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Chilobrachys fimbriatus im Terrarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Westindische Vogelspinne

Chilobrachys fimbriatus im Terrarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Westindische Vogelspinne)
Chilobrachys fimbriatus (Westindische Vogelspinne) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: Dr. Raju Kasambe, Fimbriated Striated Burrowing Spider Chilobrachys fimbriatus by Dr. Raju Kasambe DSCN0866 04, CC BY-SA 4.0

Wissenswertes zu Chilobrachys fimbriatus (Westindische Vogelspinne)

Chilobrachys fimbriatus, im deutschsprachigen Raum oft als Westindische Vogelspinne bezeichnet, gehört zu den beeindruckendsten und zugleich anspruchsvolleren Vogelspinnenarten in der Terraristik. Diese Art fasziniert durch ihr intensives Farbspiel, ihr ausgeprägtes Grabverhalten und ihre enorme Schnelligkeit. Sie ist keine typische Einsteigerart, erfreut sich aber bei erfahrenen Haltern großer Beliebtheit.

Herkunft und natürlicher Lebensraum

Chilobrachys fimbriatus stammt aus Südasien, genauer gesagt aus Indien. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt hauptsächlich im westlichen und südlichen Teil des Landes, wobei sie sowohl in trockeneren als auch in feuchteren Regionen anzutreffen ist. Besonders häufig findet man sie in Waldgebieten, an Waldrändern sowie in buschreichen Landschaften mit lockerem, grabfähigem Boden.

In ihrem natürlichen Habitat lebt diese Vogelspinne überwiegend bodenbewohnend, gräbt aber komplexe Röhrensysteme, die oft mehrere Ausgänge besitzen. Diese Bauten dienen nicht nur als Rückzugsort, sondern auch als Schutz vor Fressfeinden und extremen Wetterbedingungen. Das Klima in diesen Regionen ist geprägt von warmen Temperaturen, saisonalen Regenzeiten und hoher Luftfeuchtigkeit, was direkte Auswirkungen auf die artgerechte Haltung im Terrarium hat.

Systematik: Gattung und Familie

Chilobrachys fimbriatus gehört zur:

  • Familie: Theraphosidae
  • Gattung: Chilobrachys

Die Familie der Theraphosidae umfasst alle sogenannten Vogelspinnen. Innerhalb dieser Familie ist die Gattung Chilobrachys für ihre sehr schnellen, oft defensiven und stark grabenden Arten bekannt. Viele Vertreter dieser Gattung stammen aus Süd- und Südostasien und teilen ähnliche Eigenschaften wie hohe Aggressionsbereitschaft bei Störung, starke Giftwirkung im Vergleich zu neuweltlichen Arten und ein ausgeprägtes Fluchtverhalten.

Beschreibung und allgemeines Verhalten

Chilobrachys fimbriatus ist eine ausgeprägt bodenbewohnende Vogelspinne mit starkem Hang zum Graben. Bereits kurz nach dem Einsetzen ins Terrarium beginnt sie damit, den Bodengrund umzugestalten und komplexe Wohnröhren anzulegen. Diese Röhren werden häufig mit Spinnseide ausgekleidet und teilweise mit Substrat verstärkt.

Vom Verhalten her gilt diese Art als sehr scheu, gleichzeitig aber auch als schnell reizbar. Bei Störungen zieht sie sich blitzartig in ihren Bau zurück oder reagiert defensiv. Drohgebärden sind möglich, ebenso schnelle Bissversuche, wenn sich das Tier bedrängt fühlt. Aufgrund dieser Eigenschaften sollte Chilobrachys fimbriatus nur von Haltern gepflegt werden, die bereits Erfahrung mit asiatischen Vogelspinnen haben.

Aussehen und Körpermerkmale

Optisch ist Chilobrachys fimbriatus eine echte Schönheit. Adulte Tiere erreichen eine Körperlänge von etwa 6 bis 7 Zentimetern, mit einer Beinspannweite von bis zu 16 Zentimetern. Besonders auffällig ist die metallisch schimmernde Färbung der Beine, die je nach Lichteinfall violette, blaue oder gräuliche Nuancen zeigen kann.

Der Carapax ist meist dunkelbraun bis grau gefärbt, oft mit leichtem Glanz. Das Opisthosoma zeigt eine eher unauffällige, dunkle Behaarung, die jedoch bei Jungtieren häufig heller ausfallen kann. Die Beine sind kräftig gebaut und mit langen, feinen Haaren besetzt, was der Spinne ein sehr imposantes Erscheinungsbild verleiht.

Jungtiere unterscheiden sich farblich deutlich von adulten Exemplaren. Sie wirken insgesamt heller und weniger kontrastreich, entwickeln ihre charakteristische Färbung jedoch mit zunehmenden Häutungen.

Haltung im Terrarium

Terrariengröße und Einrichtung

Für die Haltung eines adulten Tieres empfiehlt sich ein Terrarium mit den Mindestmaßen von etwa 30 x 30 x 30 Zentimetern. Größer ist natürlich immer besser, vor allem in der Höhe des Substrats. Da Chilobrachys fimbriatus ein intensiver Gräber ist, sollte der Bodengrund mindestens 15 bis 20 Zentimeter hoch eingefüllt werden.

Als Substrat eignet sich eine Mischung aus ungedüngter Erde, Kokoshumus und etwas Lehm, um stabile Röhren zu ermöglichen. Das Substrat sollte leicht feucht gehalten werden, ohne nass zu sein. Zusätzlich können Korkröhren oder Rindenstücke als Starthilfe für den Bau angeboten werden.

Dekoration sollte eher sparsam eingesetzt werden. Wichtig ist ein sicherer, dunkler Rückzugsort und ausreichend Substrat. Pflanzen sind optional, werden aber häufig untergraben.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Die ideale Temperatur für Chilobrachys fimbriatus liegt tagsüber zwischen 24 und 28 Grad Celsius. Nachts darf die Temperatur ruhig auf etwa 20 bis 22 Grad abfallen. Eine punktuelle Erwärmung ist möglich, sollte aber nie das gesamte Terrarium betreffen.

Die Luftfeuchtigkeit sollte im Bereich von 70 bis 80 Prozent liegen. Dies wird durch gelegentliches Befeuchten des Substrats und eine Wasserschale erreicht. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden, da sie zu Schimmelbildung und gesundheitlichen Problemen führen kann.

Fütterung

Chilobrachys fimbriatus ist ein gieriger und schneller Jäger. Als Futtertiere eignen sich Grillen, Heimchen, Schaben und gelegentlich Heuschrecken. Adulte Tiere können alle 7 bis 14 Tage gefüttert werden, Jungtiere entsprechend häufiger.

Wichtig ist, nicht zu große Futtertiere zu verfüttern, um Verletzungen zu vermeiden. Nicht gefressene Futtertiere sollten zeitnah entfernt werden, besonders während der Häutungsphase.

Giftigkeit und Umgang mit dem Tier

Wie alle Vertreter der Gattung Chilobrachys gehört auch Chilobrachys fimbriatus zu den sogenannten Altwelt-Vogelspinnen. Das bedeutet, sie besitzt keine Brennhaare zur Verteidigung, sondern verlässt sich auf ihre Schnelligkeit und ihr Gift.

Das Gift dieser Art gilt als medizinisch relevant. Ein Biss kann starke Schmerzen, Schwellungen, Muskelkrämpfe und in seltenen Fällen auch länger anhaltende Beschwerden verursachen. Lebensbedrohlich ist ein Biss für gesunde Erwachsene in der Regel nicht, sollte aber ernst genommen werden.

Direkter Kontakt mit dem Terrarientier sollte vermieden werden. Diese Art ist absolut nicht zum Handling geeignet. Alle Arbeiten im Terrarium sollten mit Vorsicht und idealerweise mit Hilfsmitteln durchgeführt werden.

Vermehrung und Zucht

Die Zucht von Chilobrachys fimbriatus ist möglich, aber anspruchsvoll. Voraussetzung ist ein gesundes, adultes Zuchtpaar. Männchen erreichen die Geschlechtsreife meist früher als Weibchen und sind an den Tibialhaken und den Bulben erkennbar.

Vor der Verpaarung sollte das Weibchen gut genährt sein, um das Risiko von Kannibalismus zu reduzieren. Die Zusammenführung erfolgt idealerweise im Terrarium des Weibchens, wobei das Männchen jederzeit Rückzugsmöglichkeiten haben sollte.

Nach erfolgreicher Paarung kann es mehrere Monate dauern, bis das Weibchen einen Kokon produziert. Ein Kokon enthält meist zwischen 100 und 300 Eier. Die Inkubationszeit liegt bei etwa 6 bis 8 Wochen, abhängig von Temperatur und Feuchtigkeit.

Die Aufzucht der Jungtiere erfordert Geduld und Platz, da die Jungspinnen einzeln oder in kleinen Gruppen gehalten werden sollten, um Kannibalismus zu vermeiden.

Mögliche Krankheiten und Probleme

Chilobrachys fimbriatus ist grundsätzlich eine robuste Art, kann jedoch bei falscher Haltung anfällig für verschiedene Probleme werden. Häufige Ursachen sind zu hohe Feuchtigkeit, mangelnde Belüftung oder ungeeignetes Substrat.

Mögliche Probleme sind:

  • Schimmelbildung im Terrarium
  • Milbenbefall
  • Häutungsprobleme durch zu trockene oder zu feuchte Bedingungen
  • Verletzungen durch zu große Futtertiere

Regelmäßige Kontrolle des Terrariums und eine stabile Haltung sind der beste Schutz vor Krankheiten.

Alternative Bezeichnungen und Synonyme

Chilobrachys fimbriatus ist auch unter verschiedenen anderen Namen bekannt. Dazu zählen:

  • Westindische Erd-Vogelspinne
  • Indian Violet Tarantula
  • Indian Violet Earth Tiger

Im internationalen Handel wird sie häufig unter englischen Trivialnamen geführt, was beim Kauf berücksichtigt werden sollte, um Verwechslungen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist Chilobrachys fimbriatus für Anfänger geeignet?

Nein, diese Art ist aufgrund ihres Verhaltens und ihrer Giftigkeit nicht für Anfänger geeignet.

Wie alt kann Chilobrachys fimbriatus werden?

Weibchen können bei guter Pflege 15 Jahre oder älter werden, Männchen leben meist nur 3 bis 5 Jahre.

Wie oft häutet sich die Spinne?

Jungtiere häuten sich alle paar Wochen, adulte Tiere meist ein- bis zweimal pro Jahr.

Kann man mehrere Tiere zusammen halten?

Nein, diese Art ist strikt einzeln zu halten, da es sonst zu Kannibalismus kommt.

Warum sieht man die Spinne so selten?

Chilobrachys fimbriatus verbringt einen Großteil ihres Lebens in ihrem Bau und zeigt sich oft nur nachts oder bei Fütterung.

Fazit

Chilobrachys fimbriatus ist eine beeindruckende, aber anspruchsvolle Vogelspinnenart, die sich vor allem an erfahrene Terrarianer richtet. Ihre intensive Färbung, ihr interessantes Grabverhalten und ihre enorme Schnelligkeit machen sie zu einem faszinierenden Pflegling. Gleichzeitig erfordert sie Respekt, Umsicht und ein gutes Verständnis für ihre Bedürfnisse.

Wer bereit ist, sich intensiv mit dieser Art auseinanderzusetzen und ihr ein artgerechtes Umfeld zu bieten, wird mit einem außergewöhnlichen und spannenden Terrarientier belohnt. Für Anfänger ist sie weniger geeignet, doch für erfahrene Halter stellt Chilobrachys fimbriatus eine echte Bereicherung jeder Vogelspinnensammlung dar.

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