Logo von Einrichtungsbeispiele.de
Du findest hier 8.895 Aquarien, 24 Teiche und 23 Terrarien mit 158.541 Bildern und 2.026 Videos

Blogartikel 'Brainstorming -Wasserpanscherei' von Kulleraugen-Fan

Kein Userfoto vorhanden


Brainstorming -Wasserpanscherei

 

Sind nur ein paar lose Gedanken (recht provokant zugegeben), aber vielleicht teilweise sogar nachdenkenswert.

Wie sinnvoll ist es totalen Anfängern anzuraten, ihr angeblich unpassendes Wasser zu verändern?

„Deine KH ist zu niedrig. Kauf Dir Bullrich-Salz oder Kaiser-Natron.“

Beide Mittelchen sind das Gleiche, haben aber einen Fehler: Sie können die KH nicht erhöhen. Das funktioniert wasserchemisch gesehen nicht.

„Aber der KH-Test zeigt doch an, dass es funktioniert.“

Obwohl auf diversen Tests der Firmen dick und fett KH draufsteht, messen sie eben nicht die KH. Was aber nicht bedeutet, dass das Ergebnis nicht doch identisch mit der KH sein kann.

„Ein stark saurer Kationenaustauscher macht ein Ausgangswasser von KH und GH =0. Wenn Du also Deine KH und GH um die Hälfte senken möchtest, musst Du 50% Leitungswasser und 50% Kationenwasser nehmen.“

Funktioniert nur in Bezug auf die GH.

„Ich habe vor mir einen Kationenaustauscher zuzulegen. Holt der mir auch das Nitrat raus?“

Wasserwerte, was sind die eigentlich genau? Was ist Nitrat, Nitrit? GH, KH?

Und Austauscher heißen nicht umsonst Austauscher. Was tauschen sie gegen was aus?

„Deine GH, KH und pH-Wert sind zu hoch. Mach Torf in den Filter.“

Wasserhärteveränderung hat nicht viel IM Becken zu suchen. Denn zum Wasserwechsel wird fast immer normales Leitungswasser genommen. „Gute“ Wasserwerte im Becken treffen auf „schlechte“ Wasserwerte im Leitungswasser. Dazwischen die Fische. Finden die es gut, immer eine Achterbahnfahrt in Bezug auf die Wasserwerte zu haben?

Was ist überhaupt weiches Wasser? Ist ein Wasser mit niedriger GH und/ oder KH wirklich immer weich?

Muss es natürlich nicht sein, aber weiches Wasser hat immer eine niedrige GH und KH.

„Hast Du mal Deinen Silikatwert überprüft? Wenn der zu hoch ist, kannst Du einfach einen Silikatabsorber im Filter machen.“

Abgesehen davon, dass es seit ca. 2 Jahren vom Handel ein regelrechtes „Silikatbashing“ im Süßwasserbereich gibt, veralbern die uns.

Fast jede namhafte Firma hat seit der Silikathysterie (tut mir Leid, aber eine andere Bezeichnung habe ich dafür einfach nicht) einen passenden Absorber im Programm. Steht auch groß und fett Silikatabsorber drauf.

Nun könnte man annehmen, dass diese Silikatabsorber im Süßwasserbereich was ganz Neues und Tolles sind.

Nö, die gab es schon früher, nur hießen die damals nicht so.

Und weil die eben früher unter einem anderen Namen verkauft wurden, sollte jedem klar sein, dass es keine reinen Silikatabsorber gibt.

Wie gesagt, nur lose Gedanken.

Eine Auflösung, worauf ich bei diesen Aufzählungen hinaus will, gibt es nicht. Denn wer sein Wasser verändern will, SOLLTE wissen, WAS er da macht.

Und vor allem sollte er sicher sein, dass seine gemessenen Werte RICHTIG sind.

Wer von denen, die das hier lesen und immer brav messen, benutzen eine Referenzlösung?

Warum gibt es Schliffelektroden? Wann braucht man die?

Also wirklich das richtige Thema für blutige Anfänger?

Zumal es im Gesellschaftsbeckenbereich unzählige (auch so genannte weich saure) Fischarten gibt, die im stinknormalen Leitungswasser (auch weit jenseits der ominösen 10° GH und pH 7)

-alt werden können

-gesund bleiben

-sehr gut stehen

-und ein normales Verhalten zeigen.

Dies machen sie aber sehr oft nicht, wenn

-das Becken zu klein ist

-es nur 1 Sorte Futter gibt

-Bewohner im Becken sind, die sie stören

-Gruppenfische einzeln gehalten werden

lg

Beate

 
Blogartikel 'Blog 4020: Brainstorming -Wasserpanscherei' aus der Kategorie: "Chemie" zuletzt bearbeitet von Kulleraugen-Fan am 12.02.2011 um 11:04 Uhr
 
 
Kommentare:
 
Um einen Kommentar schreiben zu können, musst du dich anmelden.
 
Geschrieben am 03.03.2011 um 15:56 von Minzi
Liebe Beate,
finde ich echt interessant, was Du schreibst und kann Dir nur voll und ganz zustimmen. Kaum einer durchblickt wirklich die komplexen Wechselwirkungen und Zusammenhänge der Wasserchemie, ich jedenfalls nicht. Auch gibt es jede Menge Einflussfaktoren, die auch noch auf das Wasser einwirken (Besatz, Beleuchtung, Beckengröße).
Natürlich werde ich bei jeder Beckenbewertung zum Optimum für die Fische raten (Werte laut eigener Erfahrung, Internet, Literatur). Aber:
Zugegeben ich verwende schon seit Jahren "normales", natürlich temperiertes Leitungswasser, messe so gut wie nie die Wasserwerte und verwende keinerlei Zusätze, Chemie, Austauscher, Absorber oder was auch immer.
So, jetzt könnt ihr mich steinigen - oder mein Becken anschauen und selbst urteilen, was ich da alles "falsch" mache...
Sicher stagniert mal die eine Pflanze, wachsen mal andere (oder auch Algen) mehr. Manchmal sprießen auf einmal wieder Ableger/Blütenstengel, z.B. bei Echinodorus, obwohl ich nichts anderes mache als sonst?!
Den Fischen scheint das alles "pupsegal" zu sein. Sie leben aber förmlich auf nach jedem Wasserwechsel, sind aktiver und scheinen sich wohl zu fühlen. Wasserwechsel find ich immens wichtig.
So, jetzt hab ich mich als "Messmuffel" geoutet, was solls. Ich bin die letzten 20 Jahre damit gut gefahren und werd es auch weiterhin so machen, autsch!
Liebe Grüße an alle
Pandora!
 
 

Weitere Kommentare lesen



Zurück

Wenn dir die Inhalte dieser Seite gefallen, dann teile sie jetzt mit deinen Freunden. Danke!
Partnershop
Partner für Aquarientiere
Partner für Aquariumlicht
Partner für Aquarienbau
Partner für HMF-Filter
Wir werden unterstützt von: