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Davus pentaloris im Terrarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Guatemala Rotstreifenvogelspinne

Davus pentaloris im Terrarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Guatemala Rotstreifenvogelspinne)
Davus pentaloris (Guatemala Rotstreifenvogelspinne)

Wissenswertes zu Davus pentaloris (Guatemala Rotstreifenvogelspinne)

Die Davus pentaloris, im deutschen Sprachraum meist als Guatemala Rotstreifenvogelspinne bekannt, zählt zu den beliebtesten mittelamerikanischen Vogelspinnen in der Terraristik. Ihr attraktives Erscheinungsbild, die kontrastreiche Färbung und ihr vergleichsweise unkompliziertes Verhalten machen sie sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Halter interessant. Trotz ihrer weiten Verbreitung in Terrarien wird diese Art jedoch häufig missverstanden oder falsch eingeschätzt, insbesondere im Hinblick auf Temperament, Giftigkeit und ihre tatsächlichen Haltungsansprüche.

Herkunft und Verbreitung

Davus pentaloris stammt aus Mittelamerika. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet umfasst vor allem Guatemala sowie angrenzende Regionen im Süden Mexikos, Honduras und El Salvador. Dort besiedelt sie überwiegend warme, teils saisonal trockene Gebiete mit lockeren Böden und ausreichender Vegetation.

Typische Lebensräume sind lichte Trockenwälder, Waldränder sowie Übergangszonen zwischen feuchteren und trockeneren Landschaften. Die Spinnen leben bodennah und nutzen vorhandene Strukturen wie Steine, Wurzeln und Totholz, um darunter Wohnröhren anzulegen. Besonders wichtig ist ein grabfähiger Untergrund, da Davus pentaloris einen großen Teil ihres Lebens in selbstgebauten Höhlen verbringt.

In der Regenzeit herrscht in ihrem natürlichen Lebensraum eine erhöhte Luftfeuchtigkeit, während Trockenzeiten durch deutlich geringere Niederschläge gekennzeichnet sind. Diese klimatischen Schwankungen erklären die relative Robustheit der Art gegenüber leichten Veränderungen im Terrarium.

Gattung und Familie

Davus pentaloris gehört zur Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) und wird innerhalb der Unterfamilie Theraphosinae eingeordnet. Die Gattung Davus umfasst mehrere bodenbewohnende Arten aus Mittelamerika, die sich durch eine kompakte Körperform, ausgeprägte Grabtätigkeit und das Vorhandensein von Brennhaaren auszeichnen.

Historisch wurde Davus pentaloris zeitweise anderen Gattungen zugeordnet, was in älterer Literatur und im Handel zu unterschiedlichen Bezeichnungen geführt hat. Heute ist die Zuordnung zur Gattung Davus allgemein anerkannt, auch wenn innerhalb der Gruppe noch immer taxonomische Diskussionen bestehen. Für die Haltung im Terrarium spielen diese Details jedoch kaum eine Rolle, da sich die Tiere in Verhalten und Ansprüchen sehr ähnlich zeigen.

Beschreibung und Verhalten

Davus pentaloris ist eine bodenbewohnende Vogelspinne mit stark ausgeprägtem Grabverhalten. Im Terrarium legt sie häufig eigene Wohnröhren an oder erweitert angebotene Verstecke nach ihren Bedürfnissen. Einmal eingelebt, verbringt sie einen Großteil des Tages in ihrer Höhle und wird vor allem in den Abend- und Nachtstunden aktiv.

Im Vergleich zu vielen anderen Vogelspinnen gilt sie als eher scheu. Bei Störungen zieht sie sich meist schnell zurück, anstatt offensiv zu reagieren. Aufgrund ihrer Schnelligkeit kann sie jedoch überraschend wirken, insbesondere beim Öffnen des Terrariums oder beim Einsetzen von Futtertieren.

Typische Verhaltensmerkmale sind:

  • intensives Graben und Umgestalten des Bodengrundes
  • ausgeprägte Dämmerungs- und Nachtaktivität
  • schnelles Ergreifen von Beute
  • defensives Abwerfen von Brennhaaren bei starkem Stress

Drohgebärden kommen vor, sind jedoch eher selten und meist ein Zeichen dafür, dass sich das Terrariumtier bedrängt fühlt.

Aussehen und Geschlechtsunterschiede

Die Guatemala Rotstreifenvogelspinne ist vor allem wegen ihrer auffälligen Färbung beliebt. Erwachsene Tiere zeigen einen starken Kontrast zwischen dunklen Grundfarben und leuchtenden Akzenten.

Der Carapax ist meist orange bis kupferfarben und kann je nach Licht leicht metallisch wirken. Das Abdomen ist tiefschwarz und wird von gut sichtbaren roten bis orangefarbenen Querstreifen durchzogen, die der Art ihren deutschen Namen gegeben haben. Die Beine sind überwiegend dunkel gefärbt und wirken kräftig und kompakt.

Die Beinspannweite adulter Weibchen liegt in der Regel bei etwa 11 bis 12 Zentimetern. Männchen bleiben meist etwas kleiner und schlanker. Geschlechtsunterschiede zeigen sich deutlich:

  • Weibchen sind massiger gebaut und besitzen ein größeres Abdomen
  • Männchen sind langbeiniger und insgesamt filigraner
  • adulte Männchen besitzen nach der Reifehäutung deutlich erkennbare Bulben an den Pedipalpen

Haltung im Terrarium

Die Haltung von Davus pentaloris gilt als vergleichsweise einfach, sofern einige grundlegende Anforderungen erfüllt werden. Die Art ist robust und tolerant, reagiert jedoch empfindlich auf dauerhaft falsche Bedingungen.

Terrariengröße

Für ein adultes Tier ist ein Terrarium mit den Mindestmaßen von etwa 30 × 30 Zentimetern Grundfläche ausreichend. Die Höhe sollte 20 bis 30 Zentimeter nicht überschreiten, da es sich um eine bodenbewohnende Art handelt. Wichtig ist weniger die Höhe als vielmehr ausreichend Platz für eine dicke Bodenschicht.

Bodengrund

Der Bodengrund spielt eine zentrale Rolle. Er sollte:

  • mindestens 8 bis 12 Zentimeter hoch sein
  • grabfähig und strukturstabil sein
  • Feuchtigkeit speichern können, ohne nass zu wirken

Bewährt haben sich Kokoshumus, torffreie Blumenerde oder Mischungen mit etwas Sand. Die Spinne stabilisiert ihre Wohnröhre häufig mit Gespinst, weshalb ein zu lockerer Untergrund vermieden werden sollte.

Einrichtung

Die Einrichtung kann schlicht gehalten werden:

  • ein stabiles Versteck wie eine halbe Korkröhre
  • eine flache Wasserschale
  • optional etwas Laub oder Moos

Dekoration ist weniger wichtig als Funktionalität und Sicherheit.

Klima

Empfohlene Haltungsbedingungen:

  • Temperatur: etwa 22 bis 26 Grad Celsius
  • Luftfeuchtigkeit: ungefähr 65 bis 75 Prozent
  • gute Belüftung zur Vermeidung von Staunässe

Ernährung

Davus pentaloris ist ein unkomplizierter Fresser. Sie nimmt problemlos gängige Futterinsekten wie Heimchen, Grillen, Schaben oder kleine Heuschrecken an. Die Beutegröße sollte stets an die Körpergröße der Spinne angepasst werden.

Adulte Tiere werden in der Regel einmal pro Woche gefüttert. Jungtiere benötigen entsprechend häufiger kleinere Futterportionen. Nicht gefressene Futtertiere sollten entfernt werden, um Stress oder Verletzungen zu vermeiden.

Giftigkeit und Gefährlichkeit

Wie alle Vogelspinnen besitzt auch Davus pentaloris Gift, das hauptsächlich zur Lähmung ihrer Beute dient. Für den Menschen ist dieses Gift in der Regel ungefährlich. Ein Biss ist selten und äußert sich meist durch lokale Schmerzen, die mit einem Insektenstich vergleichbar sind.

Deutlich häufiger als ein Biss ist der Einsatz von Brennhaaren. Diese können bei Hautkontakt Juckreiz, Rötungen oder Reizungen verursachen. Beim Arbeiten im Terrarium ist daher vorsichtiges und ruhiges Vorgehen empfehlenswert.

Vermehrung und Zucht

Davus pentaloris gilt als gut zuchtfähig. Nach erfolgreicher Paarung zeigt das Weibchen oft einen gesteigerten Appetit und zieht sich stärker zurück. Einige Wochen später wird ein Eikokon angelegt, der je nach Weibchen und Alter eine hohe Anzahl an Eiern enthalten kann.

Die Jungtiere schlüpfen nach mehreren Wochen und wachsen relativ zügig heran. Wichtig für eine erfolgreiche Aufzucht sind:

  • stabile Temperaturen
  • ausreichende, aber nicht zu hohe Luftfeuchtigkeit
  • saubere Umgebung

Mögliche Krankheiten und Probleme

Bei artgerechter Haltung treten Krankheiten selten auf. Die meisten Probleme entstehen durch Haltungsfehler. Zu hohe Feuchtigkeit kann Schimmel und Milben begünstigen, während zu trockene Bedingungen Häutungsprobleme verursachen können.

Stress durch häufiges Stören, Vibrationen oder ungeeignete Einrichtung wirkt sich ebenfalls negativ aus. Eine ruhige Umgebung und konstante Bedingungen sind der beste Schutz vor Erkrankungen.

Alternative Bezeichnungen und Synonyme

In Handel und Literatur sind verschiedene Bezeichnungen gebräuchlich:

  • Davus pentaloris
  • Cyclosternum pentaloris (veraltete Bezeichnung)
  • Guatemala Rotstreifenvogelspinne
  • Guatemala Red Stripe Tarantula

Häufig gestellte Fragen

Ist Davus pentaloris für Anfänger geeignet?

Ja, sie gilt als eine sehr geeignete Einsteigerart, sofern grundlegende Haltungsregeln beachtet werden.

Ist die Art aggressiv?

Nein, sie ist überwiegend scheu und defensiv.

Wie alt wird Davus pentaloris?

Weibchen können ein Alter von zehn Jahren oder mehr erreichen, Männchen leben deutlich kürzer.

Muss man sie häufig pflegen?

Nein, regelmäßige Kontrolle von Wasser, Futter und Klima reicht in der Regel aus.

Fazit

Davus pentaloris ist eine attraktive, robuste und interessante Vogelspinne, die sich hervorragend für die Terraristik eignet. Ihr schönes Erscheinungsbild, ihr grabfreudiges Verhalten und ihre vergleichsweise einfache Haltung machen sie zu einer idealen Art für Einsteiger und erfahrene Halter gleichermaßen. Wer ihr ausreichend Bodengrund, Ruhe und stabile Bedingungen bietet, wird viele Jahre Freude an dieser faszinierenden Spinne haben.

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