Lebens(t)räume für Menschen, Tiere & Pflanzen
Gestaltungsbeispiele für naturnahe Lebensräume
Einrichtungsbeispiele.de-Logo
Neu
Login
Wir werden unterstützt von:

Cyriopagopus lividus im Terrarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Blaue Burma Vogelspinne

Cyriopagopus lividus im Terrarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Blaue Burma Vogelspinne)
Cyriopagopus lividus (Blaue Burma Vogelspinne) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: Unix.dude44, Cyriopagopus lividum, CC BY-SA 4.0

Wissenswertes zu Cyriopagopus lividus (Blaue Burma Vogelspinne)

Cyriopagopus lividus, besser bekannt als Blaue Burma Vogelspinne oder auch Kobaltblaue Vogelspinne, gehört zu den bekanntesten und gleichzeitig anspruchsvollsten Vogelspinnenarten in der Terraristik. Kaum eine andere Art fasziniert Halter so sehr durch ihre intensive, fast schon unwirklich wirkende blaue Färbung. Gleichzeitig genießt sie einen Ruf als ausgesprochen defensiv, schnell und nicht unbedingt anfängerfreundlich. Genau diese Mischung aus Schönheit, Geheimnis und Respekt macht Cyriopagopus lividus für viele Terrarianer so interessant.

Herkunft und natürlicher Lebensraum

Cyriopagopus lividus stammt aus Südostasien und ist dort vor allem in Myanmar (ehemals Burma) sowie angrenzenden Regionen Thailands verbreitet. Ihr natürlicher Lebensraum sind tropische Tieflandgebiete mit hoher Luftfeuchtigkeit, konstant warmen Temperaturen und lockeren, grabfähigen Böden.

Die Art lebt überwiegend bodenbewohnend und gräbt tiefe Wohnröhren, die sie mit Gespinsten auskleidet. Diese Röhren dienen nicht nur als Rückzugsort, sondern auch als Schutz vor Fressfeinden und extremen klimatischen Bedingungen. Sichtbar wird Cyriopagopus lividus in der Natur nur selten, da sie einen sehr versteckten Lebensstil pflegt und ihre Wohnröhre meist nur nachts verlässt.

Die klimatischen Bedingungen im natürlichen Habitat sind geprägt von Temperaturen zwischen 24 und 30 Grad Celsius sowie einer hohen Luftfeuchtigkeit, die oft über 70 Prozent liegt. Diese Faktoren sind entscheidend für eine erfolgreiche Haltung im Terrarium.

Gattung und Familie

Cyriopagopus lividus gehört zur Familie der Theraphosidae, also den eigentlichen Vogelspinnen. Innerhalb dieser Familie wird sie der Gattung Cyriopagopus zugeordnet, die früher teilweise der Gattung Haplopelma zugerechnet wurde. In älterer Literatur und im Handel taucht daher noch häufig der Name Haplopelma lividum auf.

Die Gattung Cyriopagopus umfasst mehrere asiatische Arten, die für ihre Grabtätigkeit, ihre Schnelligkeit und ihr teils starkes Gift bekannt sind. Typisch für diese Gattung sind kräftige Körper, relativ kurze, aber starke Beine und ein ausgeprägtes defensives Verhalten.

Beschreibung der Art

Cyriopagopus lividus ist eine mittelgroße bis große Vogelspinnenart. Weibchen erreichen eine Körperlänge von etwa 6 bis 7 Zentimetern und eine Beinspannweite von bis zu 15 Zentimetern. Männchen bleiben etwas kleiner und wirken insgesamt schlanker.

Charakteristisch ist ihre überwiegend unterirdische Lebensweise. Anders als baumbewohnende Arten oder aktiv laufende Bodenbewohner ist diese Vogelspinne meist unsichtbar. Ein Großteil ihres Lebens spielt sich in selbst gegrabenen Tunneln ab, die sie bei Störungen blitzschnell aufsucht.

Im Terrarium zeigt sich dieses Verhalten ebenfalls sehr deutlich. Halter müssen sich darauf einstellen, ihr Terrarientier oft tagelang oder sogar wochenlang nicht zu sehen. Wer eine Vogelspinne sucht, die ständig offen im Terrarium sitzt, wird mit Cyriopagopus lividus eher nicht glücklich.

Aussehen und Färbung

Das Aussehen der Blauen Burma Vogelspinne ist der Hauptgrund für ihre enorme Popularität. Die intensive, metallisch schimmernde blaue Färbung der Beine ist nahezu einzigartig in der Welt der Vogelspinnen. Besonders bei adulten Weibchen ist diese Farbe stark ausgeprägt und kann je nach Lichteinfall von tiefem Kobaltblau bis hin zu leicht violetten Nuancen reichen.

Der Carapax zeigt meist einen graubraunen bis leicht olivfarbenen Ton, während das Abdomen dunkler gefärbt ist und oft nur wenig Behaarung aufweist. Jungtiere sind deutlich unscheinbarer gefärbt und entwickeln das kräftige Blau erst mit zunehmenden Häutungen.

Männchen verlieren nach der Reifehäutung oft einen Teil der intensiven Färbung und wirken insgesamt matter. Zudem sind sie an den typischen Bulben an den Pedipalpen sowie an den Tibialhaken erkennbar.

Verhalten und Charakter

Cyriopagopus lividus gilt als eine der defensivsten Vogelspinnenarten in der Terraristik. Sie ist extrem schnell, reagiert empfindlich auf Erschütterungen und zieht sich bei Störungen blitzartig in ihre Röhre zurück. Wird sie weiter bedrängt, kann sie eine ausgeprägte Drohhaltung einnehmen oder sogar zubeißen.

Im Gegensatz zu vielen neuweltlichen Arten besitzt sie keine Brennhaare, sondern verlässt sich auf ihre Schnelligkeit und ihr Gift. Ein ruhiger, respektvoller Umgang ist daher zwingend erforderlich.

Direktes Handling ist bei dieser Art nicht empfehlenswert und sollte grundsätzlich vermieden werden. Cyriopagopus lividus ist ein reines Beobachtungstier, das vor allem durch sein natürliches Verhalten und sein faszinierendes Erscheinungsbild begeistert.

Haltung im Terrarium

Terrariumgröße und Einrichtung

Für die Haltung eines adulten Weibchens empfiehlt sich ein Terrarium mit einer Grundfläche von mindestens 30 x 30 Zentimetern und einer Höhe von etwa 30 Zentimetern. Wichtiger als die Höhe ist jedoch die Substrattiefe, da diese Art leidenschaftlich gräbt.

Eine Substrathöhe von mindestens 15 bis 20 Zentimetern ist empfehlenswert. Als Bodengrund eignet sich eine Mischung aus ungedüngter Blumenerde, Lehmpulver und Kokoshumus. Das Substrat sollte leicht feucht, aber niemals nass sein und eine gewisse Stabilität bieten, damit die Röhren nicht ständig einstürzen.

Als zusätzliche Struktur können Korkröhren, Rindenstücke oder flache Steine angeboten werden, die als Einstieg für den Röhrenbau dienen. Pflanzen sind optional und werden meist ignoriert oder beim Graben unterminiert.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Die optimale Temperatur für Cyriopagopus lividus liegt tagsüber zwischen 24 und 28 Grad Celsius. Nachts darf die Temperatur leicht absinken, sollte aber nicht dauerhaft unter 22 Grad fallen.

Die Luftfeuchtigkeit sollte im Bereich von 70 bis 80 Prozent liegen. Wichtig ist dabei eine gute Balance zwischen Feuchtigkeit und Belüftung, um Schimmelbildung zu vermeiden. Regelmäßiges, moderates Sprühen des Substrats reicht in der Regel aus, um ein stabiles Mikroklima zu schaffen.

Beleuchtung

Eine spezielle Beleuchtung ist für Cyriopagopus lividus nicht notwendig. Tageslicht oder eine schwache Terrarienbeleuchtung zur Simulation eines Tag-Nacht-Rhythmus reicht vollkommen aus. Direkte Sonneneinstrahlung sollte unbedingt vermieden werden, da sich das Terrarium sonst schnell überhitzt.

Ernährung

Cyriopagopus lividus ist ein effizienter Lauerjäger. Im Terrarium nimmt sie problemlos gängige Futtertiere wie Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben an. Größere adulte Weibchen können gelegentlich auch mit größeren Schabenarten gefüttert werden.

Jungtiere sollten ein- bis zweimal pro Woche gefüttert werden, während adulte Tiere meist mit einer Fütterung alle 10 bis 14 Tage auskommen. Wichtig ist, Futtertiere nicht unbeaufsichtigt im Terrarium zu lassen, da diese die Spinne während der Häutung verletzen könnten.

Ein flacher Wassernapf sollte jederzeit zur Verfügung stehen, auch wenn die Spinne selten beim Trinken beobachtet wird.

Giftigkeit und Bedeutung für den Menschen

Das Gift von Cyriopagopus lividus gilt als vergleichsweise potent. Bisse sind selten, da die Art bei Störungen eher flüchtet, können aber bei unvorsichtigem Umgang vorkommen. Die Symptome eines Bisses können starke lokale Schmerzen, Schwellungen, Muskelkrämpfe und allgemeines Unwohlsein umfassen.

Für gesunde Erwachsene sind Bisse in der Regel nicht lebensbedrohlich, sollten aber ernst genommen und medizinisch abgeklärt werden. Aufgrund der Giftwirkung und des defensiven Verhaltens ist diese Art nicht für Anfänger geeignet.

Vermehrung und Zucht

Die Zucht von Cyriopagopus lividus gilt als anspruchsvoll, ist aber mit Erfahrung durchaus möglich. Geschlechtsreife Männchen sind deutlich aktiver und wandern im Terrarium umher, während Weibchen weiterhin sehr standorttreu bleiben.

Die Verpaarung sollte vorsichtig erfolgen, da Weibchen sehr aggressiv reagieren können. Nach erfolgreicher Paarung zieht sich das Weibchen meist tief in seine Röhre zurück und fertigt dort nach einigen Wochen einen Eikokon an.

Ein Kokon kann zwischen 100 und 200 Eier enthalten. Die Entwicklung der Jungtiere dauert mehrere Wochen. Nach dem Schlupf müssen die Spiderlinge getrennt oder sehr großzügig aufgezogen werden, da Kannibalismus auftreten kann.

Mögliche Krankheiten und Probleme

Cyriopagopus lividus ist bei artgerechter Haltung robust. Die häufigsten Probleme entstehen durch Fehler in der Haltung der Vogelspinne wie zu trockene oder zu nasse Bedingungen. Häutungsprobleme treten meist bei unzureichender Luftfeuchtigkeit auf.

Weitere mögliche Probleme sind Milbenbefall, Schimmelbildung im Substrat oder Verletzungen durch ungeeignete Einrichtung. Regelmäßige Kontrolle des Terrariums und ein stabiles Klima sind die besten Maßnahmen zur Vorbeugung.

Alternative Bezeichnungen und Synonyme

Im Handel und in älterer Fachliteratur ist Cyriopagopus lividus unter verschiedenen Namen bekannt. Häufige alternative Bezeichnungen sind:

  • Blaue Burma Vogelspinne
  • Kobaltblaue Vogelspinne
  • Haplopelma lividum

Diese Namensvielfalt kann verwirrend sein, bezieht sich jedoch auf dieselbe Art.

Häufig gestellte Fragen

Ist Cyriopagopus lividus für Anfänger geeignet?

Nein, aufgrund ihres defensiven Verhaltens, ihrer Schnelligkeit und Giftigkeit ist sie eher für erfahrene Halter geeignet.

Wie oft sieht man die Spinne im Terrarium?

Meist sehr selten. Diese Art verbringt den Großteil ihrer Zeit in selbst gegrabenen Röhren.

Kann man mehrere Tiere zusammen halten?

Nein, Cyriopagopus lividus ist strikt einzelgängerisch und sollte immer einzeln gehalten werden.

Wie alt wird die Blaue Burma Vogelspinne?

Weibchen können bei guter Pflege 12 bis 15 Jahre alt werden, Männchen leben deutlich kürzer.

Fazit

Cyriopagopus lividus ist ohne Zweifel eine der beeindruckendsten Vogelspinnenarten in der Terraristik. Ihre außergewöhnliche blaue Färbung, ihr interessantes Grabverhalten und ihre geheimnisvolle Lebensweise machen sie zu einem echten Highlight für erfahrene Halter. Gleichzeitig verlangt sie Respekt, Geduld und eine sorgfältige, artgerechte Haltung.

Wer bereit ist, auf häufige Sichtkontakte zu verzichten und sich intensiv mit den Bedürfnissen dieser Art auseinanderzusetzen, wird mit einem faszinierenden Terrarientier belohnt, das durch seine pure Präsenz und Einzigartigkeit begeistert. Für Liebhaber asiatischer Vogelspinnen ist die Blaue Burma Vogelspinne ein echtes Juwel im Terrarium.

Änderungen vorschlagen

Du hast nicht alle wichtigen Infos zu Cyriopagopus lividus gefunden? Du kannst uns helfen, weitere Details zu ergänzen? Dann schreib uns dein Feedback!

Letzte Änderung am