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Pelomedusa subrufa im Terrarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Starrbrust-Pelomeduse

Pelomedusa subrufa im Terrarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Starrbrust-Pelomeduse)
Pelomedusa subrufa (Starrbrust-Pelomeduse)

Wissenswertes zu Pelomedusa subrufa (Starrbrust-Pelomeduse)

Die Starrbrust-Pelomeduse, wissenschaftlich als Pelomedusa subrufa bekannt, gehört zu den faszinierendsten Süßwasserschildkröten Afrikas. Diese Art zeichnet sich durch ihre robuste Natur, ihr interessantes Verhalten und ihre Anpassungsfähigkeit aus, was sie besonders für Terrarianer interessant macht.

Herkunft und Verbreitung

Die Starrbrust-Pelomeduse ist in weiten Teilen Afrikas verbreitet. Ihr Vorkommen erstreckt sich von Westafrika über Zentralafrika bis hin zu Ostafrika und Südafrika. Sie ist besonders häufig in Ländern wie Südafrika, Kenia, Tansania, Angola und der Demokratischen Republik Kongo anzutreffen. Die Art besiedelt vor allem flache Süßwassergewässer, wie langsam fließende Flüsse, Sümpfe, Regenwaldseen und temporäre Regenwasserpfützen, die während der Regenzeit entstehen. Ihr weites Verbreitungsgebiet macht sie zu einer der anpassungsfähigsten Schildkrötenarten des afrikanischen Kontinents.

Die Starrbrust-Pelomeduse ist an saisonale Veränderungen angepasst. Während der Regenzeit finden sich die Tiere in offenen Wasserflächen, während sie in Trockenperioden in Schlamm, feuchte Erde oder unter Wasserpflanzen Zuflucht suchen. Dieses Verhalten ist ein entscheidender Faktor, der bei der Haltung im Terrarium berücksichtigt werden muss.

Natürlicher Lebensraum

Der natürliche Lebensraum der Pelomedusa subrufa umfasst überwiegend flache und wärmere Gewässer mit weichem, schlammigem Boden. Diese Böden ermöglichen den Tieren ein einfaches Graben und Verstecken. Wasserpflanzen sind in ihrem Lebensraum häufig anzutreffen und dienen sowohl als Versteck als auch als Nahrungsergänzung. Das Wasser ist meist ruhig oder langsam fließend, klar oder leicht trüb, und die Tiere sind gut an wechselnde Wasserstände angepasst.

Die Starrbrust-Pelomeduse ist sowohl aquatisch als auch teilweise terrestrisch aktiv. Sie verbringt viel Zeit im Wasser, kommt jedoch regelmäßig an Land, um sich aufzuwärmen oder Nahrung zu suchen. Diese Eigenschaft sollte bei der Terrariengestaltung berücksichtigt werden, um ein artgerechtes Umfeld zu schaffen.

Gattung und Familie

Die Starrbrust-Pelomeduse gehört zur Familie der Pelomedusidae, einer Gruppe von Schildkröten, die überwiegend in Afrika vorkommt. Innerhalb der Gattung Pelomedusa zählt sie zu den am häufigsten gehaltenen Arten. Die Pelomedusidae zeichnen sich durch einen eher flachen Panzer, einen breiten Kopf und die Fähigkeit aus, vollständig unterzutauchen. Sie sind oft opportunistische Allesfresser und zeigen ein interessantes Verhalten sowohl in freier Wildbahn als auch in Gefangenschaft.

Die Gattung Pelomedusa unterscheidet sich von anderen Süßwasserschildkröten durch die Möglichkeit, den Kopf seitlich in den Panzer zurückzuziehen, ohne dass sie den Hals vollständig zurückziehen wie europäische oder nordamerikanische Arten. Dies ist ein markantes Merkmal, das die Starrbrust-Pelomeduse von anderen Schildkröten unterscheidet.

Beschreibung der Art

Die Starrbrust-Pelomeduse ist eine mittelgroße bis große Süßwasserschildkröte mit einem kräftigen, flachen Panzer. Sie erreicht eine Panzerlänge von bis zu 25 Zentimetern, wobei Weibchen in der Regel etwas größer als Männchen werden. Der Panzer ist dunkelbraun bis olivgrün und leicht glänzend, wobei einzelne Tiere rötliche oder gelbliche Nuancen aufweisen können. Die Oberfläche ist häufig unregelmäßig, mit leichten Erhebungen und Furchen, die den natürlichen Lebensraum imitieren.

Die Unterseite, der sogenannte Plastron, ist bei dieser Art relativ breit und kräftig gebaut. Im Gegensatz zu vielen anderen Schildkrötenarten verfügt die Starrbrust-Pelomeduse über einen eher starren Plastronverschluss, der ihr ein robustes Erscheinungsbild verleiht und sie vor Fressfeinden schützt.

Aussehen

Typisch für die Starrbrust-Pelomeduse sind der breite Kopf und der kurze, kräftige Hals. Die Augen sind groß und dunkel, was auf eine gute Anpassung an trübes Wasser hinweist. Die Beine sind stark und mit Schwimmhäuten versehen, wodurch die Tiere effizient schwimmen können, gleichzeitig aber auch in der Lage sind, sich an Land zu bewegen und zu graben.

Die Färbung variiert leicht mit dem Alter: Jungtiere sind oft heller, mit auffälligen Mustern auf Panzer und Kopf, während ausgewachsene Tiere ein gleichmäßiges, dunkles Braun bis Olivgrün zeigen. Die Haut ist dick und lederartig, um Wasserverlust zu verhindern und das Graben zu erleichtern.

Verhalten

Die Starrbrust-Pelomeduse ist überwiegend tagaktiv, wobei sie während heißer Stunden Ruhephasen einlegt. Sie ist sowohl Einzelgänger als auch gelegentlich gesellig, besonders während der Regenzeit, wenn viele Tiere dieselben Wasserstellen aufsuchen.

Diese Schildkröten tauchen gerne ab, um sich vor Störungen zu schützen. Sie sind gute Schwimmer, verbringen jedoch auch viel Zeit am Grund, wo sie nach Nahrung suchen oder sich im Schlamm verstecken. An Land zeigen sie ein ruhiges Verhalten, suchen aber aktiv nach Sonnenplätzen zur Thermoregulation.

Haltung im Terrarium

Die Haltung von Pelomedusa subrufa im Terrarium erfordert eine Kombination aus Wasser- und Landbereich. Ein großzügiges Aquarium mit einer Wasserfläche von mindestens 80 Prozent der Grundfläche ist ideal. Das Wasser sollte tief genug sein, um den Tieren freies Schwimmen zu ermöglichen, aber auch flache Bereiche für Jungtiere und Ruheplätze bieten.

Der Landbereich muss fest, trocken, aber leicht feucht sein, um Grabe- und Sonnenmöglichkeiten zu bieten. Kies, Sand oder eine Mischung aus beidem ist gut geeignet, ergänzt durch Erdböden oder Kokoserde. Pflanzen, Wurzeln und Verstecke erhöhen den Wohlfühlfaktor und geben den Tieren Rückzugsmöglichkeiten.

Terrarien für die Starrbrust-Pelomeduse sollten robust gebaut sein, da diese Schildkröten kräftige Grabtätigkeiten zeigen. Eine Abdeckung ist sinnvoll, da sie gelegentlich versucht, aus dem Terrarium zu entkommen.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Pelomedusa subrufa bevorzugt Wassertemperaturen zwischen 24 und 28 Grad Celsius. In den Ruhebereichen an Land sollte die Temperatur tagsüber zwischen 28 und 32 Grad liegen, während nächtliche Absenkungen auf 22 bis 24 Grad unproblematisch sind.

Die Luftfeuchtigkeit sollte im Landbereich moderat sein, ideal zwischen 60 und 80 Prozent. Regelmäßiges Sprühen oder ein feuchter Bodengrund kann helfen, die notwendige Feuchtigkeit zu erhalten. UVB-Licht und eine Wärmelampe sind wichtig, um die Gesundheit und Knochenbildung zu fördern.

Fütterung

Die Starrbrust-Pelomeduse ist ein Allesfresser mit Vorlieben für tierische Kost. In der Natur ernährt sie sich von Fischen, Insektenlarven, Krebstieren, Schnecken, Wasserpflanzen und Aas. Im Terrarium kann sie mit einer abwechslungsreichen Mischung aus kommerziellem Schildkrötenfutter, Insekten, Fischen und gelegentlich Obst und Gemüse gefüttert werden.

Wichtig ist die Anpassung der Futtermenge an Alter und Größe: Jungtiere benötigen häufigere Mahlzeiten, während adulte Terrarientier ein- bis zweimal täglich gefüttert werden können. Kalkhaltige Futterergänzungen oder Sepiaschalen fördern die Panzerhärte und allgemeine Gesundheit.

Giftigkeit

Die Starrbrust-Pelomeduse ist ungiftig und für Menschen ungefährlich. Allerdings können wie bei allen Schildkröten bakterielle Infektionen wie Salmonellen auftreten, weshalb Hygiene und gründliches Händewaschen nach dem Kontakt mit Wasser oder Tieren wichtig sind.

Vermehrung und Zucht

Die Zucht von Pelomedusa subrufa ist im Terrarium möglich, erfordert aber genaue Bedingungen. Männchen und Weibchen zeigen während der Paarungszeit ein auffälliges Verhalten, wie Kopfnicken, Umkreisen und leichtes Beißen.

Weibchen legen Eier in feuchte, lockere Erde oder Sand, häufig in einem gegrabenen Nest. Die Anzahl der Eier variiert, liegt aber meist zwischen 5 und 20 pro Gelege. Die Inkubation dauert je nach Temperatur zwischen 60 und 100 Tagen. Höhere Temperaturen fördern oft die Entwicklung weiblicher Jungtiere, während niedrigere Temperaturen tendenziell mehr männliche Tiere hervorbringen.

Jungtiere benötigen zunächst flache Wasserbereiche und Schutz vor Fressfeinden oder Artgenossen. Sie wachsen relativ schnell, benötigen jedoch eine ausgewogene Ernährung und sauberes Wasser für eine gesunde Entwicklung.

Mögliche Krankheiten

Pelomedusa subrufa ist robust, kann jedoch unter bestimmten Haltungsbedingungen krank werden. Häufige Probleme sind Pilz- oder Bakterieninfektionen, Panzerverformungen, Mangelerscheinungen und Parasitenbefall.

Ursachen liegen meist in zu niedrigen Temperaturen, schlechter Wasserqualität, falscher Ernährung oder unzureichender UVB-Versorgung. Regelmäßige Wasserwechsel, saubere Terrarienbedingungen und ausgewogene Fütterung sind die wichtigsten Präventionsmaßnahmen.

Alternative Bezeichnungen

Die Starrbrust-Pelomeduse ist unter verschiedenen Namen bekannt, darunter Afrikanische Starrbrust-Sumpfschildkröte oder kurz Pelomeduse. Der wissenschaftliche Name Pelomedusa subrufa wird weltweit in Fachkreisen verwendet, während im Terraristikbereich häufig die deutschsprachigen Bezeichnungen verwendet werden.

Häufig gestellte Fragen

Zu den gängigsten Fragen gehören:

Wie groß wird die Starrbrust-Pelomeduse? Sie erreicht ausgewachsen meist 20 bis 25 Zentimeter Panzerlänge.

Kann sie mit anderen Schildkrötenarten gehalten werden? Mischhaltung ist möglich, jedoch Vorsicht bei aggressiven oder viel größeren Arten.

Wie oft sollte gefüttert werden? Jungtiere täglich, adulte Tiere ein- bis zweimal wöchentlich, abhängig vom Aktivitätsniveau.

Braucht sie UVB-Licht? Ja, für Gesundheit und Panzerbildung ist eine UVB-Beleuchtung zwingend notwendig.

Wie lange lebt sie? Bei optimaler Haltung 30 Jahre oder mehr.

Fazit

Die Starrbrust-Pelomeduse ist eine faszinierende, robuste und anpassungsfähige Schildkrötenart, die sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Terrarianer geeignet ist. Sie überzeugt durch ihr interessantes Verhalten, die einfache Fütterung und die Fähigkeit, sich an wechselnde Bedingungen anzupassen.

Die Haltung erfordert ein gut durchdachtes Terrarium mit Wasser- und Landbereich, angepasste Temperaturen, regelmäßige Pflege und eine ausgewogene Ernährung. Die Zucht ist möglich, setzt jedoch Kenntnisse über die Fortpflanzung und Inkubation voraus. Mit der richtigen Pflege kann die Starrbrust-Pelomeduse viele Jahre Freude bereiten und ist ein faszinierender Vertreter der afrikanischen Süßwasserschildkröten.

Die Kombination aus Robustheit, Anpassungsfähigkeit und auffälligem Erscheinungsbild macht Pelomedusa subrufa zu einer der beliebtesten afrikanischen Schildkrötenarten im Terraristikbereich. Wer bereit ist, sich auf die spezifischen Bedürfnisse einzulassen, erhält ein pflegeleichtes, langlebiges und bemerkenswert interessantes Tier, das das Terrarium bereichert.

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