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Daphnien: Wasserflöhe als wertvolles Lebendfutter im Aquarium

Einrichtungsbeispiele mit Daphnien

Lesezeit: ca. 16 Minuten
Daphnien: Wasserflöhe als wertvolles Lebendfutter im Aquarium (Einrichtungsbeispiele mit Daphnien)
Daphnien (Wasserflöhe)

Wissenswertes zu Daphnien (Wasserflöhe)

Daphnien gehören zu den bekanntesten Lebendfuttersorten in der Aquaristik und sind für viele Aquarianer weit mehr als nur ein gelegentlicher Leckerbissen für Zierfische. Die kleinen Krebstiere, die im Deutschen meist als Wasserflöhe bezeichnet werden, bewegen sich ruckartig durchs Wasser, werden von Fischen aufmerksam verfolgt und lösen ein natürliches Jagdverhalten aus. Genau darin liegt einer ihrer größten Vorteile: Daphnien bringen Bewegung, Abwechslung und Beschäftigung in den Speiseplan. Sie sind nährstoffreich, gut verdaulich und eignen sich für viele Süßwasserfische, Garnelen und Jungfische, sofern die Größe passt.

Besonders interessant ist, dass Daphnien nicht nur als Futtertiere eine Rolle spielen. Sie stehen in der Natur für ein funktionierendes Kleingewässer, filtern Schwebstoffe aus dem Wasser und vermehren sich unter günstigen Bedingungen erstaunlich schnell. Wer sich intensiver mit ihnen beschäftigt, versteht viele biologische Zusammenhänge im Aquarium besser. Dazu gehören Futterketten, Wasserqualität, Nährstoffkreisläufe und die Bedeutung abwechslungsreicher Ernährung.

Die wichtigsten Fakten zu Daphnien

Merkmal Beschreibung
Deutscher Name Wasserflöhe
Wissenschaftliche Einordnung Kleine Krebstiere aus der Gruppe der Kiemenfußkrebse
Typische Verwendung Lebendfutter, Frostfutter, gelegentlich Staubfutterbestandteil
Geeignet für Viele Süßwasserfische, Jungfische größerer Arten, Garnelen als Resteverwerter
Futterwert Proteinreich, ballaststoffreich, gut verdaulich
Besonderheit Regen natürliches Jagdverhalten an
Haltung In Eimern, Wannen, Regentonnen oder separaten Kulturgefäßen möglich
Vermehrung Bei guten Bedingungen sehr schnell durch Jungfernzeugung
Risiko Herkunft aus belasteten Gewässern kann problematisch sein
Aquaristischer Nutzen Abwechslungsreiche Ernährung und naturnahes Fressverhalten

Was sind Daphnien?

Daphnien sind kleine, meist durchscheinende Krebstiere, die in stehenden oder langsam fließenden Süßgewässern leben. Ihr Körper ist von einer schalenartigen Hülle umgeben, durch die sich bei vielen Arten innere Organe, Verdauungstrakt und Eier gut erkennen lassen. Charakteristisch sind die großen Antennen, mit denen sie sich ruckartig durchs Wasser bewegen. Diese Sprungbewegungen haben ihnen den Namen Wasserflöhe eingebracht, auch wenn sie mit echten Flöhen nichts zu tun haben.

In der Natur besiedeln Daphnien Tümpel, Teiche, Gräben, Altarme und nährstoffreiche Kleingewässer. Sie ernähren sich überwiegend von feinen Schwebstoffen, Bakterien, Algen und organischen Partikeln. Dadurch tragen sie zur Klärung des Wassers bei und bilden zugleich eine wichtige Nahrungsgrundlage für Fische, Amphibienlarven und viele wirbellose Tiere.

Für Aquarianer sind vor allem mittelgroße und kleinere Daphnienarten interessant. Sie passen gut ins Beuteschema vieler Zierfische und können in geeigneter Größe sogar für heranwachsende Jungfische genutzt werden. Sehr kleine Fischlarven benötigen allerdings zunächst feineres Futter wie Infusorien, Rädertierchen oder frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien.

Warum Daphnien in der Aquaristik so beliebt sind

Daphnien sind beliebt, weil sie gleich mehrere Vorteile vereinen. Sie bewegen sich lebhaft, bleiben im Wasser sichtbar und werden von Fischen meist sehr bereitwillig angenommen. Während Trockenfutter oft schnell an der Oberfläche oder auf dem Bodengrund landet, schwimmen Daphnien aktiv in der Wassersäule. Dadurch sprechen sie den Jagdinstinkt an und fördern ein Verhalten, das im Aquarium oft zu kurz kommt.

Zudem gelten Daphnien als relativ leicht verdaulich. Ihr Körper enthält wertvolle Proteine, aber auch unverdauliche Bestandteile, die die Darmtätigkeit unterstützen können. Gerade bei Fischen, die zu träger Verdauung neigen oder sehr energiereiches Futter bekommen, können Daphnien eine sinnvolle Ergänzung sein. Sie sind kein alleiniges Hauptfutter für alle Arten, aber ein sehr guter Baustein in einem abwechslungsreichen Futterplan.

Ein weiterer Vorteil ist ihre Eignung für verschiedene Fischgruppen. Salmler, Barben, Bärblinge, Lebendgebärende, kleinere Buntbarsche, Labyrinthfische und viele Jungfische nehmen Daphnien gerne an. Auch größere Arten fressen sie, sofern die Daphnien nicht zu klein sind oder in der Strömung verloren gehen. Für reine Pflanzenfresser oder hochspezialisierte Arten sollten sie dagegen nur passend zum natürlichen Ernährungstyp eingesetzt werden.

Nährwert und Wirkung auf Zierfische

Daphnien liefern Eiweiß, Mineralstoffe, Chitin und wasserreiche Frische. Der genaue Futterwert schwankt je nach Art, Alter, Ernährung und Kulturbedingungen. Gut genährte Daphnien aus einer stabilen Kultur sind deutlich wertvoller als Tiere, die lange gehungert haben oder aus belasteten Gewässern stammen. Deshalb ist die Qualität der Herkunft entscheidend.

Durch ihren hohen Wasseranteil sind Daphnien weniger konzentriert als viele Trockenfuttersorten. Das kann ein Vorteil sein, weil die Fische beschäftigt werden, ohne sofort große Mengen energiereicher Nahrung aufzunehmen. Gleichzeitig darf man sie nicht als Wundermittel missverstehen. Ein ausgewogener Speiseplan braucht je nach Fischart weitere Bestandteile wie hochwertiges Granulat, Flockenfutter, Frostfutter, pflanzliche Nahrung, Insektenlarven, Artemia oder spezielles Aufzuchtfutter.

Daphnien können außerdem dazu beitragen, dass Fische aktiver wirken. Das liegt nicht an einer geheimnisvollen Zusatzwirkung, sondern an der Art der Futteraufnahme. Bewegliche Beute fordert Aufmerksamkeit, Reaktionsvermögen und Suchverhalten. Fische verteilen sich im Becken, verfolgen einzelne Tiere und nehmen das Futter oft in kleinen Portionen auf. Diese langsamere Futteraufnahme kann besonders in Gesellschaftsaquarien hilfreich sein.

Daphnien als Lebendfutter

Lebende Daphnien sind die attraktivste Form für Aquarienfische. Sie bleiben im Wasser in Bewegung, verderben nicht sofort und können von den Fischen nach und nach erbeutet werden. Trotzdem sollten sie nicht gedankenlos in großen Mengen ins Aquarium gegeben werden. Auch Lebendfutter belastet das Wasser, wenn es abstirbt, nicht gefressen wird oder aus unsicherer Herkunft stammt.

Vor dem Verfüttern sollten Daphnien möglichst kurz in sauberem Wasser gespült werden. Das reduziert Schmutzpartikel und mögliche Belastungen aus dem Transportwasser. Besonders bei Tieren aus Tüten, Beuteln oder Eimern ist es sinnvoll, sie mit einem feinen Sieb abzufangen und nicht das gesamte Wasser ins Aquarium zu kippen.

Die passende Menge ist erreicht, wenn die Fische die Daphnien innerhalb kurzer Zeit aktiv jagen und aufnehmen, ohne dass nach längerer Zeit viele Tiere im Becken verbleiben. In dicht bepflanzten Aquarien können einzelne Daphnien überleben, meist werden sie aber schnell gefunden. In Becken mit sehr feinem Filtereinlauf sollte darauf geachtet werden, dass nicht ein großer Teil des Futters sofort eingesaugt wird.

Experten-Tipp: Daphnien sollten wie frisches Gemüse in der Fischernährung betrachtet werden: regelmäßig wertvoll, sehr natürlich, aber am besten als Teil eines abwechslungsreichen Futterplans.

Daphnien als Frostfutter und getrocknetes Futter

Neben Lebendfutter sind Daphnien auch als Frostfutter und getrocknete Variante erhältlich. Frostfutter ist praktisch, gut portionierbar und ganzjährig verfügbar. Es löst jedoch nicht denselben Jagdreiz aus wie lebende Tiere. Für viele Fische bleibt es trotzdem ein sehr gutes Ergänzungsfutter, besonders wenn es schonend aufgetaut und nicht samt Auftauwasser in großen Mengen eingebracht wird.

Getrocknete Daphnien sind lange haltbar, aber ernährungsphysiologisch anders zu bewerten. Sie können als gelegentliche Ergänzung dienen, sollten jedoch nicht die Basis der Fütterung bilden. Manche Fische nehmen sie nur zögerlich an, weil Bewegung und frische Konsistenz fehlen. Zudem treiben getrocknete Daphnien oft an der Oberfläche, was nicht für alle Fischarten ideal ist.

In der Praxis hat jede Form ihren Platz. Lebende Daphnien sind ideal für Beschäftigung und naturnahe Fütterung, Frost-Daphnien für Alltag und Vorrat, getrocknete Daphnien für seltene Ergänzung oder als Bestandteil gemischter Futtersorten. Entscheidend ist die sinnvolle Kombination.

Für welche Fische eignen sich Daphnien?

Daphnien eignen sich besonders für viele kleine bis mittelgroße Süßwasserfische. Dazu zählen zahlreiche Salmler, Bärblinge, Barben, Lebendgebärende Zahnkarpfen, kleinere Regenbogenfische, Labyrinthfische und friedliche Zwergbuntbarsche. Auch Jungfische größerer Arten profitieren, sobald sie die Daphnien bewältigen können.

Bei sehr kleinen Arten muss die Größe beachtet werden. Große Daphnien können für winzige Fische oder junge Fischlarven ungeeignet sein. In solchen Fällen sind kleinere Futtertiere besser. Bei großen Raubfischen sind Daphnien dagegen oft zu klein, können aber als Beschäftigung oder Ergänzung für Jungtiere interessant sein.

Besondere Vorsicht ist bei empfindlichen Spezialisten geboten. Nicht jede Fischart verträgt jede Futterumstellung gleich gut. Wer Fische hält, die sehr spezielle Ansprüche haben, sollte Daphnien langsam einführen und beobachten, wie sie angenommen werden. Für die meisten typischen Gesellschaftsfische sind sie jedoch eine sichere und geschätzte Ergänzung.

Eigene Daphnienkultur: sinnvoll oder zu aufwendig?

Eine eigene Daphnienkultur kann sehr lohnend sein, vor allem für Aquarianer mit mehreren Becken oder regelmäßiger Jungfischaufzucht. Sie ist nicht kompliziert, erfordert aber Geduld, Beobachtung und etwas Gefühl für Wasserqualität. Daphnien reagieren empfindlich auf plötzliche Veränderungen, Sauerstoffmangel, Überfütterung und starke Belastungen.

Geeignete Kulturgefäße sind Eimer, Kunststoffwannen, Regentonnen, Mörtelkübel oder kleinere Aquarien ohne Fischbesatz. Wichtig ist, dass keine giftigen Rückstände vorhanden sind. Ein Standort mit hellem Licht, aber ohne extreme Überhitzung ist ideal. Im Außenbereich profitieren Kulturen von natürlichem Algenwachstum, im Innenbereich muss gezielter gefüttert werden.

Als Futter für Daphnien eignen sich schwebende Mikroalgen, sehr fein dosierte Hefelösungen, grünliches Wasser oder spezielle Staubfutter in minimalen Mengen. Der häufigste Fehler ist Überfütterung. Wird das Wasser milchig, kippt die Kultur schnell. Besser ist es, sparsam zu füttern und die Entwicklung der Tiere zu beobachten. Eine stabile Kultur riecht nicht faulig, enthält Tiere verschiedener Größen und bleibt biologisch aktiv.

Sinnvoll ist es, mehrere kleine Kulturen parallel zu führen. Wenn eine Kultur zusammenbricht, bleibt Ersatz vorhanden. Gerade im Sommer können Temperaturspitzen, Sauerstoffmangel oder starke Sonneneinstrahlung eine Kultur rasch schwächen. Im Winter verlangsamt sich die Vermehrung, besonders im Außenbereich.

Daphnien füttern und ernten

Die Fütterung einer Daphnienkultur sollte vorsichtig erfolgen. Die Tiere filtern feine Partikel aus dem Wasser. Ist zu wenig Nahrung vorhanden, vermehren sie sich kaum. Ist zu viel Nahrung vorhanden, verschlechtert sich die Wasserqualität. Eine leichte Trübung kann akzeptabel sein, fauliger Geruch oder starke milchige Einfärbung sind Warnsignale.

Zur Ernte eignet sich ein feines Artemiasieb oder ein sehr feinmaschiger Kescher. Es sollten nie alle Tiere entnommen werden, damit die Kultur weiterläuft. Besser ist eine regelmäßige kleine Ernte. Große, gut sichtbare Tiere können direkt verfüttert werden, während kleinere Tiere in der Kultur bleiben und weiterwachsen.

Praktische Grundregeln für die Kultur sind:

  • sparsam füttern
  • keine Fische im Kulturgefäß halten
  • regelmäßig kleine Teilmengen ernten
  • extreme Hitze vermeiden
  • bei Problemen sofort Wasser wechseln
  • mehrere Ansätze parallel pflegen

Wer diese einfachen Punkte beachtet, kann über lange Zeit frisches Lebendfutter gewinnen. Eine Daphnienkultur ist damit eine der zugänglichsten Formen der Lebendfutterzucht.

Risiken und mögliche Nachteile

Trotz vieler Vorteile gibt es auch Risiken. Daphnien aus unbekannten Naturgewässern können unerwünschte Begleitorganismen, Schadstoffe oder Krankheitserreger mitbringen. Besonders Gewässer in der Nähe von Landwirtschaft, Straßen, Industrieflächen oder starkem Wasservogelbesatz sind problematisch. Auch kleine Räuber, Parasiten oder Libellenlarven können versehentlich eingeschleppt werden.

Gekaufte Daphnien aus zuverlässiger Quelle sind meist sicherer, sollten aber ebenfalls gespült werden. Bei selbst gefangenen Tieren ist besondere Vorsicht geboten. Wer ganz sicher gehen möchte, nutzt eine eigene Kultur, die aus einem sauberen Ansatz aufgebaut wurde.

Ein weiterer Nachteil ist die begrenzte Haltbarkeit. Lebende Daphnien brauchen Sauerstoff und sauberes Wasser. In kleinen Transportbeuteln sterben sie schnell ab, wenn sie zu warm stehen oder zu lange gelagert werden. Tote Daphnien sollten nicht verfüttert werden, wenn sie unangenehm riechen oder das Wasser deutlich belasten.

Auch ernährungsseitig sollten Daphnien nicht überbewertet werden. Sie sind sehr wertvoll, ersetzen aber nicht automatisch eine ausgewogene Fütterung. Für farbintensive, wachstumsstarke oder spezialisierte Fische sind weitere Futtersorten wichtig.

Daphnien im Gesellschaftsaquarium richtig einsetzen

Im Gesellschaftsaquarium sind Daphnien besonders reizvoll, weil fast alle Fische gleichzeitig beschäftigt werden. Oberflächenorientierte Fische schnappen nach aufsteigenden Tieren, Freiwasserfische jagen in der Wassersäule, bodennahe Arten nehmen sinkende oder geschwächte Tiere auf. Dadurch verteilt sich das Futter natürlicher als bei vielen trockenen Futtersorten.

Trotzdem sollte man beobachten, ob alle Tiere genug abbekommen. Sehr schnelle Fische können langsamere Arten verdrängen. In solchen Fällen hilft es, Daphnien an mehreren Stellen einzubringen oder zusätzlich anderes Futter zu geben. Bei stark gefilterten Aquarien kann die Strömung Daphnien schnell in den Filter ziehen. Ein kurzzeitig reduzierter Durchfluss während der Fütterung kann sinnvoll sein, sofern dadurch kein Risiko für Sauerstoffversorgung oder Technik entsteht.

Daphnien eignen sich gut für ein bis mehrere Fütterungstage pro Woche. Bei Jungfischen oder Zuchtansätzen können sie häufiger verwendet werden, sofern Größe und Bedarf passen. Für die tägliche ausschließliche Fütterung sind sie in den meisten Aquarien nicht ideal.

Experten-Tipp: Die beste Wirkung zeigen Daphnien, wenn sie nicht als Massenfutter eingesetzt werden, sondern gezielt in kleinen Portionen, die lebhaft gejagt und vollständig aufgenommen werden.

Daphnien und Wasserqualität

Daphnien sind selbst Filtrierer, doch im Aquarium sollte man sie nicht als Reinigungsmittel missverstehen. Sie können zwar Schwebstoffe aufnehmen, werden aber meist gefressen, bevor sie eine messbare Wirkung auf die Wasserklärung haben. In einem Fischbecken dienen sie in erster Linie als Futter.

In Kulturgefäßen sieht das anders aus. Dort können Daphnien grünes Wasser sichtbar aufklaren, wenn genug Tiere vorhanden sind. Diese Fähigkeit zeigt, wie effizient sie feine Partikel aus dem Wasser filtern. Gleichzeitig macht sie deutlich, warum sauberes, unbelastetes Wasser wichtig ist. Daphnien nehmen auf, was im Wasser schwebt. Ist das Wasser belastet, kann das auch die Qualität der Futtertiere beeinflussen.

Beim Verfüttern sollte deshalb möglichst wenig Kulturwasser ins Aquarium gelangen. Das gilt besonders bei stark gefütterten Kulturen. Ein kurzes Spülen im Sieb ist einfach und verbessert die Futterhygiene deutlich.

Vermehrung und Lebenszyklus

Daphnien vermehren sich unter günstigen Bedingungen sehr schnell. Häufig entstehen über mehrere Generationen überwiegend weibliche Tiere, die ohne Befruchtung Nachwuchs hervorbringen. Dadurch kann eine Population in kurzer Zeit stark wachsen. Bei Stress, ungünstigen Temperaturen, Nahrungsmangel oder dichter Besiedlung bilden viele Arten widerstandsfähige Dauereier. Diese können schlechte Zeiten überstehen und später neue Populationen begründen.

Für Aquarianer erklärt dieser Lebenszyklus, warum Kulturen manchmal explosionsartig wachsen und dann plötzlich einbrechen. Eine starke Vermehrung verbraucht Nahrung und Sauerstoff. Wird zu viel gefüttert oder zu wenig gepflegt, kippt das System. Eine gesunde Kultur braucht deshalb Gleichgewicht statt Maximierung.

Das Ziel sollte nicht sein, möglichst viele Daphnien in möglichst kurzer Zeit zu erzeugen. Besser ist eine stabile, dauerhaft nutzbare Kultur mit regelmäßiger kleiner Ernte. So bleibt der Bestand vital und das Risiko eines Zusammenbruchs sinkt.

Häufige Fehler bei Daphnien

Viele Probleme entstehen durch Ungeduld. Wer eine neue Kultur zu stark füttert, belastet das Wasser schneller, als die Daphnien die Partikel verwerten können. Auch zu kleine Gefäße sind problematisch, weil Temperatur und Wasserqualität darin stark schwanken. Ein weiterer Fehler ist die vollständige Ernte. Danach fehlen erwachsene Tiere, die den Bestand erhalten.

Häufig wird außerdem unterschätzt, wie empfindlich Daphnien auf Hitze reagieren können. Im Sommer kann ein Eimer in der Sonne innerhalb kurzer Zeit zu warm werden. Sauerstoffmangel und Massensterben sind dann möglich. Ein heller, aber nicht überhitzter Standort ist deutlich besser.

Beim Verfüttern ist die häufigste Schwäche eine zu große Portion. Fische fressen lebende Daphnien zwar gern, aber nicht unbegrenzt. Überschüsse können im Filter landen oder absterben. Kleine Portionen sind sicherer und ermöglichen bessere Beobachtung.

FAQs zu Daphnien

Sind Daphnien für alle Aquarienfische geeignet?

Daphnien sind für viele Süßwasserfische geeignet, aber nicht für alle gleichermaßen. Entscheidend sind Größe, Ernährungsweise und Fressverhalten der jeweiligen Art. Kleine bis mittelgroße Fische nehmen sie meist sehr gut an, während winzige Jungfische feineres Futter brauchen und große Räuber Daphnien oft nur als kleine Ergänzung wahrnehmen.

Wie oft sollte man Daphnien verfüttern?

Für die meisten Gesellschaftsaquarien sind Daphnien ein- bis mehrmals pro Woche eine sehr gute Ergänzung. Bei Zuchtansätzen oder Jungfischen können sie häufiger eingesetzt werden, wenn sie zur Maulgröße passen. Sie sollten jedoch nicht dauerhaft das einzige Futter sein, weil eine abwechslungsreiche Ernährung stabiler und artgerechter ist.

Kann man Daphnien selbst züchten?

Daphnien lassen sich gut selbst züchten, wenn ein geeignetes Kulturgefäß, sauberes Wasser, ausreichend Licht und sehr sparsame Fütterung vorhanden sind. Besonders wichtig ist, nicht zu viel Futter auf einmal zuzugeben. Mehrere kleine Kulturen sind sicherer als ein einzelner großer Ansatz.

Können Daphnien Krankheiten ins Aquarium bringen?

Daphnien aus belasteten oder unbekannten Gewässern können unerwünschte Begleitorganismen oder Schadstoffe einschleppen. Das Risiko sinkt deutlich, wenn sie aus zuverlässiger Herkunft stammen, gespült werden oder aus einer eigenen kontrollierten Kultur kommen. Naturfänge sollten nur mit großer Vorsicht verwendet werden.

Sind lebende Daphnien besser als Frostfutter?

Lebende Daphnien bieten den größten Beschäftigungswert, weil sie aktiv schwimmen und gejagt werden. Frostfutter ist dafür praktischer, länger verfügbar und einfacher zu lagern. Beide Formen können sinnvoll sein. Für natürliches Verhalten sind lebende Tiere im Vorteil, für bequeme Alltagsfütterung ist Frostfutter sehr nützlich.

Warum sterben Daphnien in der Kultur plötzlich ab?

Plötzliche Verluste entstehen oft durch Sauerstoffmangel, Überfütterung, Hitze, starke Temperaturschwankungen oder eine gekippte Wasserqualität. Auch Nahrungsmangel kann eine Kultur schwächen. Meist hilft es, einen Teilwasserwechsel durchzuführen, sparsamer zu füttern und künftig mehrere getrennte Ansätze zu pflegen.

Können Daphnien das Aquarium reinigen?

Im Aquarium werden Daphnien meist schnell gefressen und reinigen das Wasser daher kaum messbar. In separaten Kulturgefäßen können sie Schwebalgen und feine Partikel filtern. Als Aquarienfutter sind sie aber in erster Linie wegen ihres Nährwerts und ihres Bewegungsreizes interessant, nicht als Wasserpfleger.

Fazit

Daphnien sind ein klassisches, bewährtes und zugleich hochaktuelles Lebendfutter für die Aquaristik. Sie verbinden guten Futterwert mit natürlichem Jagdreiz und lassen sich vielseitig einsetzen. Für viele Süßwasserfische sind sie eine hervorragende Ergänzung, weil sie Bewegung ins Aquarium bringen, die Verdauung unterstützen können und eine naturnahe Fütterung ermöglichen.

Besonders wertvoll sind lebende Daphnien aus sicherer Herkunft oder eigener Kultur. Wer sie selbst zieht, erhält frisches Futter, lernt biologische Zusammenhänge besser kennen und wird unabhängiger von gekauften Futtersorten. Gleichzeitig brauchen Daphnien Aufmerksamkeit: Sauberes Wasser, maßvolle Fütterung, Schutz vor Hitze und regelmäßige kleine Ernten sind wichtiger als übertriebene Produktionsmengen.

Als alleinige Futterlösung sind Daphnien nicht gedacht. Ihre Stärke liegt in der Ergänzung eines abwechslungsreichen Speiseplans. In Kombination mit hochwertigem Trockenfutter, Frostfutter, pflanzlichen Bestandteilen und weiteren Lebendfuttersorten tragen sie zu vitalen, aktiven und natürlich fressenden Aquarienfischen bei. Wer Daphnien richtig einsetzt, macht aus einer einfachen Fütterung einen kleinen Ausschnitt natürlicher Gewässerdynamik im Aquarium.

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