Lebens(t)räume für Menschen, Tiere & Pflanzen
Gestaltungsbeispiele für naturnahe Lebensräume
Einrichtungsbeispiele.de-Logo
Neu
Login
Wir werden unterstützt von:
Bienen im Winter – Rückzug ins Winterquartier

Blog: Bienen im Winter – Rückzug ins Winterquartier (6583)

Im Sommer sind sie allgegenwärtig, doch verschwunden sind die Bienen auch in der kalten Jahreszeit nicht. Wo sie sich verstecken und mit welchen Strategien sie den Winter überstehen, das lest ihr in diesem Artikel

Die Honigbiene: Wintertraube im Bienenstock

Honigbienen (Apis mellifera) bleiben im Winter im Bienenstock und überleben die kalte Zeit in einer sogenannten Wintertraube. Sobald die Temperaturen unter etwa 10 °C fallen, ziehen sie sich in den Stock zurück. Die Arbeiterinnen bilden eng aneinander gedrängt eine Kugel um die Königin, wobei die äußeren Bienen die Kälte abschirmen und die inneren den Stock warm halten. Durch kontinuierliche Bewegung und das Zittern ihrer Flügelmuskeln erzeugen sie Wärme.

Die benötigte Energie stammt aus den Honigvorräten, die sie im Sommer gesammelt haben. Je nach Außentemperatur und Stockgröße kann die Wintertraube ihre Wärmeproduktion auf bis zu 35 °C steigern, wenn die Königin im Januar mit der Eiablage beginnt.

Wildbienen: Vielfältige Überwinterungsstrategien

Wildbienen umfassen eine Vielzahl von Arten mit unterschiedlichen Strategien für die Überwinterung:

Solitäre Arten

Die meisten Wildbienenarten, wie Mauerbienen (Osmia) oder Sandbienen (Andrena), verbringen den Winter als Puppen oder ausgewachsene Tiere in Brutröhren, die sie im Sommer angelegt haben. Diese Röhren befinden sich oft in Holz, Lehmwänden oder im Boden. Sie sind gut isoliert und schützen vor Frost.

Erdnister

Einige Arten, wie die Furchenbienen (Halictus), graben unterirdische Gänge, in denen sie sich vor Kälte schützen.

Schutz in der Natur

Andere Wildbienenarten überwintern in Pflanzenstängeln, hohlen Zweigen oder unter Laub. Solche Verstecke bieten natürlichen Schutz vor winterlichen Bedingungen.

Die Hummeln: Nur die Königin überlebt

Hummeln, die ebenfalls zu den Wildbienen zählen, nutzen eine andere Strategie: Nur die jungen Königinnen überwintern. Sie suchen sich im Herbst geschützte Verstecke wie Erdlöcher, Laubhaufen oder Mauerritzen. Hier verfallen sie in eine Kältestarre und reduzieren ihre Körperfunktionen auf ein Minimum. Die restlichen Arbeiterinnen und die alte Königin sterben im Herbst.

Erst im Frühjahr, wenn die Temperaturen auf mindestens 10 °C steigen, erwachen die Hummelköniginnen, um neue Nester zu gründen.

Wann werden Bienen wieder aktiv?

Die Aktivität von Bienen hängt stark von der Temperatur ab: Honigbienen wagen erste Ausflüge ab etwa 8–10 °C, insbesondere an sonnigen Tagen im Februar oder März, um sogenannte Reinigungsflüge durchzuführen. Wildbienen und Hummeln starten bei höheren Temperaturen, da sie empfindlicher auf Kälte reagieren. Die genaue Schwelle variiert je nach Art, liegt aber oft zwischen 12 und 15 °C.

Bienen benötigen für ihre Aktivität nicht nur ausreichende Temperaturen, sondern auch blühende Pflanzen als Nahrungsquelle. Frühblüher wie Krokusse, Schneeglöckchen oder Weidenkätzchen sind daher besonders wichtig für den Start ins Jahr.

 

Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de

Bienen im Winter – Rückzug ins WinterquartierBienen im Winter – Rückzug ins Winterquartier
Blogartikel 'Blog 6583: Bienen im Winter – Rückzug ins Winterquartier' aus der Kategorie: "Tipps & Tricks" zuletzt bearbeitet am 29.11.2024 um 16:54 Uhr von Tom

Tom

Userbild von TomTom ist Administrator*in von EB und stellt 12 Beispiele vor. In den Bereichen Malawisee, Tanganjikasee, Victoriasee, West- / Zentralafrika, Südamerika, Mittelamerika, Amerikagesellschaftsbecken, Asien/Australien, Gesellschaftsbecken, Wasserchemie, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

Kommentare:
Um selbst einen Kommentar schreiben zu können, musst du dich anmelden!

Das könnte dich ebenfalls interessieren:

Ab wann Igel im Herbst nicht mehr gefüttert werden sollten

Ab wann Igel im Herbst nicht mehr gefüttert werden sollten

Allgemeine Tipps & Tricks

Igel sind beliebte Gartenbewohner, einerseits wegen ihres niedlichen Aussehens, aber auch, weil sie im Laufe eines Jahres jede Menge Schädlinge vertilgen. Obwohl Igel in einem naturnahen Umfeld eigentlich genug Nahrung finden, werden sie häufig gefüttert: Zur Unterstützung, aber auch, weil man den putzigen Besucher gerne im Garten behalten und es

Mimikry - Täuschungskunst der Natur und faszinierende Überlebensstrategie im Tierreich

Mimikry - Täuschungskunst der Natur und faszinierende Überlebensstrategie im Tierreich

Allgemeine Tipps & Tricks

Die Natur ist voller raffinierter Anpassungen, die im Laufe von Millionen Jahren entstanden sind. Eine der beeindruckendsten Strategien zur Sicherung des Überlebens ist die sogenannte Mimikry. Dabei handelt es sich um eine Form der biologischen Täuschung, bei der Tiere oder andere Organismen das Aussehen, Verhalten oder sogar den Geruch anderer Arten

Mikroorganismen im Winter – Das geheime Leben im Teichschlamm

Mikroorganismen im Winter – Das geheime Leben im Teichschlamm

Allgemeine Tipps & Tricks

Auch wenn der Teich im Winter oft wie ein stiller, lebloser Ort wirkt, ist er alles andere als inaktiv. Gerade im Teichschlamm finden auch in der kalten Jahreszeit erstaunliche Prozesse statt. Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Algen spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie sorgen dafür, dass das Ökosystem auch unter einer Eisdecke im Gleichgewicht

Schrebergarten: Das sind die No-Gos

Schrebergarten: Das sind die No-Gos

Allgemeine Tipps & Tricks

Ein Schrebergarten ist ein Ort der Erholung und ein Refugium, um dem Alltagsstress zu entfliehen. In vielen Städten Deutschlands bieten Kleingartenanlagen den Menschen die Möglichkeit, ein Stückchen Natur zu genießen und ihre eigenen Pflanzen anzubauen. Dabei gibt es jedoch bestimmte Regeln und Verhaltensweisen, die beachtet werden sollten, um ein

Die Hainbuche: So gelingt der Zuschnitt

Die Hainbuche: So gelingt der Zuschnitt

Pflanzen

Die Hainbuche, auch Carpinus betulus genannt, ist ein beliebter Baum in deutschen Gärten. Sie wird oft als Hecke oder Sichtschutz eingesetzt und überzeugt durch ihre dichte Blattstruktur und robuste Natur. Doch um die Hainbuche in Form zu halten und ihr gesundes Wachstum zu fördern, ist der richtige Zuschnitt entscheidend. In diesem Artikel erfährst