Blog: Algen im Teich abfischen: Was dabei zu beachten ist (7958)
Wir erleben die erste Hitzewelle des Jahres und im Gartenteich wuchern die Algen. Damit sie den übrigen Wasserpflanzen nun nicht das Licht nehmen, müssen sie abgefischt werden. Doch dabei gibt es einiges zu beachten!
Starkes Algenwachstum ist im Sommer keine Seltenheit. Hohe Temperaturen, intensive Sonneneinstrahlung und ein reiches Nährstoffangebot fördern insbesondere Fadenalgen. Werden sie nicht entfernt, beschatten sie Unterwasserpflanzen, behindern den Gasaustausch und können langfristig das ökologische Gleichgewicht im Teich stören. Das Abfischen ist daher eine sinnvolle und oft unvermeidliche Maßnahme. Gleichzeitig greift man damit jedoch in einen sensiblen Lebensraum ein.
Warum Wasserkäfer und anderes Getier im Teich bleiben sollten
Beim Abfischen der Algen bleiben fast immer kleine Teichbewohner im Kescher oder an der Harke hängen. Dazu gehören Wasserkäfer, Rückenschwimmer, Wasserwanzen, Libellenlarven, Schnecken oder auch Kaulquappen. Diese Tiere sind ein wichtiger Bestandteil des Teichökosystems.
Viele von ihnen übernehmen nützliche Aufgaben. Räuberische Insektenlarven regulieren die Bestände anderer Kleintiere und tragen so zur Balance bei. Schnecken verwerten organische Reste, und manche Insektenlarven sind selbst Nahrungsquelle für Fische oder Amphibien. Werden sie unbeabsichtigt entfernt, kann dies das Gleichgewicht im Teich stören und langfristig sogar zu neuen Problemen wie vermehrtem Algenwachstum führen.
Schonendes Vorgehen beim Abfischen
Um den Tieren die Rückkehr in den Teich zu ermöglichen, sollte das Abfischen mit Bedacht erfolgen. Die Algen werden am besten mit einem Kescher langsam aus dem Wasser gezogen, damit sich größere Tiere nicht zusätzlich verletzen. Anschließend empfiehlt es sich, den Kescher oder das Algenmaterial nicht sofort wegzutragen.
Eine bewährte Methode ist es, die abgefischten Algen am Teichrand abzulegen, idealerweise auf feuchtem Untergrund oder noch mit direktem Kontakt zum Wasser . Innerhalb weniger Stunden wandern viele Tiere dann selbstständig zurück ins Wasser. Besonders bei warmem Wetter sollte darauf geachtet werden, dass das Material nicht in der prallen Sonne liegt.
Ideal ist es eine Nacht zu warten, dann sollten die Algen endgültig entsorgt werden.
Kompost ja oder nein?
Grundsätzlich lassen sich Teichalgen gut verwerten, da sie reich an Nährstoffen sind. In vielen Fällen ist die Entsorgung auf dem Kompost möglich und sogar sinnvoll. Dort zersetzen sie sich und tragen zur Humusbildung bei. Allerdings gibt es dabei einige Einschränkungen.
Algen sollten nur in kleinen Mengen auf den Kompost gegeben werden. Große, nasse Algenmassen können schnell faulen, unangenehme Gerüche entwickeln und den Rotteprozess stören. Es empfiehlt sich, sie zuvor etwas antrocknen zu lassen oder mit strukturreichem Material wie Laub, Stroh oder gehäckselten Zweigen zu mischen.
Nicht empfehlenswert ist der Kompost, wenn der Teich stark belastet ist, etwa durch Algizide oder andere chemische Zusätze. In solchen Fällen können unerwünschte Stoffe in den Kompost gelangen. Bei Fischbesatz hingegen gibt es keine grundsätzlichen Einschränkungen. Fischkot und Futterreste tragen zwar zur Nährstoffanreicherung der Algen bei, stellen aber für den Kompost kein Problem dar.
Auch Algen aus Gewässern mit problematischen oder unerwünschten Arten sollten nicht weiterverbreitet werden. Hier ist die Entsorgung über den Bioabfall der sicherere Weg, sofern dies lokal erlaubt ist. Wer sicher sein will, kann sich beim örtlichen Wertstoffhof erkundigen.
Keine Entsorgung in der Natur
Unabhängig von den örtlichen Regelungen dürfen Teichalgen niemals in Gewässer, Gräben, Wiesen oder an Waldrändern entsorgt werden. Dadurch können Nährstoffe und möglicherweise auch gebietsfremde Organismen in die Umwelt gelangen, was ökologisch problematisch und teilweise ordnungswidrig ist.
Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de





