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Brassica oleracea var. acephala im Garten pflanzen

Einrichtungsbeispiele mit Baumkohl

Lesezeit: ca. 11 Minuten
Brassica oleracea var. acephala im Garten pflanzen (Einrichtungsbeispiele mit Baumkohl)
Brassica oleracea var. acephala (Baumkohl) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: Σ64, Brassica oleracea var. acephala 02, CC BY 4.0

Wissenswertes zu Brassica oleracea var. acephala (Baumkohl)

Baumkohl ist eine außergewöhnliche und zugleich traditionsreiche Kulturpflanze, die heute nur noch selten in Gärten anzutreffen ist. Die botanisch als Brassica oleracea var. acephala bezeichnete Pflanze gehört zu den ältesten Formen des Kohls und zeichnet sich durch ihren aufrechten, teilweise mehrere Meter hohen Wuchs aus. Während die meisten Kohlarten kompakt am Boden wachsen, entwickelt Baumkohl einen kräftigen Stamm, an dem sich zahlreiche essbare Blätter bilden. Dadurch erinnert die Pflanze eher an einen kleinen Baum als an klassisches Kohlgemüse.

In früheren Jahrhunderten war Baumkohl insbesondere in Norddeutschland und anderen Regionen Europas eine geschätzte Nutzpflanze. Seine Robustheit, die lange Erntezeit und die Fähigkeit, auch während der kalten Jahreszeit frische Blätter zu liefern, machten ihn zu einem wichtigen Bestandteil der Selbstversorgung. Heute erlebt Baumkohl zunehmend eine Renaissance in naturnahen Gärten, Selbstversorgergärten und bei Liebhabern historischer Gemüsesorten.

Neben seinem außergewöhnlichen Erscheinungsbild überzeugt Baumkohl durch seine vielseitige Verwendbarkeit in der Küche. Die Blätter können ähnlich wie Grünkohl zubereitet werden und liefern zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe. Gleichzeitig stellt die Pflanze einen interessanten Blickfang im Gemüsebeet dar und verbindet Nutzwert mit dekorativer Wirkung.

Herkunft und natürlicher Lebensraum

Die Ursprünge des Baumkohls reichen weit zurück. Wie zahlreiche andere Kohlformen stammt auch diese Varietät von wilden Kohlarten ab, die ursprünglich an den Küsten Europas verbreitet waren. Als Stammform gilt der Wildkohl, Brassica oleracea, dessen natürliche Vorkommen insbesondere an den felsigen Küsten des Atlantiks sowie des westlichen Mittelmeerraums zu finden sind.

Die wilden Vorfahren besiedelten bevorzugt kalkhaltige Klippen, steinige Hänge und küstennahe Bereiche mit guter Drainage. Dort mussten sie starken Winden, salzhaltiger Luft und wechselnden Wetterbedingungen standhalten. Diese Anpassungsfähigkeit prägt bis heute viele Kulturformen des Kohls.

Baumkohl entwickelte sich durch jahrhundertelange Auslese und Kultivierung. Besonders in Norddeutschland, auf den Kanalinseln, in Großbritannien und Teilen Frankreichs entstanden regionale Formen. In einigen Regionen wurde Baumkohl nicht nur als Gemüse, sondern auch als Futterpflanze für Nutztiere verwendet.

Seine Fähigkeit, über mehrere Jahre hinweg zu wachsen, unterscheidet ihn von vielen anderen Kohlarten. In milden Regionen kann Baumkohl mehrjährig kultiviert werden und erreicht dort beeindruckende Höhen.

Gattung und Familie

Baumkohl gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse, Brassicaceae. Diese Pflanzenfamilie umfasst zahlreiche bekannte Gemüsearten und Nutzpflanzen.

Innerhalb dieser Familie gehört Baumkohl zur Gattung Brassica. Zu dieser Gattung zählen unter anderem:

  • Weißkohl
  • Rotkohl
  • Spitzkohl
  • Rosenkohl
  • Brokkoli
  • Blumenkohl
  • Kohlrabi
  • Grünkohl

Die Bezeichnung acephala bedeutet sinngemäß „ohne Kopf“. Damit wird beschrieben, dass die Pflanze keinen geschlossenen Kohlkopf bildet. Stattdessen entwickelt sie zahlreiche einzelne Blätter entlang ihres Stammes.

Beschreibung der Art

Baumkohl ist eine außergewöhnliche Form des Blattkohls. Im Gegensatz zu den meisten Gemüsekulturen wächst er aufrecht und bildet einen kräftigen Stamm aus. Dieser Stamm verholzt mit zunehmendem Alter teilweise und trägt entlang seiner gesamten Länge große Blätter.

Je nach Sorte, Standort und Alter kann Baumkohl Höhen von 1,5 bis über 3 Metern erreichen. In besonders günstigen Regionen wurden sogar Exemplare dokumentiert, die noch größer wurden.

Die Pflanze wächst vergleichsweise langsam, entwickelt dafür jedoch eine enorme Blattmasse. Anders als einjähriger Grünkohl kann Baumkohl mehrere Jahre alt werden. Im Laufe der Zeit entsteht ein markanter Stamm, der der Pflanze ihr charakteristisches Erscheinungsbild verleiht.

Die Blätter können kontinuierlich geerntet werden. Dadurch bleibt die Pflanze über lange Zeit produktiv. Oft beginnt die Ernte bereits im ersten Jahr und setzt sich bei mehrjähriger Kultur über mehrere Vegetationsperioden fort.

Aussehen

Das auffälligste Merkmal des Baumkohls ist sein hoher, aufrechter Wuchs. Der kräftige Stamm kann einen beträchtlichen Durchmesser erreichen und erinnert optisch an den Stamm eines kleinen Baumes.

Die Blätter sitzen wechselständig entlang des Stammes. Sie sind meist länglich bis oval geformt und besitzen einen gewellten oder leicht gekräuselten Rand. Die Blattfarbe reicht von hellgrün bis dunkelgrün. Manche Sorten zeigen einen leicht bläulichen Schimmer.

Die Blattoberflächen wirken oft kräftig und ledrig. Dadurch sind sie widerstandsfähig gegenüber Wind und wechselnden Witterungsbedingungen.

Im zweiten oder späteren Standjahr bildet Baumkohl Blütenstände. Die gelben Blüten erscheinen typischerweise im Frühjahr und entsprechen dem typischen Erscheinungsbild vieler Kreuzblütengewächse. Nach der Blüte entwickeln sich Schoten mit Samen.

Durch seine Größe und die markante Wuchsform besitzt Baumkohl einen hohen Zierwert. Besonders in naturnahen Gemüsegärten zieht er schnell die Aufmerksamkeit auf sich.

Pflanzung im Garten

Die Pflanzung von Baumkohl gestaltet sich unkompliziert und ähnelt der Kultur anderer Kohlarten. Für ein gesundes Wachstum sollte ein sonniger bis leicht halbschattiger Standort gewählt werden.

Besonders wichtig ist ein tiefgründiger und nährstoffreicher Boden. Da Baumkohl über mehrere Jahre am gleichen Platz stehen kann, profitiert er von einer sorgfältigen Bodenvorbereitung.

Vor der Pflanzung empfiehlt sich die Einarbeitung von gut verrottetem Kompost. Dadurch wird die Bodenstruktur verbessert und die Nährstoffversorgung langfristig unterstützt.

Die Jungpflanzen können im Frühjahr oder Frühsommer ins Freiland gesetzt werden. Zwischen den einzelnen Pflanzen sollte ausreichend Abstand eingehalten werden. Da Baumkohl sehr groß wird, sind Pflanzabstände von mindestens einem Meter empfehlenswert.

Bei der Standortwahl sollte berücksichtigt werden, dass ausgewachsene Pflanzen viel Platz benötigen und benachbarte Kulturen beschatten können.

In windreichen Regionen kann eine Stütze sinnvoll sein. Vor allem ältere Pflanzen entwickeln eine beträchtliche Höhe und sind dadurch stärker Windbelastungen ausgesetzt.

Pflege

Baumkohl gilt als relativ pflegeleicht und robust. Dennoch fördern einige Pflegemaßnahmen ein gesundes Wachstum und hohe Erträge.

Bewässerung

Während längerer Trockenperioden sollte regelmäßig gegossen werden. Besonders junge Pflanzen reagieren empfindlich auf Wassermangel.

Der Boden sollte gleichmäßig feucht gehalten werden, ohne dass Staunässe entsteht. Ein gut durchlässiger Untergrund ist daher von Vorteil.

Düngung

Als Starkzehrer benötigt Baumkohl eine gute Nährstoffversorgung. Regelmäßige Kompostgaben oder organische Dünger unterstützen die Bildung kräftiger Blätter.

Eine zusätzliche Düngung während der Hauptwachstumszeit kann sinnvoll sein. Besonders Stickstoff fördert die Blattentwicklung.

Mulchen

Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder anderem organischen Material hilft dabei, die Bodenfeuchtigkeit zu bewahren und Unkrautwachstum zu reduzieren.

Zusätzlich verbessert verrottendes Mulchmaterial langfristig die Bodenqualität.

Rückschnitt

Ein klassischer Rückschnitt ist nicht erforderlich. Die unteren Blätter werden nach Bedarf geerntet. Dadurch bleibt die Pflanze vital und bildet kontinuierlich neue Blätter.

Abgestorbene oder beschädigte Blätter sollten entfernt werden, um Krankheiten vorzubeugen.

Überwinterung

Baumkohl besitzt eine bemerkenswerte Frosttoleranz. Viele Pflanzen überstehen leichte bis mittlere Fröste problemlos.

In Regionen mit sehr strengen Wintern kann ein Winterschutz aus Laub oder Vlies sinnvoll sein. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Überwinterung.

Giftigkeit

Baumkohl gilt für Menschen als ungiftig und ist ein wertvolles Gemüse. Die Blätter werden seit Jahrhunderten als Nahrungsmittel genutzt.

Wie andere Kohlarten enthält Baumkohl verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe, die für den charakteristischen Geschmack verantwortlich sind. Diese Stoffe werden im Rahmen einer normalen Ernährung problemlos vertragen.

Für Haustiere besteht in kleinen Mengen meist keine Gefahr. Allerdings können größere Mengen roher Kohlblätter bei empfindlichen Tieren Verdauungsprobleme verursachen. Dies gilt insbesondere für Hunde, Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen.

Für Nutztiere wurde Baumkohl in der Vergangenheit teilweise gezielt als Futterpflanze angebaut.

Vermehrung

Die Vermehrung von Baumkohl kann sowohl durch Samen als auch vegetativ erfolgen.

Vermehrung durch Samen

Die generative Vermehrung erfolgt über Samen, die nach der Blüte gebildet werden.

Die Samen können nach dem Ausreifen der Schoten geerntet und trocken gelagert werden. Die Aussaat erfolgt meist im Frühjahr.

Nach wenigen Tagen bis Wochen keimen die Samen. Die jungen Pflanzen entwickeln sich zunächst langsam, gewinnen jedoch mit zunehmendem Alter deutlich an Wuchskraft.

Vermehrung durch Stecklinge

Eine Besonderheit des Baumkohls ist seine gute vegetative Vermehrbarkeit.

Hierzu werden kräftige Seitentriebe abgeschnitten und in feuchtes Substrat gesteckt. Unter günstigen Bedingungen bilden sie Wurzeln und entwickeln sich zu eigenständigen Pflanzen.

Diese Methode bietet den Vorteil, dass die Eigenschaften der Mutterpflanze vollständig erhalten bleiben.

Selbstaussaat

Unter günstigen Bedingungen kann sich Baumkohl auch selbst aussäen. Die Keimlinge erscheinen meist in unmittelbarer Nähe der Mutterpflanze.

Mögliche Krankheiten

Obwohl Baumkohl als robust gilt, kann er von verschiedenen Krankheiten betroffen werden.

Kohlhernie

Die Kohlhernie zählt zu den gefürchtetsten Krankheiten der Kohlgewächse.

Typisch sind verdickte und verformte Wurzeln, die die Wasseraufnahme beeinträchtigen. Die Pflanzen wachsen schlecht und welken häufig.

Eine weite Fruchtfolge sowie die Vermeidung saurer Böden können das Risiko reduzieren.

Echter Mehltau

Bei trocken-warmer Witterung kann Echter Mehltau auftreten.

Die Krankheit zeigt sich durch einen weißen Belag auf den Blättern. Ein luftiger Standort sowie ausreichende Pflanzabstände helfen bei der Vorbeugung.

Grauschimmel

Insbesondere bei feuchter Witterung kann Grauschimmel entstehen.

Befallene Pflanzenteile sollten frühzeitig entfernt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Blattfleckenkrankheiten

Verschiedene Pilze können Blattflecken verursachen.

Regelmäßige Kontrollen und eine gute Luftzirkulation zwischen den Pflanzen helfen dabei, Infektionen zu vermeiden.

Parasiten und Schädlinge

Wie andere Kohlarten kann auch Baumkohl von verschiedenen Schädlingen befallen werden.

Kohlweißling

Die Raupen des Kohlweißlings gehören zu den bekanntesten Kohlschädlingen.

Sie fressen große Löcher in die Blätter und können bei starkem Befall erhebliche Schäden verursachen.

Eine regelmäßige Kontrolle der Blattunterseiten erleichtert das frühzeitige Entfernen von Eiern und Raupen.

Kohlfliege

Die Larven der Kohlfliege schädigen die Wurzeln und können insbesondere junge Pflanzen gefährden.

Schutznetze bieten eine wirksame Vorbeugung.

Blattläuse

Blattläuse treten häufig an jungen Trieben auf.

Neben direkten Fraßschäden können sie Krankheiten übertragen. Nützlinge wie Marienkäfer helfen dabei, die Populationen natürlich zu regulieren.

Erdflöhe

Erdflöhe verursachen zahlreiche kleine Fraßlöcher in den Blättern.

Besonders junge Pflanzen sind gefährdet. Gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit reduziert oft die Befallsstärke.

Schnecken

Junge Baumkohlpflanzen werden gelegentlich von Schnecken angegriffen.

Ein konsequenter Schutz während der Anwachsphase kann größere Schäden verhindern.

Alternative Bezeichnungen

Baumkohl ist unter verschiedenen Namen bekannt. Je nach Region können unterschiedliche Bezeichnungen verwendet werden.

Häufig anzutreffen sind:

  • Baumkohl
  • Ewiger Kohl
  • Mehrjähriger Kohl
  • Walking Stick Kale
  • Jersey-Kohl
  • Stangenkohl
  • Palmkohlbaum

Einige dieser Bezeichnungen beziehen sich auf regionale Formen oder spezielle Sorten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Baumkohl?

Baumkohl ist eine besondere Form des Blattkohls, die einen hohen Stamm bildet und mehrere Jahre alt werden kann.

Wie groß wird Baumkohl?

Je nach Sorte und Standort kann Baumkohl Höhen zwischen 1,5 und über 3 Metern erreichen.

Ist Baumkohl winterhart?

Baumkohl verträgt Frost recht gut und kann in vielen Regionen problemlos überwintern.

Kann Baumkohl mehrjährig kultiviert werden?

Ja, unter günstigen Bedingungen wächst Baumkohl mehrere Jahre und liefert kontinuierlich neue Blätter.

Sind die Blätter essbar?

Ja, die Blätter sind essbar und können ähnlich wie Grünkohl verwendet werden.

Wann erfolgt die Ernte?

Die Ernte kann über einen langen Zeitraum erfolgen. Meist werden die unteren Blätter nach Bedarf geerntet.

Benötigt Baumkohl viel Pflege?

Die Pflanze gilt als relativ pflegeleicht. Regelmäßiges Gießen und gelegentliche Düngergaben fördern jedoch ein kräftiges Wachstum.

Kann Baumkohl im Kübel wachsen?

Eine Kultur im Kübel ist möglich, allerdings benötigt die Pflanze aufgrund ihrer Größe ein sehr großes Gefäß und eine regelmäßige Nährstoffversorgung.

Welche Schädlinge treten häufig auf?

Besonders Kohlweißlinge, Blattläuse, Kohlfliegen und Erdflöhe können Probleme verursachen.

Eignet sich Baumkohl für Selbstversorgergärten?

Ja, Baumkohl zählt zu den interessantesten Gemüsepflanzen für Selbstversorger, da er über lange Zeit geerntet werden kann und vergleichsweise robuste Eigenschaften besitzt.

Fazit

Brassica oleracea var. acephala ist eine faszinierende Kulturpflanze mit langer Geschichte und außergewöhnlichem Erscheinungsbild. Der Baumkohl verbindet die Vorteile eines ertragreichen Blattgemüses mit einer imposanten Wuchsform, die in jedem Garten Aufmerksamkeit erregt. Seine Robustheit, Frostverträglichkeit und die Möglichkeit einer mehrjährigen Kultur machen ihn besonders für Selbstversorger und Liebhaber historischer Gemüsesorten attraktiv.

Mit einem sonnigen Standort, nährstoffreichem Boden und einer regelmäßigen Pflege entwickelt sich Baumkohl zu einer stattlichen Pflanze, die über viele Monate hinweg frische Blätter liefert. Trotz gelegentlicher Probleme durch Schädlinge oder Krankheiten gilt er insgesamt als widerstandsfähig und unkompliziert. Wer nach einer ungewöhnlichen, dekorativen und zugleich nützlichen Gemüsepflanze sucht, findet im Baumkohl eine bemerkenswerte Bereicherung für den Garten.

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