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Hynobius dunni im Terrarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Oita Winkelzahnmolch

Hynobius dunni im Terrarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Oita Winkelzahnmolch)
Hynobius dunni (Oita Winkelzahnmolch) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: 池上富士夫, おおいたさんしょううお, CC BY-SA 3.0

Wissenswertes zu Hynobius dunni (Oita Winkelzahnmolch)

Der Hynobius dunni, im Deutschen meist als Oita-Winkelzahnmolch bezeichnet, gehört zu den eher selten gepflegten, aber unter Liebhabern besonders geschätzten Schwanzlurchen. Diese Art richtet sich klar an erfahrene Terrarianer, die ein Faible für naturnahe, saisonal geprägte Haltung haben und bereit sind, sich intensiv mit den Bedürfnissen eines empfindlichen, kälteangepassten Amphibs auseinanderzusetzen. Wer das tut, wird mit einem faszinierenden Tier belohnt, das durch sein ruhiges Verhalten, seine besondere Lebensweise und seine spannende Fortpflanzungsbiologie überzeugt.

Herkunft und Verbreitung

Hynobius dunni ist endemisch in Japan und kommt ausschließlich auf der Insel Kyushu vor. Sein Verbreitungsgebiet ist stark begrenzt und konzentriert sich vor allem auf die Präfektur Oita sowie angrenzende Regionen. Genau aus diesem geografischen Schwerpunkt leitet sich auch der deutsche Name Oita-Winkelzahnmolch ab.

Die Art bewohnt vor allem ländliche, wenig erschlossene Gebiete mit traditioneller Landwirtschaft, Waldflächen und naturnahen Wasserläufen. Durch moderne Landnutzung, Flurbereinigung und den Verlust von Feuchtgebieten sind die natürlichen Populationen vielerorts fragmentiert, was Hynobius dunni zu einer lokal empfindlichen Art macht.

Für die Terraristik bedeutet das: Es handelt sich nicht um ein Tier, das auf Masse in Gefangenschaft vermehrt wird, sondern um eine Art, die nur gelegentlich und meist über spezialisierte Züchter verfügbar ist.

Natürlicher Lebensraum

Der natürliche Lebensraum von Hynobius dunni ist stark saisonal geprägt. Die Tiere leben überwiegend terrestrisch in kühlen, feuchten Berg- und Hügellandschaften. Bevorzugt werden Laub- und Mischwälder mit lockeren Böden, reichlich Totholz, Steinen und einer dicken Laubschicht.

Während der Fortpflanzungszeit wandern die Tiere zu temporären oder dauerhaft wasserführenden Gewässern. Dazu zählen:

  • kleine Waldteiche
  • langsam fließende Quellbäche
  • wassergefüllte Senken
  • Reisfeldgräben in traditioneller Bewirtschaftung

Außerhalb der Paarungszeit halten sich die Molche versteckt im Boden, unter Wurzeln oder in selbst gegrabenen Hohlräumen auf. Sie sind strikt an kühle Temperaturen gebunden und reagieren empfindlich auf Hitze und Austrocknung.

Gattung und Familie

Hynobius dunni gehört zur:

  • Familie: Hynobiidae
  • Gattung: Hynobius

Die Familie der Winkelzahnmolche ist eine ursprünglich asiatische Gruppe von Schwanzlurchen, die sich durch mehrere urtümliche Merkmale auszeichnet. Dazu zählen:

  • äußere Befruchtung über Spermatophoren
  • relativ langsame Entwicklung
  • starke Bindung an kühle Klimazonen

Die Gattung Hynobius umfasst zahlreiche Arten, die sich oft nur geringfügig unterscheiden. Viele sind endemisch und an sehr kleine Verbreitungsgebiete angepasst. Hynobius dunni gilt innerhalb der Gattung als mittelgroße, robuste Art mit vergleichsweise ruhigem Temperament.

Beschreibung der Art

Hynobius dunni ist ein eher unscheinbarer, aber sehr eleganter Schwanzlurch. Die Tiere erreichen eine Gesamtlänge von etwa 12 bis 18 Zentimetern, wobei der Schwanz einen großen Teil der Länge ausmacht.

Der Körperbau ist kräftig, aber nicht plump. Die Beine sind gut entwickelt, was auf die überwiegend terrestrische Lebensweise hinweist. Die Haut ist glatt bis leicht granuliert und stets feucht.

Typisch für die Art ist das eher zurückhaltende Verhalten. Hynobius dunni ist kein aktiver Schaumlauf-Terrariumbewohner, sondern ein Tier, das man meist nur dann sieht, wenn man sein Terrarium sehr ruhig und naturnah gestaltet.

Aussehen und Färbung

Die Grundfärbung von Hynobius dunni reicht von dunkelbraun über graubraun bis fast schwarz. Häufig sind unregelmäßige, hellere Sprenkel oder wolkige Muster zu erkennen, die dem Tier eine hervorragende Tarnung im Laubwald bieten.

Weitere typische Merkmale:

  • heller Bauchbereich, meist grau bis beige
  • dunkle Augen mit deutlicher Iris
  • kräftiger, seitlich leicht abgeflachter Schwanz
  • bei adulten Männchen während der Fortpflanzungszeit leicht vergrößerte Kloake

Jungtiere wirken oft kontrastreicher gefärbt, während ältere Tiere dunkler und homogener erscheinen.

Verhalten und Lebensweise

Hynobius dunni ist überwiegend nachtaktiv. Tagsüber ziehen sich die Tiere in Verstecke zurück und kommen erst in der Dämmerung oder nachts hervor, um auf Nahrungssuche zu gehen.

Typische Verhaltensweisen:

  • sehr ruhiges, zurückhaltendes Auftreten
  • geringe Fluchtreaktionen bei vertrauter Umgebung
  • kaum Aggression gegenüber Artgenossen
  • territoriales Verhalten spielt kaum eine Rolle

In der Fortpflanzungszeit verändert sich das Verhalten deutlich. Dann werden die Tiere aktiver, suchen gezielt Gewässer auf und zeigen artspezifische Balzbewegungen.

Haltung im Terrarium

Die Haltung von Hynobius dunni erfordert Erfahrung und ein gutes Verständnis für kühle, feuchte Lebensräume. Ein klassisches Warmterrarium ist für diese Art ungeeignet.

Terrarientyp

Am besten geeignet ist ein kühl geführtes Waldterrarium oder ein Paludarium mit dominantem Landteil. Für ein Paar oder eine kleine Gruppe empfiehlt sich eine Mindestgröße von etwa 80 × 40 × 40 Zentimetern, besser größer.

Einrichtung

Eine naturnahe Gestaltung ist entscheidend:

  • grabfähiges Substrat aus Erde, Laubhumus und Sand
  • dicke Laubschicht
  • Rindenstücke, Kork, Wurzeln und Steine als Verstecke
  • Moospolster zur Feuchtigkeitsregulation
  • flache Wasserschale oder kleiner Wasserteil

Wichtig ist, dass jederzeit mehrere feuchte, dunkle Rückzugsorte vorhanden sind.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Die Temperatur ist der kritischste Punkt bei der Haltung von Hynobius dunni.

Temperaturbereich

  • optimal: 8 bis 15 Grad Celsius
  • kurzfristig tolerierbar: bis etwa 18 Grad
  • dauerhaft über 20 Grad: stark schädlich

Im Sommer ist oft eine aktive Kühlung notwendig, etwa durch einen kühlen Kellerraum oder spezielle Kühltechnik.

Luftfeuchtigkeit

  • dauerhaft hoch, idealerweise zwischen 70 und 90 Prozent
  • regelmäßiges Sprühen notwendig
  • dennoch gute Belüftung, um Schimmel zu vermeiden
  • Staunässe im Substrat sollte vermieden werden, da sie Hautprobleme begünstigt.

Fütterung

Hynobius dunni ist ein typischer Insekten- und Wirbellosenfresser. Gefüttert wird ausschließlich tierische Nahrung.

Geeignete Futtertiere:

  • Regenwürmer
  • kleine Nacktschnecken
  • Asseln
  • Heimchen und Grillen
  • Wachsmottenlarven in Maßen

Die Fütterung erfolgt ein- bis zweimal pro Woche, abhängig von Temperatur und Aktivitätsgrad. Jungtiere benötigen kleinere, häufiger angebotene Beute.

Eine abwechslungsreiche Ernährung ist essenziell für langfristige Gesundheit.

Giftigkeit

Hynobius dunni besitzt, wie viele Amphibien, Hautsekrete mit leicht toxischer Wirkung. Diese dienen dem Schutz vor Fressfeinden.

Für den Menschen gilt:

  • nicht gefährlich bei normalem Kontakt
  • Hautkontakt sollte dennoch vermieden werden
  • nach Arbeiten im Terrarium immer Hände waschen

Für andere Tiere, insbesondere Fische oder Reptilien, kann der Kontakt mit Hautsekreten problematisch sein.

Vermehrung und Zucht

Die Nachzucht von Hynobius dunni gilt als anspruchsvoll, ist aber bei konsequenter Nachahmung der natürlichen Jahreszeiten möglich.

Vorbereitung

  1. deutliche Winterruhe bei 4 bis 8 Grad
  2. langsame Temperaturerhöhung im Frühjahr
  3. Erhöhung der Feuchtigkeit

Fortpflanzung

Die Eiablage erfolgt in Gewässern. Das Weibchen legt paarweise gallertartige Eiersäcke ab, die an Pflanzen oder Steinen befestigt werden.

Aufzucht

  • Larvenentwicklung im Wasser
  • Fütterung mit Kleinkrebsen und Wasserinsektenlarven
  • Metamorphose nach mehreren Monaten

Die Aufzucht erfordert sauberes, kühles Wasser und viel Geduld.

Mögliche Krankheiten

Hynobius dunni ist empfindlich gegenüber Haltungsfehlern. Häufige Probleme sind:

  • Hautpilz durch zu warme oder stehende Luft
  • bakterielle Infektionen bei schlechter Wasserqualität
  • Häutungsprobleme bei zu trockener Umgebung
  • Stresssymptome bei fehlenden Verstecken

Vorbeugung ist hier wichtiger als Behandlung. Saubere Haltung, passende Temperaturen und Ruhe sind entscheidend.

Alternative Bezeichnungen

Neben der gebräuchlichen Bezeichnung Oita-Winkelzahnmolch sind folgende Namen im Umlauf:

  • Dunns Winkelzahnmolch
  • Japanese Dunn’s Salamander
  • Hynobius dunnis Salamander

In der Terraristik wird meist der wissenschaftliche Name verwendet, um Verwechslungen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Ist Hynobius dunni für Anfänger geeignet?

Nein. Diese Art richtet sich klar an erfahrene Terrarianer mit Zugang zu kühlen Haltungsbedingungen.

Kann man die Tiere gemeinsam halten?

Ja, eine Gruppenhaltung ist möglich, sofern ausreichend Platz und Verstecke vorhanden sind.

Brauchen die Tiere UV-Licht?

Nein, UV-Beleuchtung ist nicht notwendig und kann sogar Stress verursachen.

Wie alt werden Oita-Winkelzahnmolche?

Bei guter Pflege sind Lebensspannen von über 10 Jahren realistisch.

Fazit

Hynobius dunni ist ein außergewöhnlicher Vertreter der asiatischen Schwanzlurche und eine echte Bereicherung für spezialisierte Terrarianer. Die Art beeindruckt weniger durch auffällige Farben als durch ihre naturnahe Lebensweise, ihr ruhiges Wesen und ihre spannende Fortpflanzungsbiologie.

Wer bereit ist, sich intensiv mit den klimatischen Anforderungen auseinanderzusetzen und den Tieren ein kühles, feuchtes und strukturiertes Umfeld zu bieten, wird mit einem faszinierenden Einblick in die Welt der urtümlichen Amphibien belohnt. Der Oita-Winkelzahnmolch ist kein Terrarientier für den schnellen Effekt, sondern für Menschen, die Geduld, Respekt und echtes Interesse an der Natur mitbringen.

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