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Stegodyphus lineatus im Terrarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Gestreifte Samtspinne

Stegodyphus lineatus im Terrarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Gestreifte Samtspinne)
Stegodyphus lineatus (Gestreifte Samtspinne) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: o machine-readable author provided. Sarefo assumed (based on copyright claims)., S.lineatus, CC BY-SA 3.0

Wissenswertes zu Stegodyphus lineatus (Gestreifte Samtspinne)

Herkunft und Verbreitung

Stegodyphus lineatus, besser bekannt als Gestreifte Samtspinne, gehört zu den faszinierendsten Spinnenarten, die im Hobby-Terraristikbereich gehalten werden. Die Art stammt ursprünglich aus Süd- und Südosteuropa sowie aus dem Nahen Osten, wobei die natürliche Verbreitung von Spanien über Italien und Griechenland bis hin nach Israel, Syrien und Teilen des Iran reicht. Die Spinne bevorzugt trockene, warme Regionen und kann in verschiedenen Habitaten von halbtrockenen Sträuchern bis zu offenen Feldern gefunden werden. In diesen Regionen hat sie sich hervorragend an die sommerlich heißen und trockenen Bedingungen angepasst, wodurch ihre Haltung im Terrarium gut kontrollierbar ist.

Natürlicher Lebensraum

In der Natur ist Stegodyphus lineatus in Gebieten anzutreffen, die von mediterranem bis halbtrockenem Klima geprägt sind. Sie bevorzugt offene Flächen, wie Grasländer, lichte Wälder, Buschlandschaften oder felsige Regionen, in denen sie ihre charakteristischen Netzstrukturen errichten kann. Ihre Nester sind oft an Sträuchern, Gräsern oder zwischen Steinen befestigt und bestehen aus dichten Gespinsten, die sowohl als Jagdnetz als auch als Schutz dienen. Diese Spinnen sind in der Lage, extremen Temperaturschwankungen standzuhalten, wobei sie heiße, trockene Tage ebenso tolerieren wie kühlere Nächte, was sie besonders anpassungsfähig macht.

Gattung und Familie

Stegodyphus lineatus gehört zur Familie der Eresidae, einer Gruppe von Spinnen, die wegen ihres samtartigen Aussehens und ihrer sozialen oder semi-sozialen Lebensweise bekannt ist. Die Gattung Stegodyphus umfasst mehrere Arten, die überwiegend in Afrika, Europa und Asien vorkommen. Innerhalb der Familie Eresidae zeichnet sich S. lineatus durch ihre relativ kleine Größe, die gestreifte Körperzeichnung und ihr Verhalten aus. Sie ist eine der wenigen Spinnenarten, die im Terraristikbereich von Liebhabern gezielt gehalten werden, da sie vergleichsweise pflegeleicht und robust ist.

Beschreibung der Art

Stegodyphus lineatus ist eine mittelgroße Spinne, die eine Körperlänge von etwa 7 bis 12 Millimetern erreicht. Die Weibchen sind in der Regel größer und massiver gebaut als die Männchen, deren Körper schlanker und filigraner wirkt. Charakteristisch für diese Art ist das gestreifte Muster auf dem Rücken, das von hellen bis dunkelbraunen Linien reicht und auf samtiger Oberfläche liegt. Der Hinterleib ist oval und leicht abgeflacht, während die Beine relativ kurz und kräftig sind, was die Spinne wendig und schnell auf ihrem Netz macht. Die Cheliceren sind gut ausgebildet und tragen kräftige Giftdrüsen, die für die Beutefangstrategie entscheidend sind.

Aussehen und Färbung

Das auffälligste Merkmal der Gestreiften Samtspinne ist die kontrastreiche Streifenzeichnung auf dem Hinterleib. Diese Streifen verlaufen meist längs und sind in hellen Beige- bis Grautönen gehalten, während der Hintergrund dunkelbraun bis schwarz ist. Die Beine sind einheitlich dunkel gefärbt, mit einer samtigen Oberfläche, die der Spinne ihren Namen verleiht. Junge Tiere sind zunächst heller und weniger kontrastreich gefärbt, entwickeln jedoch mit der Häutung das typische adulte Muster. Die Körperform wirkt kompakt und robust, was sie optisch von anderen Spinnenarten unterscheidet.

Verhalten

Stegodyphus lineatus ist eine semi-soziale Spinne, die in der Natur häufig in kleinen Kolonien lebt. Im Terrarium kann man dieses Verhalten teilweise beobachten, da sie in engen Grenzen Koexistenz mit Artgenossen toleriert. Sie baut dichte, flache Gespinste, in denen sie auf Beute lauert, und ist überwiegend nachtaktiv. Tagsüber ziehen sich die Tiere in ihre Nester zurück, um sich vor direkter Sonneneinstrahlung und potenziellen Fressfeinden zu schützen. Die Art zeigt ein relativ ruhiges Verhalten und ist für Terrarianer gut geeignet, die ein Beobachtungsobjekt suchen, das sowohl aktiv als auch friedlich ist.

Haltung im Terrarium

Die Haltung von Stegodyphus lineatus erfordert ein gut strukturiertes, trockenes Terrarium, das ausreichend Platz für Netzstrukturen bietet. Eine Glas- oder Kunststoffbox mit den Maßen ab 30 x 30 x 30 Zentimeter eignet sich bereits für eine kleine Gruppe von Tieren. Die Einrichtung sollte stabilen Bodengrund aus Sand oder feinem Substrat enthalten, auf dem kleine Sträucher, Äste oder Korkrinde als Netzanker angebracht werden können. Pflanzen werden nur sparsam eingesetzt, da zu hohe Luftfeuchtigkeit zu Problemen führen kann. Wichtig ist ein gut belüftetes Terrarium, das gleichzeitig vor Zugluft geschützt ist.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Die ideale Haltungstemperatur liegt tagsüber bei 22 bis 28 Grad Celsius, wobei ein leichter Temperaturabfall in der Nacht tolerierbar ist. Temperaturen über 30 Grad sollten vermieden werden, da sie Stress verursachen können. Die Luftfeuchtigkeit sollte moderat bei 40 bis 60 Prozent liegen. Ein gelegentliches leichtes Einsprühen des Bodens oder einzelner Netzbereiche kann sinnvoll sein, um das Mikroklima leicht feucht zu halten, ohne dass es zu Schimmelbildung kommt. Die Spinnen reagieren empfindlich auf zu hohe Luftfeuchtigkeit, was das richtige Gleichgewicht zu einem zentralen Faktor für die erfolgreiche Haltung macht.

Fütterung

Die Gestreifte Samtspinne ernährt sich in der Natur überwiegend von kleinen Insekten wie Fliegen, Mücken, Ameisen oder Larven. Im Terrarium können Heimchen, Fruchtfliegen, kleine Grillen oder andere passende Insekten angeboten werden. Jungtiere bevorzugen kleinere Beutetiere, die ihrer Größe entsprechen, während adulte Spinnen größere Futtertiere akzeptieren. Fütterungen sollten regelmäßig, aber nicht übermäßig erfolgen, um Übergewicht und Stress zu vermeiden. Die Tiere zeigen beim Beutefang typisches Verhalten: Sie greifen blitzschnell zu, injizieren Gift und fixieren die Beute mit ihren Seidenfäden.

Giftigkeit

Wie bei allen Eresidae ist das Gift von Stegodyphus lineatus für Menschen ungefährlich. Ein Biss kann höchstens zu einer leichten Rötung oder kurzfristigem Brennen führen, ernsthafte gesundheitliche Probleme sind nicht bekannt. Für die Beutetiere ist das Gift hingegen effektiv, da es schnell lähmt und die Verdauung erleichtert. Aufgrund der ungefährlichen Natur des Giftes eignet sich die Art auch für Terrarianer, die vorsichtig, aber ohne besondere Schutzmaßnahmen, mit Spinnen umgehen möchten.

Vermehrung und Zucht

Die Vermehrung von Stegodyphus lineatus im Terrarium ist möglich, erfordert jedoch Geduld. Die Paarung erfolgt meist nach der letzten Häutung der Männchen, die dann aktiv nach Weibchen suchen. Das Weibchen legt die Eier in ein kugelförmiges Gespinst, das sie sorgfältig bewacht. Die Entwicklung der Jungtiere dauert mehrere Wochen, und nach dem Schlüpfen verbleiben die kleinen Spinnen zunächst im Nest, bis sie selbständig auf Beutezug gehen. Die Zucht erfordert eine kontrollierte Temperatur und mäßige Luftfeuchtigkeit, da extreme Bedingungen die Eier oder Jungtiere gefährden können.

Mögliche Krankheiten

Stegodyphus lineatus gilt als robuste Art, die im Terrarium nur selten von Krankheiten betroffen ist. Häufige Probleme entstehen durch falsche Haltung, insbesondere zu hohe Luftfeuchtigkeit, zu niedrige Temperaturen oder ungeeignete Fütterung. Pilzbefall kann auftreten, wenn das Terrarium dauerhaft feucht ist, während Nährstoffmangel durch einseitige Fütterung zu Wachstumsstörungen führen kann. Eine sorgfältige Beobachtung der Tiere ist daher essenziell, um frühzeitig auf Veränderungen im Verhalten oder Aussehen reagieren zu können.

Alternative Bezeichnungen

Die Art ist unter mehreren Bezeichnungen bekannt, wobei „Gestreifte Samtspinne“ die gängigste im deutschsprachigen Raum ist. Andere Bezeichnungen können regional variieren, zum Beispiel „Gestreiftes Samtnetzspinne“ oder einfach nur „Samtspinne“, wobei letzteres die gesamte Familie beschreibt. In der internationalen Literatur wird die Art unter Stegodyphus lineatus geführt, was die korrekte wissenschaftliche Bezeichnung darstellt.

Häufig gestellte Fragen

Ist Stegodyphus lineatus für Anfänger geeignet?

Ja, die Art ist relativ pflegeleicht, benötigt keine hohen Luftfeuchtigkeiten und toleriert moderate Temperaturschwankungen, was sie für Einsteiger in der Spinnenhaltung interessant macht.

Wie viele Spinnen kann man zusammen halten?

Kleine Gruppen von 2 bis 4 Tieren können zusammenleben, größere Gruppen erfordern viel Platz und ausreichend Netzbereiche, da Aggressionen zunehmen können.

Wie lange leben die Tiere?

Weibchen können bis zu drei Jahre alt werden, Männchen leben in der Regel kürzer, oft nur 1 bis 1,5 Jahre.

Brauchen sie viel Licht?

Direktes Sonnenlicht sollte vermieden werden, eine normale Tageslichtbeleuchtung reicht aus, um den Tag-Nacht-Rhythmus zu unterstützen.

Wie häufig sollte gefüttert werden?

Jungtiere sollten zwei- bis dreimal pro Woche kleine Insekten erhalten, adulte Spinnen reichen meist einmal pro Woche mittelgroße Futtertiere.

Fazit

Stegodyphus lineatus ist eine attraktive und faszinierende Spinnenart für den Terraristikbereich. Mit ihrem auffälligen gestreiften Rücken, ihrem ruhigen, beobachtungsfreundlichen Verhalten und der relativen Robustheit stellt sie eine lohnende Art für Einsteiger und erfahrene Terrarianer dar. Ihre Haltung erfordert ein gut belüftetes Terrarium mit trockenem Bodengrund, moderaten Temperaturen und mäßiger Luftfeuchtigkeit. Die Fütterung ist unkompliziert, und die Art zeigt ein spannendes Jagdverhalten. Durch die Möglichkeit der Zucht im Terrarium können Interessierte die komplette Lebensgeschichte der Gestreiften Samtspinne beobachten, vom Ei bis zum adulten Terrarientier. Krankheiten treten selten auf, wenn die Grundbedingungen stimmen, wodurch die Pflege vergleichsweise stressfrei ist. Wer sich für Spinnen interessiert, findet in Stegodyphus lineatus ein langlebiges, robustes und optisch ansprechendes Beobachtungsobjekt, das sowohl wissenschaftliches Interesse als auch reines Hobbyvergnügen befriedigen kann.

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