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Welche Tiere eignen sich für welchen Teich? Ein Überblick über den passenden Teichbesatz

Lesezeit: ca. 8 Minuten
Welche Tiere eignen sich für welchen Teich? Ein Überblick über den passenden Teichbesatz
Welche Tiere eignen sich für welchen Teich? Ein Überblick über den passenden Teichbesatz - Foto 1

Mit der Zeit entwickelt sich der Gartenteich zu einem Lebensraum für zahlreiche Tiere – manche werden bewusst eingesetzt, viele andere finden ihren Weg ganz von selbst. Doch nicht jeder Teich eignet sich für jede Tierart. Größe, Tiefe, Wasservolumen und Bauweise entscheiden darüber, welche Bewohner dauerhaft artgerecht gehalten werden können.

Wer den Besatz an die Eigenschaften seines Teichs anpasst, schafft die Grundlage für ein stabiles Ökosystem und vermeidet spätere Probleme.

Der Miniteich: Ein Wasserbiotop auf Zeit

Ein echter Miniteich besteht aus einem transportablen Gefäß, beispielsweise einem Zinkkübel, Holzfass oder großen Pflanzgefäß. Er enthält nur wenig Wasser, erwärmt sich im Sommer rasch und friert im Winter meist vollständig durch, wenn er nicht sowieso geleert und im Frühling neu befüllt wird.

Deshalb eignet sich ein Miniteich in der Regel nicht für Tiere, die das ganze Jahr über darin leben sollen. Weder Fische noch Schnecken, Muscheln oder andere dauerhaft im Wasser lebende Tiere finden hier auf Dauer geeignete Bedingungen.

Dennoch bleibt ein Miniteich selten lange unbelebt. Schon nach kurzer Zeit entdecken zahlreiche Insekten das kleine Gewässer. Wasserläufer gleiten über die Oberfläche, Rückenschwimmer gehen auf Jagd und Libellen legen ihre Eier an Wasserpflanzen ab. Auch Mückenlarven, Wasserflöhe und viele andere Kleinstlebewesen erscheinen oft ganz von selbst.

Diese Tiere benötigen keine Unterstützung. Sie finden ihre Nahrung eigenständig oder verlassen den Miniteich wieder, sobald sich die Bedingungen verändern.

Kleine Gartenteiche

Bereits ein kleiner Gartenteich bietet deutlich stabilere Lebensbedingungen als ein Miniteich. Voraussetzung ist allerdings eine ausreichende Tiefe, damit sich das Wasser im Sommer nicht zu sehr aufheizt und im Winter frostfreie Bereiche erhalten bleiben.

Solche Teiche werden häufig schon nach kurzer Zeit von Fröschen, Kröten und Molchen entdeckt. Heimische Amphibien suchen geeignete Laichgewässer selbstständig auf und benötigen weder Fütterung noch besondere Pflege. Wichtig ist lediglich, den Teich möglichst naturnah zu gestalten und flache Uferbereiche anzubieten.

Auch zahlreiche Wasserinsekten siedeln sich an. Libellenlarven, Köcherfliegenlarven, Wasserkäfer oder Rückenschwimmer gehören zu den ersten Bewohnern vieler Gartenteiche. Sie bilden einen wichtigen Bestandteil des natürlichen Gleichgewichts und sollten möglichst ungestört bleiben.

Gartenteiche mit Fischbesatz

Soll ein Teich dauerhaft Fische beherbergen, steigen die Anforderungen deutlich. Entscheidend ist dabei weniger die reine Wasserfläche als vielmehr das gesamte Wasservolumen und insbesondere die Wassertiefe.

Als grobe Orientierung gilt: Ein Fischteich sollte mindestens etwa einen Meter tief sein, damit im Winter ausreichend frostfreie Bereiche erhalten bleiben.

Für kleinere Gartenteiche kommen vor allem Goldfische infrage. Sie gelten als robust und anpassungsfähig, sollten jedoch nicht in zu großer Zahl gehalten werden. Jeder zusätzliche Fisch erhöht die Nährstoffbelastung des Wassers und damit auch die Gefahr von Algenproblemen.

Heimische Kleinfischarten wie Moderlieschen werden gelegentlich ebenfalls empfohlen. Sie stellen jedoch eigene Ansprüche an ihren Lebensraum und eignen sich nicht für jeden Gartenteich. Vor einer Anschaffung sollte daher genau geprüft werden, ob die Haltungsbedingungen zur jeweiligen Art passen.

Große Gartenteiche

Mit zunehmendem Wasservolumen wird das ökologische Gleichgewicht deutlich stabiler. Größere Teiche bieten mehr Platz für Fische und reagieren weniger empfindlich auf Temperaturschwankungen.

Welche Tiere eignen sich für welchen Teich? Ein Überblick über den passenden Teichbesatz
Welche Tiere eignen sich für welchen Teich? Ein Überblick über den passenden Teichbesatz - Foto 2

Wer größere Goldfischgruppen oder Koi halten möchte, sollte einen entsprechend dimensionierten Teich einplanen. Besonders Koi erreichen beachtliche Größen, produzieren erhebliche Mengen an Stoffwechselprodukten und benötigen deshalb nicht nur viel Wasser, sondern meist auch eine leistungsfähige Filtertechnik sowie regelmäßige Pflege.

Ein klassischer Naturteich und ein Koiteich unterscheiden sich daher erheblich in ihrer Planung und Unterhaltung.

Muscheln – faszinierend, aber anspruchsvoll

Teichmuscheln gelten oft als natürliche Wasserfilter. Tatsächlich filtern sie feine Schwebstoffe aus dem Wasser und ernähren sich von Plankton sowie anderen organischen Partikeln.

Gerade deshalb eignen sie sich jedoch nicht für jeden Teich. In sehr nährstoffarmen oder bereits stark gefilterten Gewässern finden sie häufig nicht genügend Nahrung. Bereits eine einzelne Muschel benötigt ausreichend Wasservolumen, damit ihre Ernährung langfristig gesichert ist.

Muscheln sollten deshalb nur in ausreichend großen, biologisch stabilen Teichen gehalten werden und nicht als Mittel zur Wasserreinigung angeschafft werden.

Tiere, die besser nicht eingesetzt werden sollten

Viele Tiere finden geeignete Teiche ganz ohne menschliche Hilfe. Frösche, Kröten und Molche stehen unter gesetzlichem Schutz. Sie dürfen weder der Natur entnommen noch gezielt umgesetzt werden. Ein naturnah gestalteter Teich wird meist schon nach wenigen Wochen bis Monten von selbst entdeckt.

Auch bei Flusskrebsen ist Vorsicht geboten. Einige Arten können heimische Krebsbestände durch die Übertragung der Krebspest gefährden oder erhebliche Auswirkungen auf Pflanzen und andere Teichbewohner haben. Vor ihrer Haltung sollten daher unbedingt die jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen und die Ansprüche der Art geprüft werden.

Sommergäste im Gartenteich

Nicht alle Tiere, die im Sommer im Gartenteich leben können, sind auch für eine ganzjährige Freilandhaltung geeignet.

Viele Wasserschildkröten nutzen während der warmen Monate gerne einen ausreichend großen Gartenteich. Da zahlreiche Arten jedoch aus wärmeren Klimazonen stammen, müssen sie im Herbst in ein geeignetes Winterquartier umziehen oder kontrolliert überwintert werden.

Ähnliches gilt für tropische Fischarten oder andere wärmeliebende Wasserbewohner. Sie vertragen unsere Wintertemperaturen nicht und dürfen deshalb nur saisonal im Freien gehalten werden.

Der beste Besatz ist oft der natürlichste

Viele Teichbesitzer wünschen sich möglichst viele verschiedene Tiere im Wasser. Dabei entsteht ein artenreicher Lebensraum häufig ganz ohne menschliches Zutun.

Ein naturnah angelegter Teich wird nach und nach von Libellen, Amphibien, Wasserkäfern, Wasserläufern und zahlreichen weiteren Arten besiedelt. Diese Tiere übernehmen wichtige Aufgaben im Ökosystem und sorgen für ein lebendiges Gewässer.

Wer zusätzlich Fische oder andere Tiere halten möchte, sollte deren Bedürfnisse stets zusammen mit den Eigenschaften des eigenen Teichs vergleichen. Denn ein gut durchdachter, eher zurückhaltender Besatz ist meist der Schlüssel zu einem gesunden und dauerhaft stabilen Gartenteich.

Häufige Fragen: Welche Tiere eignen sich für welchen Teich?

Welche Tiere siedeln sich von selbst im Gartenteich an?

Zu den häufigsten natürlichen Teichbewohnern gehören Libellen, Wasserläufer, Rückenschwimmer, Gelbrandkäfer, Köcherfliegenlarven, Wasserskorpione sowie verschiedene Amphibien wie Frösche, Kröten und Molche. Welche Arten erscheinen, hängt unter anderem von der Umgebung und der naturnahen Gestaltung des Teichs ab.

Brauchen diese Tiere eine besondere Pflege?

Nein. Wildlebende Teichtiere versorgen sich selbst mit Nahrung und passen ihren Lebenszyklus an die natürlichen Bedingungen an. Je weniger in das Ökosystem eingegriffen wird, desto stabiler entwickelt es sich meist.

Darf ich Frösche oder Molche in meinen Teich einsetzen?

Nein. Heimische Amphibien stehen unter gesetzlichem Schutz. Sie dürfen weder aus der Natur entnommen noch in andere Gewässer umgesetzt werden. Ein geeigneter Gartenteich wird in vielen Fällen von selbst von ihnen entdeckt.

Kann ich Fische in jedem Gartenteich halten?

Nein. Ein Fischteich sollte ausreichend tief sein, damit im Winter frostfreie Bereiche erhalten bleiben. Außerdem muss genügend Wasservolumen vorhanden sein, damit Wasserqualität und Sauerstoffgehalt auch im Sommer stabil bleiben.

Wie viele Goldfische passen in einen Gartenteich?

Eine pauschale Zahl gibt es nicht. Sie hängt unter anderem vom Wasservolumen, der Filtertechnik, der Bepflanzung und der Größe der Fische ab. Grundsätzlich gilt: Weniger Fische bedeuten meist ein stabileres biologisches Gleichgewicht und eine geringere Algengefahr.

Sind Koi für jeden Gartenteich geeignet?

Nein. Koi werden groß, produzieren viele Stoffwechselprodukte und benötigen viel Platz sowie eine leistungsfähige Filteranlage. Für kleine oder naturnahe Gartenteiche sind sie daher in der Regel nicht geeignet.

Sind Teichmuscheln natürliche Wasserfilter?

Welche Tiere eignen sich für welchen Teich? Ein Überblick über den passenden Teichbesatz
Welche Tiere eignen sich für welchen Teich? Ein Überblick über den passenden Teichbesatz - Foto 3

Ja, allerdings nur in gewissem Maße. Muscheln filtern Schwebstoffe aus dem Wasser und ernähren sich von Plankton und organischen Partikeln. Sie ersetzen jedoch keine Filteranlage und eignen sich nicht als "Problemlöser" gegen trübes Wasser.

Können Muscheln jeden Gartenteich bewohnen?

Nein. Muscheln benötigen ausreichend Nahrung und genügend Wasservolumen. In sehr kleinen oder stark gefilterten Teichen finden sie oft nicht genügend Schwebstoffe und können langfristig verhungern.

Können Schnecken im Gartenteich überwintern?

Viele heimische Wasserschnecken überstehen den Winter problemlos in ausreichend tiefen Gartenteichen. In echten Miniteichen ist dies dagegen meist nicht möglich, da das Wasser häufig vollständig durchfriert.

Welche Tiere eignen sich für einen Miniteich?

Ein echter Miniteich sollte nicht dauerhaft mit Tieren besetzt werden. Insekten, Wasserflöhe und andere Kleinstlebewesen stellen sich meist von selbst ein und benötigen keine Pflege. Fische, Schnecken oder Muscheln sollten dort nicht ganzjährig gehalten werden.

Können Wasserschildkröten ganzjährig im Gartenteich leben?

Das hängt von der Art ab. Viele der als Heimtiere gehaltenen Wasserschildkröten stammen aus wärmeren Regionen und müssen vor dem Winter in ein geeignetes Winterquartier umziehen. Eine ganzjährige Haltung im Gartenteich ist daher nur bei wenigen Arten möglich.

Sollte ein Gartenteich überhaupt mit Tieren besetzt werden?

Nein. Ein naturnah angelegter Teich entwickelt oft schon nach kurzer Zeit eine erstaunliche Artenvielfalt. Viele Tiere finden den Teich selbstständig und tragen zu einem gesunden biologischen Gleichgewicht bei.

 

Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de

Autor*in: Tom

Userbild von Tom
Tom ist Administrator*in von EB und stellt 12 Beispiele vor.

In den Bereichen Malawisee, Tanganjikasee, Victoriasee, West- / Zentralafrika, Südamerika, Mittelamerika, Asien/Australien, Gesellschaftsbecken, Wasserchemie, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

Titel: Welche Tiere eignen sich für welchen Teich? Ein Überblick über den passenden Teichbesatz (Artikel 8081)

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