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Pseudeuophrys lanigera im Terrarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Wollige Mauerspringspinne

Lesezeit: ca. 14 Minuten
Pseudeuophrys lanigera im Terrarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Wollige Mauerspringspinne)
Pseudeuophrys lanigera (Wollige Mauerspringspinne) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: kitenet, Pseudeuophrys lanigera - Buckinghamshire, CC BY 2.0

Wissenswertes zu Pseudeuophrys lanigera (Wollige Mauerspringspinne)

Die Wollige Mauerspringspinne Pseudeuophrys lanigera ist eine kleine, aufmerksame Springspinne, die selbst an Gebäuden geeignete Lebensräume findet. Durch ihre kompakte Körperform, das interessante Jagdverhalten und ihren vergleichsweise geringen Platzbedarf ist sie auch für Terrarianer interessant. Anders als viele exotische Springspinnen stammt sie aus europäischen beziehungsweise westpaläarktischen Lebensräumen und kommt mit gemäßigten Temperaturen gut zurecht. Ihre Haltung verlangt deshalb weniger tropische Wärme als vielmehr eine gute Belüftung, geeignete Kletterflächen und kleine lebende Futtertiere.

Herkunft und Verbreitung

Pseudeuophrys lanigera gehört zu den Springspinnen, deren ursprüngliches Verbreitungsgebiet im westlichen Mittelmeerraum und angrenzenden Regionen vermutet wird. Mittlerweile ist die Art in zahlreichen Teilen Europas anzutreffen. Auch in Deutschland kann die Wollige Mauerspringspinne beobachtet werden. Dabei fällt auf, dass sie keineswegs ausschließlich naturnahe Lebensräume besiedelt.

Die Art hat sich erfolgreich an menschlich geprägte Strukturen angepasst. Hauswände, Mauern, Fensterbereiche und andere warme, strukturreiche Oberflächen bieten ihr geeignete Jagd- und Rückzugsplätze. Besonders in Städten und Siedlungsgebieten entstehen durch Gebäude zahlreiche kleinräumige Habitate, die den Bedürfnissen dieser kleinen Spinne entsprechen.

Für die Terrarienhaltung ist ihre Herkunft von Bedeutung. Pseudeuophrys lanigera benötigt keine dauerhaft tropischen Bedingungen. Normale bis mäßig warme Raumtemperaturen entsprechen ihren Ansprüchen wesentlich besser als ein stark beheiztes Regenwaldterrarium.

Natürlicher Lebensraum

Die Wollige Mauerspringspinne hält sich bevorzugt auf senkrechten oder geneigten Oberflächen auf. Mauern, Fassaden, Steine, Baumrinde und ähnliche Strukturen werden als Jagdrevier genutzt. Entscheidend sind zahlreiche kleine Spalten und Unebenheiten, in denen die Tiere Schutz finden und ihre Gespinste anlegen können.

Als tagaktive Jäger profitieren sie von hellen Standorten. Sonnenerwärmte Oberflächen können zeitweise deutlich wärmer als die Umgebungsluft werden. Gleichzeitig stehen den Spinnen kühlere Spalten zur Verfügung. Dieses Nebeneinander unterschiedlicher Mikroklimata sollte bei der Terrariengestaltung berücksichtigt werden.

Eine dauerhaft feuchte Umgebung entspricht dagegen nicht ihrem typischen Lebensraum. Gute Luftbewegung und überwiegend trockene Oberflächen sind wichtiger als eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit.

Gattung und Familie

Pseudeuophrys lanigera gehört zur Familie Salticidae, den Springspinnen. Diese Familie umfasst mehrere tausend Arten und gehört zu den artenreichsten Spinnenfamilien überhaupt. Typisch sind die hervorragend entwickelten Augen, die aktive Jagdweise und die Fähigkeit zu präzisen Sprüngen.

Die Gattung Pseudeuophrys umfasst kleine Springspinnen, die überwiegend in der Paläarktis verbreitet sind. Pseudeuophrys lanigera ist ein charakteristischer Vertreter dieser Gattung und zeigt zahlreiche Merkmale, die Springspinnen für Terrarianer besonders interessant machen.

Statt Beute mithilfe eines großen Fangnetzes zu erbeuten, suchen die Tiere ihre Umgebung aktiv ab. Das Sehvermögen spielt dabei eine zentrale Rolle. Bewegungen werden wahrgenommen, Entfernungen eingeschätzt und Beutetiere gezielt verfolgt.

Die wichtigsten Fakten

Merkmal Angabe
Wissenschaftlicher Name Pseudeuophrys lanigera
Deutscher Name Wollige Mauerspringspinne
Familie Salticidae
Gattung Pseudeuophrys
Lebensweise Tagaktiv und jagend
Lebensraum Mauern, Gebäude, Felsen und strukturreiche Oberflächen
Körpergröße Etwa 4 bis 6 Millimeter
Ernährung Kleine Insekten und andere Gliederfüßer
Haltung Einzeln
Temperatur Gemäßigte Raumtemperatur
Luftfeuchtigkeit Mäßig, mit guter Belüftung
Giftigkeit Für Menschen praktisch ungefährlich
Fortpflanzung Eiablage in einem geschützten Gespinst
Besonderheit Sehr gutes Sehvermögen und ausgeprägtes Jagdverhalten

Beschreibung der Art

Pseudeuophrys lanigera ist eine ausgesprochen kleine Springspinne. Gerade diese geringe Größe sollte bei der Haltung nicht unterschätzt werden. Ein Terrarium kann zwar kompakt ausfallen, muss jedoch absolut ausbruchsicher sein.

Die Spinne verbringt einen großen Teil des Tages damit, ihre Umgebung zu beobachten und nach potentieller Beute zu suchen. Dabei bewegt sie sich häufig ruckartig. Auf kurze Laufphasen folgen Pausen, während derer die Umgebung mit den großen Hauptaugen untersucht wird.

Wie andere Springspinnen produziert auch diese Art Spinnseide, obwohl sie kein klassisches Fangnetz baut. Sicherheitsfäden werden bei Sprüngen eingesetzt. Außerdem entstehen kleine Gespinste als Ruheplatz, zur Häutung und bei Weibchen zur Eiablage.

Aussehen und Geschlechtsunterschiede

Die Wollige Mauerspringspinne besitzt den für Springspinnen typischen kompakten Körperbau. Der Vorderkörper wirkt kräftig, während der Hinterleib eher oval erscheint. Besonders auffällig sind die nach vorne gerichteten großen Hauptaugen.

Die Färbung bewegt sich überwiegend in Grau-, Braun- und Beigetönen. Dadurch ist die Spinne auf Stein, Rinde und verwitterten Mauern hervorragend getarnt. Feine Haare verleihen ihr ein etwas wolliges Erscheinungsbild und haben zur deutschen Namensgebung beigetragen.

Weibchen werden gewöhnlich etwas größer und kräftiger als Männchen. Geschlechtsreife Männchen lassen sich außerdem an den stärker entwickelten Pedipalpen erkennen. Bei sehr kleinen Exemplaren ist eine sichere Geschlechtsbestimmung ohne Vergrößerung allerdings schwierig.

Verhalten

Das Verhalten gehört zu den interessantesten Eigenschaften von Pseudeuophrys lanigera. Die Spinne ist überwiegend tagaktiv und verlässt sich bei der Jagd stark auf ihr Sehvermögen.

Wird ein geeignetes Futtertier entdeckt, richtet sich die Springspinne darauf aus und nähert sich vorsichtig. Kurz vor dem Angriff befestigt sie gewöhnlich einen Sicherheitsfaden und springt die Beute gezielt an. Anschließend wird sie mit den Cheliceren festgehalten.

Auch außerhalb der Jagd lässt sich ein ausgeprägtes Beobachtungsverhalten erkennen. Bewegungen außerhalb des Terrariums können wahrgenommen werden. Das sollte jedoch nicht als zahmes oder bewusst auf Menschen bezogenes Verhalten interpretiert werden.

Gegenüber Artgenossen kann Konkurrenz auftreten. Eine dauerhafte Vergesellschaftung ist deshalb nicht empfehlenswert. Besonders bei deutlichen Größenunterschieden besteht die Gefahr von Kannibalismus.

Haltung im Terrarium

Aufgrund ihrer geringen Körpergröße benötigt die Wollige Mauerspringspinne kein großes Terrarium. Für ein einzelnes adultes Tier ist ein Terrarium mit etwa 10 × 10 × 15 Zentimetern Breite, Tiefe und Höhe bereits ausreichend. Komfortabler und einfacher zu strukturieren ist eine Größe von 15 × 15 × 20 Zentimetern. Deutlich größere Behälter sind grundsätzlich möglich, bringen bei dieser nur wenige Millimeter großen Springspinne jedoch kaum Vorteile und können die Kontrolle der Futteraufnahme erschweren.

Für Jungtiere eignen sich zunächst kleinere Aufzuchtbehälter von ungefähr 5 × 5 × 8 bis 8 × 8 × 10 Zentimetern. Entscheidend ist dabei weniger das exakte Volumen als eine absolut ausbruchsichere Konstruktion. Lüftungsöffnungen und Spalten müssen so fein sein, dass weder die Jungspinnen noch die angebotenen Fruchtfliegen entkommen können. Mit zunehmender Größe können die Tiere in größere Behälter umgesetzt werden.

Da Pseudeuophrys lanigera gerne klettert und erhöhte Bereiche nutzt, sollte das Terrarium eher höher als breit gestaltet sein. Ein klassisches Hochterrarium oder ein entsprechend proportionierter Kunststoff- beziehungsweise Acrylbehälter eignet sich gut. Eine Grundfläche von 10 × 10 oder 15 × 15 Zentimetern bietet für ein adultes Einzeltier ausreichend Bewegungsraum, sofern die Höhe sinnvoll genutzt wird.

Korkstücke, dünne Äste, Rindenstücke und raue Stein- oder Felsnachbildungen schaffen geeignete Lauf-, Kletter- und Beobachtungsflächen. Besonders wichtig sind Strukturen im oberen Drittel des Terrariums. Zwischen Rinde, Ästen und Seitenwänden sollten kleine geschützte Zwischenräume vorhanden sein, in denen die Spinne ihre Ruhe- und Häutungsgespinste anlegen kann.

Der Bodengrund spielt bei dieser überwiegend an vertikalen Strukturen lebenden Springspinne eine untergeordnete Rolle. Eine dünne Schicht geeigneten Terrariensubstrats genügt. Wesentlich wichtiger sind gut nutzbare Seiten- und Kletterflächen sowie eine zuverlässige Belüftung. Schwere Steine und andere Einrichtungselemente müssen so befestigt werden, dass sie nicht umkippen oder die Spinne einklemmen können.

Eine helle Beleuchtung unterstützt den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus und kommt der visuell orientierten Lebensweise von Springspinnen entgegen. Eine intensive Wärmebeleuchtung ist dagegen normalerweise nicht notwendig. Direkte Sonneneinstrahlung auf das Terrarium sollte unbedingt vermieden werden. Gerade ein kleines Terrarium von 10 × 10 × 15 Zentimetern kann sich in direkter Sonne innerhalb kurzer Zeit gefährlich stark aufheizen.

Feine Lüftungsflächen sollten einen kontinuierlichen Luftaustausch ermöglichen. Vorteilhaft ist eine Belüftung über mehrere Bereiche des Behälters, sodass keine dauerhaft stehende, feuchte Luft entsteht. Gleichzeitig dürfen Lüftungsschlitze, Deckelspalten und Kabelöffnungen keine Fluchtmöglichkeiten bieten.

Die Wollige Mauerspringspinne sollte grundsätzlich einzeln gehalten werden. Für zwei adulte Tiere ist deshalb nicht einfach ein größeres gemeinsames Terrarium zu wählen. Jedes Tier erhält besser einen eigenen Behälter. Dadurch werden Konkurrenz, Stress und mögliche kannibalistische Übergriffe vermieden.

Experten-Tipp: Bei einem Terrarium von 10 × 10 × 15 oder 15 × 15 × 20 Zentimetern sollte die Einrichtung bis knapp unter den oberen Bereich reichen. Ein schräg eingesetztes Rindenstück oder ein dünner verzweigter Ast schafft zusätzliche Laufwege und ermöglicht der Spinne, zwischen mehreren erhöhten Ruheplätzen zu wählen. Gleichzeitig sollte direkt unter dem Deckel etwas Arbeitsraum frei bleiben, damit ein dort angelegtes Gespinst beim Öffnen des Terrariums nicht regelmäßig beschädigt wird.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Pseudeuophrys lanigera lässt sich normalerweise bei gemäßigten Temperaturen halten. Etwa 20 bis 25 Grad Celsius am Tag sind für die Haltung gut geeignet. Kurzzeitige Abweichungen werden meist toleriert, solange extreme Hitze vermieden wird.

Eine zusätzliche starke Heizung ist in normal temperierten Wohnräumen gewöhnlich unnötig. Wird eine Wärmequelle eingesetzt, muss immer ein Temperaturgefälle vorhanden sein. Die Spinne sollte selbst zwischen wärmeren und kühleren Bereichen wählen können.

Die Luftfeuchtigkeit darf mäßig sein. Dauerhaft nasse Einrichtung, beschlagene Scheiben und stehende feuchte Luft sollten vermieden werden. Statt das gesamte Terrarium regelmäßig kräftig zu besprühen, genügt eine sparsame Versorgung mit kleinen Wassertropfen. Diese können beispielsweise an einer Seitenwand angeboten werden.

Fütterung

Als räuberische Springspinne benötigt Pseudeuophrys lanigera lebende Beute. Wegen ihrer geringen Körpergröße kommen entsprechend kleine Futtertiere infrage. Taufliegen eignen sich besonders gut. Je nach Größe der Spinne können außerdem kleine Fliegen, winzige Heimchen oder andere geeignete Futterinsekten angeboten werden.

Die Beute sollte ungefähr zur Größe der Spinne passen. Zu große oder wehrhafte Futtertiere können Stress verursachen und im ungünstigsten Fall die Spinne verletzen.

Erwachsene Tiere müssen nicht täglich gefüttert werden. Mehrere kleine Mahlzeiten pro Woche reichen normalerweise aus. Der Ernährungszustand lässt sich teilweise am Hinterleib erkennen. Ein auffällig schmaler Hinterleib kann auf Nahrungsmangel hinweisen.

Nicht gefressene Futtertiere sollten insbesondere vor einer Häutung entfernt werden. Eine Spinne im Häutungsprozess ist wehrlos und sollte nicht durch herumkrabbelnde Beutetiere gestört werden.

Giftigkeit

Wie nahezu alle Springspinnen besitzt Pseudeuophrys lanigera Giftdrüsen, die zur Überwältigung ihrer Beute dienen. Für Menschen stellt die Art unter normalen Umständen jedoch keine relevante Gefahr dar.

Die Tiere sind weder aggressiv noch darauf spezialisiert, größere Wirbeltiere abzuwehren. Aufgrund ihrer winzigen Körpergröße ist ein Biss ohnehin schwer zu provozieren. Direkter Umgang mit der Hand sollte trotzdem vermieden werden. Das dient vor allem dem Schutz der empfindlichen Spinne.

Vermehrung und Zucht

Bei der Fortpflanzung spielt die visuelle Kommunikation eine wichtige Rolle. Das Männchen nähert sich dem Weibchen mit artspezifischen Bewegungen und Signalen. Eine unkontrollierte Zusammenführung ist dennoch riskant, da das Weibchen das Männchen als Beute betrachten kann.

Für einen Zuchtversuch sollten beide Tiere ausgewachsen und gut ernährt sein. Die Paarung muss beobachtet werden, damit die Tiere anschließend wieder getrennt werden können.

Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen seine Eier in einem geschützten Gespinst ab. Dieses wird häufig intensiv bewacht. Während dieser Zeit sollte das Terrarium möglichst wenig gestört werden.

Nach dem Schlupf sind die Jungspinnen winzig. Für ihre Aufzucht werden entsprechend kleine Futterorganismen benötigt. Kleine Fruchtfliegen oder vergleichbar winzige Futtertiere sind geeignet.

Experten-Tipp: Bei der Aufzucht sollte nicht nur auf die Größe der Lüftungslöcher geachtet werden. Auch Spalten zwischen Deckel, Scharnieren und Kabeldurchführungen müssen kontrolliert werden, da frisch geschlüpfte Springspinnen selbst durch überraschend kleine Öffnungen entkommen können.

Häutung und mögliche Krankheiten

Spinnen wachsen durch Häutungen. Vor einer Häutung kann Pseudeuophrys lanigera die Nahrungsaufnahme einstellen und sich für längere Zeit in ein Gespinst zurückziehen. Dieses Verhalten ist zunächst kein Krankheitszeichen.

Das Ruhegespinst sollte keinesfalls geöffnet werden. Auch Futtertiere sind während dieser Phase zu entfernen. Nach der Häutung benötigt der neue Außenpanzer etwas Zeit zum Aushärten.

Klassische Infektionskrankheiten spielen bei der Haltung von Springspinnen eine geringere sichtbare Rolle als Haltungsprobleme. Gefährlich sind insbesondere Überhitzung, Austrocknung, Staunässe, schlechte Belüftung, Verletzungen und ungeeignete Futtertiere.

Schimmelbildung deutet häufig auf eine Kombination aus zu viel Feuchtigkeit und unzureichendem Luftaustausch hin. Auch Milben können sich bei ungünstigen hygienischen Bedingungen stark vermehren.

Problematisch sind außerdem Stürze oder Verletzungen des Hinterleibs. Deshalb sollte die Einrichtung sicher befestigt sein. Chemische Reinigungsmittel, Insektensprays und andere Biozide dürfen in der Umgebung des Terrariums nicht eingesetzt werden.

Alternative Bezeichnungen

Der gebräuchlichste deutsche Name lautet Wollige Mauerspringspinne. Gelegentlich wird verkürzt von einer Mauerspringspinne gesprochen. Diese Bezeichnung ist jedoch weniger eindeutig, da verschiedene Springspinnen an Mauern und Gebäuden vorkommen.

Für eine eindeutige Bestimmung ist deshalb der wissenschaftliche Name Pseudeuophrys lanigera vorzuziehen. Im englischsprachigen Umfeld können sinngemäße Bezeichnungen auftreten, die auf die wollige Behaarung oder das Vorkommen an Gebäuden Bezug nehmen.

Häufig gestellte Fragen

Wie groß wird Pseudeuophrys lanigera?

Die Wollige Mauerspringspinne bleibt mit ungefähr 4 bis 6 Millimetern Körperlänge ausgesprochen klein. Weibchen sind häufig etwas größer und kräftiger als Männchen.

Ist Pseudeuophrys lanigera für Anfänger geeignet?

Die Art kann grundsätzlich auch von Einsteigern gehalten werden. Die größte Herausforderung besteht weniger in komplizierten Klimawerten als in der geringen Größe der Tiere, der ausbruchsicheren Unterbringung und der Versorgung mit ausreichend kleinen Futterinsekten.

Braucht die Wollige Mauerspringspinne ein beheiztes Terrarium?

Bei normalen Raumtemperaturen ist eine zusätzliche Heizung meistens nicht erforderlich. Dauerhaft hohe tropische Temperaturen sollten vermieden werden.

Muss das Terrarium täglich besprüht werden?

Ein tägliches starkes Besprühen ist nicht notwendig. Wichtiger sind eine gute Belüftung und gelegentlich verfügbare kleine Wassertropfen. Dauerhaft nasse Bedingungen sind ungeeignet.

Kann man mehrere Tiere gemeinsam halten?

Eine dauerhafte Gruppenhaltung ist nicht empfehlenswert. Springspinnen können Artgenossen als Konkurrenten oder Beute betrachten. Einzelhaltung ist deshalb die sicherere Variante.

Welche Futtertiere sind geeignet?

Gut geeignet sind kleine Fruchtfliegen und andere winzige, ungefährliche Futterinsekten. Die Größe der Beute muss an die Größe der jeweiligen Spinne angepasst werden.

Baut Pseudeuophrys lanigera ein Netz?

Die Art baut kein Fangnetz wie typische Radnetzspinnen. Sie verwendet Seide für Sicherheitsfäden sowie für Ruhe-, Häutungs- und Fortpflanzungsgespinste.

Ist die Wollige Mauerspringspinne gefährlich?

Für Menschen ist Pseudeuophrys lanigera praktisch ungefährlich. Ihr Gift dient dem Beutefang, und die kleine Spinne zeigt gegenüber Menschen normalerweise kein aggressives Verhalten.

Warum frisst meine Springspinne plötzlich nicht mehr?

Eine Futterpause kann unterschiedliche Ursachen haben. Besonders vor einer Häutung ziehen sich Springspinnen häufig zurück und verweigern Nahrung. Auch Stress, ungeeignete Temperaturen, Alter oder gesundheitliche Probleme kommen als Ursache infrage.

Kann Pseudeuophrys lanigera springen und aus dem Terrarium entkommen?

Ja. Wie andere Springspinnen kann die Art gezielt springen und ausgezeichnet klettern. Ein lückenlos schließendes Terrarium mit sehr fein gesicherten Lüftungsflächen ist deshalb unverzichtbar.

Fazit

Pseudeuophrys lanigera ist eine faszinierende heimische beziehungsweise in Europa weit verbreitete Springspinne, deren geringe Größe über ihr komplexes Verhalten hinwegtäuscht. Die Wollige Mauerspringspinne jagt aktiv, beobachtet ihre Umgebung mit ausgezeichnet entwickelten Augen und nutzt ihre Spinnseide gezielt als Sicherung sowie zum Bau geschützter Rückzugsorte.

Für die Terrarienhaltung benötigt sie vor allem ein kleines, absolut ausbruchsicheres und gut belüftetes Behältnis mit zahlreichen vertikalen Strukturen. Gemäßigte Temperaturen, eine nicht zu hohe Luftfeuchtigkeit und ausreichend Licht entsprechen ihren natürlichen Ansprüchen wesentlich besser als ein feuchtwarmes Tropenterrarium. Kleine lebende Futterinsekten bilden die Grundlage einer artgerechten Ernährung.

Besonders interessant ist Pseudeuophrys lanigera für Terrarianer, die das natürliche Jagd-, Orientierungs- und Kommunikationsverhalten von Springspinnen beobachten möchten. Trotz des geringen Platzbedarfs verlangt die Art sorgfältige Haltung, denn gerade bei einem nur wenige Millimeter großen Tier können ungeeignete Lüftungsöffnungen, zu große Futtertiere, Überhitzung oder übermäßige Feuchtigkeit schnell problematisch werden. Mit einer durchdachten Einrichtung und ruhiger Beobachtung bietet die Wollige Mauerspringspinne jedoch faszinierende Einblicke in die Lebensweise einer hochentwickelten kleinen Sichtjägerin.

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