedingungen orientieren sich an den natürlichen Lebensräumen.
Tagsüber sind Temperaturen zwischen 24 und 28 Grad Celsius ideal. Nachts darf die Temperatur problemlos auf etwa 20 bis 22 Grad Celsius absinken.
Kurzfristig werden auch etwas höhere Temperaturen vertragen, dauerhaft sollten jedoch Werte über 30 Grad vermieden werden.
Die Luftfeuchtigkeit sollte überwiegend zwischen 50 und 65 Prozent liegen. Einzelne leicht feuchtere Bereiche im Bodengrund reichen vollkommen aus.
Das Substrat darf im unteren Bereich leicht feucht bleiben, während die Oberfläche weitgehend trocken sein sollte. Dadurch entstehen unterschiedliche Feuchtigkeitszonen, die das Tier je nach Bedarf nutzen kann.
Eine flache Wasserschale gehört dauerhaft zur Grundausstattung.
Fütterung
Chaetopelma olivaceum ernährt sich ausschließlich räuberisch.
Geeignete Futtertiere sind unter anderem:
- Heimchen
- Grillen
- Schaben
- Heuschrecken
- gelegentlich Zophobas
Die Größe der Futtertiere sollte stets an die Körpergröße der Vogelspinne angepasst werden.
Adulte Tiere benötigen meist nur alle ein bis zwei Wochen Nahrung. Jungtiere wachsen deutlich schneller und werden entsprechend häufiger gefüttert.
Nicht gefressene Futtertiere sollten spätestens nach einem Tag entfernt werden. Während der Häutung können frei laufende Insekten die Vogelspinne erheblich verletzen.
Überfütterung führt häufig zu einem stark vergrößerten Abdomen und erhöht langfristig das Risiko von Verletzungen.
Giftigkeit
Wie alle Vogelspinnen verfügt auch Chaetopelma olivaceum über Giftdrüsen.
Für gesunde Erwachsene gilt das Gift im Allgemeinen nicht als lebensbedrohlich. Ein Biss kann jedoch schmerzhaft sein und lokale Beschwerden wie Schwellungen, Rötungen oder Muskelbeschwerden verursachen.
Personen mit Allergien können empfindlicher reagieren.
Zusätzlich besitzt die Art Brennhaare auf dem Abdomen. Diese werden bei Gefahr abgestreift und können Hautreizungen oder Entzündungen der Schleimhäute verursachen.
Direkter Hautkontakt sowie das Einatmen der Brennhaare sollten deshalb vermieden werden.
Ein regelmäßiges Handling ist weder notwendig noch empfehlenswert.
Vermehrung und Zucht
Die Nachzucht gelingt erfahrenen Haltern regelmäßig.
Voraussetzung sind geschlechtsreife Tiere in gutem Ernährungszustand.
Nach einer erfolgreichen Paarung legt das Weibchen mehrere Wochen später einen Kokon an, der sorgfältig bewacht wird.
Je nach Alter und Kondition können zahlreiche Eier enthalten sein.
Nach dem Schlupf verbleiben die Jungtiere zunächst im Kokon beziehungsweise im Wohnbau der Mutter.
Erst nach mehreren Entwicklungsstadien verlassen sie den Kokon und können anschließend getrennt aufgezogen werden.
Jungtiere wachsen anfangs vergleichsweise langsam, entwickeln sich bei gleichmäßiger Versorgung jedoch zuverlässig.
Experten-Tipp: Bei der Aufzucht junger Chaetopelma olivaceum lohnt es sich, den Bodengrund bereits früh ausreichend tief einzubringen. Jungspinnen, die von Anfang an graben können, zeigen häufig ein ruhigeres Verhalten und entwickeln ein natürlicheres Aktivitätsmuster.
Mögliche Krankheiten
Chaetopelma olivaceum gilt als widerstandsfähige Vogelspinne. Erkrankungen entstehen meist durch ungeeignete Haltungsbedingungen.
Zu den häufigsten Problemen zählen:
- Austrocknung
- Schimmelbildung
- Milbenbefall
- Verletzungen nach Stürzen
- Probleme während der Häutung
Eine zu dauerhaft feuchte Haltung kann Schimmel und bakterielle Belastungen fördern.
Stürze stellen für Vogelspinnen generell ein erhebliches Risiko dar. Aufgrund ihres hohen Körpergewichts können bereits geringe Fallhöhen zum Aufplatzen des Hinterleibs führen.
Während der Häutung sollte das Tier keinesfalls gestört werden. Eine stabile Luftfeuchtigkeit im unteren Bodengrund sowie ausreichend Wasser unterstützen einen problemlosen Ablauf.
Ein gesundes Tier besitzt einen prallen Hinterleib, reagiert auf Beute und zeigt ein normales Grab- beziehungsweise Rückzugsverhalten.
Alternative Bezeichnungen
Obwohl Chaetopelma olivaceum vergleichsweise selten im Handel angeboten wird, existieren verschiedene Bezeichnungen.
Dazu gehören:
- Olivgrüne Vogelspinne
- Türkische Vogelspinne
- Syrische Vogelspinne
- Olive Tarantula
Im wissenschaftlichen Bereich wird nahezu ausschließlich der gültige Artname Chaetopelma olivaceum verwendet.
Häufig gestellte Fragen
Ist Chaetopelma olivaceum für Anfänger geeignet?
Grundsätzlich ja. Wer sich bereits mit den Grundlagen der Vogelspinnenhaltung beschäftigt hat und die grabende Lebensweise berücksichtigt, findet in dieser Art einen robusten Pflegling.
Wie groß wird Chaetopelma olivaceum?
Ausgewachsene Weibchen erreichen eine Beinspannweite von etwa 14 bis 17 Zentimetern.
Kann die Art gemeinsam gehalten werden?
Nein. Chaetopelma olivaceum sollte grundsätzlich einzeln gepflegt werden, da es sonst zu schweren Verletzungen oder Kannibalismus kommen kann.
Wie oft muss gefüttert werden?
Adulte Tiere benötigen meist alle ein bis zwei Wochen geeignete Futterinsekten. Jungtiere werden entsprechend häufiger gefüttert.
Muss das Terrarium täglich besprüht werden?
Nein. Eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit entspricht nicht den natürlichen Bedingungen. Wichtig sind ein leicht feuchter unterer Bodengrund und jederzeit frisches Wasser.
Wie alt wird die Art?
Weibchen können bei guter Haltung etwa 20 Jahre oder sogar etwas älter werden. Männchen leben nach Erreichen der Geschlechtsreife meist nur noch wenige Jahre.
Ist die Vogelspinne häufig sichtbar?
Nein. Da es sich um eine grabende Art handelt, verbringt sie einen Großteil ihres Lebens in ihrem Bau und zeigt sich überwiegend nachts.
Kann man Chaetopelma olivaceum auf die Hand nehmen?
Davon ist abzuraten. Zum Schutz des Tieres und des Halters sollte auf jegliches Handling verzichtet werden.
Fazit
Chaetopelma olivaceum zählt zu den interessantesten bodenbewohnenden Vogelspinnen aus dem Nahen Osten. Ihre ruhige Lebensweise, die ausgeprägte Grabaktivität und ihre natürliche Anpassung an trockene Lebensräume machen sie zu einer spannenden Art für Terrarianer, die authentisches Verhalten beobachten möchten. Zwar gehört sie nicht zu den auffällig gefärbten Vogelspinnen, doch gerade ihre dezente Erscheinung und ihre interessante Biologie verleihen ihr einen besonderen Reiz.
Mit einem ausreichend tiefen Bodengrund, einem gut strukturierten Terrarium sowie moderaten Temperaturen und einer eher trockenen Haltung lässt sich die Art langfristig erfolgreich pflegen. Wer ihre natürlichen Bedürfnisse berücksichtigt und auf unnötiges Handling verzichtet, wird viele Jahre Freude an einer robusten und faszinierenden Vogelspinne haben. Gerade für Halter, die sich intensiver mit bodenbewohnenden Arten beschäftigen möchten und eine weniger alltägliche Art suchen, stellt Chaetopelma olivaceum eine ausgezeichnete Wahl dar.