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Elaphe dione im Terrarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Steppennatter

Lesezeit: ca. 10 Minuten
Elaphe dione im Terrarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Steppennatter)
Elaphe dione (Steppennatter)

Wissenswertes zu Elaphe dione (Steppennatter)

Die Steppennatter (Elaphe dione) gehört zu den robustesten und anpassungsfähigsten Nattern Eurasiens. Aufgrund ihres ruhigen Wesens, ihrer attraktiven Zeichnung und ihrer vergleichsweise unkomplizierten Haltung erfreut sie sich seit vielen Jahren großer Beliebtheit unter Terrarianern. Gleichzeitig zählt sie zu den Arten, die trotz ihrer weiten Verbreitung deutlich seltener gepflegt werden als andere Vertreter der Gattung. Gerade deshalb ist sie für Halter interessant, die eine außergewöhnliche, aber dennoch pflegeleichte Schlange suchen.

Die Art stammt aus Regionen mit teilweise extremen klimatischen Bedingungen. Heiße Sommer, kalte Winter und große Temperaturschwankungen prägen ihren natürlichen Lebensraum. Diese Anpassungsfähigkeit macht sich auch in der Terrarienhaltung bemerkbar. Wer ihre natürlichen Ansprüche berücksichtigt und ein gut strukturiertes Terrarium bereitstellt, kann die Steppennatter über viele Jahre erfolgreich pflegen und mit etwas Erfahrung sogar regelmäßig nachzüchten.

Die wichtigsten Fakten

Merkmal Information
Wissenschaftlicher Name Elaphe dione
Deutscher Name Steppennatter
Familie Nattern
Gattung Elaphe
Herkunft Osteuropa bis Ostasien
Lebensraum Steppen, Halbwüsten, Wiesen, Waldränder und felsige Landschaften
Endgröße etwa 80 bis 130 cm
Lebenserwartung häufig 15 bis 20 Jahre
Aktivität überwiegend tagaktiv mit dämmerungsaktiven Phasen

Ernährung Mäuse, kleine Nagetiere, Jungvögel und Eidechsen

Giftigkeit ungiftig
Schwierigkeit leicht bis mittel

Herkunft

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Steppennatter ist außergewöhnlich groß. Es erstreckt sich von der Ukraine und dem südlichen Russland über Kasachstan, die Mongolei und große Teile Chinas bis nach Korea. Auch in verschiedenen zentralasiatischen Staaten kommt die Art vor.

Durch diese enorme Ausdehnung lebt Elaphe dione in sehr unterschiedlichen Klimazonen. Während einige Populationen trockene Steppen bevorzugen, bewohnen andere felsige Berghänge, Flussufer oder lichte Wälder. Gemeinsam ist allen Lebensräumen jedoch ein ausgeprägter Wechsel zwischen warmen Sommern und deutlich kühleren Winterperioden.

Diese klimatische Vielfalt erklärt die große Anpassungsfähigkeit der Art und macht sie zu einer der widerstandsfähigsten Schlangen Eurasiens.

Natürlicher Lebensraum

Die Steppennatter ist ausgesprochen vielseitig. Sie besiedelt offene Graslandschaften ebenso wie Halbwüsten, Buschlandschaften und felsige Hügel. Auch landwirtschaftlich genutzte Flächen oder Waldränder werden regelmäßig aufgesucht.

Als Verstecke dienen ihr:

  • Felsspalten
  • verlassene Nagetierbaue
  • Totholz
  • dichtes Buschwerk
  • Geröllfelder
  • Wurzelbereiche

Die Tiere profitieren von einer abwechslungsreichen Landschaft mit zahlreichen Sonnenplätzen und sicheren Rückzugsmöglichkeiten. Tagsüber wechseln sie häufig zwischen Sonnenbaden und dem Aufenthalt in schattigen Bereichen.

Während der kalten Jahreszeit ziehen sich die Tiere in frostfreie Verstecke zurück und verbringen dort ihre Winterruhe.

Gattung und Familie

Die Steppennatter gehört zur Familie der Nattern und zur Gattung Elaphe. Diese umfasst zahlreiche mittelgroße Schlangen, die überwiegend in Europa und Asien verbreitet sind.

Vertreter der Gattung zeichnen sich durch schlanke Körper, gute Kletterfähigkeiten und eine meist friedliche Natur aus. Viele Arten besitzen eine attraktive Musterung und gelten als interessante Pfleglinge für Terrarianer.

Innerhalb ihrer Gattung nimmt Elaphe dione eine besondere Stellung ein, da sie ausgesprochen anpassungsfähig ist und selbst in Regionen mit extremen Temperaturschwankungen erfolgreich lebt.

Beschreibung der Art

Die Steppennatter besitzt einen langgestreckten, eleganten Körperbau. Der Kopf hebt sich nur leicht vom Hals ab und wirkt im Vergleich zu vielen anderen Schlangen eher schmal. Die Augen sind mittelgroß und verfügen über runde Pupillen.

Je nach Herkunft können sich Färbung und Zeichnung erheblich unterscheiden. Dadurch gehören Steppennattern zu den variabelsten Arten ihrer Gattung.

Die Grundfarbe reicht von:

  • hellgrau
  • beige
  • sandfarben
  • gelblich
  • olivbraun
  • dunkelbraun

Auf dem Rücken verlaufen dunkle Flecken oder Querbänder, die teilweise miteinander verschmelzen und kettenartige Muster bilden. Viele Tiere besitzen zusätzlich kleinere Seitenflecken.

Der Bauch ist meist hell gefärbt und zeigt dunkle Sprenkel oder unregelmäßige Flecken.

Durch ihre Tarnzeichnung verschmelzen die Tiere nahezu perfekt mit trockenem Gras, Geröll oder sandigen Böden.

Aussehen

Erwachsene Steppennattern erreichen meist Längen zwischen 80 und 130 Zentimetern. Weibchen werden häufig etwas kräftiger als Männchen.

Die Schuppen sind glatt bis leicht gekielt und verleihen dem Körper ein dezentes Glanzbild.

Jungtiere unterscheiden sich optisch deutlich von adulten Exemplaren. Ihre Zeichnung erscheint kontrastreicher und dunkler. Mit zunehmendem Alter werden die Farben oft etwas heller und harmonischer.

Besonders auffällig sind die dunklen Zeichnungen auf dem Kopf. Sie bilden häufig pfeilförmige oder V-förmige Muster und erleichtern die Bestimmung der Art.

Verhalten

Steppennattern gelten als ausgesprochen neugierig und aktiv. Sie verbringen den Tag mit der Erkundung ihres Lebensraumes und nutzen sämtliche Ebenen ihres Terrariums.

Obwohl sie überwiegend bodenbewohnend sind, klettern sie überraschend gut. Niedrige Äste, Steine oder erhöhte Plattformen werden regelmäßig genutzt.

Die Tiere sind nicht aggressiv. Werden sie vorsichtig gepflegt und nicht unnötig gestört, entwickeln sie sich häufig zu ruhigen und gelassenen Terrarienbewohnern.

Bei Bedrohung zeigen sie zunächst Fluchtverhalten. Erst wenn keine Ausweichmöglichkeit besteht, richten sie den Vorderkörper leicht auf oder stoßen Scheinangriffe aus. Ernsthafte Bisse kommen bei gut eingewöhnten Tieren jedoch nur selten vor.

Experten-Tipp: Ein abwechslungsreich eingerichtetes Terrarium mit mehreren unterschiedlich warmen Sonnenplätzen sorgt dafür, dass Steppennattern deutlich häufiger ihr natürliches Erkundungsverhalten zeigen als in einer gleichmäßig temperierten Einrichtung.

Haltung im Terrarium

Die Haltung von Elaphe dione gilt als vergleichsweise unkompliziert. Dennoch sollte das Terrarium den natürlichen Lebensraum möglichst realistisch widerspiegeln.

Für ein einzelnes adultes Tier empfiehlt sich ein geräumiges Terrarium mit ausreichend Bodenfläche und mehreren Temperaturzonen.

Die Einrichtung sollte bestehen aus:

  • stabilen Kletterästen
  • größeren Steinen
  • mehreren Verstecken
  • flachen Plattformen
  • Wurzeln
  • einer ausreichend großen Wasserschale

Als Bodengrund eignen sich grabfähige Materialien wie Sand-Lehm-Gemische, lockere Terrarienerde oder spezielle Wüstensubstrate mit leichtem Humusanteil.

Die Tiere graben gelegentlich und nutzen gerne lockere Bodenschichten als Ruheplatz.

Eine gute Belüftung verhindert Staunässe und unterstützt ein gesundes Terrarienklima.

Eine saisonale Anpassung der Beleuchtungsdauer trägt wesentlich zum natürlichen Jahresrhythmus bei.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Die Steppennatter stammt aus Regionen mit starken Temperaturunterschieden. Deshalb sollte das Terrarium verschiedene Klimazonen bieten.

Tagsüber empfiehlt sich eine Grundtemperatur zwischen 24 und 28 Grad. Unter einem Wärmespot darf ein lokaler Sonnenplatz 32 bis 35 Grad erreichen.

Nachts darf die Temperatur deutlich absinken und zwischen 18 und 22 Grad liegen.

Während der Winterruhe werden die Temperaturen über mehrere Wochen schrittweise abgesenkt.

Die Luftfeuchtigkeit sollte überwiegend zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Während der Häutung kann sie kurzfristig leicht erhöht werden, um einen problemlosen Hautwechsel zu unterstützen.

Ein feuchtes Moosversteck wird von vielen Tieren während der Häutungsphase gerne angenommen.

Fütterung

Steppennattern ernähren sich in der Natur von einer Vielzahl kleiner Wirbeltiere. Das Nahrungsspektrum umfasst Mäuse, Wühlmäuse, Jungvögel, Eidechsen sowie gelegentlich kleinere Amphibien.

Im Terrarium werden überwiegend tiefgefrorene und aufgetaute Futtertiere angeboten.

Geeignet sind:

  • Mäuse
  • Springer
  • adulte Mäuse
  • kleine Ratten für große Weibchen

Jungtiere erhalten entsprechend kleinere Futtertiere.

Die Fütterungsintervalle richten sich nach Alter und Größe.

Jungtiere fressen meist alle fünf bis sieben Tage.

Adulte Tiere benötigen in der Regel nur alle zehn bis vierzehn Tage Nahrung.

Überfütterung sollte vermieden werden, da übergewichtige Schlangen häufiger unter Stoffwechselproblemen leiden.

Frisches Trinkwasser muss jederzeit verfügbar sein.

Giftigkeit

Die Steppennatter ist vollkommen ungiftig.

Wie alle Nattern verfügt sie lediglich über kleine Greifzähne, mit denen sie ihre Beute festhält. Die Nahrung wird durch Umschlingen überwältigt und anschließend vollständig verschluckt.

Für den Menschen stellt die Art keine Gefahr dar. Selbst wenn es in Ausnahmefällen zu einem Biss kommt, beschränkt sich dieser meist auf kleine oberflächliche Verletzungen.

Dadurch eignet sich Elaphe dione auch für verantwortungsbewusste Einsteiger, die erste Erfahrungen mit mittelgroßen Schlangen sammeln möchten.

Vermehrung und Zucht

Die Nachzucht der Steppennatter gelingt bei gesunden und ausgewachsenen Tieren regelmäßig.

Eine erfolgreich durchgeführte Winterruhe bildet meist die wichtigste Voraussetzung für eine hohe Fortpflanzungsbereitschaft.

Nach dem Erwachen beginnen die Männchen intensiv nach paarungsbereiten Weibchen zu suchen.

Während der Balz reibt das Männchen seinen Körper am Weibchen entlang und versucht, sich parallel zu positionieren.

Nach erfolgreicher Paarung entwickelt das Weibchen mehrere Eier.

Je nach Alter und Kondition werden meist vier bis zwölf Eier abgelegt.

Als Eiablageplatz dient eine leicht feuchte Ablagebox mit geeignetem Substrat.

Die Inkubation dauert abhängig von der Temperatur ungefähr sieben bis neun Wochen.

Die Jungtiere schlüpfen vollständig entwickelt und häuten sich wenige Tage später zum ersten Mal.

Nach der ersten Häutung beginnen sie selbstständig mit der Nahrungsaufnahme.

Experten-Tipp: Eine langsame, über mehrere Wochen erfolgende Absenkung und anschließende ebenso behutsame Erhöhung der Temperaturen rund um die Winterruhe führt häufig zu stabileren Zuchtergebnissen als abrupte Klimawechsel.

Mögliche Krankheiten

Die Steppennatter gilt als widerstandsfähige Art. Fehler bei Haltung oder Pflege können jedoch gesundheitliche Probleme verursachen.

Zu den häufigsten Erkrankungen zählen Atemwegsinfektionen.

Sie entstehen häufig durch dauerhaft zu niedrige Temperaturen oder eine dauerhaft erhöhte Luftfeuchtigkeit.

Symptome können sein:

  • Atemgeräusche
  • Schleimbildung
  • geöffnetes Maul
  • Appetitlosigkeit

Auch Häutungsprobleme treten gelegentlich auf.

Ursachen sind meist:

  • zu trockene Haltung
  • Flüssigkeitsmangel
  • fehlende raue Oberflächen
  • Parasiten

Innere und äußere Parasiten können sowohl Wildfänge als auch Nachzuchten betreffen.

Regelmäßige Gesundheitskontrollen sowie eine Quarantäne neuer Tiere tragen wesentlich zur Vorbeugung bei.

Auch Verletzungen durch ungeeignete Einrichtungsgegenstände oder Futtertiere sollten vermieden werden.

Eine ausgewogene Ernährung, passende Temperaturen und eine stressarme Haltung bilden die Grundlage für dauerhaft gesunde Tiere.

Alternative Bezeichnungen

Die Art ist unter verschiedenen deutschen und internationalen Namen bekannt.

Gebräuchliche Bezeichnungen sind:

  • Steppennatter
  • Diones Natter
  • Dione Ratsnake
  • Steppe Rat Snake

Unabhängig von der Bezeichnung handelt es sich stets um dieselbe Schlangenart mit ihrem großen natürlichen Verbreitungsgebiet.

Häufig gestellte Fragen

Ist die Steppennatter für Anfänger geeignet?

Ja. Aufgrund ihres ruhigen Wesens, ihrer Robustheit und ihrer vergleichsweise einfachen Haltung eignet sie sich gut für verantwortungsbewusste Einsteiger, sofern sie sich gründlich mit den Bedürfnissen der Art beschäftigen.

Wie groß wird Elaphe dione?

Die meisten Tiere erreichen eine Körperlänge zwischen 80 und 130 Zentimetern. Einzelne Weibchen können geringfügig größer werden.

Kann man mehrere Steppennattern zusammen halten?

Eine dauerhafte Einzelhaltung hat sich bewährt. Eine zeitweise Vergesellschaftung zur Zucht ist möglich, sollte jedoch nur unter sorgfältiger Beobachtung erfolgen.

Benötigt die Art eine Winterruhe?

Ja. Eine Winterruhe entspricht dem natürlichen Jahresrhythmus und unterstützt Gesundheit sowie Fortpflanzungsbereitschaft.

Wie alt wird eine Steppennatter?

Bei guter Pflege erreichen viele Tiere ein Alter von 15 bis 20 Jahren. Einzelne Exemplare können noch älter werden.

Muss die Luftfeuchtigkeit dauerhaft hoch sein?

Nein. Die Art stammt überwiegend aus eher trockenen Regionen. Eine mäßige Luftfeuchtigkeit genügt vollkommen, lediglich während der Häutung darf sie zeitweise etwas erhöht werden.

Fazit

Die Steppennatter gehört zu den interessantesten mittelgroßen Nattern Eurasiens und verbindet Robustheit mit einem attraktiven Erscheinungsbild. Ihr großes natürliches Verbreitungsgebiet hat eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit hervorgebracht, die sich auch in der Terrarienhaltung positiv bemerkbar macht. Wer ihr ein gut strukturiertes Terrarium mit geeigneten Temperaturzonen, trockenen Bereichen, sicheren Verstecken und einer saisonalen Klimaführung bietet, wird mit einem aktiven und neugierigen Pflegling belohnt.

Dank ihres friedlichen Wesens, ihrer überschaubaren Endgröße und ihrer vergleichsweise unkomplizierten Ansprüche eignet sich Elaphe dione sowohl für engagierte Einsteiger als auch für erfahrene Schlangenhalter, die eine weniger häufig gepflegte Art suchen. Mit einer ausgewogenen Ernährung, regelmäßigen Gesundheitskontrollen und einer naturnah gestalteten Winterruhe lässt sich die Steppennatter über viele Jahre erfolgreich halten und unter geeigneten Bedingungen auch zuverlässig vermehren. Sie stellt damit eine ausgezeichnete Wahl für Terrarianer dar, die eine widerstandsfähige, abwechslungsreiche und zugleich faszinierende Schlange pflegen möchten.