Blog: Kronleuchter richtig auswählen: Welche Rolle Deckenhöhe, Raumgröße und Einrichtungsstil bei der Planung spielen (7846)
Ein Kronleuchter ist mehr als nur Licht. Er bestimmt die Raumsituation wesentlich mit, sowohl von der Wirkung als auch von den Proportionen her. Wer sich für diese Leuchtenform entscheidet, darf daher nicht nur nach dem Design oder der persönlichen Vorliebe wählen. Technische und räumliche Parameter sind ebenso wichtig.
Raumgröße und Durchmesser richtig miteinander verbinden
Die Größe eines Kronleuchters ist an die Raumfläche zu koppeln. Eine Faustregel aus der Lichtplanung besagt beispielsweise, dass der Durchmesser der Leuchte in cm etwa der Summe aus Raumlänge und -breite in m entsprechen kann. Ein Raum von 4 mal 5 m ergibt dann für die Leuchte einen praktischen Maßwert von etwa 90 cm.
Diese Regel ist kein fester Standard, sie gibt jedoch eine brauchbare Orientierung. In kleineren Räumen wirkt ein zu massiger Kronleuchter schnell erdrückend. In großen Räumen wirkt ein zu kleines Modell rasch verloren und spielt mehr eine dekorative Nebenrolle.
Deckenhöhe bestimmt die Aufhängung
Neben der Breite legt auch die Höhe fest, wo die Aufhängung sitzt. Ein Kronleuchter braucht Abstand zum Fußboden, um nicht den Raum zu schmälern und die Bewegungsfreiheit einzuschränken.
In Wohnräumen mit Standarddeckenhöhe von etwa 2,40 bis 2,60 m sollte die Unterkante der Leuchte in jedem Fall mindestens 2,00 m über dem Fußboden liegen. In Essbereichen kann sie tiefer, wenn sie konzentriert über dem Tisch hängt, dann führt man den Lichtbereich bewusst abgeriegelt ein.
In Räumen mit hohen Decken hat man mehr Spielraum. Mehrstufige oder längere Modelle können hier zur Wirkung kommen, ohne beengend zu wirken. In niedrigeren Räumen sind kompaktere Formen besser geeignet und sollten dichter an der Decke sitzen.
Lichtwirkung und Helligkeit richtig einschätzen
Der Kronleuchter wird häufig als zentrales Gestaltungselement gewählt, ist jedoch nicht immer auch die alleinige Lichtquelle im Raum. Die Lichtstärke hängt von der Anzahl und Anordnung der Leuchten ab, auch von der Bauform.
Offene Konstruktionen mit mehreren Lichtquellen streuen das Licht im Raum breiter. Geschlossene oder sehr geschmückte Modelle bündeln das Licht eher oder dämpfen es. Wer einen Raum gleichmäßig ausleuchten möchte, sollte prüfen, ob dazu nicht zusätzliche Lichtquellen nötig sind, etwa in Form von Wandleuchten oder Stehleuchten.
Stil und Material im Zusammenhang betrachten
Ein Kronleuchter ist ein Blickfang und muss zum Stil des Raumes passen. Ein klassisches Modell aus Glas, aus Kristall oder mit schwingenden Formen kommt ganz anders zur Wirkung als eine gerade Linie betonende, sehr puristische Leuchte aus Metall. Entscheidend ist übrigens nicht, ob dieser oder jener Stil modern oder traditionell ist, sondern ob er ins vorhandene Einrichtungsschema passt. Ein sehr starker Stilbruch ist durchaus möglich, verlangt aber ein sehr deutliches gestalterisches Konzept. Fehlt dieses, wirkt die Leuchte leicht fremd im Raum.
Und schließlich bestimmt das Material auch die Wirkung. Glas wirft das Licht zurück, erzeugt also eine besondere Wirkung, Metall wirkt ruhiger, strukturierter. Durch Kombination der beiden Möglichkeiten lässt sich effektvoll die eine oder andere komplementär betonen.
Lage im Raum bestimmen
Überhaupt ist die Lage des Kronleuchters nicht Zufall. In vielen Räumen bietet sich die Mitte als logische Lage an, im Wohnzimmer, im Flur. In Essbereichen liegt der Schwerpunkt dagegen auf dem Tisch, unabhängig von der Raumachse. Dass auch hier die Positionierung zur Zonierung des großen Raumes beiträgt, ist einsichtig. Die so gleichsam hängende Leuchte trennt über dem Tisch den Essort vom Wohnort und vermittelt so Struktur, ohne dass dazu bauliche Elemente nötig sind.
Die Blickachsen sind auch hier entscheidend. Der Kronleuchter hebt sich oft schon beim Betreten des Raumes ab. Diesen ersten Eindruck sollte man bei der Wahl seiner Lage bedenken.





