Plethodon mississippi im Terrarium halten
Einrichtungsbeispiele mit Rotsalamander

Wissenswertes zu Plethodon mississippi (Rotsalamander)
Der Mississippi Waldsalamander, wissenschaftlich als Plethodon mississippi bezeichnet, gehört zu den faszinierendsten und gleichzeitig anspruchsvollsten Vertretern der Salamander, die in der Terraristik gepflegt werden. Aufgrund seiner speziellen Lebensraumanforderungen und seines einzigartigen Verhaltens ist er besonders bei erfahrenen Terrarianern geschätzt.
Herkunft und natürlicher Lebensraum
Plethodon mississippi ist endemisch im Südosten der Vereinigten Staaten, vor allem in den Flusstälern des Mississippi-Gebiets verbreitet. Die Art bevorzugt feuchte, schattige Wälder mit dichtem Laub- und Nadelstreu, um sich tagsüber zu verstecken und ausreichend Feuchtigkeit für die Hautatmung zu finden. Diese Salamander sind streng terrestrisch, sie verbringen ihr gesamtes Leben auf dem Waldboden und meiden offene Gewässer, was sie von anderen Amphibien unterscheidet.
Der natürliche Lebensraum ist geprägt von hohen Luftfeuchtigkeiten und einer stabilen Bodentemperatur, da diese Tiere empfindlich auf Austrocknung und Temperaturschwankungen reagieren. Sie leben in der Regel unter umgestürzten Baumstämmen, Steinhaufen oder dichten Laubschichten, wo sie auch ihre Beute suchen. Die dichte Bewaldung bietet Schutz vor Fressfeinden und ermöglicht ein zurückgezogenes Leben.
Gattung und Familie
Plethodon mississippi gehört zur Gattung Plethodon, die zur Familie der Plethodontidae zählt. Diese Familie wird als Lungenlose Salamander bezeichnet, da ihre Atmung vollständig über die Haut und die Mundschleimhaut erfolgt. Das Fehlen von Lungen macht sie besonders empfindlich gegenüber Austrocknung und erfordert ein Terrarium mit konstanter hoher Luftfeuchtigkeit. Die Gattung Plethodon umfasst zahlreiche Arten, die überwiegend in Nordamerika vorkommen und ähnliche ökologische Ansprüche haben.
Beschreibung der Art und Aussehen
Der Mississippi Waldsalamander erreicht ausgewachsen eine Körperlänge von etwa 8 bis 12 Zentimetern. Sein Körper ist schlank und muskulös, perfekt angepasst an ein Leben zwischen Laubstreu und Unterholz. Die Grundfarbe reicht von dunklem Braun bis Schwarz, oft mit einer leicht rötlichen oder gelblichen Marmorierung auf dem Rücken. Der Schwanz ist lang und leicht abgeflacht, was die Fortbewegung durch enge Spalten erleichtert.
Die Haut ist glatt und feucht, mit einer glänzenden Oberfläche, die für die cutane Atmung unerlässlich ist. Charakteristisch ist der leicht abgeflachte Kopf mit kleinen, schwarzen Augen, die gut an die dunkle Umgebung angepasst sind. Weibchen sind meist etwas größer als die Männchen, während letztere während der Paarungszeit eine etwas intensivere Färbung zeigen können.
Verhalten
Plethodon mississippi ist überwiegend nachtaktiv. Tagsüber versteckt er sich in feuchten Unterschlüpfen, während er nachts auf Nahrungssuche geht. Die Tiere sind territorial, insbesondere Männchen verteidigen kleine Reviere gegen Artgenossen. Sie zeigen ein zurückhaltendes, ruhiges Verhalten und lassen sich bei der Fütterung oft gut beobachten, wenn sie sich sicher fühlen.
Die Art kommuniziert vorwiegend durch Körpersprache, wie Schwanzschlagen oder Kopfbewegungen, und bei Aggressionen durch leichte Bisse. Im Terrarium sollte darauf geachtet werden, ausreichend Verstecke anzubieten, um Stress und Kannibalismus zu vermeiden.
Haltung im Terrarium
Die Haltung von Plethodon mississippi erfordert sorgfältige Planung, da die Tiere hohe Ansprüche an Feuchtigkeit, Bodensubstrat und Temperatur stellen. Ein Terrarium von mindestens 60x40x40 cm für ein Paar oder eine kleine Gruppe wird empfohlen, wobei mehr Fläche für mehrere Tiere oder Zuchtpaare sinnvoll ist.
Das Substrat sollte locker, feucht und zugleich gut belüftet sein, um Schimmelbildung zu vermeiden. Eine Mischung aus Kokosfaser, Lauberde und Torf hat sich bewährt. Wurzeln, Moos, Rindenstücke und Steine bieten Versteckmöglichkeiten und strukturieren das Terrarium, wodurch die Tiere ihr natürliches Verhalten zeigen können.
Das Terrarium muss dunkel gehalten werden, da direkte Sonneneinstrahlung die Tiere stressen und die Feuchtigkeit reduzieren würde. Beleuchtung kann schwach sein, etwa LED-Leisten für Pflanzensimulation, ist aber für die Tiere nicht zwingend erforderlich.
Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Die optimale Temperatur liegt tagsüber zwischen 18 und 22 Grad Celsius, nachts kann sie auf 15 bis 18 Grad abfallen. Temperaturen über 24 Grad können zu Stress, Austrocknung und letztlich zum Tod führen. Die Luftfeuchtigkeit sollte konstant bei 80 bis 90 Prozent liegen, was regelmäßig überprüft und durch feines Besprühen des Terrariums aufrechterhalten werden sollte.
Ein Terrarium mit guter Luftzirkulation ist wichtig, um stehende Feuchtigkeit zu vermeiden, die zu Schimmelbildung führen kann. Gleichzeitig muss das Mikroklima im Substrat feucht bleiben, da die Salamander dort einen Großteil ihres Lebens verbringen.
Fütterung
Plethodon mississippi ist ein Insektenfresser. Die Ernährung sollte abwechslungsreich gestaltet werden und kleine Wirbellose wie Drosophila, Springschwänze, kleine Heimchen, Asseln oder Regenwürmer umfassen. Lebende Nahrung wird bevorzugt, da sie die natürliche Jagd simuliert und die Tiere aktiv bleiben.
Fütterung sollte regelmäßig, aber nicht übermäßig erfolgen. Jungtiere benötigen eine tägliche Fütterung, während ausgewachsene Tiere zwei- bis dreimal pro Woche ausreichend ernährt werden. Ergänzend können gelegentlich Calciumpräparate oder Vitamine angeboten werden, um eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen.
Giftigkeit
Plethodon mississippi ist nicht giftig für Menschen, sondern harmlos. Allerdings produziert er über die Haut ein schleimiges Sekret, das Fressfeinde abschrecken kann. Dieses Sekret kann bei empfindlicher Haut leichte Irritationen hervorrufen, daher sollte nach Kontakt mit den Tieren die Hände gewaschen werden.
Vermehrung und Zucht
Die Zucht im Terrarium ist anspruchsvoll, aber möglich. Die Tiere paaren sich überwiegend im Frühjahr oder Herbst, wobei das Männchen das Weibchen mit einem Spermatophor belegt. Die Eier werden terrestrisch in feuchten Verstecken abgelegt und entwickeln sich direkt, ohne ein freies Larvenstadium.
Die Inkubationszeit beträgt etwa acht bis zehn Wochen. Jungtiere schlüpfen vollständig entwickelt und beginnen sofort selbständig zu fressen. Eine erfolgreiche Zucht setzt ein gut etabliertes, stressfreies Terrarium mit konstanten Temperatur- und Feuchtigkeitswerten voraus.
Mögliche Krankheiten
Zu den häufigsten Problemen zählen Austrocknung, Pilzinfektionen der Haut und bakterielle Infektionen. Austrocknung tritt besonders bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit oder zu hohen Temperaturen auf. Pilze und Bakterien können durch unsauberes Substrat, Schimmel oder falsche Fütterung begünstigt werden.
Symptome wie blasse Haut, Lethargie oder Schleimhautveränderungen erfordern sofortige Korrektur der Haltungsbedingungen und gegebenenfalls tierärztliche Behandlung. Regelmäßige Reinigung und Kontrolle des Terrariums sowie die Nutzung hochwertiger Substrate und frischer Nahrung sind entscheidend für die Gesundheit.
Alternative Bezeichnungen
Der Mississippi Waldsalamander wird gelegentlich einfach als „Mississippi Salamander“ bezeichnet. In der Fachliteratur wird die Art meist unter ihrem wissenschaftlichen Namen Plethodon mississippi geführt, wobei regionale Bezeichnungen weniger verbreitet sind.
Häufig gestellte Fragen
Terrarianer fragen oft, ob diese Salamander für Anfänger geeignet sind. Aufgrund der empfindlichen Haut, der hohen Feuchtigkeitsansprüche und der spezifischen Fütterung ist Plethodon mississippi nur für erfahrene Halter empfehlenswert.
Eine weitere häufige Frage betrifft die Vergesellschaftung: Die Tiere sollten nur mit Artgenossen in ausreichender Terrariengröße gehalten werden. Fremde Arten bergen die Gefahr von Aggression, Stress oder Krankheitsübertragung.
Die Frage nach der Lebenserwartung wird ebenfalls oft gestellt: Bei optimaler Pflege können Mississippi Waldsalamander 10 bis 15 Jahre alt werden, was sie zu langfristigen Terrarientieren macht.
Fazit
Plethodon mississippi ist ein faszinierender Vertreter der Lungenlosen Salamander, der erfahrenen Terrarianern ein naturnahes, spannendes Beobachtungserlebnis bietet. Die Haltung erfordert sorgfältige Kontrolle von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Substratqualität sowie eine abwechslungsreiche Fütterung. Bei artgerechter Pflege zeigen die Tiere ein natürliches, ruhiges Verhalten und können erfolgreich im Terrarium vermehrt werden.
Für Terrarianer, die den Reiz des Beobachtens eines nachtaktiven, zurückgezogenen Salamanders schätzen, ist der Mississippi Waldsalamander eine lohnende, anspruchsvolle Art. Er bietet die Möglichkeit, die Lebensweise einer spezialisierten Amphibienart hautnah zu erleben und Verantwortung für ein sensibles Ökosystem in Miniaturform zu übernehmen.