Lebens(t)räume für Menschen, Tiere & Pflanzen
Gestaltungsbeispiele für naturnahe Lebensräume
Einrichtungsbeispiele.de-Logo
Neu
Login
Wir werden unterstützt von:

Pyrrosia lingua im Terrarium

Einrichtungsbeispiele mit Schattenblümchen

Lesezeit: ca. 9 Minuten
Pyrrosia lingua im Terrarium (Einrichtungsbeispiele mit Schattenblümchen)
Pyrrosia lingua (Schattenblümchen) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, Pyrrosia lingua kz02, CC BY-SA 4.0

Wissenswertes zu Pyrrosia lingua (Schattenblümchen)

Pyrrosia lingua, im deutschsprachigen Raum häufig als Schattenblümchen oder Zungenfarn bezeichnet, gehört zu den attraktivsten Farnen für dauerhaft feuchte Terrarien. Die Pflanze überzeugt mit ihren schmalen, ledrigen Blättern, ihrem vergleichsweise langsamen, kontrollierten Wachstum und ihrer außergewöhnlichen Anpassungsfähigkeit an schattige Lebensräume. Besonders in tropischen Regenwaldterrarien oder feuchten Paludarien lässt sich Pyrrosia lingua hervorragend als natürlich wirkender Bewuchs auf Wurzeln, Felsen oder Rückwänden einsetzen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Farnarten benötigt Pyrrosia lingua keine intensive Beleuchtung und kommt auch mit weniger lichtdurchfluteten Bereichen ausgezeichnet zurecht. Dadurch eignet sie sich hervorragend für Terrarien mit dichtem Pflanzenbestand oder für Anlagen, in denen größere Pflanzen den Bodenbereich beschatten. Gleichzeitig sorgt ihr sattgrünes Laub für einen ruhigen, natürlichen Eindruck und trägt zu einem stabilen Mikroklima bei.

Wer ein dauerhaft feuchtes Terrarium möglichst naturnah gestalten möchte, findet in Pyrrosia lingua eine robuste und dekorative Pflanzenart, die auch langfristig wenig Probleme bereitet.

Herkunft

Pyrrosia lingua stammt aus Ostasien. Das natürliche Verbreitungsgebiet reicht von Japan über Korea und weite Teile Chinas bis nach Taiwan. Dort wächst die Art sowohl in tieferen Lagen als auch in montanen Regionen.

Innerhalb ihres Verbreitungsgebietes besiedelt sie unterschiedliche Waldtypen. Besonders häufig findet man sie in feuchten Laub- und Mischwäldern, wo sie entweder auf Felsen oder als Aufsitzerpflanze auf Baumstämmen wächst. Durch ihre hohe Anpassungsfähigkeit kommt sie sowohl in gemäßigten als auch in subtropischen Klimazonen vor.

Die klimatischen Bedingungen ihres natürlichen Lebensraums sind geprägt von einer hohen Luftfeuchtigkeit, regelmäßigen Niederschlägen und nur selten längeren Trockenphasen. Diese Voraussetzungen erklären auch ihre guten Eigenschaften als Terrarienpflanze.

Natürlicher Lebensraum

In der Natur wächst Pyrrosia lingua überwiegend epiphytisch oder lithophytisch. Das bedeutet, dass sie sich entweder auf Baumrinden oder auf felsigem Untergrund ansiedelt. Ihre kriechenden Rhizome ermöglichen es ihr, sich langsam über geeignete Oberflächen auszubreiten.

Der Waldboden spielt für diese Farnart häufig nur eine untergeordnete Rolle. Stattdessen nutzt sie moosbewachsene Baumstämme, schattige Felsen oder humusreiche Felsspalten. Dort profitiert sie von ständig vorhandener Feuchtigkeit, ohne dauerhaft im Wasser zu stehen.

Die Lichtverhältnisse sind überwiegend gedämpft. Direktes Sonnenlicht erreicht die Pflanzen meist nur für kurze Zeit, weshalb Pyrrosia lingua hervorragend an schattige Standorte angepasst ist.

Die Temperaturen schwanken je nach Herkunftsgebiet deutlich. Während die Art in der Natur durchaus kühlere Winter überstehen kann, entwickelt sie sich im Terrarium bei konstant warmen Bedingungen besonders gleichmäßig.

Gattung und Familie

Pyrrosia lingua gehört zur Gattung Pyrrosia, die zur Familie der Tüpfelfarngewächse (Polypodiaceae) zählt.

Die Gattung umfasst mehrere Dutzend Arten, die überwiegend in Asien sowie in Teilen Afrikas und Australiens vorkommen. Charakteristisch sind die kriechenden Rhizome sowie die lederartigen Blätter, die oftmals mit feinen Haaren oder Schuppen besetzt sind.

Innerhalb der Familie zählen Pyrrosia-Arten zu den besonders robusten Farnen, die auch zeitweise ungünstigere Bedingungen vergleichsweise gut überstehen.

Beschreibung der Art

Pyrrosia lingua ist ein immergrüner Farn mit langsamem bis mäßigem Wachstum. Seine Rhizome wachsen kriechend über den Untergrund und bilden in regelmäßigen Abständen neue Blätter.

Die Pflanze entwickelt keine Blüten, da Farne sich grundsätzlich über Sporen vermehren. Dadurch unterscheidet sie sich deutlich von den meisten klassischen Terrarienpflanzen.

Das Blattwerk wirkt durch seine gleichmäßige Form ausgesprochen elegant. Selbst ältere Pflanzen behalten über lange Zeit ihr attraktives Erscheinungsbild.

Aufgrund ihres ruhigen Wachstums eignet sich Pyrrosia lingua hervorragend für langfristig angelegte Terrarien, in denen nur selten Rückschnitte erforderlich sind.

Aussehen

Das auffälligste Merkmal sind die schmalen, zungenförmigen Blätter, denen die Art auch ihren wissenschaftlichen Namen verdankt.

Die Blattspreiten erreichen meist Längen zwischen 10 und 30 Zentimetern, abhängig von Alter und Standortbedingungen. Sie besitzen eine feste, lederartige Struktur und eine intensiv dunkelgrüne Oberseite.

Die Blattunterseiten weisen häufig einen silbrig bis bräunlichen Filz auf. Dieser schützt die Pflanze in ihrem natürlichen Lebensraum vor Austrocknung und trägt zur charakteristischen Optik bei.

Die Blattstiele entspringen direkt aus dem kriechenden Rhizom und stehen meist aufrecht oder leicht überhängend.

Die Rhizome sind dicht mit braunen Schuppen bedeckt und haften zuverlässig auf rauen Oberflächen.

Experten-Tipp: „Je natürlicher eine Rückwand mit Moosen und kleinen Unebenheiten gestaltet wird, desto schneller können sich die Rhizome dauerhaft verankern und einen geschlossenen Bewuchs bilden.“

Pflanzung im Terrarium

Pyrrosia lingua gehört zu den vielseitigsten Farnen für tropische Terrarien.

Besonders gut eignet sich die Pflanze für:

  • Regenwaldterrarien
  • Paludarien
  • Dendrobaten-Terrarien
  • Geckoterrarien mit hoher Luftfeuchtigkeit
  • Pflanzenvitrinen

Am schönsten wirkt sie auf Korkröhren, Mangrovenwurzeln, Xaxim-Ersatzmaterialien oder strukturierten Rückwänden.

Die Rhizome sollten niemals vollständig mit Substrat bedeckt werden. Stattdessen werden sie lediglich locker auf der Oberfläche befestigt. Mit zunehmendem Wachstum haftet sich die Pflanze selbstständig fest.

Auch eine Pflanzung zwischen Moospolstern oder in schmalen Felsspalten führt meist zu sehr guten Ergebnissen.

Als Bodensubstrat eignen sich lockere, humusreiche Mischungen mit guter Wasserhaltefähigkeit, sofern Staunässe vermieden wird.

Pflege

Die Pflege gilt insgesamt als unkompliziert.

Entscheidend ist eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit zwischen etwa 70 und 90 Prozent. Kurzfristige Schwankungen werden meist gut toleriert, dauerhaft trockene Luft führt jedoch zu Blattverfärbungen.

Die Temperaturen dürfen ganzjährig zwischen etwa 20 und 27 Grad liegen. Kurzzeitig werden niedrigere Temperaturen ebenfalls vertragen.

Die Beleuchtung sollte hell, aber niemals dauerhaft direkt sein. Moderne LED-Terrarienbeleuchtungen liefern in der Regel ausreichend Licht.

Das Substrat sollte gleichmäßig feucht bleiben, ohne dauerhaft durchnässt zu sein. Besonders wichtig ist eine gute Luftzirkulation, damit sich keine Fäulnis entwickelt.

Regelmäßiges Besprühen unterstützt das Wachstum und hält die Blätter sauber.

Gedüngt wird äußerst sparsam. Bereits geringe Mengen eines stark verdünnten Flüssigdüngers reichen während der Wachstumsphase vollkommen aus.

Ein Rückschnitt ist nur selten notwendig. Entfernt werden lediglich abgestorbene oder beschädigte Blätter.

Experten-Tipp: „Lieber konstant leicht feucht als gelegentlich völlig durchnässt – gleichmäßige Bedingungen fördern gesunde Rhizome deutlich besser als starke Feuchtigkeitsschwankungen.“

Giftigkeit

Pyrrosia lingua gilt nach heutigem Kenntnisstand nicht als giftige Pflanze.

Für viele typische Terrarienbewohner wie Pfeilgiftfrösche, kleine Geckos oder Wirbellose stellt sie daher keine bekannte Gefahr dar.

Dennoch sollte sie – wie nahezu alle Zierpflanzen – nicht gezielt als Futterpflanze eingesetzt werden. Für pflanzenfressende Terrarientiere existieren geeignetere Arten.

Beim Umgang mit der Pflanze sind keine besonderen Schutzmaßnahmen erforderlich.

Vermehrung

Die Vermehrung erfolgt auf zwei verschiedene Arten.

Am einfachsten gelingt die Teilung der Rhizome. Hierbei werden bewurzelte Abschnitte vorsichtig voneinander getrennt und an neuer Stelle befestigt. Bereits nach wenigen Wochen beginnt meist die Neubewurzelung.

Die zweite Möglichkeit besteht in der Sporenvermehrung.

Hierfür werden reife Sporen gesammelt und auf steriles, dauerhaft feuchtes Anzuchtsubstrat ausgesät. Diese Methode verlangt jedoch viel Geduld und Erfahrung, da sich zunächst der Vorkeim entwickelt, bevor daraus junge Farnpflanzen entstehen.

Im Hobbybereich spielt deshalb nahezu ausschließlich die Rhizomteilung eine Rolle.

Mögliche Krankheiten und Parasiten

Unter geeigneten Bedingungen zählt Pyrrosia lingua zu den widerstandsfähigen Terrarienpflanzen.

Dennoch können gelegentlich Probleme auftreten.

Zu den häufigsten Ursachen gehören Wurzel- oder Rhizomfäule infolge dauerhafter Staunässe. Betroffene Bereiche sollten entfernt und die Belüftung verbessert werden.

Bei dauerhaft trockener Luft können die Blattspitzen vertrocknen oder sich braun verfärben.

Zu intensive Beleuchtung verursacht gelegentlich helle Verbrennungen auf den Blättern.

Schädlinge treten im Terrarium vergleichsweise selten auf. Vereinzelt können auftreten:

  • Spinnmilben bei trockener Haltung
  • Schildläuse
  • Schmierläuse
  • Trauermückenlarven in dauerhaft nassem Bodensubstrat

Durch stabile Kulturbedingungen und regelmäßige Kontrolle lassen sich größere Probleme meist vermeiden.

Alternative Bezeichnungen

Je nach Region und Literatur finden sich unterschiedliche Bezeichnungen.

Bekannt sind unter anderem:

  • Schattenblümchen
  • Zungenfarn
  • Pyrrosia-Farn
  • Tongue Fern
  • Pyrrosia lingua

Vor allem im internationalen Pflanzenhandel wird fast ausschließlich der wissenschaftliche Name verwendet.

Häufig gestellte Fragen

Ist Pyrrosia lingua für Anfänger geeignet?

Ja. Aufgrund ihrer Robustheit und des geringen Pflegeaufwands eignet sich die Art hervorragend für Einsteiger in die Terrarienbepflanzung.

Kann Pyrrosia lingua dauerhaft auf Holz wachsen?

Ja. Gerade auf Korkrinde oder Wurzeln entwickelt sich die Pflanze besonders naturnah und haftet sich mit ihren Rhizomen zuverlässig an.

Wie schnell wächst die Pflanze?

Das Wachstum erfolgt eher langsam bis mäßig. Dadurch bleibt die Pflanze lange formschön und muss nur selten zurückgeschnitten werden.

Benötigt Pyrrosia lingua viel Licht?

Nein. Helles, indirektes Licht reicht vollkommen aus. Direkte Beleuchtung über längere Zeit sollte vermieden werden.

Ist regelmäßiges Besprühen notwendig?

In tropischen Terrarien mit hoher Luftfeuchtigkeit genügt häufig das normale Beregnungssystem. Bei geringerer Luftfeuchtigkeit unterstützt zusätzliches Besprühen jedoch ein gesundes Wachstum.

Kann Pyrrosia lingua mit Moosen kombiniert werden?

Ja. Die Kombination mit verschiedenen Moosen wirkt besonders natürlich und entspricht auch ihrem ursprünglichen Lebensraum.

Fazit

Pyrrosia lingua gehört zu den attraktivsten Farnen für feuchte Terrarien. Ihr elegantes, zungenförmiges Blattwerk, das kontrollierte Wachstum und ihre hohe Anpassungsfähigkeit machen sie zu einer ausgezeichneten Wahl für naturnahe Regenwaldlandschaften.

Besonders auf Rückwänden, Wurzeln und Felsen entfaltet die Art ihre volle Wirkung. Dort bildet sie mit der Zeit dichte Bestände, die nicht nur optisch überzeugen, sondern auch das Mikroklima im Terrarium positiv beeinflussen. Ihre Robustheit gegenüber wechselnden Bedingungen sowie der geringe Pflegeaufwand machen sie sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Terrarianer interessant.

Wer auf eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit, gleichmäßige Feuchtigkeit des Untergrunds und eine schattige bis halbschattige Beleuchtung achtet, wird viele Jahre Freude an diesem außergewöhnlichen Farn haben. Pyrrosia lingua verbindet natürliche Eleganz mit hoher Widerstandsfähigkeit und zählt deshalb zu den empfehlenswertesten Farnarten für dauerhaft feuchte Terrarien.

Änderungen vorschlagen

Du hast nicht alle wichtigen Infos zu Pyrrosia lingua gefunden? Du kannst uns helfen, weitere Details zu ergänzen? Dann schreib uns dein Feedback!

1
Einrichtungsbeispiele