Lebens(t)räume für Menschen, Tiere & Pflanzen
Gestaltungsbeispiele für naturnahe Lebensräume
Einrichtungsbeispiele.de-Logo
Neu
Login
Wir werden unterstützt von:

Frühling am Gartenteich: Die ersten Algen

Lesezeit: ca. 3 Minuten
Frühling am Gartenteich: Die ersten Algen
Frühling am Gartenteich: Die ersten Algen - Foto 1

Kaum steigen die Temperaturen ein wenig, zeigt sich im Gartenteich das erste zarte Grün. Leider ist es oft nicht die erhoffte Seerose, sondern ein feiner Algenbelag an Steinen, Pflanzen oder auf der Wasseroberfläche. Das frühe Wachstum der Algen ist jedoch völlig normal und in den meisten Fällen kein Anlass zur Sorge. 

Warum Algen so früh im Jahr starten

Algen sind echte Frühaufsteher. Während andere Wasserpflanzen noch mit dem Austrieb beschäftigt sind oder ihre Energie aus den Wurzeln mobilisieren, reagieren Algen sofort auf Licht und nur leicht steigende Temperaturen. Schon wenige sonnige Tage reichen aus, damit sie aktiv werden. Hinzu kommt, dass im Frühjahr viele Nährstoffe im Wasser verfügbar sind. Abgestorbene Pflanzenteile aus dem Winter, Laubreste und organische Ablagerungen haben sich zersetzt und setzen Nährstoffe frei, die Algen dankbar nutzen.

Frühling am Gartenteich: Die ersten Algen
Frühling am Gartenteich: Die ersten Algen - Foto 2

Ein weiterer Punkt ist das noch fehlende Gleichgewicht im Teich. Filterbakterien arbeiten bei kühlem Wasser langsamer, Wasserpflanzen nehmen kaum Nährstoffe auf und beschattende Blätter fehlen noch. Die Algen füllen diese Lücke gewissermaßen als erste Nutzer des Systems. Das sieht zwar nicht immer schön aus, ist aber ein natürlicher Vorgang.

So unerquicklich der Anblick auch sein mag, frühe Algenblüten sind in den meisten Fällen harmlos. Sie verschwinden oft von selbst wieder, sobald die Wasserpflanzen in Wachstum kommen und dem Teich Nährstoffe entziehen. Wichtig ist, jetzt nicht überzureagieren: Chemische Mittel oder radikale Eingriffe können das empfindliche Gleichgewicht eher stören als verbessern.

Einfache Maßnahmen, die jetzt helfen

Stattdessen reichen meist einige grundlegende Schritte: Grobe Pflanzenreste und Laub können vorsichtig entfernt werden, um die Nährstoffmenge im Wasser zu reduzieren. Dabei sollte behutsam vorgegangen werden, um Kleintiere nicht unnötig zu stören. 

Noch wachsen auch die Algen nur sparsam, sollte es im Laufe des Frühlings zur „Algenblüte“, einer fast explosionsartigen Vermehrung der Algen kommen, dann könne diese einfach abgefischt und kompostiert werden. Tipp: Die herausgefischten Algen über Nacht am Teich liegen lassen und erst am nächsten Tag entsorgen. Allerlei nützliches Getier kann dann in den Teich zurückkrabbeln. 

Nützlich statt störend

Algen sind kein bloßes Ärgernis, sondern ein wichtiger Bestandteil des ökologischen Gefüges. Als sogenannte Primärproduzenten stehen sie am Anfang vieler Nahrungsketten und bilden die Grundlage für weiteres Leben im Wasser: Einzellige Algen dienen zahlreichen Kleinstlebewesen als Nahrung, diese wiederum werden von größeren Teichbewohnern gefressen und tragen so dazu bei, dass sich das biologische Gleichgewicht nach der Winterpause wieder aufbaut.

Auch viele Insektenlarven profitieren direkt von Algen: Sie weiden Algenbeläge ab oder ernähren sich von den darin lebenden Mikroorganismen. Teichschnecken nutzen Algen ebenfalls als Hauptnahrungsquelle.

Fische profitieren meist indirekt von Algen. Zwar fressen nur wenige Arten selbst nennenswerte Mengen davon, doch Jungfische sind auf das reiche Angebot an Kleinstlebewesen angewiesen, das sich dank der Algen entwickelt. 

Darüber hinaus erfüllen Algen eine wichtige Funktion für das gesamte Teichsystem. Sie binden die überschüssigen Nährstoffe, die sich über den Winter angesammelt haben. Mit dem Abfischen der Algen werden diese Nährstoffe ganz einfach entfernt, ganz ohne Chemie.

Ein ganz normaler Start in die Teichsaison

Frühjahrsalgen sind weniger ein Problem als vielmehr ein Zeichen dafür, dass der Teich aus dem Winterschlaf erwacht. Mit zunehmendem Pflanzenwachstum und steigender biologischer Aktivität verschwinden die ersten grünen Vorboten meist ebenso schnell, wie sie gekommen sind.

 

Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de

Tom

Userbild von TomTom ist Administrator*in von EB und stellt 12 Beispiele vor. In den Bereichen Malawisee, Tanganjikasee, Victoriasee, West- / Zentralafrika, Südamerika, Mittelamerika, Amerikagesellschaftsbecken, Asien/Australien, Gesellschaftsbecken, Wasserchemie, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

Titel: Frühling am Gartenteich: Die ersten Algen (Artikel 7832)

Das könnte dich ebenfalls interessieren:

Blüten am Teichrand: Die am besten geeigneten Pflanzen

Blüten am Teichrand: Die am besten geeigneten Pflanzen

Pflanzen

Ein Gartenteich ist ein faszinierendes Element, das in jedem Garten eine besondere Atmosphäre schafft. Um das Bild des Teiches zu vervollständigen und die natürliche Schönheit zu unterstreichen, ist die Auswahl der richtigen Pflanzen von entscheidender Bedeutung. Besonders der Teichrand, der die Übergangszone zwischen Wasser und Land darstellt,

Sander volgensis: Der Wolgazander wird als invasive Art zum Problem

Sander volgensis: Der Wolgazander wird als invasive Art zum Problem

Arten

Die Ausbreitung nicht heimischer Arten zählt zu den größten Herausforderungen für den Natur- und Gewässerschutz in Europa. Während viele eingeführte Tier- und Pflanzenarten lange Zeit unbemerkt bleiben, entwickeln sich einige von ihnen zu ernsthaften ökologischen und wirtschaftlichen Problemfällen. Eine dieser Arten ist Sander volgensis, besser

Nosferatu-Spinne in Deutschland - Der Klimawandel macht es möglich

Nosferatu-Spinne in Deutschland - Der Klimawandel macht es möglich

Arten

Die Nosferatu-Spinne, wissenschaftlich bekannt als Zoropsis spinimana, sorgt in Deutschland zunehmend für Aufsehen. Diese Spinnenart, die ursprünglich im Mittelmeerraum heimisch ist, hat sich in den letzten Jahren stark ausgebreitet und ist mittlerweile auch in deutschen Haushalten und Gärten zu finden. Aber wie kommt es, dass diese Spinne in einem

Heimische Blühpflanzen für den Gartenteich: Farbenpracht und ökologisches Gleichgewicht

Heimische Blühpflanzen für den Gartenteich: Farbenpracht und ökologisches Gleichgewicht

Pflanzen

Heute widmen wir uns einem faszinierenden Thema: Welche heimischen Blühpflanzen sind für den Gartenteich geeignet? Die Wahl der richtigen Pflanzen ist entscheidend, um nicht nur die Ästhetik, sondern auch das ökologische Gleichgewicht Ihres Teiches zu fördern. Lassen Sie uns gemeinsam entdecken, welche Pflanzen Ihrem Gartenteich Farbenpracht und

Die ökologische Bedeutung der Wasserkäfer

Die ökologische Bedeutung der Wasserkäfer

Arten

Wasserkäfer sind eher unauffällige Bewohner eines Gewässers und doch spielen sie eine zentrale Rolle im ökologischen Gleichgewicht von Teichen, Seen und langsam fließenden Gewässern. Sie tragen zur Regulierung von Insektenpopulationen bei, helfen bei der Zersetzung organischer Materialien und dienen als Nahrungsquelle für zahlreiche Tiere. Innerhalb

Wie kann mit einer Schilfzone ein biologisches Filtersystem für den Gartenteich gestaltet werden?

Wie kann mit einer Schilfzone ein biologisches Filtersystem für den Gartenteich gestaltet werden?

Allgemeine Tipps & Tricks

Ein Gartenteich kann eine Oase der Ruhe und ein optisches Highlight im eigenen Garten sein. Doch damit das Wasser klar und gesund bleibt, ist ein funktionierendes Filtersystem unerlässlich. Eine naturnahe und effektive Möglichkeit, das Wasser zu reinigen, bietet eine Schilfzone. Diese natürliche Filtermethode nutzt die reinigende Kraft von Pflanzen,