Lebens(t)räume für Menschen, Tiere & Pflanzen
Gestaltungsbeispiele für naturnahe Lebensräume
Einrichtungsbeispiele.de-Logo
Neu
Login
Wir werden unterstützt von:

Duttaphrynus melanostictus im Terrarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Schwarznarbenkröte

Duttaphrynus melanostictus im Terrarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Schwarznarbenkröte)
Duttaphrynus melanostictus (Schwarznarbenkröte)

Wissenswertes zu Duttaphrynus melanostictus (Schwarznarbenkröte)

Herkunft und natürlicher Lebensraum

Die Schwarznarbenkröte, wissenschaftlich als Duttaphrynus melanostictus bezeichnet, ist eine weit verbreitete Amphibienart, die vor allem in Süd- und Südostasien vorkommt. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Indien über Nepal und Sri Lanka bis nach Myanmar, Thailand, Indonesien und Teilen Chinas. Diese Kröten sind extrem anpassungsfähig und besiedeln eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume, von feuchten Wäldern über Grasland bis hin zu landwirtschaftlich genutzten Flächen und sogar städtischen Gebieten.

In ihrem natürlichen Lebensraum bevorzugen Schwarznarbenkröten feuchte Bereiche in der Nähe von Wasserquellen, wie Teiche, Seen, Flussufer oder Reisfelder. Sie sind jedoch auch in trockeneren Gebieten anzutreffen, solange sie Zugang zu einem Wasserreservoir haben, das für ihre Fortpflanzung notwendig ist. Ihre Anpassungsfähigkeit an verschiedene klimatische Bedingungen und Lebensräume macht sie zu einer der am weitesten verbreiteten Krötenarten Asiens.

Gattung und Familie

Duttaphrynus melanostictus gehört zur Familie der Bufonidae, die allgemein als echte Kröten bekannt ist. Innerhalb dieser Familie wird sie der Gattung Duttaphrynus zugeordnet, die mehrere Arten umfasst, die vor allem in Asien verbreitet sind. Die Familie Bufonidae zeichnet sich durch eine robuste Körperform, trockene, warzige Haut und die Fähigkeit aus, Toxine über Hautdrüsen abzugeben, die zur Verteidigung gegen Fressfeinde dienen. Die Schwarznarbenkröte zeigt all diese typischen Merkmale der Familie, was sie zu einem klassischen Vertreter der echten Kröten macht.

Beschreibung der Art

Die Schwarznarbenkröte ist eine mittelgroße bis große Krötenart mit einem gedrungenen, robusten Körperbau. Die Art zeichnet sich durch eine dicke, warzige Haut aus, die oft in verschiedenen Brauntönen bis hin zu dunklen Grautönen erscheint. Ein markantes Merkmal ist die schwarze Färbung der Warzen oder Narben, die ihr den deutschen Namen „Schwarznarbenkröte“ gegeben hat. Männchen sind in der Regel kleiner und schlanker als die Weibchen, während weibliche Exemplare aufgrund ihres runderen Körperbaus und ihrer höheren Fortpflanzungskapazität auffallen.

Aussehen

Das auffälligste Merkmal von Duttaphrynus melanostictus ist die warzige, robuste Haut, die oft olivbraun bis dunkelgrau gefärbt ist. Die schwarzen Warzen oder Narben sind deutlich erkennbar und können je nach Individuum unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Die Kröte besitzt kräftige Hinterbeine, die für Sprünge, jedoch weniger für weite Distanzen geeignet sind. Die Augen sind groß und sitzen seitlich am Kopf, was der Kröte ein weites Sichtfeld ermöglicht. Die Pupillen sind horizontal, ein typisches Merkmal vieler Krötenarten. Die Bauchseite ist heller, meist cremefarben bis gelblich, teilweise mit dunklen Flecken.

Verhalten

Schwarznarbenkröten sind vorwiegend nachtaktiv und verbringen den Tag versteckt unter Laub, Steinen oder in Erdlöchern, um sich vor Austrocknung und Fressfeinden zu schützen. Nachts gehen sie auf Nahrungssuche und fressen eine Vielzahl von Insekten und anderen kleinen Wirbellosen. Die Art zeigt territoriales Verhalten während der Paarungszeit, wobei Männchen um Weibchen konkurrieren. Auffällig ist auch ihre Fähigkeit, sich bei Gefahr zu einer festen, aufgestellten Haltung zusammenzurollen, während die Hautdrüsen ein toxisches Sekret absondern, das potentielle Fressfeinde abschreckt.

Haltung im Terrarium

Die Haltung von Schwarznarbenkröten im Terrarium erfordert eine sorgfältige Planung, um den natürlichen Lebensraum möglichst realistisch nachzubilden. Aufgrund ihrer Größe sollten Terrarien für ausgewachsene Tiere mindestens 120 cm in der Länge und 60 cm in der Breite aufweisen, wobei größere Exemplare mehr Platz benötigen. Schwarznarbenkröten bevorzugen eine Bodengestaltung, die das Graben und Verstecken ermöglicht, etwa durch eine dicke Schicht aus Erde, Kokosfasersubstrat oder Laub. Versteckmöglichkeiten, wie kleine Höhlen oder Rindenstücke, sind ebenso wichtig, da sie den Kröten Rückzugsmöglichkeiten bieten und Stress reduzieren.

Die Einrichtung sollte zudem feuchte Bereiche enthalten, die als Wasserstellen dienen. Diese Wasserstellen sollten flach gestaltet sein, um ein sicheres Baden zu ermöglichen, ohne dass die Gefahr des Ertrinkens besteht. Regelmäßige Reinigung und frisches Wasser sind notwendig, um die Wasserqualität zu erhalten und Krankheiten vorzubeugen.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Für eine artgerechte Haltung muss die Temperatur im Terrarium sorgfältig kontrolliert werden. Schwarznarbenkröten benötigen tagsüber Temperaturen zwischen 24 und 28 Grad Celsius, wobei nachts ein leichter Temperaturabfall auf 20 bis 22 Grad Celsius ideal ist. Eine Bodenerwärmung, zum Beispiel durch Heizmatten, kann besonders in den kühleren Monaten sinnvoll sein, während Hitzequellen über dem Terrarium vermieden werden sollten, um Überhitzung zu verhindern.

Die Luftfeuchtigkeit sollte konstant zwischen 60 und 80 Prozent liegen, um Austrocknung zu vermeiden und die Hautgesundheit zu erhalten. Regelmäßiges Sprühen mit lauwarmem Wasser, die Verwendung von feuchtem Substrat und die Integration von Wasserstellen tragen dazu bei, die notwendige Feuchtigkeit zu gewährleisten. In besonders trockenen Umgebungen kann ein Teilbereich des Terrariums leicht nebelbefeuchtet werden, um den Tieren einen feuchten Rückzugsort zu bieten.

Fütterung

Die Schwarznarbenkröte ist ein opportunistischer Insektenfresser. Im Terrarium werden bevorzugt lebende Futtertiere angeboten, wie Heimchen, Grillen, kleine Heuschrecken, Mehlwürmer oder andere Insekten. Für eine abwechslungsreiche Ernährung können auch Regenwürmer, Zophobas oder kleine Larven angeboten werden. Wichtig ist, die Futtertiere mit Kalzium und Vitaminpräparaten zu bestäuben, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Die Fütterung sollte regelmäßig erfolgen, wobei adulte Tiere zwei- bis dreimal pro Woche gefüttert werden, während Jungtiere häufiger Futter benötigen. Schwarznarbenkröten haben eine sehr gute Futteraufnahme, daher ist es wichtig, Überfütterung zu vermeiden, um Fettleibigkeit und Gesundheitsprobleme zu verhindern.

Giftigkeit

Duttaphrynus melanostictus besitzt Hautdrüsen, die ein milchiges, toxisches Sekret absondern. Dieses Sekret dient der Abwehr von Fressfeinden und kann bei Kontakt mit Schleimhäuten Reizungen verursachen. Im Umgang mit den Kröten sollten Terrarianer daher Handschuhe tragen oder darauf achten, die Hände gründlich zu waschen, um Irritationen zu vermeiden. Das Gift ist nicht tödlich für den Menschen, kann aber bei kleinen Haustieren oder Vögeln gesundheitliche Probleme verursachen. Die Art ist somit ein typisches Beispiel für die Verteidigungsstrategien der Bufonidae.

Vermehrung und Zucht

Die Zucht von Schwarznarbenkröten ist anspruchsvoll, aber im Terraristikbereich möglich. Die Tiere zeigen eine saisonale Fortpflanzung, die stark von Temperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflusst wird. Typischerweise wird die Paarungszeit durch eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit, eine leichte Temperatursteigerung und die Bereitstellung geeigneter Wasserstellen stimuliert. Männchen rufen durch charakteristische Quaklaute, um Weibchen anzulocken. Nach der Paarung legt das Weibchen mehrere hundert bis tausend Eier in stehenden oder langsam fließenden Gewässern ab. Die Eier entwickeln sich innerhalb weniger Tage zu Kaulquappen, die sich nach einigen Wochen zu Jungkröten metamorphosieren.

Für die Aufzucht der Kaulquappen ist eine saubere, gut belüftete Wasserumgebung entscheidend. Regelmäßiger Wasserwechsel, die Kontrolle von Temperatur und Futterangebot sowie eine Trennung nach Entwicklungsstadien helfen, Krankheiten vorzubeugen und eine erfolgreiche Aufzucht zu gewährleisten.

Mögliche Krankheiten

Schwarznarbenkröten können von verschiedenen Krankheiten betroffen sein, die sowohl durch Haltungsmängel als auch durch Umweltfaktoren begünstigt werden. Häufig treten Hautinfektionen oder Pilzbefall auf, die oft auf zu hohe Feuchtigkeit oder verschmutzte Wasserstellen zurückzuführen sind. Bakterielle Infektionen können durch unsaubere Substrate oder kontaminiertes Futter entstehen. Häufige Symptome von Krankheiten sind Appetitlosigkeit, lethargisches Verhalten, verfärbte oder beschädigte Haut und Bewegungsstörungen. Eine frühzeitige Diagnose und Anpassung der Haltungsbedingungen, gegebenenfalls in Kombination mit tierärztlicher Behandlung, sind entscheidend, um das Wohlbefinden der Terrarientiere zu sichern.

Alternative Bezeichnungen

Duttaphrynus melanostictus wird in der Terraristik gelegentlich auch als Schwarznarbenkröte, Asiatische Kröte oder Indische Warzenkröte bezeichnet. In manchen Regionen werden lokale Namen verwendet, die sich auf die charakteristischen Warzen oder die geografische Herkunft beziehen. Für Terrarianer ist es wichtig, die wissenschaftliche Bezeichnung zu kennen, um Verwechslungen mit anderen Krötenarten zu vermeiden, die ähnliche Merkmale aufweisen, jedoch andere Haltungsanforderungen haben.

Häufig gestellte Fragen

Terrarianer stellen häufig Fragen zur Haltung, Pflege und Fortpflanzung der Schwarznarbenkröte. Eine typische Frage betrifft die Lebenserwartung, die bei artgerechter Haltung zwischen zehn und fünfzehn Jahren liegt. Andere Fragen beziehen sich auf die Fütterung, etwa welche Futtertiere am besten geeignet sind oder wie oft gefüttert werden sollte. Auch Fragen zur Terrariengröße, Bodengestaltung und Luftfeuchtigkeit sind weit verbreitet, da diese Faktoren entscheidend für das Wohlbefinden der Tiere sind. Besonders wichtig ist die Frage nach der Giftigkeit, die korrekt beantwortet werden muss, um gesundheitliche Risiken zu minimieren.

Fazit

Die Schwarznarbenkröte ist eine faszinierende, anpassungsfähige Amphibienart, die sowohl für erfahrene Terrarianer als auch für Einsteiger geeignet ist, die sich intensiv mit der Terrariengestaltung und Pflege beschäftigen möchten. Ihre robuste Natur, das interessante Verhalten und die relativ unkomplizierte Haltung machen sie zu einem attraktiven Pflegetier. Gleichzeitig erfordert die Haltung jedoch eine genaue Beachtung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Fütterung und Wasserqualität, um eine artgerechte Umgebung zu schaffen. Die Vermehrung im Terrarium ist möglich, erfordert aber Erfahrung und genaue Kenntnis der Fortpflanzungsbedürfnisse. Mit der richtigen Pflege kann Duttaphrynus melanostictus ein langjähriger, faszinierender Begleiter in der Terraristik sein, der durch seine Anpassungsfähigkeit und sein charakteristisches Erscheinungsbild überzeugt.

Insgesamt bietet die Schwarznarbenkröte nicht nur eine spannende Beobachtung für Amphibienfreunde, sondern auch ein lehrreiches Beispiel für die Vielfalt und Anpassungsfähigkeit der Bufonidae. Wer sich dieser Art annimmt, sollte die Verantwortung für ein artgerechtes Habitat ernst nehmen, da nur so Gesundheit, Wohlbefinden und ein erfolgreiches Zuchtmanagement gewährleistet werden können. Ihre Präsenz im Terrarium bereichert nicht nur die Tierhaltung, sondern fördert auch das Verständnis für ökologische Zusammenhänge, Verhaltensweisen und die Anforderungen an die Pflege exotischer Amphibien.

Änderungen vorschlagen

Du hast nicht alle wichtigen Infos zu Duttaphrynus melanostictus gefunden? Du kannst uns helfen, weitere Details zu ergänzen? Dann schreib uns dein Feedback!

Letzte Änderung am
1
Einrichtungsbeispiele