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Dreck, Dreck und nochmals Dreck! Teil eins

Dreck, Dreck und nochmals Dreck! Teil eins

Die zwei Moschusschildkröten und die Kaudis

Dreck, Dreck und nochmals Dreck! Teil einsDie Schildkröten:

Im Juni 20018 habe ich zwei Moschusschildkröten Sternotherus odoratus samt Aquarium und Filter übernommen. Das Aquarium war mit den Maßen 120x40x50cm genügend groß für die beiden Tiere, doch es fehlte ein Landteil und Wärmequelle. So befüllte ich das Becken mit nur ca. 20cm Wasser, befestigte eine Wärmequelle (Licht) an einer Seite des Beckens unter dieser eine Korkrinde befestigt war und stellte einen mit Sand befüllten Kübel in das Aquarium neben die Korkrinde, der als trockene Insel für die Schildkröten gedacht war. Als Bodengrund verwendete ich Kinderspielsand (ohne Zusätze!) und mischte ihn mit Kies aus meinen eingelaufenen Becken. Hierzu gesellst sich Mulm – der sogenannte Dreck, den die beiden Tiere immer wieder aufwirbeln und das Wasser trüben… Als Rückwand verwendete ich ein handelsübliches Aquarien-Poster. Alles wurde nach und nach von den beiden Tieren, die ich Fix und Foxi taufte gut angenommen.

Dreck, Dreck und nochmals Dreck! Teil einsDa Moschusschildkröten normalerweise einzeln gehalten werden, habe ich die beiden Tiere anfangs sehr gut beobachtet, ob sie sich wohl vertragen würden. Eines der beiden drei Jahre alten Tiere war merklich kleiner und so war ich mir anfangs nicht sicher, ob es funktionieren würde.

Doch mittlerweile muss ich sagen, dass beide annähernd dieselbe Größe haben und sich gegenseitig auch beim Fressen eines Regenwurms zu Hilfe eilen, wie ich kürzlich beobachten konnte. Als sich bei einer Fütterung ein Wurm mal “bedrohlich“ um den Hals der einen Schildkröte schlang, ließ die andere Schildkröte ihren Wurm los und eilte zur “vermutlich Hilfe benötigenden“ Schildkröte, um ihr den Wurm vom Hals zu ziehen. Ich kann natürlich nicht sagen, ob es wirklich diesen Zweck hatte, doch normalerweise frisst jede Schildkröte nur ihren Wurm und Futterneid gibt es selten.

Dreck, Dreck und nochmals Dreck! Teil einsDie Fütterung!

Die beiden Moschusschildkröten hatten anfangs einen stärkeren Geruch, als ich sie übernommen habe. Die Tiere wurden vorher mit einem handelsüblichen Futter (Grammarus getrocknet) gefüttert und hatten außerdem einen weißen Panzer. Ich habe mehrere Schildkrötenhalter gefragt, keiner konnte mir sagen, wovon der Panzer weiß wurde. Ich erinnere mich nur, dies einmal in einem Artikel gelesen zu haben, dass es sich um Eiweiß-Ablagerungen im Rückenpanzer handeln könnte.

Dreck, Dreck und nochmals Dreck! Teil einsDas mitgegebene Futter habe ich sogleich an meine Insekten-Zucht verfüttert, da ich Moschusschildkröten nur mit lebenden Tieren füttere.

Zuerst bekamen die beiden jedoch Entengrütze, Fadenalgen, Wasserpest und Hornkraut, sowie eine halbe Sepia-Schale. Dies sollte den Kalzium-Phosphorgehalt, den Eiweißhaushalt im Körper und andere Vorgänge wieder etwas ausgleichen.

Dreck, Dreck und nochmals Dreck! Teil einsNach und nach gab es Häusel-Schnecken, Regen- und Tauwürmer, Borstenwürmer (die ich manchmal aus Heimchendosen fischte), Wachsmaden, Zophobas, selten Mehlwürmer… Die beiden Schildkröten verloren den weißen Panzer bald und entwickelten sie gut. Außerdem waren sie komplett auf meine Hände geprägt und sehr zutraulich. Wenn ich sie fütterte schnappte sich ein Tier das Futter und verschwand. Das zweite Tier schien zu warten, bis es an die Reihe kam, schnappte sich dann sein Futter und verschwand in dieselbe Richtung, wie die erste. Am Ende fand man oft beide Tiere nebeneinander am Boden vor, wie sie ihr Futter verspeisten.

Ich kam nach und nach zu der Vermutung, dass sie Tiere sich wohl gegenseitig Sicherheit geben würden.

Dreck, Dreck und nochmals Dreck! Teil einsDie Kaudis:

Im gleichen Sommer erhielt ich von einem lieben Bekannten, den ich via Facebook kennenlernte eine Gruppe junger Kaudis (Phalloceros caudimaculatus). Ich war schon lange auf der Suche nach diesen, seit ca. 150 Jahren in Menschenhand befindlichen Lebendgebärenden und daher überglücklich, die Tiere zu erhalten! Es ist ein ganz toller Stamm gescheckter Kaudis, der etwas ins Beige, etwas ins Grüne sowie goldene Tiere beinhaltet. Diese Kaudis setzte ich in eine Mörtelwanne in meinen Garten.

Dreck, Dreck und nochmals Dreck! Teil einsDoch ich hatte im Sommer 2018 noch wenig Erfahrung mit Mörtelwannen und so verstarb mir leider ein Kaudi. Sofort fischte ich alle Tiere aus der Wanne und nahm sie mit in die Wohnung.

Wohin nun mit den Fischen?

Dreck, Dreck und nochmals Dreck! Teil einsIch habe viele Aquarien zuhause… Aber ich kam auf die Idee, die Kaudis zu den Moschusschildkröten zu setzen, hatten sie doch ähnliche Temperatur-Ansprüche und meine schon einmal praktizierte Haltung von Guppys und einer Moschusschildkröte (Sternotherus carinatus) war sehr erfolgreich.

Ich setzte die Tiere ein und es sollte funktionieren. Anfangs gab ich jedoch etwas Salz (ohne Jod) hinzu, da die Kaudis sichtbar geschwächt waren. Ich fütterte die Fische mit zerbröselten “Sera viformo“ Futtertabletten und ein- bis zweimal in der Woche mit Lebendfutter (weiße Mückenlarven, Enchyträen, Artemia und Daphnien).

Dreck, Dreck und nochmals Dreck! Teil einsZu Beginn der Vergesellschaftung war der Wasserstand noch niedrig und die Schildkröten holten sich den ein oder anderen der jungen Kaudis, die zu langsam waren bzw. noch geschwächt von der Mörtelwanne. Doch der Großteil der Tiere war bald flott und vital unterwegs und wuchs gut heran.

Das kann ich noch am Rande erwähnen – sollte es mal den ein oder anderen kranken Fisch geben, dann kümmern sich die Schildkröten sofort um die Beseitigung und halten so den gesamten Stamm gesund! Ein weiterer toller Neben-Effekt, wie ich finde.

Da das Aquarium eine Höhe von 50cm hatte und ich nur 20cm mit Wasser in Verwendung hatte, wollte ich dies bald ändern. Doch aufgrund einer Übersiedlung des Beckens vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer sollte es noch ein wenig dauern.

Als das Becken schließlich im Schlafzimmer stand, besorgte ich zwei Ziegel und ein aus Kunststoff erzeigtes “Blumenkisterl“. Die Ziegel kamen senkrecht in das Aquarium hinein, das Kisterl stellte ich auf die Ziegel, befüllte es mit (unbehandeltem) Kinderspielsand und fertig war der Landteil. Die beiden Schildkröten konnten wieder über die Korkplatte an den Landteil gelangen. Ich werde ihnen später jedoch noch an der anderen Seite ein handelsübliches “Turteldock“ anbringen. Damit zwei Einstiege, einer in der warmen und einer in der kühleren Zone vorhanden sind.

Am Boden des Aquariums legte ich in eine Ecke Lavasteine. Diese Steine sind sehr leicht und für die Schildkröten gut zu bewegen. Sie sind an dieser Ecke oft gemeinsam mit den Kaudis anzutreffen, suchen nach Futter, während sie die Steine umher schieben oder rollen. Dies ist eine Art Beschäftigungs-Therapie für alle und die Kaudis können hier noch schneller den Schildkröten ausweichen…

Stichwort “den Schildkröten ausweichen“. Zurück zu den Kaudis! Ja, die Kaudis scheinen sich manchmal eine Art “Adrenalin-Kick“ zu verschaffen, indem sie um das Maul der Schildkröten anzutreffen sind. Meist sind das jedoch die kleinen 1, 5-2 cm großen Jungtiere, die hier wohl für später zu “üben“ scheinen? Manchmal sieht man 10 Jungtiere um die Schildkrötenköpfe, ohne dass die Schildkröten Futter im Maul haben.

Ja, dies ist ein weiterer Grund, die Kaudis am Maul der Schildkröten anzutreffen! Wenn die Moschusschildkröten gefüttert werden, dann bleibt immer etwas für die Kaudis übrig. Somit erhalten die Kaudis nicht nur das oben beschriebene Lebendfutter, nein – sie erhalten auch genügend Reste des oben beschriebenen Lebendfutters der Schildkröten.

Ich füttere die Kaudis möglichst dreimal am Tag, die Moschusschildkröten meist dreimal in der Woche. Wasserpflanzen stehen den Schildkröten ständig bereit.

Bei der Fütterung der Schildkröten geht es nun immer “wild“ zu. Der Bodengrund wird aufgewühlt, die Kaudis benehmen sich wie Piranhas und sind um die Schildkröten zu sehen, das Wasser wird trüb und ein richtiges Gewimmel ist zu sehen.

Im Aquarium liegt immer sehr viel Mulm am Boden, den die Kaudis und hier vor allem die Jungfische ständig durchsuchen.

Und nun zum Dreck:

Wie oben beschrieben fügte ich anfangs noch Salz hinzu. Dies wiederholte ich bei jedem Wasserwechsel in den ersten Monaten, ließ es jedoch irgendwann dann weg.

Den Kaudis scheint es jetzt (im Winter 2018/2019) sehr gut zu gehen, viele Jungtiere kamen hinzu und wuchsen toll heran. Ich führe das auf die tollen Bakterien, die sich in dem Aquarium befinden müssen zurück. Auch wenn ich den Wasserwechsel nur einmal im Monat mache – die Tiere scheinen okay zu sein und es gibt keine Ausfälle.

Somit kam ich auf die Idee, den “Filter-Dreck“ dieses Aquarium auch für andere Aquarien zu verwenden.

Ich hatte ein Becken, in dem ich Campoma Guppys halte und wo ich mir leider durch fremde Fische, die ich mit den Guppys vergesellschaften wollte, etwas (weißer Belag, Flossenfäule…) eingeschleppt habe. Ich habe schon vieles versucht, Mittel aus dem Handel, Salz… Mit Salz wurde es etwas besser doch verschwand nicht. In dieses Aquarium habe ich nun den “Filter-Dreck“ aus dem Schildkröten-Kaudi-Aquarium gegeben und siehe da, die wenig verbliebenen Tiere (4.2.0) erholten sich plötzlich innerhalb von nur zwei Tagen und es gab wieder nach einigen Tagen einige gut wachsende Jungtiere. Ich kam zu dem Entschluss, dass in dem Aquarium, das schon seit über zwei Jahren läuft, noch keine richtigen Bakterien sein mussten. Die Wasserwerte waren stets unauffällig.

Und mein zweiter Entschluss stand sogleich ebenfalls fest – ich möchte noch eine Moschusschildkröte halten, um sie mit diesen Guppys vergesellschaften.

Mittlerweile befindet sich auch schon eine schöne weibliche Sternotherus carinatus in Winterruhe im Keller, die ich von einem Schildkröten-Kollegen übernommen habe. Sie wird bald wieder mein (altes) Aqua-Terrarium 120x60x60cm bewohnen. Geplant ist, dass die Campoma-Guppys zusammen mit dieser Moschusschildkröte das Becken bewohnen werden.

Doch das ist eine andere Geschichte und könnte später hier auf EB zu lesen sein…

Mein Kaudi-Moschus-Aquarium wird nun in meinem Schlafzimmer verbleiben und als 120cm langer Fernseher, der am Fußende meines Bettes steht fungieren. Für manche mag das Becken “dreckig“ sein, doch ich finde es wundervoll und sehr interessant. Und über die Jahre habe ich noch eine weitere Regel gelernt, die da lautet: “Wenn einmal ein Becken super funktioniert, dann sollst Du es nicht ändern!“

Helga Kury für www.einrichtungsbeispiele.de

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Titel: Dreck, Dreck und nochmals Dreck! Teil eins
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