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Amerikanische Flusskrebse auf dem Vormarsch - auch in Niederbayern

Amerikanische Flusskrebse auf dem Vormarsch - auch in Niederbayern
Amerikanische Flusskrebse auf dem Vormarsch - auch in Niederbayern - Foto 1

Ein stiller, aber massiver Wandel unter der Wasseroberfläche

Wer an die Gewässer Niederbayerns denkt, hat meist idyllische Bäche, klare Flüsse, Auenlandschaften und eine vielfältige Tierwelt vor Augen. Kaum jemand rechnet damit, dass sich genau hier seit Jahren ein ökologischer Umbruch vollzieht, der weitgehend unbeachtet bleibt. Amerikanische Flusskrebse breiten sich zunehmend auch in Niederbayern aus und verändern Gewässerökosysteme tiefgreifend. Für Naturfreunde, Gärtner mit Teichen, Angler und Kommunen ist das Thema längst mehr als eine theoretische Naturschutzfrage. Es geht um den Erhalt heimischer Arten, um Wasserqualität, um Biodiversität und letztlich um den Schutz ganzer Landschaftsräume.

Während der Wandel an Land oft gut sichtbar ist, läuft er unter Wasser leise, aber umso nachhaltiger ab. Invasive Flusskrebse aus Nordamerika sind anpassungsfähig, robust und äußerst durchsetzungsstark. Dort, wo sie auftreten, verschwinden heimische Arten oft innerhalb kurzer Zeit vollständig. Niederbayern ist dabei keine Randregion mehr, sondern zunehmend Teil dieser Entwicklung. Umso wichtiger ist es, die Hintergründe zu verstehen, die Risiken realistisch einzuordnen und Maßnahmen wie die Einrichtung von Krebssperren sachlich zu bewerten.

Amerikanische Flusskrebse auf dem Vormarsch - auch in Niederbayern
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Wer sind die amerikanischen Flusskrebse überhaupt?

Amerikanische Flusskrebse sind keine einzelne Art, sondern eine ganze Gruppe von Krebsarten, die ursprünglich aus Nordamerika stammen. Sie wurden im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts aus unterschiedlichen Gründen nach Europa gebracht. Teilweise geschah dies bewusst, etwa zur Stützung der Krebsfischerei, teilweise unbeabsichtigt durch Aquaristik, Gartenteiche oder den internationalen Handel.

Was diese Arten eint, ist ihre enorme Anpassungsfähigkeit. Sie tolerieren schlechte Wasserqualität, starke Temperaturschwankungen, geringe Sauerstoffgehalte und kommen mit unterschiedlichsten Lebensräumen zurecht. Genau diese Eigenschaften machen sie in europäischen Gewässern so erfolgreich – und gleichzeitig so gefährlich.

In Niederbayern spielen vor allem mehrere Arten eine Rolle, darunter robuste Generalisten, die sowohl in Flüssen als auch in Bächen, Seen, Teichen und sogar Gräben überleben können. Sie sind aggressiver als heimische Krebse, wachsen schneller und vermehren sich deutlich stärker.

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Warum gerade Niederbayern besonders betroffen ist

Niederbayern bietet aus Sicht invasiver Flusskrebse ideale Bedingungen. Die Region ist reich an Fließgewässern, kleinen Bächen, Altwässern, Teichen und strukturreichen Uferzonen. Viele dieser Gewässer sind zudem miteinander verbunden oder zumindest über kurze Strecken erreichbar, was die Ausbreitung erleichtert.

Hinzu kommt eine intensive Nutzung der Landschaft. Landwirtschaft, Fischerei, Teichwirtschaft, Freizeitnutzung und Siedlungsdruck sorgen für Veränderungen an Gewässern, die heimische Arten schwächen, während invasive Arten davon profitieren. Amerikanische Flusskrebse kommen mit gestörten Lebensräumen oft besser zurecht als die anspruchsvolleren heimischen Arten.

Ein weiterer Faktor ist der Mensch selbst. Unwissenheit spielt eine große Rolle. Noch immer werden Flusskrebse aus Aquarien oder Gartenteichen ausgesetzt, oft in der Annahme, man tue den Tieren etwas Gutes. Tatsächlich wird damit häufig der Grundstein für neue invasive Populationen gelegt.

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Die heimischen Flusskrebse: Verlierer einer unsichtbaren Konkurrenz

In Bayern gab es ursprünglich mehrere heimische Flusskrebsarten, die über Jahrtausende perfekt an ihre Lebensräume angepasst waren. Diese Arten sind jedoch empfindlich. Sie reagieren sensibel auf Gewässerverschmutzung, strukturelle Veränderungen und Krankheiten.

Das größte Problem ist dabei nicht einmal die direkte Konkurrenz um Nahrung oder Lebensraum, sondern eine eingeschleppte Krankheit: die Krebspest. Amerikanische Flusskrebse tragen diesen Erreger in sich, ohne selbst daran zu erkranken. Für europäische Arten hingegen ist die Krankheit nahezu immer tödlich.

Dringt ein amerikanischer Flusskrebs in ein Gewässer mit heimischen Krebsen ein, kann es innerhalb kürzester Zeit zum vollständigen Zusammenbruch der Population kommen. Ganze Bachabschnitte verlieren ihre ursprünglichen Krebsbestände dauerhaft. In Niederbayern ist dieses Szenario bereits mehrfach Realität geworden.

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Ökologische Folgen für Gewässer und Landschaft

Die Auswirkungen gehen weit über den Verlust einzelner Arten hinaus. Flusskrebse sind sogenannte Schlüsselarten. Sie beeinflussen ihre Umwelt durch Grabtätigkeit, Fraß und ihre Rolle im Nahrungsnetz. Wenn sich invasive Arten durchsetzen, verändern sie die Struktur ganzer Gewässer.

Amerikanische Flusskrebse fressen Wasserpflanzen, Laich von Fischen, Insektenlarven, Amphibienlarven und Aas. In hohen Dichten können sie Gewässer regelrecht „leerfressen“. Pflanzenreiche, klare Bäche werden trüber, Ufer brechen durch Wühltätigkeit ein, Sedimente werden aufgewirbelt.

Diese Veränderungen wirken sich auch auf andere Tierarten aus. Amphibien verlieren ihre Laichplätze, Fische ihre Kinderstuben, Wasserinsekten ihre Lebensräume. Die Artenvielfalt sinkt, während wenige robuste Arten dominieren.

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Auswirkungen auf Gärten, Teiche und private Grundstücke

Das Thema betrifft nicht nur Naturschutzgebiete oder abgelegene Bäche. Auch Gartenbesitzer können betroffen sein. Gelangen amerikanische Flusskrebse in Gartenteiche, richten sie oft erheblichen Schaden an. Wasserpflanzen werden gefressen oder ausgegraben, Uferfolien beschädigt, Teichränder unterhöhlt.

Viele Menschen unterschätzen, wie mobil diese Tiere sind. Besonders nachts wandern sie über feuchte Wiesen, Gräben oder sogar kurze Landstrecken und können so neue Gewässer erreichen. Ein einmal angesiedelter Bestand ist kaum wieder zu entfernen.

Warum einfache Bekämpfung nicht funktioniert

Immer wieder taucht die Idee auf, invasive Flusskrebse einfach zu fangen oder gezielt zu bejagen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass dies kaum nachhaltig funktioniert. Die Tiere vermehren sich schnell, einzelne Weibchen tragen hunderte Eier, und selbst intensive Fangmaßnahmen reduzieren Bestände oft nur kurzfristig.

Zudem besteht die Gefahr, dass durch unkontrollierte Bekämpfung die Krebse weiter verschleppt werden. Gefangene Tiere werden umgesetzt, nicht fachgerecht entsorgt oder gelangen erneut in andere Gewässer.

Ein weiteres Problem ist, dass viele Gewässer miteinander verbunden sind. Selbst wenn ein Abschnitt erfolgreich befreit wird, können Krebse aus benachbarten Bereichen schnell nachrücken.

Die Idee der Krebssperre: Schutz durch räumliche Trennung

Genau an diesem Punkt setzen moderne Schutzmaßnahmen an. Eine Krebssperre ist kein Fanggerät, sondern eine bauliche oder technische Maßnahme, die verhindert, dass invasive Flusskrebse in bestimmte Gewässerabschnitte vordringen können.

Das Ziel ist klar: Die letzten stabilen Vorkommen heimischer Flusskrebse, wie dem europäischen Flusskrebs oder dem Steinkrebs sollen dauerhaft geschützt werden, indem man sie räumlich von invasiven Arten trennt. Eine Krebssperre kann beispielsweise an Engstellen eines Baches, an Übergängen zwischen Gewässern oder an künstlichen Bauwerken installiert werden.

Wichtig ist dabei, dass andere Tierarten möglichst wenig beeinträchtigt werden. Moderne Konzepte berücksichtigen Durchgängigkeit für Fische und den natürlichen Wasserfluss, während Krebse gezielt gestoppt werden.

Die Maßnahme in Niederbayern: Ein dringend notwendiger Schritt

Die aktuell geplante und bereits umgesetzte Maßnahme zur Einrichtung einer Krebssperre in Niederbayern ist kein theoretisches Konzept, sondern ein sehr konkretes Projekt mit regionalem Bezug. Realisiert wurde die erste Krebssperre dieser Art im Landkreis Freyung-Grafenau, einer Region, die durch ihre naturnahen Bäche, Quellläufe und Fließgewässer eine besondere Bedeutung für den Erhalt heimischer Flusskrebsarten besitzt. Gerade hier finden sich noch vergleichsweise intakte Gewässerabschnitte, in denen heimische Krebsarten überlebt haben – oft isoliert, aber bislang frei von invasiven amerikanischen Flusskrebsen.

Der betroffene Gewässerraum liegt in einer typischen Mittelgebirgslandschaft des Bayerischen Waldes. Klare, kühle Bäche mit kiesigem Untergrund, beschattet durch Ufergehölze, bieten ideale Bedingungen für heimische Flusskrebse. Genau diese Qualität macht solche Gewässer jedoch auch besonders schützenswert, denn sobald invasive Arten eindringen, ist der ökologische Schaden meist unumkehrbar. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass selbst abgelegene Bachläufe keineswegs sicher sind, da amerikanische Flusskrebse aktiv wandern oder über Hochwasserereignisse und Gewässervernetzungen verbreitet werden.

Die Krebssperre wurde an einer strategisch wichtigen Stelle errichtet: Dort, wo ein natürlicher oder künstlicher Engpass im Gewässerverlauf besteht und ein Eindringen invasiver Krebse aus unterliegenden Gewässerabschnitten realistisch zu erwarten ist. Ziel ist es, einen letzten Rückzugsraum für heimische Krebsbestände dauerhaft abzusichern. Technisch handelt es sich dabei nicht um eine massive Staumauer oder eine vollständige Barriere für alle Wasserlebewesen, sondern um eine gezielt konzipierte Sperre, die speziell auf die Bewegungsmuster von Flusskrebsen ausgelegt ist.

Flusskrebse bewegen sich überwiegend krabbelnd am Gewässergrund oder entlang von Strukturen wie Steinen, Wurzeln und Uferbefestigungen. Genau hier setzt die Konstruktion an. Die Krebssperre verhindert, dass Krebse diese Strukturen überwinden können, während der Wasserfluss selbst kaum beeinträchtigt wird. Für Fische und andere Organismen wird die Durchgängigkeit – soweit möglich – berücksichtigt oder technisch ausgeglichen. Damit unterscheidet sich diese Maßnahme deutlich von klassischen Querbauwerken, die häufig negative Auswirkungen auf die gesamte Gewässerökologie haben.

Besonders wichtig ist der präventive Charakter der Maßnahme. Die Krebssperre wird nicht erst dann errichtet, wenn invasive Flusskrebse bereits im Oberlauf angekommen sind, sondern bewusst im Vorfeld. Damit soll verhindert werden, dass es überhaupt zu einem Kontakt zwischen amerikanischen und heimischen Krebsarten kommt. Dieser Ansatz gilt inzwischen als einer der wenigen realistischen Wege, um verbliebene Bestände langfristig zu sichern. Sobald invasive Arten einmal in einem Gewässer etabliert sind, ist eine vollständige Entfernung praktisch unmöglich.

Begleitet wird das Projekt von fachlicher Expertise aus Naturschutz, Wasserwirtschaft und Biologie. Regelmäßige Kontrollen sollen sicherstellen, dass die Sperre ihre Funktion erfüllt und gleichzeitig keine unerwünschten Nebeneffekte entstehen. Zudem ist die Maßnahme Teil eines größeren Gesamtkonzepts, das Monitoring, Aufklärung und den Schutz weiterer sensibler Gewässerabschnitte umfasst.

Die Bedeutung dieses Projekts reicht über den konkreten Ort hinaus. Die Krebssperre im Landkreis Freyung-Grafenau gilt als Pilotprojekt für Niederbayern und potenziell auch für andere Regionen Bayerns. Sie zeigt, dass moderner Artenschutz nicht zwangsläufig spektakulär sein muss, sondern oft aus gezielten, technisch durchdachten Eingriffen besteht, die im Hintergrund wirken – aber entscheidend dafür sind, ob heimische Arten eine Zukunft haben oder nicht.

Die Rolle der Politik und gelebter Naturschutz

Dass die Einrichtung einer Krebssperre in Niederbayern überhaupt realistisch umgesetzt werden konnte, ist nicht allein dem fachlichen Engagement von Biologen und Naturschützern zu verdanken, sondern auch politischer Unterstützung auf Landesebene. Eine zentrale Rolle spielt dabei Toni Schuberl, Landtagsabgeordneter aus Niederbayern, der das Thema Schutz heimischer Flusskrebse aktiv aufgegriffen und in den politischen Raum getragen hat.

Gerade bei scheinbar „kleinen“ Naturschutzthemen wie Flusskrebsen zeigt sich oft ein strukturelles Problem: Sie geraten leicht ins Hintertreffen gegenüber großen, öffentlichkeitswirksamen Umweltfragen. Dabei sind sie ökologisch hochrelevant, aber erklärungsbedürftig. Toni Schuberl hat diese Lücke erkannt und das Thema bewusst sichtbar gemacht – nicht als Randnotiz, sondern als konkretes Beispiel dafür, wie Artenschutz in Bayern praktisch aussehen kann.

Sein Engagement ist insofern bemerkenswert, als es sich nicht um abstrakte Forderungen handelt, sondern um eine sehr konkrete Maßnahme mit regionalem Bezug. Die Krebssperre in Niederbayern wurde nicht als theoretisches Modell diskutiert, sondern als real umsetzbares Instrument zum Schutz noch vorhandener heimischer Krebsbestände. Schuberl hat dabei immer wieder betont, dass es beim Naturschutz nicht nur um Reaktion, sondern vor allem um Vorsorge gehen muss. Genau dieser Gedanke spiegelt sich in der Maßnahme wider: Nicht warten, bis invasive Arten bereits Schaden angerichtet haben, sondern frühzeitig handeln.

Politisch bedeutend ist auch, dass mit diesem Projekt ein Präzedenzfall geschaffen wurde. Die Unterstützung einer Krebssperre signalisiert, dass der Freistaat Bayern bereit ist, auch technisch anspruchsvolle und lokal begrenzte Schutzmaßnahmen mitzutragen, wenn sie fachlich sinnvoll sind. Das ist keineswegs selbstverständlich, denn Eingriffe in Gewässer erfordern Genehmigungen, Abstimmungen mit Wasserwirtschaftsämtern, Kommunen und Naturschutzbehörden sowie eine langfristige Betreuung.

Toni Schuberl fungierte dabei als Bindeglied zwischen Fachpraxis und Politik. Er hat nicht nur auf Missstände hingewiesen, sondern den Dialog zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Öffentlichkeit gefördert. Gerade in einer Region wie Niederbayern, in der Gewässer intensiv genutzt werden – sei es landwirtschaftlich, fischereilich oder touristisch –, ist diese Vermittlungsarbeit entscheidend. Schutzmaßnahmen stoßen nur dann auf Akzeptanz, wenn sie nachvollziehbar erklärt werden und ihre Ziele transparent sind.

Darüber hinaus steht Schuberls Rolle exemplarisch für eine neue Form des Naturschutzes auf politischer Ebene. Weg von reinen Appellen, hin zu konkreten, überprüfbaren Maßnahmen. Die Krebssperre ist kein symbolischer Akt, sondern ein funktionales Bauwerk mit klar definiertem Zweck. Sie schützt nicht „die Natur im Allgemeinen“, sondern ganz konkret heimische Flusskrebse in einem bestimmten Gewässersystem. Diese Klarheit macht das Projekt greifbar – auch für Menschen, die sich bislang wenig mit Flussökologie beschäftigt haben.

Für Niederbayern ist dieses Engagement besonders wichtig. Die Region verfügt noch über wertvolle, teilweise einzigartige Gewässerabschnitte. Ohne politischen Rückhalt drohen solche Lebensräume schleichend verloren zu gehen, oft ohne große öffentliche Aufmerksamkeit. Dass ein Landtagsabgeordneter dieses Thema aufgreift, stärkt nicht nur den konkreten Schutz vor Ort, sondern sendet auch ein Signal an andere Regionen: Artenschutz beginnt oft im Kleinen, braucht aber Unterstützung auf höchster Ebene.

Gesellschaftliche Verantwortung und Aufklärung

Ein entscheidender Faktor im Kampf gegen invasive Flusskrebse ist Aufklärung. Viele Probleme entstehen nicht aus böser Absicht, sondern aus fehlendem Wissen. Wer weiß schon, dass das Aussetzen eines einzelnen Krebses massive ökologische Folgen haben kann?

Hier sind Kommunen, Umweltverbände, Schulen und Medien gleichermaßen gefragt. 

Besonders wichtig ist die Botschaft, dass Naturschutz nicht immer spektakulär aussieht. Manchmal bedeutet er, Barrieren zu bauen, um das zu bewahren, was noch da ist.

Langfristige Perspektiven für heimische Gewässer

Die Einrichtung von Krebssperren allein wird das Problem nicht vollständig lösen. Sie ist jedoch ein zentraler Baustein in einem größeren Maßnahmenpaket. Dazu gehören Renaturierungen, bessere Wasserqualität, Monitoring und klare rechtliche Rahmenbedingungen.

Wenn diese Maßnahmen zusammenspielen, besteht durchaus Hoffnung, dass heimische Flusskrebse eine Zukunft haben. Gleichzeitig können invasive Arten zumindest räumlich begrenzt werden, sodass nicht jedes Gewässer zwangsläufig betroffen ist.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Sind amerikanische Flusskrebse für Menschen gefährlich?

Direkt gefährlich sind sie nicht. Sie können jedoch kneifen und in Gewässern ökologische Schäden verursachen, die indirekt auch den Menschen betreffen.

Darf man invasive Flusskrebse fangen oder essen?

Das ist rechtlich geregelt und unterscheidet sich je nach Art und Region. Unkontrolliertes Umsetzen oder Aussetzen ist jedoch verboten und schädlich.

Warum sterben heimische Krebse so schnell aus?

Hauptursache ist die Krebspest, die von amerikanischen Arten übertragen wird und für europäische Krebse tödlich ist.

Sind Krebssperren wirklich effektiv?

Richtig geplant und umgesetzt können sie sehr effektiv sein, um sensible Gewässerabschnitte langfristig zu schützen.

Was kann ich als Privatperson tun?

Keine Tiere aussetzen, keine Krebse umsetzen, verdächtige Beobachtungen melden und sich über lokale Schutzmaßnahmen informieren.

Fazit: Handeln, bevor es zu spät ist

Amerikanische Flusskrebse sind längst keine ferne Bedrohung mehr, sondern eine reale Herausforderung für Natur, Gewässer und Biodiversität. Ihr Vormarsch verläuft oft unbemerkt, doch die Folgen sind gravierend und meist irreversibel.

Die Diskussion um Krebssperren zeigt, dass ein Umdenken stattfindet. Statt hilflos zuzusehen, wie heimische Arten verschwinden, werden gezielte Schutzmaßnahmen ergriffen. Das ist kein Zeichen von Überregulierung, sondern von Verantwortung gegenüber der Natur und kommenden Generationen.

Wer heimische Gewässer liebt, sollte dieses Thema ernst nehmen. Denn der Schutz beginnt nicht erst dann, wenn alles verloren ist, sondern genau jetzt – mit Wissen, Vorsorge und dem Mut, auch unbequeme Maßnahmen umzusetzen.

Tom

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Titel: Amerikanische Flusskrebse auf dem Vormarsch - auch in Niederbayern (Artikel 7634)
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