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Altwasser von ehemaliger User

einrichtungsbeispiele.de - TopBlog! 
Als ich als Kind ein Aquarium bekommen habe wusste ich garnicht dass Wasser gewechselt werden "muss", mein Gesellschaftsbecken hatte jedoch nie (über ca. 2 Jahre) irgendwelche Probleme obwohl ich niemals einen TTW gemacht habe. Ich hatte allerdings in den ersten 6 Monaten nur einen Wels und paar Guppys, später kamen noch andere Arten hinzu die das Altwasser jedoch gut vertragen haben. Damals habe ich aber nie irgendwelche Wasserwerte (ausser Temp) gemessen.

Als ich mein aktuelles Becken eingerichtet habe, habe ich mir vorgenommen ähnlich wie früher die TWW einfach wegzulassen und zu beobachten was passiert. Ich werde das hier im Blog versuchen zu dokumentieren...

Mehr dazu hier nachzulesen:

http://www.deters-ing.de/Gastbeitraege/Altwasser.htm

http://www.deters-ing.de/Gastbeitraege/Mulm.htm

http://www.deters-ing.de/Gastbeitraege/Aquarienschlaemme.htm

Versuchsphase Anfang 2006 bis 2007:

Der Versuch wurde abgebrochen weil nach ca. 8 Monaten der Nitratgehalt im Wasser 100 mg/l überschritten und monatelang gehalten hat, es hat sich also angereichert. Die Fische verhielten sich apathisch, der Pflanzenwuchs stagnierte, das Becken drohte zu kippen. Durchführung von TTW war die Folge. Ich habe mich zunächst gewundert warum das passierte. Im Vergleich mit meinen ersten kleineren Becken hatte ich groben Kies als Bodengrund verwendet und keinen Sand. Dort vermutete ich die Ursache.

Versuchsphase ab Anfang 2007:

Bodengrund: Umstellung auf Quarzsand gemischter Körnung. Ansonsten alles gleich.

Seit dem gab es nur in der Einfahrphase leicht höhere Nitratwerte, und es ist bemerkbar dass der Bodengrund nun "aktiv" ist, also durch Prozesse im Grund regelmäßig große Gasblasen aufsteigen.

Ich habe im Nachhinein eine Seite gefunden die meine These stützt: http://www.ibdoerre.com/aqua/norbert/oekologie/aquariumbiotop/bodengrund/bodengrundfilter/bodengrundfilter.htm

Filter: Der vorhandene Filter wurde ohne Reinigung für das neu eingerichtete Becken weiterverwendet, war also zu dem Zeitpunkt bereits fast 1 Jahr im Betrieb.

Turmdeckelschnecken: Die Rolle dieser Schnecken ist sicher nicht zu unterschätzen, es steht fest dass diese Schnecken wohl den Kot der Fische vertilgen und keine lebenden Pflanzen anknabbern, durch das Umgraben der oberen Sandschichten tragen sie wahrscheinlich ebenfalls zum Aufdüngen des Bodengrundes bei.

Auch bei reichlicher Fütterung scheint der Nitratwert nicht zu steigen, er liegt denke ich noch unterhalb von 10 mg/l aber ich kann das nicht genauer messen, die Farbe ist leicht heller als an der Marke des Testmusters bei dem Wert.

Seit Neueinrichtung hier die gemessenen Wasserwerte:

| Datum | KH (°dH) | GH (°dH) | PH | NO²-(mg/l) | NO³-(mg/l) | PO4(mg/l) | µS/cm |

| 01.01.2007 | 3 | 15 | 8, 0 | nn | nn |

| 01.02.2007 | 3 | 13 | 8, 0 | nn | 25 |

| 01.03.2007 | 3 | 12 | 7, 5 | nn | 25 |

| 01.04.2007 | 3 | 12 | 7, 5 | nn | 50 |

| 01.05.2007 | 3 | 11 | 7, 5 | nn | 50 |

| 01.06.2007 | 3 | 11 | 7, 5 | nn | 100 |

| 01.07.2007 | 3 | 11 | 7, 0 | nn | 25 |

| 01.08.2007 | 3 | 11 | 7, 0 | nn | 10 |

| 01.09.2007 | 3 | 11 | 7, 0 | nn | 10 |

| 01.10.2007 | 3 | 10 | 7, 0 | nn | 10 |

| 01.11.2007 | 4 | 10 | 7, 0 | nn | 10 |

| 01.12.2007 | 5 | 10 | 7, 0 | nn | 10 |

| 01.01.2008 | 5 | 10 | 7, 0 | nn | 10 |

| 01.02.2008 | 4 | 12 | 7, 0 | nn | 10 | 2 | 540@25, 9°C |

| 01.03.2008 | 5 | 12 | 7, 0 | nn | 10 | 2 | 571@26, 1°C |

| 01.04.2008 | 4 | 11 | 7, 5 | nn | 10 | 2 | 525@27, 0°C |

Blogartikel 'Blog 517: Altwasser' aus der Kategorie: "Mein Einrichtungsbeispiel" zuletzt bearbeitet am 31.03.2008 um 21:04 Uhr von ehemaliger User
Kommentare:
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Geschrieben am 30.05.2008 um 18:41 von timme
Tach auch,
dank Tom bin ich in der glücklichen Lange, diesen Blog lesen zu dürfen (Einführung des Menüpunktes "Top-Blogs").
Ich habe zwar kein Altwasserbecken wie oben beschrieben, aber in meinem 98l Garnelenbecken (mit Kiesbodengrund, vielen Pflanzen, auch emerse, HMF und Filtermatterückwand) mit ein paar Endler- Guppies wird auch nicht wirklich oft ein Wasserwechsel durchgeführt. Da das Becken offen ist, wird jedoch sehr oft (Leitungs-)Wasser nachgegossen. Meist über mehrere Wochen (Monate) alle 2 bis 3 Tage so je 5l.
Das interessante ist, daß die Wasserwerte stabil bleiben. Leider habe ich keine Möglichkeit den Leitwert zu überprüfen, aber zumindes die KH und die GH verändern sich sein Monaten, bald schon Jahren, nicht mehr.
Selbst nach einem Teilwasserwechsel ändert sich nur sehr kurzfristig etwas an den Wasserwerten. Ich vermute mal, daß sich die Salze aus dem Bodengrund rücklösen. Damit dürfte auf jeden Fall die Theorie von Mario gekippt sein.
Übrigens habe ich keine erhöhten Nitratwerte und meine Fische und Garnelen pflanzen sich auch ständig fort.
Übrigens glaube ich kaum, das ein Sandbodengrund stärker biologisch aktiv ist als ein Kiesbodengrund. In der Nagtur mag das zutreffen. Da dort vertikale Strömungen herrschen und daher nur die relative Größe der besiedelbaren Oberfläche interessant ist (um so kleiner die Bodenteilchen, um so größer die Oberfläche), aber im Aquarium verhält sich das genau anders herum, da der Sandbodengrund fast nicht durchströmt wird und auch keine abbaubaren Dinge und auch kein Sauerstoff eindringen kann.
Grüße, Tim

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