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Allgemeines zu Bakterien und Anderes (Teil zwei)

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Ernährung der Bakterien

Eine überwiegende Mehrzahl der Bakterien braucht zur Ernährung organischen Kohlenstoff. Dieser wird durch Abbauvorgänge aus organisch gebundenen Kohlenstoff (Verwesung, Fäulnis) gewonnen. Diese Art der Ernährung nennt man heterotroph.

Im Gegensatz dazu steht die autotrophe Ernährung. Diese Bakterien brauchen zur Ernährung anorganischen Kohlenstoff. Um den nutzen zu können, betreiben die Bakterien entweder Photosynthese (Energielieferant ist das Licht) oder Chemosynthese (Energielieferant sind anorganische Verbindungen).

Unsere meist beachteten Bakterien im Aquarium, die Nitrifikationsbakterien sind autotrophe Bakterien, die Chemosynthese betreiben. Und zwar dient der Stickstoff des Ammoniums/ Ammoniaks bzw. des Nitrit als Energielieferant. Dieser Vorgang ist vom Vorhandensein von Sauerstoff abhängig, d.h. die Bakterien brauchen eine sauerstoffhaltige Umgebung. Diese Bakterien nennt man daher aerob. Auf die Nitrifikationsbakterien werde ich später noch gesondert eingehen.

Dem Gegenüber stehen die anaeroben Bakterien, die nur in Abwesenheit von Sauerstoff leben können. Und dann gibt es noch die fakultativ anaeroben Bakterien, die nicht zwingend auf das Nichtvorhandensein von Sauerstoff angewiesen sind.

Besiedlungsraum der Bakterien

Bakterien besiedeln, wie schon gesagt, alles.

Vermehren sich die Bakterien auf totem organischen oder anorganischen Material an, nennt man diese Bakterien Saprophyten.

Brauchen die Bakterien zur Vermehrung einen lebenden Organismus und schädigen diesen, nennt man diese Bakterien Parasiten.

Schädigen die Bakterien den lebenden Organismus dagegen nicht, nennt man diese Bakterien Kommensalen.

Weitere interessante Fachbegriffe:

Manche Pflanzenliebhaber unter den Aquarianern kennen den Begriff der Allelopathie. Vereinfacht kann man von Hemmstoffen sprechen, die Pflanzen bilden, um andere höhere Pflanzen oder auch Algen zu schädigen.

Einige Bakterien haben ein ähnliches Abwehrsystem entwickelt. Sie produzieren Proteine als Stoffwechselprodukte, die für andere Stämme derselben oder einer nah verwandten Bakterien abtötend wirken. Diese Proteine nennt man Bakteriozine.

Bei der Bekämpfung von Bakterien stö??t man immer wieder auf den Begriff Bakteriostase. Er bedeutet, dass Bakterien an der Vermehrung und Wachstum gehindert werden, aber ohne sie abzutöten, die Verfahren wirken bakteriostatisch. Dem gegenüber steht die Abtötung der Bakterien. Die Verfahren wirken bakteriozid.

Verfahren die nur bakteriostatisch wirken, bergen eine wesentlich höhere Gefahr als bakterizid wirkende Verfahren in sich, dass die Bakterien gegenüber dem Verfahren unempfindlich werden. Dies nennt man Resistenz.

Eine Gefahr geht auch von UVC-Klärern aus, die nicht in der Lage sind, bakteriozid zu wirken.

Zitat:

Laut einer wissenschaftliche Arbeit von Frau Dr. Liltved aus dem Institut for Water Research wurden folgende Beobachtungen festgestellt.

Bakterien, die mit UV-Licht behandelt wurden, zeigten eine überraschende Fähigkeit zur Regenerierung ihrer Schäden unter nachfolgenden ???Normal???-Bedingungen.

Untersucht wurde das Phänomen der so genannten Photo-Reaktivierung, das die Fähigkeit der Bakterien zur Reparatur von UV-Schäden mit Hilfe von Enzymen im Bereich des sichtbaren Lichts (Lampen oder Sonnenlichte) beinhaltet.

Auf Grund dieses Effektes ist es notwendig die UV-Dosierung drei- bis vierfach im Vergleich zur Inaktivierung ohne Reparatur zu erhöhen.

Da die Qualität des Brenners und die Stärke des UV-Lichtes ma??geblich dafür verantwortlich ist, ob die Bakterien abgetötet oder nur geschädigt werden, ist die Gefahr hoch, dass bei einem nur stundenweise laufenden Brenner oder einem ausfallenden/ zu spät gewechselten Brenner im Becken Bakterien ranwachsen, die gegenüber den normalen UV-Leistungen der Brenner resistent werden. Jeder kennt die Gefahr, die von antibiotikaresistenten Bakterien ausgeht, die Gefahr von UVC-resistenten Bakterien dagegen findet kaum Beachtung. Das Problem ist halt, der normale Aquarianer kann so gar nicht feststellen, was im Becken mit seiner Bakterienflora genau geschieht. Er wei?? ja gar nicht, was für Bakterien und Keime er überhaupt im Becken hat.

Fortsetzung folgt.

Titel: Allgemeines zu Bakterien und Anderes (Teil zwei) (Artikel 3133)

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