Blog: Zecken im Garten: Was gegen sie hilft (7944)
Mensch und Tier können Zecken nicht nur beim Wald- und Wiesenspaziergang aufsammeln, sondern auch direkt im eigenen Garten. Besonders in naturnah gestalteten Bereichen, die bewusst strukturreich angelegt sind, finden Zecken oft geeignete Bedingungen. Schon ein kurzer Aufenthalt im hohen Gras oder an Gebüschen kann ausreichen, um Zecken unbemerkt mitzunehmen.
Grundlegende Informationen über Zecken
Zecken gehören zu den Spinnentieren und leben als Parasiten vom Blut verschiedener Wirbeltiere. In Mitteleuropa ist der Gemeine Holzbock die häufigste Art, daneben kommen je nach Region weitere Zeckenarten vor.
Ihr Lebenszyklus umfasst mehrere Stadien: Larve, Nymphe und erwachsene Zecke. In jeder Phase ist eine Blutmahlzeit notwendig, um die Entwicklung fortzusetzen. Zwischen den Mahlzeiten können Zecken lange Zeit ohne Nahrung überdauern.
Zecken halten sich bevorzugt in feuchten, schattigen und bodennahen Vegetationsbereichen auf. Dort warten sie auf vorbeistreifende Wirte, indem sie sich an Gräsern oder niedrigen Pflanzen festklammern. Sie lassen sich also nicht aktiv auf ihre Wirte fallen.
Relevant ist vor allem die mögliche Übertragung von Krankheitserregern wie Borrelien oder FSME-Viren, die regional unterschiedlich häufig auftreten können.
Was im Garten gegen Zecken hilft
Gartenstruktur bewusst mit Übergängen gestalten
Viele typische Zeckenmaßnahmen wirken auf den ersten Blick so, als stünden sie im Widerspruch zu einem naturnahen Garten. Laub, höhere Vegetation, Totholz und dichte Bereiche sind schließlich genau die Elemente, die viele Gartenkonzepte bewusst fördern.
Der entscheidende Punkt ist daher nicht die vollständige Entfernung solcher Strukturen, sondern ihre gezielte räumliche Trennung. Besonders sinnvoll ist eine klare Abgrenzung zwischen intensiv genutzten Gartenbereichen und eher naturnahen Zonen.
Im direkten Aufenthaltsbereich von Menschen und Haustieren oder beispielsweise im Gemüsegarten sollte der Garten bewusst offener und gepflegter gehalten werden. Dazu gehören regelmäßig gemähte Rasenflächen, gut einsehbare Wege und sonnige, luftige Bereiche ohne dauerhaft feuchte Stellen.
Naturnahe Elemente wie Totholz, hohe Staudenbereiche, Laubschichten oder dichtere Wildbereiche müssen dadurch nicht verschwinden, sollten aber eher an die Randbereiche des Gartens verlegt werden. Dort können sie ihre ökologische Funktion erfüllen, denn in diesen Bereichen wohnen wichtige Gegenspieler der Zecken.
Natürliche Gegenspieler unterstützen
Zecken stehen in der Nahrungskette verschiedener Tiere. Dazu gehören unter anderem Vögel, Igel, Eidechsen und einige Insektenarten. Ein vielfältiger Garten fördert diese Tiere, was indirekt auch die Zeckenpopulation beeinflussen kann.
Haustiere als Überträger im Garten
Hunde und Katzen können Zecken unbemerkt in den Wohnbereich oder in andere Gartenzonen tragen. Eine regelmäßige Kontrolle nach dem Aufenthalt im Freien ist daher sinnvoll, insbesondere an Kopf, Ohren, Hals und Beinen.
Vorbeugende Schutzmaßnahmen können zusätzlich helfen, sollten aber individuell und idealerweise tierärztlich abgestimmt werden.
Verhalten im Garten
Das persönliche Verhalten hat ebenfalls Einfluss auf das Risiko. Aufenthalte in hohem Gras oder dichtem Bewuchs erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines Zeckenkontakts.
Geschlossene Kleidung beim Aufenthalt oder der Arbeit in den naturbelasseneren Bereichen können das Risiko reduzieren. Nach der Gartenarbeit empfiehlt sich eine kurze Kontrolle von Haut und Kleidung.
Kurz zusammengefasst: Die wichtigsten Maßnahmen
- Garten in Nutzbereiche und naturnahe Randzonen klar gliedern
- Rasenflächen und Wege im Aufenthaltsbereich offen und hell halten
- Laub, Totholz und dichte Vegetation eher in Randbereiche verlagern
- Naturnahe Strukturen erhalten, aber räumlich vom Hauptnutzungsbereich trennen
- Natürliche Gegenspieler wie Vögel, Igel und Eidechsen fördern
- Feuchte und schattige Mikrobereiche im Nutzgarten vermeiden
- Haustiere regelmäßig kontrollieren und schützen
- Beim Aufenthalt in dichter Vegetation passende Kleidung tragen und anschließend absuchen
Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de






