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Artentafel - Lethrinops sp. "rainbow tanzania"

Artentafel - Lethrinops sp. "rainbow tanzania"
Lebensraum

Lethrinops sp. „rainbow tanzania“ ist, wie alle Vertreter der Gattung Lethrinops, ein Sandcichlide und lebt dementsprechend über Sand. Die weiten Sandflächen sind von einzelnen kleinen Felsplateaus und sehr wenigen grossen Steinen durchzogen. Da sich die Lebensräume des „Rainbow“ auf die tiefere Sandzone beschränken, sind Pflanzenbestände weitestgehend ausgeschlossen.


Wassertiefe der „Rainbow Tanzania“-Habitate

Die Habitate des L. sp. „rainbow tanzania“ liegen in Wassertiefen zwischen 15 und 35 Meter.


Ernährung

L. sp. „rainbow tanzania“ ist ein klassischer Gräberfisch. In grossen Gruppen durchstreift er sein Habitat und sucht im Sand oder im Schlamm nach Wirbellosen, kleinen Krebstierchen und Insektenlarven. Die Futtersuche findet fast ausschliesslich in der Gruppe statt. Mit dem Maul wird tief in das Sediment gestossen und der so aufgenommene Sand durchgekaut. Fressbares wird herausgefiltert und der verbleibende Sand durch die Kiemen wieder ausgestossen. Typischerweise wird die Art deshalb meist von sogenannten Verfolgerfischen begleitet, welche sich ihren Anteil aus den Lethrinops-Staubwolken ergattern wollen.


Besonderheiten

Es wurden mehrere Lethrinops-Arten an der Nordküste entdeckt, welche sich sehr stark ähneln und zum Beispiel den typischen roten Fleck hinter dem Kiemendeckel tragen, welcher auch beim „Rainbow Tanzania“ auffällt. Sehr viele Lethrinops wurden leider bisher noch nicht wissenschaftlich beschrieben und es kann infolge dessen noch keine Aussage darüber gemacht werden, ob L. sp. „rainbow tanzania“, L. sp. „mbasi creek“, und L. sp. „blood spot“ lediglich drei Populationen einer einzigen Art, oder eben effektiv drei separat zu betrachtende Arten sind.

Wichtig: Die Art wird von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources) nicht in deren „Red List“ geführt, weshalb bislang noch keine Aussage über den Gefährdungs-Status gemacht werden kann.


Verhalten

Die verhältnismässig kleinen Körpergrössen dieser Sandbewohner setzen ein geselliges Leben voraus, da die Raubfische durch die so entstehende Überzahl an Beutetieren verwirrt werden. Solche Räuber können sich in solch grossen Gruppen schlecht auf ein einzelnes Tier konzentrieren, was eine erfolgreiche Jagd sehr schwierig gestaltet. Nur wenn sich ein Mitglied des Schwarms anders verhält oder, wenn es ein anderes Farbmuster hat, wird es vom Räuber ins Auge gefasst und rasch erbeutet. Die silbrigen Körper der Lethrinops reflektieren perfekt das Licht und decken sich dadurch sehr gut mit dem sandigen Hinter- resp. Untergrund. Lethrinops sp. „rainbow tanzania“ scheint keine eigentliche Brutperiode zu haben – Paarungen finden übers ganze Jahr statt. Die Männchen bauen grosse Sandburgen, was charakteristisch in der Gruppe passiert (Koloniebrüter). Die territorialen Böcke lassen Ihre Laichkrater tagsüber niemals alleine und verteidigen diese mit viel Eifer.
Diese Nestwache ist sehr wichtig, weil viele konkurrenzierende Artgenossen ihre Reviere in unmittelbarer Nachbarschaft haben und auch viele reife Männchen ohne Revier nur darauf warten, dass ein Bock seine Burg freigibt.

Jedes territoriale Männchen ist ständig dabei, seine Sandburg auszubessern und das grösste und stärkste Tier besitzt in der Regel auch die grösste und höchste Sandburg.


Populationen

Da die Artzugehörigkeit der unter dem Punkt „Besonderheiten“ beschriebenen Arten bislang nicht nachgewiesen wurde, kann aktuell noch keine abschliessende Aussage über die effektiven Fundorte, respektive Populationen gemacht werden. Fest steht aber, dass die als Lethrinops sp. “rainbow tanzania“ bezeichneten Tiere lediglich in den nördlichsten Regionen der Küste Tanzania’s zu finden sind.

>> Nordküste Tanzania


Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium bietet sich die Gestaltung einer grossen Sandfläche an, welche lediglich durch einige wenige grössere Felsbrocken unterbrochen wird. Absolute Pflicht ist es, viele offene Sandflächen zu belassen, welche von der Lethrinops-Gruppe ständig nach fressbarem durchsucht werden.

L. sp. „rainbow tanzania“ kann in Becken ab 400 Litern gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von 140 Zentimeter sichergestellt ist. Aufgrund des natürlichen Gruppenverhaltens und dem Umstand, dass die Böcke nur in grossen Gruppen ihre schönsten Farben zeigen, ist es empfehlenswert, diese Art immer in grösseren Gruppen (mind. 5m/7w) zu pflegen.

Durch den sehr friedfertigen Charakter der Art und den Umstand, dass sich auch bei der gemeinsamen Haltung mehrerer Männchen, meist alle Tiere ausfärben, ist es empfehlenswert, die Gruppen mit einem nur leichten Weibchen-Überschuss zu halten.


Vergesellschaftung

Vergesellschaftet werden sollte grundsätzlich nur mit friedfertigen Cichliden, da Lethrinops sp. „rainbow tanzania“ sehr durchsetzungsschwach ist. Optimalerweise sollte diesem Gräberfisch eine Art aus der Gruppe der Verfolgerfische zugesetzt werden.

mögliche Verfolgerfische:
>> Placidochromis electra
>> Placidochromis phenochillus
>> Cyrtocara moori

Jäger / Räuber:
Jäger und Fischfresser sollten grundsätzlich vermieden werden. Ausnahmen bilden der altbekannte Sciaenochromis fryeri oder Dimidiochromis Compressiceps, welche eher ruhige Fische sind und nur ganz kleinen Jungtieren nachstellt.

Des weiteren bieten sich aber natürlich auch einige andere ruhige Arten zur Vergesellschaftung an:

>> Aulonocaras-Arten (Sand-Aulonocaras)
>> Aulonocara-Arten (Übergangszone)


Beckenbeleuchtung

Da Lethrinops sp. „rainbow tanzania“ in einer grossen Spannweite von Wassertiefen (zwischen 15 und 35 Meter) vorkommt ist die Definition der Aquarien-Beleuchtung anhand dieser Art eher zweitrangig. Es ist deshalb empfehlenswert, sich beleuchtungstechnisch anhand der anderen vergesellschafteten Arten zu orientieren.

In den Wasserschichten mit der grössten Populations-Dichte, also zwischen 20 und 25 Meter, werden die Spektralfarben BLAU und GRÜN noch stark reflektiert. GELB befindet sich bei knapp über 15 Meter Wassertiefe bereits in der Absorptionsphase, ORANGE schon ab 10 Metern und ROT wird bereits total absorbiert.

Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten GRÜN- und BLAU-, abgeschwächten GELB- und möglichst geringen bis keinen ORANGE-Anteilen.

Für eine naturnahe Beleuchtung eines Rainbow-Beckens würden sich folgende Leuchtmittel (siehe auch BLOG "Lichtverhältnisse im Wasser / Malawisee") empfehlen:

>> AQUA MEDIC Aqualine Reef Blue
>> HAGEN Power GLO
>> HAGEN Marine GLO
>> JBL ULTRA Solar Nature
>> MARINE Blue Moon
>> SERA daylight brilliant
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