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Mikrohabitate am Teichrand: Warum kleine Kiesflächen wichtig sind

Lesezeit: ca. 4 Minuten
Mikrohabitate am Teichrand: Warum kleine Kiesflächen wichtig sind
Mikrohabitate am Teichrand: Warum kleine Kiesflächen wichtig sind - Foto 1

Im Winter haben wir Zeit den Blick auch auf kleine Details am Gartenteich zu richten, Pläne zu schmieden und uns zu informieren. Ein interessantes Thema sind dabei die kleinen Lebensräume am Uferbereich, die mit einfachen Mitteln gefördert oder bewusst angelegt werden können. Besonders Kiesflächen spielen dabei eine größere Rolle, als ihr unscheinbares Erscheinungsbild vermuten lässt.

Kleine Lebensräume mit großer Wirkung

Der Übergang zwischen Wasser und Land zählt zu den artenreichsten Zonen eines Teiches. Hier treffen unterschiedliche Feuchtigkeitsgrade, Lichteinflüsse und Temperaturbereiche aufeinander und schaffen Bedingungen, in denen sich zahlreiche Tier- und Pflanzenarten ansiedeln können. Mikrohabitate – also sehr kleine, klar abgegrenzte Lebensräume – unterstützen dieses vielfältige Zusammenspiel.

Mikrohabitate am Teichrand: Warum kleine Kiesflächen wichtig sind
Mikrohabitate am Teichrand: Warum kleine Kiesflächen wichtig sind - Foto 2

Kiesflächen gehören zu den wichtigsten dieser Strukturen, weil sie Stabilität bieten, Wasser langsam versickern lassen und gleichzeitig zahlreiche Versteckmöglichkeiten schaffen.

Die Eigenschaften von Kies als Ufersubstrat

Kies bildet durch seine Körnung ein lockeres, gut durchlüftetes Substrat. Zwischen den einzelnen Steinen entstehen feine Hohlräume, die sich nicht vollständig mit Wasser füllen und gleichzeitig nicht völlig austrocknen. Dadurch entsteht ein Mikroklima, das für viele Uferbewohner optimal ist.

Kiesflächen bieten:

Mikrohabitate am Teichrand: Warum kleine Kiesflächen wichtig sind
Mikrohabitate am Teichrand: Warum kleine Kiesflächen wichtig sind - Foto 3
  • gute Zwischenräume für Kleintiere, die Schutz vor Fressfeinden suchen
  • Stabilität gegen Erosion, besonders an stärker beanspruchten Uferzonen
  • eine durchlässige Struktur, die das Versickern von Oberflächenwasser fördert
  • ein lockeres Umfeld für Pflanzenwurzeln, die nicht in lehmigen oder verdichteten Böden zurechtkommen

Die offene Struktur verhindert zudem die Bildung dicker Schlammschichten, da feine Partikel durchrieseln oder bei Bewegung durch Wind und Wasser leichter wieder aufgewirbelt werden.

Lebensraum für Insekten und Kleintiere

Viele wirbellose Tiere nutzen Kiesflächen als Rückzugsort oder Entwicklungsraum. Zwischen den Steinspalten finden sich beispielsweise die Larven verschiedener Insekten, Kleinkrebse und Asseln, Spinnenarten, die am Übergang zwischen Wasser und Land jagen, Laufkäfer, die trockene, warme Stellen bevorzugen oder Amphibienjugendstadien, die geschützte Plätze benötigen.

Für Frösche, Molche oder Kröten wirken Kiesbereiche als kleine „Trittsteine“, die das Wandern entlang des Gewässers erleichtern. Auch einige Wasserkäferarten nutzen trockene Kiesstellen zum Wärmen oder zur Vorbereitung des Abflugs.

Kies als Pflanzstandort

Viele Uferpflanzen kommen in natürlicher Umgebung auf kiesigen oder sandig-kiesigen Substraten vor. Diese Böden bieten ihnen lockeren Halt, ausreichend Sauerstoff im Wurzelbereich und eine geringe, aber gleichmäßige Feuchtigkeit.

Dazu gehören Arten wie Wasserminze, Sumpf-Schwertlilie oder verschiedene Seggenarten. In einem zu dichten, lehmigen Boden könnten diese Pflanzen schnell faulen oder sich schwer ausbreiten. Kiesflächen schaffen daher eine Zone, in der solche Arten stabile, aber luftige Wurzelbereiche finden.

Strukturen für Stabilität

Kiesflächen stabilisieren Uferbereiche auf natürliche Weise. Sie verlangsamen die Erosion, indem sie die Kraft von Wellen oder Regenwasser dämpfen. Gleichzeitig verhindern sie, dass feine Bodenbestandteile weggeschwemmt werden. Durch ihre Drainagewirkung bleiben Uferpartien mit stärkerem Pflanzenbewuchs besser belüftet, was Fäulnis verhindert und Wurzelwachstum fördert.

Solche Bereiche wirken zudem wie natürliche Filter: Feineres Material, das ins Wasser gelangt, wird teilweise im Kies zurückgehalten und gelangt nicht vollständig in den Teich, wo es die Wasserqualität beeinträchtigen könnte.

Gezielte Gestaltung für eine höhere Vielfalt

Bereits eine kleine Kiesfläche von wenigen Quadratmetern kann die Struktur eines Teiches deutlich bereichern. Unterschiedliche Körnungen – von feinem Kies bis zu kleinen Steinen – schaffen zusätzliche Variation. Wichtig ist, diese Zone nicht vollständig zu bepflanzen, sondern bewusst offene Bereiche zu lassen, damit Tiere weiterhin Unterschlupf und Sonnenplätze finden.

In Kombination mit flachen Wasserzonen, einzelnen größeren Steinen oder sandigen Abschnitten entsteht ein vielfältiges Mosaik aus Mikrohabitaten, das den Teich insgesamt widerstandsfähiger und ökologisch stabiler macht.

Kiesflächen am Teichrand erfüllen eine Vielzahl ökologischer Funktionen, die sich erst bei genauer Betrachtung zeigen. Die ruhige Jahreszeit bietet Gelegenheit, diese Strukturen zu erkennen, zu erweitern oder neu zu gestalten. Wer solche Mikrohabitate bewusst einplant, unterstützt nicht nur Pflanzen und Tiere, sondern legt auch die Grundlage für ein dauerhaft stabiles und naturnahes Teichumfeld.

 

Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de

Tom

Userbild von TomTom ist Administrator*in von EB und stellt 12 Beispiele vor. In den Bereichen Malawisee, Tanganjikasee, Victoriasee, West- / Zentralafrika, Südamerika, Mittelamerika, Amerikagesellschaftsbecken, Asien/Australien, Gesellschaftsbecken, Wasserchemie, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

Titel: Mikrohabitate am Teichrand: Warum kleine Kiesflächen wichtig sind (Artikel 7437)

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