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Megaphobema robustum im Terrarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Kolumbianische Rotbein-Vogelspinne

Megaphobema robustum im Terrarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Kolumbianische Rotbein-Vogelspinne)
Megaphobema robustum (Kolumbianische Rotbein-Vogelspinne) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: John, Megaphobema robustum1, CC BY 2.0

Wissenswertes zu Megaphobema robustum (Kolumbianische Rotbein-Vogelspinne)

Die Megaphobema robustum, besser bekannt als Kolumbianische Rotbein-Vogelspinne, gehört zu den faszinierendsten Vertreterinnen der Vogelspinnen und ist aufgrund ihres imposanten Erscheinungsbildes und ihrer interessanten Verhaltensweisen bei Terrarianern sehr beliebt. Diese Art besticht durch ihre markanten Färbungen, ihr beeindruckendes Verhalten und die vergleichsweise robuste Haltung im Terrarium, was sie sowohl für erfahrene Halter als auch für ambitionierte Einsteiger interessant macht. In diesem Artikel werden alle wichtigen Aspekte von Herkunft über Haltung bis hin zu Zucht und Gesundheit behandelt.

Herkunft und natürlicher Lebensraum

Die Kolumbianische Rotbein-Vogelspinne stammt aus den tropischen Regionen Kolumbiens. Ihr Verbreitungsgebiet liegt vor allem in feuchten Regenwäldern, die ein ganzjährig warmes und feuchtes Klima bieten. In ihrem natürlichen Lebensraum bevorzugt die Art dicht bewaldete Gebiete mit hoher Bodenbedeckung, wie abgestorbenes Laub, kleine Äste und Wurzeln. Sie nutzt diese Umgebung sowohl als Versteck als auch zur Jagd. Die Kolumbianische Rotbein ist vor allem bodenbewohnend und lebt in selbst gegrabenen Erdlöchern oder unter natürlichen Verstecken. Gelegentlich findet man sie auch auf niedrigen Pflanzen oder unter Rindenstücken, doch ihre Hauptaktivität spielt sich nahe am Boden ab.

Das Klima in ihrer Heimat zeichnet sich durch Temperaturen zwischen 24 und 28 Grad Celsius sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit von 75 bis 85 Prozent aus. Regenzeiten sind regelmäßig, wodurch der Boden stets feucht, aber nicht dauerhaft nass ist. Dieses Habitat bietet nicht nur Nahrung in Form von Insekten und Kleintieren, sondern schützt die Spinne auch vor potenziellen Fressfeinden.

Gattung und Familie

Die Megaphobema robustum gehört zur Familie der Theraphosidae, einer der größten Familien innerhalb der Vogelspinnen. Innerhalb dieser Familie nimmt die Gattung Megaphobema eine besondere Stellung ein, da sie sich deutlich in Verhalten, Größe und Morphologie von anderen Gattungen unterscheidet. Die Tiere der Gattung Megaphobema sind bekannt für ihre Bodenorientierung, ihre imposante Körpergröße und ihr auffälliges Abwehrverhalten. Die Familie Theraphosidae umfasst sowohl boden- als auch baumbewohnende Arten, doch Megaphobema robustum gehört klar zu den terrestrischen Vertretern.

Beschreibung der Art und Aussehen

Megaphobema robustum ist eine mittelgroße bis große Vogelspinne mit einer beeindruckenden Spannweite von bis zu 18 Zentimetern. Die Art zeichnet sich besonders durch ihre markante Färbung aus: die Beine sind in kräftigem Rot bis Orange gefärbt, während der Körper dunkelbraun bis schwarz ist. Dieses Farbmuster macht die Spinne sehr attraktiv für Terrarienliebhaber.

Die Körperform ist robust, was der Art ihren Namen „robustum“ verleiht. Die Vorderbeine sind lang und kräftig, was die Spinne beim Graben und Klettern unterstützt. Die Behaarung ist dicht und dient sowohl der Sinneswahrnehmung als auch der Abwehr. Auffällig ist das defensive Verhalten der Art, bei dem sie ihre Beine aufstellt und ihre Haare abstreifen kann, um Angreifer abzuwehren. Diese sogenannten Urtikaria-Haare sind ein wichtiger Schutzmechanismus gegenüber Fressfeinden.

Verhalten

Die Kolumbianische Rotbein ist bodenbewohnend und eher nachtaktiv, was bedeutet, dass ihre Aktivität in der Dämmerung und nachts zunimmt. Tagsüber bleibt sie in ihrem Versteck, das sie oft selbst anlegt oder unter geeigneten Strukturen nutzt. Im Gegensatz zu manchen anderen Vogelspinnenarten ist Megaphobema robustum nicht besonders aggressiv, reagiert aber bei Bedrohung defensiv. Typische Verhaltensweisen sind das Aufstellen der Vorderbeine, das Scharren und das Abwerfen von Brennhaaren.

Interessant ist die Jagdtechnik der Art: Sie lauert ihren Beutetieren auf, indem sie Bewegungen auf dem Boden erkennt, und greift blitzschnell zu. Sie frisst sowohl wirbellose als auch kleine Wirbeltiere, wobei Insekten den Großteil der Ernährung ausmachen. Im Terrarium zeigt sie ein ähnliches Verhalten und nutzt ihre Verstecke intensiv, um Sicherheit zu gewinnen.

Haltung im Terrarium

Die Haltung von Megaphobema robustum ist vergleichsweise unkompliziert, wenn die Grundbedürfnisse der Art beachtet werden. Da es sich um eine bodenbewohnende Spinne handelt, ist ein geräumiges Terrarium mit ausreichender Bodenfläche entscheidend. Ein Mindestmaß von 50 x 50 cm bei adulten Terrarientieren wird empfohlen. Die Einrichtung sollte aus einer dicken Bodenschicht bestehen, die sowohl grabfähig als auch feuchtigkeitsbeständig ist, etwa Kokosfasersubstrat, Blumenerde oder eine Mischung aus Torf und Sand. Eine Bodentiefe von mindestens 10 bis 15 cm erlaubt der Spinne das Graben von Höhlen und Verstecken.

Zusätzlich sollten stabile Verstecke bereitgestellt werden, wie Korkröhren, flache Steine oder Rindenstücke. Pflanzen können das Terrarium optisch bereichern und dienen als zusätzliche Verstecke, sind aber nicht zwingend notwendig. Die Einrichtung sollte robust sein, da die Spinne beim Graben und Erkunden der Umgebung aktiv ist.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Die Kolumbianische Rotbein benötigt ein tropisches Klima. Ideal sind Temperaturen zwischen 24 und 28 Grad Celsius am Tag und leicht abfallend in der Nacht, jedoch nicht unter 20 Grad. Wärmequellen wie Heizmatten oder Keramikstrahler können helfen, ein gleichmäßiges Klima zu gewährleisten. Wichtig ist, dass die Spinne nicht direkter Hitze ausgesetzt wird, sondern die Wärme über das Substrat oder die Umgebung erfolgt.

Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 75 und 85 Prozent liegen. Dies kann durch regelmäßiges Besprühen des Substrats oder durch die Verwendung von Wasserbecken erreicht werden. Das Terrarium muss gut belüftet sein, um Schimmelbildung zu vermeiden. Feuchtigkeitsmesser sind empfehlenswert, um konstante Bedingungen zu gewährleisten.

Fütterung

Megaphobema robustum ist ein insektivorer Räuber, der hauptsächlich lebende Insekten wie Heimchen, Grillen, Heuschrecken und kleine Käfer frisst. Gelegentlich werden auch kleine Wirbeltiere wie kleine Mäuse oder Eidechsen angenommen, wobei dies nur ausgewachsenen Tieren empfohlen wird. Die Fütterung sollte regelmäßig erfolgen, je nach Alter und Größe etwa ein- bis zweimal pro Woche. Jungtiere benötigen häufiger Futter, um ein gesundes Wachstum zu gewährleisten.

Es ist wichtig, auf die Größe der Beute zu achten. Die Insekten sollten nicht größer als der Körper der Spinne sein, um Verletzungen zu vermeiden. Zusätzlich sollte das Futter abwechslungsreich sein, um eine ausgewogene Ernährung zu gewährleisten. Frisches Wasser sollte stets verfügbar sein, entweder in Form eines flachen Beckens oder durch Besprühen des Substrats.

Giftigkeit

Megaphobema robustum besitzt wie alle Vogelspinnen ein Gift, das zur Beutefang- und Verteidigungsfunktion dient. Das Gift ist jedoch für den Menschen nicht gefährlich, kann aber leichte lokale Reaktionen wie Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz verursachen. Wesentlicher ist die Abwehr durch die Urtikaria-Haare, die bei Haut- oder Augenberührung unangenehm sein können. Für Allergiker oder empfindliche Personen ist Vorsicht geboten, insbesondere beim Reinigen des Terrariums oder beim Umgang mit der Spinne.

Vermehrung und Zucht

Die Zucht von Megaphobema robustum ist möglich, erfordert jedoch Erfahrung und genaue Beobachtung. Die Art zeigt kein ausgeprägtes Balzverhalten, die Paarung sollte daher unter sicheren Bedingungen erfolgen. Männchen erreichen die Geschlechtsreife früher als Weibchen und sollten vorsichtig ausgewählt werden, um Aggressionen zu vermeiden. Nach der Paarung legt das Weibchen ein Eipaket (Oothek), das sorgfältig überwacht werden muss. Die Inkubationszeit beträgt mehrere Wochen, während der die Oothek konstant feucht und warm gehalten werden sollte.

Nach dem Schlüpfen sind die Jungtiere sehr klein und empfindlich. Sie benötigen kleine Beutetiere wie Fruchtfliegen oder winzige Heimchen und eine konstante Luftfeuchtigkeit. Die Aufzucht ist arbeitsintensiv, aber bei erfolgreicher Haltung können die Jungtiere innerhalb von ein bis zwei Jahren ausgewachsen sein.

Mögliche Krankheiten

Wie alle Terrarientiere kann auch Megaphobema robustum an Haltungsbedingten Krankheiten leiden. Zu den häufigsten Problemen zählen Pilz- oder Bakterieninfektionen, die durch zu hohe Luftfeuchtigkeit oder schlechte Belüftung entstehen. Anzeichen sind veränderte Farbe, Schwäche oder ungewöhnliches Verhalten. Häufige Verletzungen entstehen durch Stürze oder falsches Substrat. Eine regelmäßige Kontrolle des Terrariums, der Luftfeuchtigkeit und des Gesundheitszustands der Spinne ist daher essenziell.

Alternative Bezeichnungen

Megaphobema robustum wird neben Kolumbianische Rotbein-Vogelspinne auch einfach als Rotbein-Vogelspinne bezeichnet. Aufgrund ihres auffälligen Erscheinungsbildes und der Herkunft aus Kolumbien hat sich der Name Kolumbianische Rotbein im Fachhandel etabliert. In der Terraristik wird die Art manchmal auch unter ihrer Gattungsbezeichnung Megaphobema geführt, insbesondere bei wissenschaftlich orientierten Haltern.

Häufig gestellte Fragen

Ist Megaphobema robustum aggressiv?

Die Art ist defensiv, aber nicht aggressiv. Sie reagiert auf Bedrohungen mit Abwehrverhalten, nicht mit Angriffen.

Wie lange lebt eine Kolumbianische Rotbein?

Weibchen können bis zu 15 Jahre alt werden, Männchen meist deutlich kürzer.

Kann man sie mit anderen Vogelspinnen zusammenhalten?

Nein, Megaphobema robustum sollte einzeln gehalten werden, um Kannibalismus zu vermeiden.

Brauchen sie spezielle Beleuchtung?

Nein, normales Tageslicht reicht aus. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden.

Wie erkennt man die Geschlechter?

Männchen haben längere und schlankere Beine sowie deutlich ausgebildete Pedipalpen, Weibchen sind kompakter und größer.

Fazit

Die Megaphobema robustum ist eine faszinierende, bodenbewohnende Vogelspinne, die sowohl durch ihr Erscheinungsbild als auch durch ihr interessantes Verhalten besticht. Mit einer sorgfältigen Terrariengestaltung, passenden Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen sowie einer abwechslungsreichen Fütterung kann diese Art erfolgreich gehalten und sogar gezüchtet werden. Ihre defensive Natur, die auffälligen roten Beine und die robuste Körperform machen sie zu einem Höhepunkt in jedem Terrarium. Für Terrarianer, die sich für tropische, bodenbewohnende Vogelspinnen interessieren, bietet die Kolumbianische Rotbein eine ideale Kombination aus Ästhetik, Verhalten und relativ einfacher Pflege.

Die Art ist robust genug, um auch Einsteiger mit gewisser Erfahrung nicht zu überfordern, gleichzeitig interessant genug, um erfahrene Halter langfristig zu begeistern. Ihre Haltung verlangt Aufmerksamkeit und Sorgfalt, belohnt aber mit einzigartigen Einblicken in das Verhalten und die Biologie einer der spektakulärsten Vogelspinnenarten Südamerikas.

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