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Neoglyphidodon thoracotaeniatus im Aquarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Kopfstreifen-Riffbarsch

Neoglyphidodon thoracotaeniatus im Aquarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Kopfstreifen-Riffbarsch)
Neoglyphidodon thoracotaeniatus (Kopfstreifen-Riffbarsch) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: Rickard Zerpe, Western barhead damsel (Neoglyphidodon thoracotaeniatus) (39851325583), CC BY 2.0

Wissenswertes zu Neoglyphidodon thoracotaeniatus (Kopfstreifen-Riffbarsch)

Der Neoglyphidodon thoracotaeniatus, im Deutschen meist als Kopfstreifen-Riffbarsch bezeichnet, gehört zu den auffälligeren, aber auch anspruchsvolleren Vertretern der Riffbarsche. Er ist kein typischer „Anfängerfisch“, wird aber aufgrund seines kontrastreichen Erscheinungsbildes, seines interessanten Sozialverhaltens und seiner Robustheit dennoch regelmäßig nachgefragt. Wer sich intensiver mit dieser Art beschäftigt, merkt schnell, dass sie weit mehr ist als nur ein hübscher Farbtupfer im Meerwasseraquarium.

Herkunft und natürlicher Lebensraum

Neoglyphidodon thoracotaeniatus stammt aus dem Indopazifik. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über große Teile des westlichen und zentralen Pazifiks. Besonders häufig findet man ihn in den Küstenregionen Indonesiens, auf den Philippinen, rund um Papua-Neuguinea sowie an den Riffen Nordaustraliens. Auch im Bereich des südlichen Japan und einiger Inselgruppen im westlichen Pazifik ist die Art nachgewiesen.

In der Natur lebt der Kopfstreifen-Riffbarsch bevorzugt in flachen Korallenriffen, Lagunen und an geschützten Außenriffen. Er hält sich meist in Tiefen zwischen einem und zwanzig Metern auf. Besonders Jungtiere sind oft in sehr flachen Bereichen zu finden, wo sie Schutz zwischen verzweigten Steinkorallen oder dichten Algenpolstern suchen. Erwachsene Tiere besetzen feste Reviere in Riffnähe und verteidigen diese energisch gegen Eindringlinge.

Der natürliche Lebensraum ist geprägt von stabilen Wasserwerten, guter Sauerstoffversorgung, moderater Strömung und einer hohen strukturellen Vielfalt. Diese Faktoren spielen später auch für die erfolgreiche Haltung im Aquarium eine entscheidende Rolle.

Gattung und Familie

Der Kopfstreifen-Riffbarsch gehört zur Familie der Pomacentridae, also der Riffbarsche. Diese Familie umfasst mehrere hundert Arten, darunter auch die bekannten Clownfische der Gattung Amphiprion. Pomacentriden sind überwiegend kleine bis mittelgroße Meeresfische, die eine wichtige Rolle im Ökosystem der Korallenriffe spielen.

Systematische Einordnung

  • Klasse: Actinopterygii (Strahlenflosser)
  • Ordnung: Ovalentaria
  • Familie: Pomacentridae (Riffbarsche)
  • Gattung: Neoglyphidodon
  • Art: Neoglyphidodon thoracotaeniatus

Die Gattung Neoglyphidodon umfasst mehrere Arten, die sich optisch teilweise ähneln, vor allem im Jugendstadium. Viele Arten zeigen im Laufe ihres Lebens deutliche Farbveränderungen, was die Bestimmung nicht immer einfach macht.

Beschreibung der Art

Neoglyphidodon thoracotaeniatus ist ein typischer Vertreter der eher robusten, revierbildenden Riffbarsche. Er wächst vergleichsweise langsam und erreicht im Aquarium wie auch in der Natur eine Endgröße von etwa 10 bis 12 Zentimetern. Damit gehört er zu den mittelgroßen Pomacentriden.

Schon früh im Leben beginnen die Tiere damit, feste Reviere zu besetzen. Diese werden nicht nur gegen Artgenossen, sondern auch gegen andere Fische verteidigt, die als Bedrohung wahrgenommen werden. Dieses Verhalten prägt den Charakter der Art und sollte bei der Aquarienplanung unbedingt berücksichtigt werden.

Aussehen und Farbentwicklung

Das Aussehen von Neoglyphidodon thoracotaeniatus verändert sich im Laufe seines Lebens deutlich. Gerade diese Farbveränderung sorgt oft für Überraschungen bei Aquarianern, die das Tier als Jungfisch erwerben.

Jungtiere

Jungtiere sind meist sehr kontrastreich gefärbt. Der Körper ist dunkel, oft tiefschwarz oder dunkelblau, mit mehreren hellblauen oder weißlichen Quer- und Längsstreifen. Besonders auffällig ist der helle Streifen im Kopf- und Brustbereich, der der Art ihren deutschen Namen „Kopfstreifen-Riffbarsch“ eingebracht hat. Diese Zeichnung dient in der Natur vermutlich sowohl der Tarnung als auch der Kommunikation mit Artgenossen.

Adulte Tiere

Mit zunehmendem Alter verblassen die Streifen bei vielen Individuen deutlich oder verschwinden fast vollständig. Erwachsene Tiere zeigen meist eine dunkle, einheitlich graubraune bis dunkelblaue Färbung. Je nach Stimmung, Licht und Umgebung können die Farben variieren. Unter optimalen Bedingungen wirkt der Körper kräftig und leicht metallisch schimmernd.

Die Flossen sind meist dunkler gefärbt und relativ kräftig ausgebildet. Die Körperform ist hochrückig und seitlich abgeflacht, typisch für Riffbarsche.

Verhalten und Charakter

Das Verhalten von Neoglyphidodon thoracotaeniatus ist einer der wichtigsten Aspekte bei der Entscheidung für oder gegen diese Art. Er ist kein friedlicher Gemeinschaftsfisch im klassischen Sinne.

Territorialverhalten

Der Kopfstreifen-Riffbarsch ist stark territorial. Er beansprucht ein festes Revier, das er konsequent verteidigt. Dabei zeigt er wenig Zurückhaltung und kann deutlich aggressiv werden, insbesondere gegenüber kleineren oder ruhigen Fischen. Auch deutlich größere Fische werden nicht immer verschont, wenn sie dem Revier zu nahe kommen.

Sozialverhalten

Gegenüber Artgenossen ist das Verhalten ebenfalls angespannt. In kleinen Aquarien sollte man Neoglyphidodon thoracotaeniatus grundsätzlich einzeln halten. Eine Paar- oder Gruppenhaltung ist nur in sehr großen Becken mit klar strukturierten Revieren möglich und selbst dann nicht immer dauerhaft stabil.

Aktivität

Die Art ist tagaktiv und ständig in Bewegung. Sie patrouilliert ihr Revier, frisst Aufwuchs von Steinen und zeigt ein wachsames Verhalten. Dieses aktive Auftreten macht sie für viele Aquarianer interessant, kann aber auch stressig für andere Beckenbewohner sein.

Haltung im Aquarium

Die Haltung von Neoglyphidodon thoracotaeniatus erfordert Planung, Erfahrung und ein passendes Becken. Auch wenn die Art als robust gilt, ist sie kein unkomplizierter Fisch für jedes Meerwasseraquarium.

Aquariengröße

Für ein einzelnes Tier sollte das Meerwasseraquarium mindestens 500 Liter fassen. Größer ist immer besser, da ein größeres Becken mehr Möglichkeiten zur Strukturierung bietet und Aggressionen besser verteilt werden können. In kleineren Becken kommt es fast zwangsläufig zu Problemen mit anderen Fischen.

Beckenstruktur

Eine strukturreiche Einrichtung ist essenziell. Lebendgestein mit vielen Höhlen, Spalten und Sichtbarrieren hilft dabei, Reviergrenzen zu definieren und Stress zu reduzieren. Offene Schwimmzonen sollten ebenso vorhanden sein wie geschützte Rückzugsorte.

Wasserwerte

Stabile Wasserwerte sind entscheidend für langfristigen Erfolg:

  • Temperatur: 24–26 °C
  • pH-Wert: 8,0–8,4
  • Karbonathärte: 7–9 dKH
  • Dichte: 1,022–1,025
  • Nitrat: möglichst unter 20 mg/l

Neoglyphidodon thoracotaeniatus reagiert empfindlich auf starke Schwankungen, auch wenn er kurzfristig einiges verzeiht.

Strömung und Beleuchtung

Eine moderate bis kräftige Strömung ist ideal. Sie sollte abwechslungsreich sein und keine toten Zonen entstehen lassen. Die Beleuchtung richtet sich weniger nach dem Fisch als nach den gepflegten Korallen, wird aber von dieser Art gut toleriert.

Vergesellschaftung

Die Vergesellschaftung ist der kritischste Punkt. Geeignet sind robuste, selbstbewusste Fische ähnlicher Größe, die nicht zu ruhig oder scheu sind. Sehr kleine Fische, friedliche Grundeln oder langsam schwimmende Arten sind ungeeignet.

Andere aggressive oder territoriale Arten können funktionieren, wenn das Becken groß genug ist und ausreichend Reviere bietet. Trotzdem bleibt ein Restrisiko.

Ernährung und Fütterung

In der Natur ist Neoglyphidodon thoracotaeniatus ein Allesfresser. Er ernährt sich von Algenaufwuchs, kleinen Wirbellosen, Zooplankton und organischen Partikeln.

Futter im Aquarium

Im Aquarium ist die Art wenig wählerisch. Geeignet sind:

  • Frostfutter wie Mysis, Artemia, Krill
  • Hochwertiges Granulat und Flockenfutter
  • Pflanzliche Anteile wie Algenflocken oder Spirulina

Eine abwechslungsreiche Ernährung fördert Gesundheit, Farben und Vitalität. Mehrere kleine Fütterungen pro Tag sind besser als eine große Portion.

Giftigkeit und mögliche Gefahren

Neoglyphidodon thoracotaeniatus gilt nicht als giftig im klassischen Sinne. Er besitzt keine Giftdrüsen oder Stacheln mit toxischer Wirkung. Dennoch kann er durch sein aggressives Verhalten zu Verletzungen bei anderen Fischen führen.

Auch gegenüber dem Pfleger kann es in seltenen Fällen zu kleinen Bissen kommen, etwa bei Arbeiten im Becken. Diese sind unangenehm, aber ungefährlich.

Vermehrung und Zucht

Die Zucht von Neoglyphidodon thoracotaeniatus im Aquarium ist anspruchsvoll, aber grundsätzlich möglich. In der Natur handelt es sich um einen substratlaichenden Fisch.

Paarbildung

Die Paarbildung erfolgt meist über längere Zeit. Ein harmonierendes Paar ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Fortpflanzung. Eine gezielte Geschlechtsunterscheidung ist äußerlich kaum möglich, was die Zucht zusätzlich erschwert.

Laichverhalten

Das Weibchen legt die Eier auf einem festen Substrat ab, meist auf einem gereinigten Stein oder einer glatten Fläche. Das Männchen übernimmt anschließend die Bewachung und Pflege der Eier. Es fächelt ihnen Frischwasser zu und verteidigt das Gelege aggressiv.

Aufzucht der Larven

Nach dem Schlupf sind die Larven planktonisch und sehr klein. Die Aufzucht erfordert spezielle Aufzuchtbecken, feinstes Lebendfutter und viel Erfahrung. Aus diesem Grund stammen die meisten im Handel erhältlichen Tiere weiterhin aus Wildfängen.

Mögliche Krankheiten

Bei guter Pflege ist Neoglyphidodon thoracotaeniatus relativ widerstandsfähig. Dennoch können typischen Meerwassererkrankungen auftreten.

Häufige Probleme:

  • Pünktchenkrankheit bei Stress oder Neueinsetzung
  • Flossenfransigkeit durch Revierkämpfe
  • Parasiten bei schlechter Wasserqualität

Vorbeugung ist der beste Schutz. Dazu gehören Quarantäne neuer Tiere, stabile Wasserwerte und eine ausgewogene Ernährung.

Alternative Bezeichnungen

Neoglyphidodon thoracotaeniatus ist unter verschiedenen Namen bekannt, darunter:

  • Kopfstreifen-Riffbarsch
  • Kopfband-Riffbarsch
  • Thorax-Riffbarsch
  • Englisch: Thoracotaeniatus Damselfish

Diese Bezeichnungen können je nach Händler oder Region variieren.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Ist Neoglyphidodon thoracotaeniatus für Anfänger geeignet?

Eher nicht. Die Art ist robust, aber ihr aggressives Verhalten erfordert Erfahrung im Umgang mit Meerwasserfischen und eine durchdachte Beckenplanung.

Kann man mehrere Exemplare zusammen halten?

Nur in sehr großen Aquarien und mit viel Erfahrung. In den meisten Fällen kommt es zu aggressiven Auseinandersetzungen.

Frisst der Kopfstreifen-Riffbarsch Korallen?

In der Regel nicht. Gelegentliches Zupfen an Aufwuchs ist normal, echte Korallenpolypen werden meist ignoriert.

Wie alt kann die Art werden?

Bei guter Pflege sind Lebensdauern von über 10 Jahren möglich.

Fazit

Neoglyphidodon thoracotaeniatus ist ein faszinierender, charakterstarker Riffbarsch, der durch sein Verhalten und seine Entwicklung vom kontrastreichen Jungfisch zum dunklen, selbstbewussten Adulttier beeindruckt. Er ist robust, langlebig und aktiv, stellt aber hohe Anforderungen an Aquariengröße, Struktur und Vergesellschaftung.

Wer bereit ist, diese Anforderungen zu erfüllen und sich bewusst auf einen territorialen Fisch einlässt, wird mit einem spannenden Pflegling belohnt, der im Meerwasseraquarium eine dominante und lebendige Rolle einnimmt. Für ruhige Gesellschaftsbecken ist er ungeeignet, für spezialisierte Riffaquarien mit erfahrenem Halter jedoch eine interessante und lohnende Art.

Haltungsbedingungen

Um Neoglyphidodon thoracotaeniatus (Kopfstreifen-Riffbarsch) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Aquarien hergestellt werden können.

  • Wassertemperatur: 24° bis 26°C
  • pH-Wert: 8.0 bis 8.4
  • Mindestaquariengröße: 500 Liter