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Blog: Einsteiger-Infos Malawisee (FAQ) (1054)

Lesezeit: ca. 6 Minuten

Dieses Thema soll die wichtigsten Aspekte bei der Einrichtung eines Malawisee Aquariums kurz beleuchten und einige häufig gestellte Fragen beantworten.

Aquarium: Das Aquarium für Malawisee-Cichliden sollte mindestens 200l-250l Volumen aufweisen. In einem solchen Becken lassen sich 1-2 kleine Arten dauerhaft pflegen, erst ab ca. 300l Volumen werden die Möglichkeiten zur Vergesellschaftung etwas vielfältiger. Je grö??er das Aquarium, desto eher werden kleinere Fehler bei Besatz und/oder Einrichtung keine gravierenden Folgen haben.

Wasser: Das Wasser im Malawisee ist mittelhart (KH 5-7) und alkalisch (pH > 7, 5). Im Aquarium werden KH-Werte zwischen 5 und 20 problemlos vertragen, wichtig ist vor allem die Einhaltung des hohen (alkalischen) pH-Wertes. Sehr weiches Leitungswasser (KH < 3) sollte etwas aufgehärtet werden, da die Pufferkapazität des Wassers ansonsten nicht besonders hoch und ein Abrutschen des pH-Wertes möglich ist.

Bodengrund: Der Bodengrund eines Malawisee Aquarium sollte aus Sand bestehen. Viele Arten (z.B. Aulonocara) sieben in der Natur ihre Nahrung aus dem Boden und zeigen auch im Aquarium diese Verhalten. Selbst viele der Felsenbuntbarsche (Mbuna) graben gerne ihre Höhlen an den Rand von grö??eren Steinen. Viele Cichliden nutzen den Sand au??erdem zur Reinigung der Kiemen oder scheuern sich im Sand Parasiten von der Haut.

Sehr gut geeignet ist Quarzsand aus dem Baustoffhandel, der in genormten Körnungen erhältlich ist.

Steinaufbauten: Die meisten Cichliden des Malawisees leben entweder in der Felsenzone oder in der ??bergangszone (Fels-Sand). Dementsprechend sollten auch im Aquarium viele Steine und Aufbauten bis zur Oberfläche entstehen, in denen sich unterlegene Tiere und brütende Weibchen verstecken und zurückziehen können. Einen sehr naturgetreuen Eindruck geben gro??e, runde Feldsteine ab. Etwas weniger geeignet ist das beliebte jugoslawische Lochgestein, dass z.T. sehr scharfkantig ist und mit seinen kleinen, engen Löchern zur Todesfalle für Fische werden kann.

Bei der Einrichtung eines Aquariums sollte auf den Glasboden des Beckens zunächst eine Schicht Styropor/Styrodur aufgebracht werden, dann die Steine und erst dann der Bodengrund. So wird verhindert, dass wühlende Fische die Steinaufbauten ins Wanken bringen können.

Pflanzen: Auch wenn im Malawisee Pflanzen nur in wenigen Biotopen vorkommen, lässt sich das Aquarium natürlich ein wenig begrünen. Gut geeignet sind robuste Pflanzen mit geringen bis mittlerem Lichtbedarf wie z.B. Anubias, Vallisneria und Sagittaria.

Filterung: Das Wasser des Malawisees ist sehr keimarm und sauber. Dementsprechend sollte das Aquarium eine gro??zügig dimensionierte Filterung aufweisen. Ein wirksamer biologischer Filter sollte 5-10% des Beckenvolumens aufweisen und das 2-3fache des Beckenvolumens pro Stunde filtern. Darüberhinaus kann der Einsatz einer zusätzlichen Strömungspumpe mit Vorfilter Schwebstoffe aus dem Wasser entfernen, eine solche Pumpe kann ruhig das 3-5fache Beckenvolumen pro Stunde umwälzen.

Wasserwechsel: Trotz guter Filterung sollte in wöchentlichem Abstand ein Wasserwechsel von ca. 30% durchgeführt werden. Damit werden Schadstoffe wie Nitrat aus dem Becken entfernt.

Temperatur: Die Temperatur im Malawisee Aquarium sollte ca. 23-28° C betragen.

Beleuchtung: Das Aquarium sollte nicht zu grell beleuchtet sein. Eine 36W T8-Röhre ist für ein 400l Becken ausreichend, wer seine Fische dann nicht erkennt, kann auch zwei Röhren einsetzen. die Beleuchtungsdauer sollte 8-10 Stunden betragen. Die Lichtfarbe ist geschmacksache, ich setze sehr gerne Röhren mit 10.000K ein. Das helle Licht mit leichtem Blauanteil lässt die Fische sehr schön zur Geltung kommen (z.B. JBL Solar Marin Day).

Besatz: Die Besatzmöglichkeiten sind nicht mit ein paar Zeilen ausreichend zu beschreiben. Allerdings soll hier kurz dargestellt werden, dass man nicht alle Malawisee-Cichliden in einen Topf (=Becken) "werfen" sollte. Im See gibt es viele verschiedene Biotope mit sehr unterschiedlichen Arten, die alle andere Ansprüche an Ernährung und Beckeneinrichtung sowie Vergesellschaftung haben.

Die grö??te Gruppe der im See lebenden Arten sind die Felsenbuntbarsche (Mbuna). Sie sind auch in den Aquarien recht weit verbreitet und zeichnen sich durch ihre hohe Aggressivität und ihre Ernährung (sie picken Aufwuchs von den Felsen) aus. Im Aquarium sollten Mbuna unter sich bleiben, denn andere Arten werden leicht unterdrückt. Au??erdem lässt sich so eine artgerechte, überwiegend pflanzliche Ernährung ohne Probleme durchführen.

Alle anderen Arten werden pauschal als Non-Mbuna zusammengefasst. Allerdings handelt es sich um eine sehr heterogene Gruppe, nicht alle Arten passen von ihrem Aggressionspotenzial bedenkenlos zusammen. Hier erwähnt werden sollen nur noch die Kaiserbuntbarsche (Aulonocara), die im Handel häufig zu finden sind. Es handelt sich um sehr hübsche Vertreter aus der ??bergangszone, die zumeist ein nur moderates Temperament aufweisen. Sie können problemlos mit den meisten anderen Non-Mbuna vergesellschaftet werden.

Insgesamt sind die wenigstens Probleme zu erwarten, wenn alle Tiere als Jungfische in den ersten Wochen eingesetzt werden und später nichts mehr am Besatz und Becken verändert wird. Im Becken wird sich eine klare Hierarchie und Revierverteilung einspielen. Späteres umstukturieren des Beckens oder das Hinzusetzen adulter Männchen wird immer dazu führen, dass die Reviergrenzen neu ausgefochten werden. Gerade in kleinen Becken kann das zu erheblichem Stress für die Tiere führen.

Fütterung: Bei der Fütterung sollten die speziellen Bedürfnisse der gepflegten Arten berücksichtigt werden. Aufwuchsfressende Mbuna benötigen eine überwiegend pflanzliche Kost, Fischräuber dagegen wollen mit etwas proteinreicherer Nahrung ernährt werden. Vor der Besatzauswahl sollte man sich Gedanken machen, ob die Arten von der Ernährungsweise zusammen passen. Falsches Futter führt schnell zur Verfettung oder im entgegengesetzten Fall zu kümmernden Tieren. ??ber die Zusammensetzung von Trockenfutter kann man sich anhand der Inhaltsangaben auf den Dosen informieren. In jedem Fall sinnvoll ist der Kauf eines guten (Marken-)Futters, das mit Vitaminen und Spurenlementen angereichert ist.

Text Copyright: Malte Christen http://www.cichliden.net

Blogartikel 'Blog 1054: Einsteiger-Infos Malawisee (FAQ)' aus der Kategorie: "Mein Einrichtungsbeispiel" zuletzt bearbeitet am 02.07.2008 um 10:07 Uhr von Simon Delgardo

Simon Delgardo

Userbild von Simon DelgardoSimon Delgardo ist Moderator*in von EB und stellt 1 Beispiele vor. In den Bereichen Malawisee, Tanganjikasee steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

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