Blog: Frühling am Gartenteich: Die ersten Algen (7832)
Kaum steigen die Temperaturen ein wenig, zeigt sich im Gartenteich das erste zarte Grün. Leider ist es oft nicht die erhoffte Seerose, sondern ein feiner Algenbelag an Steinen, Pflanzen oder auf der Wasseroberfläche. Das frühe Wachstum der Algen ist jedoch völlig normal und in den meisten Fällen kein Anlass zur Sorge.
Warum Algen so früh im Jahr starten
Algen sind echte Frühaufsteher. Während andere Wasserpflanzen noch mit dem Austrieb beschäftigt sind oder ihre Energie aus den Wurzeln mobilisieren, reagieren Algen sofort auf Licht und nur leicht steigende Temperaturen. Schon wenige sonnige Tage reichen aus, damit sie aktiv werden. Hinzu kommt, dass im Frühjahr viele Nährstoffe im Wasser verfügbar sind. Abgestorbene Pflanzenteile aus dem Winter, Laubreste und organische Ablagerungen haben sich zersetzt und setzen Nährstoffe frei, die Algen dankbar nutzen.
Ein weiterer Punkt ist das noch fehlende Gleichgewicht im Teich. Filterbakterien arbeiten bei kühlem Wasser langsamer, Wasserpflanzen nehmen kaum Nährstoffe auf und beschattende Blätter fehlen noch. Die Algen füllen diese Lücke gewissermaßen als erste Nutzer des Systems. Das sieht zwar nicht immer schön aus, ist aber ein natürlicher Vorgang.
So unerquicklich der Anblick auch sein mag, frühe Algenblüten sind in den meisten Fällen harmlos. Sie verschwinden oft von selbst wieder, sobald die Wasserpflanzen in Wachstum kommen und dem Teich Nährstoffe entziehen. Wichtig ist, jetzt nicht überzureagieren: Chemische Mittel oder radikale Eingriffe können das empfindliche Gleichgewicht eher stören als verbessern.
Einfache Maßnahmen, die jetzt helfen
Stattdessen reichen meist einige grundlegende Schritte: Grobe Pflanzenreste und Laub können vorsichtig entfernt werden, um die Nährstoffmenge im Wasser zu reduzieren. Dabei sollte behutsam vorgegangen werden, um Kleintiere nicht unnötig zu stören.
Noch wachsen auch die Algen nur sparsam, sollte es im Laufe des Frühlings zur „Algenblüte“, einer fast explosionsartigen Vermehrung der Algen kommen, dann könne diese einfach abgefischt und kompostiert werden. Tipp: Die herausgefischten Algen über Nacht am Teich liegen lassen und erst am nächsten Tag entsorgen. Allerlei nützliches Getier kann dann in den Teich zurückkrabbeln.
Nützlich statt störend
Algen sind kein bloßes Ärgernis, sondern ein wichtiger Bestandteil des ökologischen Gefüges. Als sogenannte Primärproduzenten stehen sie am Anfang vieler Nahrungsketten und bilden die Grundlage für weiteres Leben im Wasser: Einzellige Algen dienen zahlreichen Kleinstlebewesen als Nahrung, diese wiederum werden von größeren Teichbewohnern gefressen und tragen so dazu bei, dass sich das biologische Gleichgewicht nach der Winterpause wieder aufbaut.
Auch viele Insektenlarven profitieren direkt von Algen: Sie weiden Algenbeläge ab oder ernähren sich von den darin lebenden Mikroorganismen. Teichschnecken nutzen Algen ebenfalls als Hauptnahrungsquelle.
Fische profitieren meist indirekt von Algen. Zwar fressen nur wenige Arten selbst nennenswerte Mengen davon, doch Jungfische sind auf das reiche Angebot an Kleinstlebewesen angewiesen, das sich dank der Algen entwickelt.
Darüber hinaus erfüllen Algen eine wichtige Funktion für das gesamte Teichsystem. Sie binden die überschüssigen Nährstoffe, die sich über den Winter angesammelt haben. Mit dem Abfischen der Algen werden diese Nährstoffe ganz einfach entfernt, ganz ohne Chemie.
Ein ganz normaler Start in die Teichsaison
Frühjahrsalgen sind weniger ein Problem als vielmehr ein Zeichen dafür, dass der Teich aus dem Winterschlaf erwacht. Mit zunehmendem Pflanzenwachstum und steigender biologischer Aktivität verschwinden die ersten grünen Vorboten meist ebenso schnell, wie sie gekommen sind.
Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de






