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Podarcis muralis im Terrarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Mauereidechse

Podarcis muralis im Terrarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Mauereidechse)
Podarcis muralis (Mauereidechse)

Wissenswertes zu Podarcis muralis (Mauereidechse)

Die Mauereidechse, wissenschaftlich bekannt als Podarcis muralis, ist eine der am weitesten verbreiteten Eidechsenarten in Europa und zählt zu den faszinierendsten Reptilien, die sich sowohl in der freien Natur als auch in Terrarien hervorragend beobachten lassen. Sie gehört zur Familie der Lacertidae und bildet innerhalb der Gattung Podarcis eine eigenständige, gut unterscheidbare Art. Aufgrund ihrer lebhaften Erscheinung, ihres interessanten Verhaltens und der vergleichsweise unkomplizierten Haltung ist sie bei Terrarianern und Naturbeobachtern gleichermaßen beliebt.

Herkunft und Verbreitung

Die Mauereidechse ist in einem großen Teil Europas heimisch. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Iberischen Halbinsel über Frankreich, Deutschland, die Schweiz, Italien, Österreich und Teile des Balkans bis hin in die Regionen Mittel- und Südosteuropas. Sie bevorzugt insbesondere wärmere, sonnige Regionen mit einer ausreichenden Anzahl an Versteckmöglichkeiten, wie Mauern, Felsen, Steinmauern und zerklüftete Geländeabschnitte, wo sie sich vor Fressfeinden schützen und gleichzeitig die Sonnenwärme nutzen kann.

Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit kommt die Mauereidechse auch in urbanen Gebieten vor. Sie besiedelt gerne Hauswände, Ruinen oder Steinmauern in Städten und Dörfern. Dieses Verhalten erklärt den deutschen Namen „Mauereidechse“, da sie häufig in unmittelbarer Nähe von menschlichen Siedlungen anzutreffen ist. Trotz dieser weiten Verbreitung variiert die Häufigkeit der Populationen stark in Abhängigkeit von Klima, Nahrungsangebot und geeigneten Versteckmöglichkeiten.

Gattung und Familie

Die Mauereidechse gehört zur Familie der Echten Eidechsen (Lacertidae), die eine große Vielfalt an tagaktiven Eidechsenarten umfasst. Innerhalb dieser Familie gehört sie zur Gattung Podarcis, die mehrere Arten von kleinen bis mittelgroßen Eidechsen beinhaltet, die überwiegend in Europa verbreitet sind. Charakteristisch für die Gattung ist eine schlanke Körperform, die ausgeprägte Beweglichkeit an Wänden und Felsen ermöglicht, sowie ein stark entwickelter Schwanz, der nicht nur der Balance dient, sondern auch ein wichtiges Mittel zur Verteidigung gegen Fressfeinde darstellt.

Beschreibung und Aussehen

Die Mauereidechse ist eine kleine bis mittelgroße Eidechse, deren Körperlänge ohne Schwanz etwa 7 bis 10 Zentimeter beträgt, während die Gesamtlänge inklusive Schwanz häufig 18 bis 25 Zentimeter erreicht. Der Körper ist schlank und muskulös, perfekt angepasst an schnelle Bewegungen und Kletteraktivitäten.

Das Aussehen variiert stark je nach Region und Unterart. Allgemein zeigt die Rückenfarbe unterschiedliche Brauntöne, von hell- bis dunkelbraun, oft mit einem grünlichen Schimmer, der besonders bei Männchen ausgeprägt sein kann. Charakteristisch sind die zahlreichen kleinen, dunklen Flecken oder Streifen auf dem Rücken, die eine gewisse Tarnung in ihrer natürlichen Umgebung ermöglichen. Die Bauchseite ist meist heller, mit cremefarbenen oder gelblichen Tönen, teilweise auch mit leichten orangefarbenen oder roten Färbungen bei Männchen in der Paarungszeit.

Der Kopf ist relativ klein und spitz zulaufend, die Augen sind groß und ausdrucksstark mit runden Pupillen, was der Mauereidechse ein sehr lebhaftes Erscheinungsbild verleiht. Die Gliedmaßen sind schlank, aber kräftig, die Zehen enden in kleinen, scharfen Krallen, die ein sicheres Klettern auf rauen Oberflächen ermöglichen. Der Schwanz ist lang und kann bei Bedrohung als Abwehrmechanismus abgeworfen werden, wobei ein neuer Schwanz nachwächst, allerdings meist kürzer und weniger farbintensiv.

Haltung im Terrarium

Die Mauereidechse ist aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit relativ pflegeleicht und eignet sich gut für ein Terrarium, vorausgesetzt, die Haltung wird artgerecht gestaltet. Grundsätzlich benötigt sie ein Terrarium, das ausreichend Bewegungsfreiheit bietet und sowohl Kletter- als auch Versteckmöglichkeiten bereitstellt. Ein ausreichend großes Becken sollte mindestens 80 Zentimeter Länge und 40 Zentimeter Tiefe aufweisen, wobei größere Terrarien vorteilhaft sind, um das natürliche Verhalten wie Sonnenbaden, Klettern und das Erkunden von Verstecken zu fördern.

Als Bodengrund eignen sich Sand-Lehm-Gemische oder spezielle Reptilienerden, die sowohl Grabmöglichkeiten als auch eine stabile Basis für Pflanzen bieten. Klettersteine, Rindenstücke, flache Mauern oder künstliche Felsstrukturen sind essenziell, um die natürlichen Kletterfähigkeiten der Mauereidechse zu erhalten. Pflanzliche Dekoration, wie robuste Moose, Gräser oder kleine Sträucher, kann zusätzliche Verstecke schaffen und das Terrarium optisch ansprechend gestalten.

Die Beleuchtung sollte Sonnenplätze ermöglichen, da Mauereidechsen tagaktiv sind und auf Wärme und UV-Strahlung angewiesen sind. Eine Temperatur von etwa 28 bis 32 Grad Celsius in den Sonnenplätzen, kombiniert mit einem kühleren Bereich von 20 bis 24 Grad Celsius, ermöglicht eine optimale Thermoregulation. Die Nachttemperaturen dürfen auf 15 bis 18 Grad abfallen. UVB-Licht ist essenziell für die Vitamin-D3-Synthese und den Calciumstoffwechsel. Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist nicht notwendig; eine moderate Luftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 60 Prozent ist ausreichend, wobei gelegentliches leichtes Besprühen den Tieren beim Häuten hilft.

Fütterung

Die Mauereidechse ist strikt carnivor und ernährt sich in freier Wildbahn überwiegend von Insekten, Spinnen, kleinen Würmern und gelegentlich kleinen Weichtieren. Im Terrarium sollte die Ernährung abwechslungsreich gestaltet werden. Geeignete Nahrungsquellen sind Heimchen, Grillen, Schaben, kleine Heuschrecken, Mehlwürmer und gelegentlich gefütterte Spinnen oder Asseln. Junge Tiere benötigen eine höhere Futterdichte, während adulte Tiere 2–3 Mal pro Woche ausreichend gefüttert werden können. Wichtig ist die Gabe von Calcium- und Vitaminpräparaten, um Knochen- und Schuppenprobleme zu vermeiden.

Giftigkeit

Die Mauereidechse ist vollkommen ungiftig und stellt für Menschen keinerlei Gefahr dar. Sie verfügt über keine Giftdrüsen, sondern verteidigt sich ausschließlich über Flucht, Tarnung oder das Abwerfen des Schwanzes. Ein Biss kann lediglich mechanisch kurz schmerzhaft sein, ist aber harmlos.

Vermehrung und Zucht

Die Fortpflanzung der Mauereidechse findet im Frühjahr statt, sobald die Temperaturen steigen und die Tiere aus der Winterruhe zurückkehren. Die Paarung erfolgt häufig nach auffälligen Balz- und Drohverhalten, bei dem Männchen ihren Körper strecken, den Kopf aufrichten und die typische Rumpf- und Schwanzbewegung zeigen. Nach der Paarung legt das Weibchen 2–6 Eier in feuchten, lockeren Erdboden oder unter Steinen ab. Die Inkubationszeit beträgt etwa 6–8 Wochen, abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Junge Mauereidechsen schlüpfen als voll entwickelte Miniaturversionen der Erwachsenen und sind sofort selbstständig. Die Zucht im Terrarium erfordert ein separates Eiablagebecken mit feuchtem Substrat, um die Entwicklung der Eier zu sichern. Temperaturen von etwa 25 bis 28 Grad Celsius während der Inkubation fördern eine gesunde Entwicklung. Nach dem Schlüpfen müssen die Jungtiere ähnlich wie adulte Tiere gefüttert werden, jedoch häufiger und mit kleineren Insekten, um ein optimales Wachstum zu gewährleisten.

Krankheiten

Die Mauereidechse gilt als relativ robuste Art, ist jedoch nicht völlig frei von gesundheitlichen Problemen. Häufige Krankheiten können durch falsche Haltung entstehen, insbesondere durch unzureichende Temperaturen, zu geringe UVB-Bestrahlung oder falsche Ernährung. Typische Probleme sind Knochen- und Gelenkerkrankungen durch Calcium- oder Vitaminmangel, Häutungsstörungen, parasitäre Infektionen oder bakterielle Haut- und Verdauungsprobleme.

Regelmäßige Kontrolle des Terrariums, ausgewogene Ernährung, sauberes Wasser und ein optimaler Temperatur- und Lichtbereich sind die besten Vorbeugemaßnahmen. Bei Krankheitsanzeichen wie Lethargie, Gewichtsverlust, vermehrtem Häutungsproblem oder auffälliger Haut sollte ein erfahrener Reptilienarzt aufgesucht werden.

Alternative Bezeichnungen

Die Mauereidechse ist in verschiedenen Regionen unter unterschiedlichen Namen bekannt. Neben dem gebräuchlichen deutschen Namen „Mauereidechse“ wird sie teilweise auch als „Europäische Mauereidechse“ bezeichnet. In wissenschaftlichen Kreisen ist ausschließlich der Name Podarcis muralis gebräuchlich, der weltweit einheitlich die Art beschreibt.

Häufig gestellte Fragen

Eine der häufigsten Fragen von Terrarianern betrifft die Art der Haltung: Ob die Mauereidechse drinnen oder draußen besser gehalten werden kann. Grundsätzlich ist die Haltung im Freilandterrarium in warmen Monaten möglich, jedoch muss ein ausreichender Schutz vor Witterung und Fressfeinden gewährleistet sein. Eine Ganzjahreshaltung ist nur im gut ausgestatteten Innen-Terrarium möglich.

Eine weitere häufige Frage betrifft die Vergesellschaftung: Mauereidechsen sind territorial und können aggressiv gegenüber Artgenossen werden, insbesondere Männchen. Eine Vergesellschaftung sollte daher gut geplant sein, mit ausreichend Platz und Versteckmöglichkeiten, um Konflikte zu minimieren.

Auch die Frage nach der Lebenserwartung taucht häufig auf. In Gefangenschaft können Mauereidechsen bei optimaler Haltung 8–12 Jahre alt werden, in der Natur liegt die Lebenserwartung meist niedriger, da sie Fressfeinden und Umweltbedingungen ausgesetzt sind.

Fazit

Die Mauereidechse (Podarcis muralis) ist eine äußerst interessante, anpassungsfähige und optisch reizvolle Eidechsenart, die sowohl in der Natur als auch im Terrarium bewundert werden kann. Sie zeichnet sich durch ihre robuste Natur, ihre Aktivität, die lebhafte Färbung und das spannende Verhalten aus, was sie zu einer idealen Art für Einsteiger und erfahrene Terrarianer gleichermaßen macht. Wichtig für ein erfolgreiches Terrarienleben sind eine artgerechte Ausstattung, geeignete Temperatur- und Lichtbedingungen, abwechslungsreiche Ernährung und regelmäßige Gesundheitskontrolle.

Mit ihrem faszinierenden Verhalten, ihrer Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Lebensräume und ihrer relativ einfachen Pflege bietet die Mauereidechse einen tiefen Einblick in die Welt der Eidechsen und die Möglichkeit, naturgetreches Verhalten aus nächster Nähe zu beobachten. Wer bereit ist, die Grundlagen der Haltung zu erfüllen, wird mit lebhaften, gesunden und aktiven Tieren belohnt, die das Terrarium beleben und gleichzeitig einen hohen Lernwert über Reptilien und deren Ökologie bieten.

Die Mauereidechse ist nicht nur ein optisches Highlight, sondern auch ein wertvolles Lebewesen, das durch artgerechte Pflege ein langes, gesundes Leben führen kann. Ihre Vielfalt an Farbvariationen, ihre Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Lebensräume und ihr interessantes Sozial- und Territorialverhalten machen sie zu einer der faszinierendsten Terrarientiere Europas.

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