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Anadenobolus monilicornis im Terrarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Karibischer Neontausendfüßer

Anadenobolus monilicornis im Terrarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Karibischer Neontausendfüßer)
Anadenobolus monilicornis (Karibischer Neontausendfüßer)

Wissenswertes zu Anadenobolus monilicornis (Karibischer Neontausendfüßer)

Der Karibische Neontausendfüßer, wissenschaftlich als Anadenobolus monilicornis bekannt, zählt zu den faszinierendsten Gliederfüßern für Terrarianer. Mit seinem auffälligen Erscheinungsbild, seiner pflegeleichten Haltung und seinem interessanten Verhalten bietet diese Art ein spannendes Terrarientier für Anfänger und erfahrene Terrarianer gleichermaßen.

Herkunft und natürlicher Lebensraum

Anadenobolus monilicornis ist ursprünglich auf den Karibischen Inseln beheimatet, insbesondere in Gebieten mit tropischem Klima wie Jamaika, Kuba, Puerto Rico und angrenzenden Inseln. Diese Tausendfüßer leben bevorzugt in Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit, dichtem Laubstreu und einem stabilen Mikroklima. Sie sind in tropischen Regenwäldern und feuchten Waldgebieten zu finden, wo sie sich im Bodenstreu, unter Fallholz und in verrottenden Pflanzenresten verstecken. Der natürliche Lebensraum dieser Art ist geprägt von konstanten Temperaturen zwischen 24 und 28 Grad Celsius und einer relativen Luftfeuchtigkeit von etwa 75 bis 85 Prozent. Durch ihre Lebensweise tragen sie wesentlich zur Zersetzung organischer Materialien bei und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem, indem sie den Humus auflockern und Nährstoffe zurück in den Boden führen.

Gattung und Familie

Anadenobolus monilicornis gehört zur Gattung Anadenobolus, die innerhalb der Familie Spirobolidae angesiedelt ist. Die Spirobolidae umfassen mehrere Arten tropischer und subtropischer Tausendfüßer, die vor allem durch ihre zylindrische Körperform, ihre Segmente und ihre meist kräftige Färbung charakterisiert sind. Innerhalb der Gattung Anadenobolus zeichnet sich A. monilicornis durch ihre leuchtenden Farbakzente und die Anpassungsfähigkeit an verschiedene tropische Mikrohabitate aus. Taxonomisch gehört die Art zur Klasse der Diplopoda, was bedeutet, dass sie doppelte Beine pro Segment aufweisen – ein charakteristisches Merkmal vieler Tausendfüßer.

Beschreibung der Art und Aussehen

Die Körpergröße von Anadenobolus monilicornis erreicht ausgewachsen typischerweise zwischen 5 und 10 Zentimetern. Besonders auffällig ist die charakteristische Neontönung, die in Form von hellen, leuchtenden Streifen auf dem dunklen Körper erscheint. Der Körper ist zylindrisch und segmentiert, jedes Segment trägt zwei Beinpaare. Die Färbung kann je nach Herkunft leicht variieren, wobei die Intensität der Neonfarben durch Licht und Ernährung beeinflusst wird. Der Kopf ist rundlich mit gut sichtbaren Antennen, die als Sinnesorgane dienen, um Nahrung, Feuchtigkeit und Partner wahrzunehmen. Die Beine sind relativ kurz und stabil, was dem Tier eine gute Bodenhaftung und Wendigkeit in seinem Habitat ermöglicht.

Verhalten

Anadenobolus monilicornis zeigt ein ruhiges, meist nachtaktives Verhalten. Tagsüber verkriechen sich die Tiere unter Laub, Rinde oder in feuchten Höhlen innerhalb des Terrariums. In der Nacht kommen sie hervor, um nach Nahrung zu suchen. Diese Art zeigt ein sehr soziales Verhalten innerhalb der eigenen Art, weshalb sie problemlos in Gruppen gehalten werden kann. Aggressionen gegenüber Artgenossen sind selten. Bei Gefahr rollen sich die Tiere leicht zusammen, um den empfindlichen Bauchbereich zu schützen. Ein weiteres bemerkenswertes Verhalten ist die intensive Nutzung von Verstecken und Kletterstrukturen, wodurch Terrarien mit unterschiedlichen Ebenen besonders gut geeignet sind.

Haltung im Terrarium

Die Haltung von Anadenobolus monilicornis ist relativ unkompliziert, vorausgesetzt, grundlegende Umweltbedingungen werden eingehalten. Für eine kleine Gruppe reichen Terrarien ab einer Grundfläche von 60x40 cm, größere Kolonien benötigen entsprechend mehr Platz. Das Substrat sollte feucht, locker und humusreich sein, um den natürlichen Bodenbedingungen zu entsprechen. Geeignet sind Komposte, Kokoshumus oder eine Mischung aus Laubstreu und Erde. Eine ausreichende Schicht von mindestens fünf Zentimetern ermöglicht den Tieren das Graben und Verstecken. Versteckmöglichkeiten wie Rindenstücke, Moos oder Steinhaufen sind essenziell, da die Tiere Rückzugsmöglichkeiten für die Tagesruhe benötigen.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Die optimale Haltungstemperatur für A. monilicornis liegt zwischen 24 und 28 Grad Celsius, wobei kurzfristige Schwankungen toleriert werden. Eine konstante Temperaturveränderung über 10 Grad sollte vermieden werden, da dies Stress erzeugen kann. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 70 und 85 Prozent liegen. Um dies zu erreichen, empfiehlt sich regelmäßiges Besprühen des Terrariums mit Wasser sowie die Verwendung eines feuchtigkeitsbindenden Substrats. Ein offenes oder teiloffenes Terrarium ist möglich, solange die Feuchtigkeit gehalten wird und ausreichend Belüftung vorhanden ist.

Fütterung

Die Ernährung von Anadenobolus monilicornis ist überwiegend detritivor. Sie ernähren sich von verrottendem Pflanzenmaterial, abgestorbenem Laub, Pilzen, abgestorbenen Insekten und gelegentlich von Obst- und Gemüseresten. Ein ausgewogenes Futterangebot im Terrarium sollte aus einer Mischung von frischem Laub, weichen Pflanzenteilen, Obststücken und gegebenenfalls gelegentlichen Proteinfuttern bestehen. Trockenes Laub und Holz ergänzen die Nahrung und sorgen für natürliche Beschäftigung. Wichtig ist, dass keine stark gesalzenen oder gewürzten Lebensmittel angeboten werden, da diese den Tieren schaden können. Die Fütterung sollte regelmäßig, aber nicht übermäßig erfolgen, um Schimmelbildung im Terrarium zu vermeiden.

Giftigkeit

Anadenobolus monilicornis gilt als ungiftig für den Menschen. Sie besitzen keine Giftdrüsen, die schädliche Substanzen absondern. Dennoch können bei starker Handhabung und Stress defensive Sekrete abgesondert werden, die Haut oder Schleimhäute leicht reizen können. Daher empfiehlt sich bei der Pflege das Tragen von Handschuhen oder ein behutsamer Umgang, um Stress für die Terrarientiere zu vermeiden.

Vermehrung und Zucht

Die Zucht von A. monilicornis im Terrarium ist vergleichsweise einfach, wenn optimale Bedingungen herrschen. Die Tiere sind getrenntgeschlechtlich, wobei die Geschlechter äußerlich nur schwer zu unterscheiden sind. Die Paarung erfolgt typischerweise nach der Nachtaktivität, wobei das Männchen das Weibchen stimuliert. Nach der Paarung legt das Weibchen Eier in das feuchte Substrat. Die Eier entwickeln sich innerhalb weniger Wochen, und die Jungtiere schlüpfen als kleine Kopien der Erwachsenen, zunächst mit weniger ausgeprägten Farben. Eine ausreichende Feuchtigkeit, ein nährstoffreiches Substrat und genügend Verstecke fördern die erfolgreiche Aufzucht der Jungtiere. Die Tiere erreichen die Geschlechtsreife nach etwa 6 bis 12 Monaten, abhängig von Ernährung, Temperatur und Feuchtigkeit.

Mögliche Krankheiten

Anadenobolus monilicornis ist eine robuste Art, die selten an Krankheiten leidet, sofern die Haltung den natürlichen Bedingungen entspricht. Häufigste Probleme treten bei unzureichender Luftfeuchtigkeit, zu niedrigen Temperaturen oder unsauberem Substrat auf. Pilzbefall, bakterieller Durchfall oder Stresssymptome wie Nahrungsverweigerung können auftreten. Prävention ist hier entscheidend: regelmäßige Reinigung des Terrariums, Entfernung von Schimmel und abgestorbenem Material sowie die Einhaltung der Temperatur- und Feuchtigkeitsbereiche reduzieren das Krankheitsrisiko erheblich.

Alternative Bezeichnungen

Im Terraristikbereich wird Anadenobolus monilicornis häufig als Karibischer Neontausendfüßer bezeichnet. Weitere gebräuchliche Namen sind Neon-Tausendfüßer, Karibik-Tausendfüßer oder Neonbolus. Diese Bezeichnungen beziehen sich meist auf das auffällige Farbspiel der Tiere und ihre Herkunft aus der Karibik.

Häufig gestellte Fragen

Kann man A. monilicornis mit anderen Tausendfüßern zusammen halten?

Ja, die Art ist relativ friedlich und kann in gemischten Kolonien mit anderen friedlichen Spirobolidae-Arten gehalten werden, solange die Umweltbedingungen ähnlich sind.

Wie oft sollte man das Terrarium reinigen?

Eine gründliche Reinigung ist nur alle paar Monate nötig, Zwischenreinigungen bestehen aus Entfernen von Schimmel, faulenden Nahrungsresten und abgestorbenen Tieren.

Wie erkennt man die Geschlechter?

Äußerlich ist die Unterscheidung schwierig, bei adulten Tieren können Männchen gelegentlich durch breitere hintere Körpersegmente und längere Fortsätze an den Hinterbeinen identifiziert werden.

Kann man die Tiere anfassen?

Ja, vorsichtiges Anfassen ist möglich, jedoch sollte es auf ein Minimum beschränkt werden, um Stress zu vermeiden.

Welche Substrate eignen sich am besten?

Humusreiche Erde, Laubstreu, Kokoshumus oder eine Mischung daraus bieten optimale Bedingungen zum Graben, Fressen und Verstecken.

Fazit

Anadenobolus monilicornis ist eine herausragende Terrarienart für alle, die tropische Wirbellose lieben. Ihre leuchtenden Farben, das ruhige Sozialverhalten, die einfache Haltung und die interessante Zucht machen sie sowohl für Anfänger als auch erfahrene Terrarianer attraktiv. Mit der richtigen Pflege, einem feucht-warmen Terrarium und abwechslungsreicher Nahrung lässt sich eine gesunde, aktive Kolonie aufbauen, die das Terrarium bereichert und faszinierende Einblicke in das Verhalten tropischer Bodenbewohner bietet. Wer sich für die Haltung dieser Art entscheidet, gewinnt ein pflegeleichtes, robustes und optisch ansprechendes Tier, das zudem einen Beitrag zum ökologischen Verständnis tropischer Ökosysteme vermittelt. Mit Anadenobolus monilicornis holen Sie sich ein Stück Karibik in Ihr Heimterrarium – farbenfroh, spannend und lehrreich zugleich.

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