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Dascyllus carneus im Aquarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Weißschwanz-Preußenfisch

Dascyllus carneus im Aquarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Weißschwanz-Preußenfisch)
Dascyllus carneus (Weißschwanz-Preußenfisch) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: (c) Storm Martin, some rights reserved (CC BY), Indian Dascyllus, Anantara Kihavah, house reef, Baa Atoll, Maldives imported from iNaturalist photo 296753507, CC BY 4.0

Wissenswertes zu Dascyllus carneus (Weißschwanz-Preußenfisch)

Der Weißschwanz-Preußenfisch, wissenschaftlich Dascyllus carneus, gehört zu den eher unbekannten, aber äußerst interessanten Rifffischen für die Meerwasseraquaristik. Während viele Aquarianer vor allem auf Klassiker wie Clownfische oder Doktorfische setzen, lohnt sich ein genauerer Blick auf diese Art. Sie kombiniert ein attraktives, kontrastreiches Erscheinungsbild mit spannenden Verhaltensweisen und einer robusten Natur, bringt aber auch einige Besonderheiten mit, die man vor der Haltung unbedingt kennen sollte.

Herkunft und natürlicher Lebensraum

Dascyllus carneus stammt aus dem Indopazifik. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile des westlichen und zentralen Pazifiks sowie des östlichen Indischen Ozeans. Besonders häufig wird er in Regionen wie Indonesien, Papua-Neuguinea, den Philippinen, dem Great Barrier Reef sowie rund um Mikronesien und Melanesien beobachtet.

In der Natur lebt der Weißschwanz-Preußenfisch bevorzugt in Korallenriffen, meist in Lagunen oder an geschützten Riffhängen. Er hält sich überwiegend in Tiefen zwischen etwa 1 und 20 Metern auf, gelegentlich auch tiefer. Typisch ist seine enge Bindung an verzweigte Steinkorallen, vor allem aus den Gattungen Acropora und Pocillopora. Diese Korallen dienen ihm als Schutz vor Fressfeinden, als Rückzugsort und als Zentrum seines Reviers.

Das Wasser in diesen Lebensräumen ist klar, sauerstoffreich und nährstoffarm, mit stabilen Temperaturen zwischen etwa 24 und 28 °C. Die Strömung kann je nach Standort moderat bis kräftig sein, was auch im Aquarium berücksichtigt werden sollte.

Gattung und Familie

Familie: Pomacentridae (Riffbarsche)

Dascyllus carneus gehört zur Familie der Pomacentridae, besser bekannt als Riffbarsche oder Demoisellen. Diese Familie umfasst mehrere hundert Arten und ist für die Meerwasseraquaristik von großer Bedeutung. Pomacentriden sind meist relativ klein, farbenfroh und zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten.

Gattung: Dascyllus

Die Gattung Dascyllus umfasst mehrere Arten, die oft schwarz-weiß oder kontrastreich gefärbt sind. Bekannte Vertreter sind unter anderem Dascyllus aruanus (Dreistreifen-Preußenfisch) oder Dascyllus trimaculatus (Dreifleck-Preußenfisch). Typisch für die Gattung ist die enge Bindung an Korallen und ein oft recht durchsetzungsstarkes Verhalten, vor allem gegenüber Artgenossen oder ähnlich gebauten Fischen.

Beschreibung der Art

Dascyllus carneus ist ein relativ kompakt gebauter Riffbarsch mit hochrückigem Körper. Er wirkt auf den ersten Blick schlicht, entfaltet aber bei genauerem Hinsehen einen ganz eigenen Charme. Die Art wird in der Regel zwischen 6 und 8 Zentimeter groß, wobei Weibchen meist etwas kräftiger und größer werden als Männchen.

In freier Wildbahn lebt der Weißschwanz-Preußenfisch häufig in kleinen Gruppen oder lockeren Verbänden, insbesondere als Jungtier. Mit zunehmendem Alter und Geschlechtsreife werden die Tiere territorialer und beanspruchen feste Reviere rund um ihre bevorzugten Korallen.

Aussehen und Färbung

Das auffälligste Merkmal von Dascyllus carneus ist die zweifarbige Körperfärbung. Der vordere und mittlere Körperbereich ist meist dunkelgrau bis schwarz gefärbt, während der hintere Teil inklusive Schwanzflosse deutlich heller erscheint. Dieser helle Bereich wirkt oft weißlich bis cremefarben, was der Art ihren deutschen Namen „Weißschwanz-Preußenfisch“ eingebracht hat.

Die Intensität der Farben kann je nach Stimmung, Alter, sozialem Status und Umgebung variieren. Unter Stress oder bei Revierkämpfen dunkelt der Körper oft nach. Jungtiere sind häufig etwas kontrastreicher gefärbt als adulte Tiere.

Die Flossen sind relativ kurz, aber kräftig. Die Rückenflosse ist durchgehend und typisch für Riffbarsche mit harten und weichen Flossenstrahlen ausgestattet. Die Augen sind im Verhältnis zum Körper recht groß, was dem Fisch einen wachsamen, fast neugierigen Ausdruck verleiht.

Verhalten und Sozialstruktur

Das Verhalten von Dascyllus carneus ist einer der wichtigsten Punkte, den man vor der Haltung kennen sollte. Wie viele Vertreter der Pomacentridae zeigt auch diese Art ein ausgeprägtes Revierverhalten. Besonders ausgewachsene Tiere verteidigen ihren Bereich energisch gegen Eindringlinge.

Innerartliches Verhalten

Gegenüber Artgenossen kann der Weißschwanz-Preußenfisch recht ruppig sein. In zu kleinen Aquarien oder bei falscher Gruppenstruktur kommt es schnell zu Dauerstress, Verfolgungsjagden und Verletzungen. In der Natur leben Jungtiere oft in Gruppen, während adulte Tiere eher paarweise oder einzeln in einem festen Revier anzutreffen sind.

Verhalten gegenüber anderen Fischen

Gegenüber anderen Arten ist Dascyllus carneus meist selbstbewusst, manchmal sogar dominant. Sehr ruhige oder scheue Fische können durch seine Präsenz eingeschüchtert werden. Größere, durchsetzungsfähige Arten ignorieren ihn hingegen meist. Wichtig ist eine passende Vergesellschaftung und ausreichend Platz.

Aktivität

Der Weißschwanz-Preußenfisch ist tagaktiv und ständig in Bewegung. Er schwimmt meist in der Nähe seines Unterschlupfs, entfernt sich aber auch immer wieder für kurze Streifzüge, um Futter aufzunehmen oder sein Revier zu kontrollieren.

Haltung im Aquarium

Aquariengröße

Für die dauerhafte Haltung von Dascyllus carneus empfiehlt sich ein Meerwasseraquarium ab etwa 250 bis 300 Litern. Einzelhaltung ist möglich, aber nicht zwingend artgerecht. Für ein Paar oder eine kleine Gruppe sollte das Becken entsprechend größer sein, idealerweise ab 400 Litern, um Revierbildung und Ausweichmöglichkeiten zu gewährleisten.

Einrichtung

Eine strukturreiche Einrichtung ist entscheidend. Lebendgestein mit vielen Spalten, Höhlen und Überhängen bietet Rückzugsorte und hilft, Reviergrenzen zu etablieren. Besonders wichtig sind verzweigte Strukturen, die an die natürlichen Korallenhabitate erinnern. Auch wenn im Aquarium nicht zwingend SPS-Korallen vorhanden sein müssen, fühlt sich der Fisch in deren Nähe oft besonders wohl.

Wasserwerte

Dascyllus carneus gilt als relativ tolerant, bevorzugt aber stabile, riffähnliche Wasserwerte:

  • Temperatur: 24–26 °C
  • Salzgehalt: 34–35 PSU
  • pH-Wert: 8,0–8,4
  • Karbonathärte: 7–9 dKH
  • Nitrat: möglichst unter 20 mg/l
  • Phosphat: niedrig, aber nicht null

Stabilität ist wichtiger als das exakte Treffen eines Idealwerts. Häufige Schwankungen führen zu Stress und erhöhter Krankheitsanfälligkeit.

Strömung und Beleuchtung

Eine moderate bis kräftige Strömung kommt dem natürlichen Habitat entgegen. Der Fisch nutzt die Strömung aktiv, sollte aber auch ruhigere Zonen im Becken vorfinden. Die Beleuchtung ist für ihn selbst weniger entscheidend, richtet sich aber meist nach den gehaltenen Korallen.

Ernährung

Dascyllus carneus ist ein Allesfresser mit Schwerpunkt auf tierischer Nahrung. In der Natur ernährt er sich von Zooplankton, kleinen Krebstieren, Algenbestandteilen und detritischem Material.

Im Aquarium nimmt er problemlos:

  • Frostfutter wie Mysis, Artemia, Cyclops
  • feines Krill
  • hochwertiges Granulat- und Flockenfutter für Meerwasserfische
  • gelegentlich pflanzliche Anteile, zum Beispiel Spirulina

Eine abwechslungsreiche Fütterung stärkt das Immunsystem und fördert intensive Farben. Mehrere kleine Fütterungen pro Tag sind besser als eine große.

Giftigkeit

Dascyllus carneus ist nicht giftig und stellt weder für andere Aquarienbewohner noch für den Menschen eine toxische Gefahr dar. Allerdings sollte man beachten, dass Riffbarsche allgemein recht wehrhaft sein können. Beim Hantieren im Aquarium, etwa beim Umsetzen von Steinen oder Korallen in der Nähe seines Reviers, kann es vorkommen, dass der Fisch versucht zu zwicken. Diese Bisse sind harmlos, können aber erschrecken.

Vermehrung und Zucht

Fortpflanzungsverhalten

In der Natur und auch im Aquarium zeigt Dascyllus carneus ein interessantes Fortpflanzungsverhalten. Die Art ist substratlaichend. Das Männchen bereitet eine geeignete Laichstelle vor, meist eine gereinigte Fläche auf einem Stein oder in der Nähe eines Unterschlupfs.

Das Weibchen legt dort mehrere hundert Eier ab, die vom Männchen befruchtet werden. Anschließend übernimmt das Männchen die Bewachung und Pflege des Geleges. Es befächelt die Eier mit den Flossen, um sie mit Sauerstoff zu versorgen, und verteidigt sie aggressiv gegen potenzielle Fressfeinde.

Schlupf und Larvenphase

Nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven. Ab diesem Zeitpunkt wird die Zucht im Aquarium anspruchsvoll. Die Larven sind sehr klein und pelagisch, das heißt, sie treiben frei im Wasser. Sie benötigen extrem feines Lebendfutter wie Rädertierchen und später frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien.

Zucht im Aquarium

Die erfolgreiche Nachzucht von Dascyllus carneus gelingt bisher nur wenigen spezialisierten Züchtern. Hauptprobleme sind:

  • die Aufzucht der empfindlichen Larven
  • der hohe Futteraufwand
  • die Notwendigkeit separater Aufzuchtbecken

Für den normalen Hobbyaquarianer ist die Zucht zwar theoretisch möglich, praktisch aber sehr anspruchsvoll.

Mögliche Krankheiten

Wie viele Meerwasserfische ist auch der Weißschwanz-Preußenfisch anfällig für typische Erkrankungen, vor allem bei Stress oder schlechten Wasserwerten.

Häufige Krankheiten:

  • Cryptocaryon irritans (Pünktchenkrankheit)
  • Amyloodinium (Samtkrankheit)
  • bakterielle Infektionen bei Verletzungen
  • Flossenfransigkeit

Vorbeugung:

Eine stabile Wasserqualität, ausgewogene Ernährung und eine stressarme Vergesellschaftung sind die beste Vorsorge. Neu eingesetzte Fische sollten idealerweise in Quarantäne beobachtet werden, um Krankheiten nicht ins Hauptbecken einzuschleppen.

Alternative Bezeichnungen und Namen

Neben der wissenschaftlichen Bezeichnung Dascyllus carneus sind folgende Namen gebräuchlich:

  • Weißschwanz-Preußenfisch
  • Weißschwanz-Demoiselle
  • White-tail Damselfish
  • White-tailed Dascyllus

Je nach Region und Händler können unterschiedliche Trivialnamen verwendet werden, was gelegentlich zu Verwechslungen mit ähnlichen Arten führen kann.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist Dascyllus carneus für Anfänger geeignet?

Bedingt. Die Art ist robust und frisst fast alles, ihr territoriales Verhalten kann Anfänger jedoch überfordern, wenn das Becken zu klein oder falsch besetzt ist.

Kann man ihn mit Clownfischen vergesellschaften?

In größeren Aquarien ja, in kleineren Becken kann es zu Revierkonflikten kommen.

Wie alt wird der Weißschwanz-Preußenfisch?

Bei guter Pflege sind 5 bis 8 Jahre, teilweise auch länger, realistisch.

Braucht er zwingend Korallen?

Nein, aber strukturreiche Einrichtung und verzweigte Strukturen sind sehr wichtig für sein Wohlbefinden.

Ist Einzelhaltung artgerecht?

Kurzfristig ja, langfristig ist die Haltung als Paar oder in einer gut geplanten Gruppe natürlicher, erfordert aber mehr Platz.

Fazit

Dascyllus carneus ist ein spannender Meerwasserfisch, der zu Unrecht oft im Schatten bekannterer Arten steht. Sein kontrastreiches Aussehen, sein lebhaftes Verhalten und seine Robustheit machen ihn zu einem attraktiven Bewohner für gut geplante Riffaquarien. Gleichzeitig erfordert er ein gewisses Maß an Erfahrung, insbesondere im Umgang mit territorialen Fischen und bei der Beckenplanung.

Wer ihm ausreichend Platz, stabile Wasserwerte und eine durchdachte Vergesellschaftung bietet, wird mit einem aktiven, langlebigen und charakterstarken Fisch belohnt. Für Aquarianer, die über den Tellerrand hinausblicken und nicht nur die üblichen Standardarten pflegen möchten, ist der Weißschwanz-Preußenfisch definitiv eine Überlegung wert.

Haltungsbedingungen

Um Dascyllus carneus (Weißschwanz-Preußenfisch) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Aquarien hergestellt werden können.

  • Wassertemperatur: 24° bis 26°C
  • pH-Wert: 8.0 bis 8.4
  • Mindestaquariengröße: 250 Liter