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Marpissa Radiata: Strahlenstreckspringer im Terrarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Marpissa Radiata

Lesezeit: ca. 12 Minuten
Marpissa Radiata: Strahlenstreckspringer im Terrarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Marpissa Radiata)
Marpissa Radiata (Strahlenstreckspringer) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: Lukas Jonaitis from Vilnius, Lithuania, Flickr - Lukjonis - Jumping spider - marpissa radiata (1), CC BY 2.0

Wissenswertes zu Marpissa Radiata (Strahlenstreckspringer)

Marpissa radiata, der Strahlenstreckspringer, ist eine interessante Springspinne, die durch ihre aufmerksame Lebensweise und gute Tarnung auffällt.

Unter den europäischen Springspinnen gehört der Strahlenstreckspringer zu den Arten, die Terrarianern einen besonders interessanten Einblick in das ausgeprägte Sehvermögen und Jagdverhalten der Familie Salticidae ermöglichen. Marpissa radiata ist zwar weniger farbenprächtig als manche tropische Springspinne, überzeugt dafür aber mit einer hervorragend an ihren Lebensraum angepassten Körperzeichnung und einem spannenden Verhalten. Die Tiere beobachten ihre Umgebung aufmerksam, verfolgen Beutetiere gezielt und zeigen die für Springspinnen charakteristischen präzisen Sprünge.

Da die Art auch in Mitteleuropa vorkommt, unterscheiden sich ihre Haltungsansprüche deutlich von denen tropischer Springspinnen. Besonders wichtig sind eine gute Belüftung, jahreszeitlich angemessene Temperaturen und eine Einrichtung, die ausreichend erhöhte Jagd- und Rückzugsplätze bietet.

Die wichtigsten Fakten zu Marpissa radiata

Merkmal Information
Wissenschaftlicher Name Marpissa radiata
Deutscher Name Strahlenstreckspringer
Familie Salticidae
Gattung Marpissa
Ordnung Webspinnen
Lebensweise tagaktiv, visuell orientierter Lauer- und Pirschjäger
Körpergröße Weibchen ungefähr 7 bis 10 mm, Männchen meist kleiner
Verbreitung große Teile der Paläarktis einschließlich Europas
Typischer Lebensraum sonnige bis warme Bereiche mit Gräsern, Schilf und anderer Vegetation
Nahrung kleine Insekten und andere geeignete Gliederfüßer
Haltung einzeln
Aktivität überwiegend tagsüber
Giftigkeit für Menschen normalerweise ungefährlich
Fortpflanzung Eiablage in einem geschützten Gespinst
Besonderheit ausgezeichnetes Sehvermögen und gezielte Sprungjagd

Herkunft und Verbreitung

Marpissa radiata besitzt ein vergleichsweise großes Verbreitungsgebiet innerhalb der Paläarktis. Die Art kommt auch in Europa vor und ist damit keine exotische Springspinne, die dauerhaft tropische Klimabedingungen benötigt. Ihr Vorkommen reicht über verschiedene gemäßigte Regionen, wobei geeignete Lebensräume innerhalb des Verbreitungsgebietes entscheidend sind.

Für die Terrarienhaltung ist diese Herkunft besonders relevant. Ein dauerhaft sehr warmes und feuchtes Tropenterrarium entspricht nicht den natürlichen Bedingungen. Vielmehr erlebt die Art in ihrem Lebensraum ausgeprägte Veränderungen zwischen Tag und Nacht sowie zwischen den Jahreszeiten.

Wer heimische oder andere europäische Springspinnen hält, sollte außerdem beachten, dass die Entnahme von Tieren aus der Natur grundsätzlich nicht die bevorzugte Methode zur Beschaffung von Terrarientieren sein sollte. Nachzuchten bieten den Vorteil einer bekannten Herkunft und reduzieren Eingriffe in natürliche Populationen.

Natürlicher Lebensraum

Der Strahlenstreckspringer wird vor allem mit strukturreichen, sonnenexponierten Vegetationsbereichen in Verbindung gebracht. Gräser, Hochstauden, Schilf und ähnliche Pflanzenstrukturen bieten der Springspinne Jagdflächen, Aussichtspunkte und Verstecke. Gerade Vegetation mit vertikalen und schrägen Halmen kommt ihrer Lebensweise entgegen.

Marpissa radiata baut kein Fangnetz. Stattdessen bewegt sie sich aktiv durch ihre Umgebung und nutzt ihre leistungsfähigen Augen zur Erkennung potenzieller Beute. Pflanzenstrukturen erfüllen deshalb eine andere Funktion als bei netzbauenden Spinnen. Sie bilden ein dreidimensionales Jagdrevier.

Im Terrarium sollte dieses Prinzip nachgebildet werden. Eine kahle Kunststoffbox mit einem Bodengrund bietet zwar grundsätzlich Platz, nutzt aber das natürliche Verhalten der Springspinne kaum aus.

Gattung Marpissa und Familie Salticidae

Marpissa radiata gehört zur Gattung Marpissa innerhalb der Familie Salticidae, den Springspinnen. Diese Familie zählt zu den artenreichsten Spinnenfamilien überhaupt. Springspinnen unterscheiden sich durch ihre stark visuell geprägte Lebensweise deutlich von vielen anderen Spinnen.

Besonders auffällig sind die großen nach vorne gerichteten Hauptaugen. Zusammen mit den weiteren Augen ermöglichen sie eine ausgezeichnete Wahrnehmung der Umgebung. Springspinnen können Objekte beobachten, Entfernungen beurteilen und Beutetiere gezielt verfolgen.

Die Gattung Marpissa umfasst überwiegend länglich gebaute Springspinnen. Diese Körperform passt gut zu einer Lebensweise auf Halmen, Stängeln, Rinde und vergleichbaren schmalen Strukturen.

Aussehen und Merkmale

Marpissa radiata besitzt einen vergleichsweise flachen und länglichen Körperbau. Die Grundfärbung bewegt sich überwiegend in gedeckten Braun-, Grau- und Beigetönen. Dadurch verschmilzt die Spinne optisch ausgezeichnet mit trockenen Pflanzenstängeln, Schilf und anderen natürlichen Untergründen.

Auf dem Hinterleib befinden sich Zeichnungselemente und Muster, die den Körper zusätzlich strukturieren. Je nach Geschlecht, Alter, Häutungszustand und individuellem Tier können Färbung und Kontrast unterschiedlich deutlich erscheinen.

Weibchen werden größer und wirken häufig kräftiger als Männchen. Erwachsene Weibchen erreichen ungefähr 7 bis 10 Millimeter Körperlänge. Männchen bleiben in der Regel kleiner und schlanker.

Besonders charakteristisch ist der typische Springspinnenkopf mit den großen Frontalaugen. Betrachtet man ein Tier von vorne, entsteht dadurch der für Salticidae typische aufmerksame Eindruck.

Verhalten des Strahlenstreckspringers

Marpissa radiata ist überwiegend tagaktiv. Licht spielt deshalb eine wichtige Rolle für die Orientierung und das Jagdverhalten. Die Spinne sitzt häufig erhöht auf einer geeigneten Struktur und beobachtet ihre Umgebung.

Wird ein potenzielles Beutetier entdeckt, erfolgt normalerweise kein sofortiger unkontrollierter Angriff. Die Springspinne orientiert sich zunächst, nähert sich gegebenenfalls vorsichtig und bringt sich in eine günstige Position. Anschließend erfolgt ein schneller Sprung.

Vor dem Sprung kann die Spinne einen Sicherheitsfaden befestigen. Misslingt der Sprung, verhindert dieser häufig einen unkontrollierten Absturz.

Gegenüber Menschen verhält sich Marpissa radiata normalerweise zurückhaltend. Bei Störungen versucht sie eher auszuweichen oder sich zu verstecken. Für die Beobachtung ist daher ein ruhig eingerichtetes Terrarium vorteilhafter als häufiges Herausnehmen oder Umsetzen.

Haltung von Marpissa radiata im Terrarium

Der Strahlenstreckspringer sollte einzeln gehalten werden. Springspinnen sind keine sozialen Terrarientiere, und insbesondere bei Größenunterschieden besteht die Gefahr von Kannibalismus.

Für ein adultes Tier genügt ein kompaktes Terrarium, sofern ausreichend nutzbarer Raum vorhanden ist. Eine Grundfläche von etwa 15 mal 15 Zentimetern und eine Höhe von ungefähr 20 Zentimetern stellen einen brauchbaren Ausgangspunkt dar. Größer ist möglich, solange Futtertiere kontrollierbar bleiben.

Entscheidender als ein besonders großes Behältnis ist die Strukturierung. Dünne Zweige, trockene Pflanzenstängel, Gräser, Kork und robuste Pflanzen schaffen Laufwege und Aussichtspunkte. Besonders der obere Terrarienbereich sollte nicht völlig leer bleiben.

Da Springspinnen ihre Ruhegespinste gerne an geschützten Stellen anlegen, sollte beim Öffnen darauf geachtet werden, solche Bereiche nicht ständig zu zerstören. Front- oder seitliche Öffnungen können deshalb praktisch sein.

Als Bodengrund eignet sich eine dünne Schicht aus Erde oder einem anderen geeigneten Terrariensubstrat. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden.

Experten-Tipp: Richte mehrere dünne Stängel so ein, dass sie unterschiedliche Höhen miteinander verbinden. Marpissa radiata erhält dadurch natürliche Beobachtungsposten und kann beim Jagen zwischen verschiedenen Ebenen wechseln.

Temperatur, Licht und Luftfeuchtigkeit

Aufgrund ihrer Herkunft benötigt Marpissa radiata keine konstant tropischen Temperaturen. Während der aktiven Jahreszeit sind ungefähr 20 bis 25 Grad Celsius tagsüber für die Haltung gut geeignet. Eine leichte nächtliche Abkühlung ist sinnvoll.

Kurzzeitig höhere Temperaturen sind nicht automatisch problematisch, allerdings kann sich ein kleines Terrarium in direkter Sonne extrem schnell überhitzen. Es sollte deshalb niemals so aufgestellt werden, dass unkontrollierte Sonneneinstrahlung den Innenraum stark erwärmt.

Die Luftfeuchtigkeit kann im mittleren Bereich liegen. Wichtiger als ein möglichst hoher Messwert ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Feuchtigkeit und Luftaustausch. Gelegentliches leichtes Besprühen einer Terrarienseite oder einzelner Pflanzen ermöglicht der Spinne außerdem die Aufnahme kleiner Wassertropfen.

Dauerhaft nasses Substrat und ständig beschlagene Scheiben sind zu vermeiden. Eine großzügige Belüftung reduziert Schimmelbildung und sorgt für ein gesundes Mikroklima.

Ein klarer Tag-Nacht-Rhythmus von ungefähr zwölf Stunden bietet während der aktiven Haltung eine gute Orientierung. Bei Tieren aus gemäßigten Regionen sollte zusätzlich berücksichtigt werden, dass ihre natürliche Biologie jahreszeitliche Veränderungen einschließt.

Fütterung

Marpissa radiata ernährt sich räuberisch von kleinen Gliederfüßern. Im Terrarium eignen sich beispielsweise Fruchtfliegen für Jungtiere sowie kleine Fliegen, Mikroheimchen oder andere passend dimensionierte Futterinsekten für größere Tiere.

Das Futtertier sollte so gewählt werden, dass die Spinne es sicher überwältigen kann. Sehr große oder wehrhafte Futtertiere bringen keinen Vorteil und können insbesondere während einer Häutung gefährlich werden.

Adulte Tiere müssen nicht täglich gefüttert werden. Einige angemessen große Beutetiere pro Woche reichen gewöhnlich aus. Der Ernährungszustand lässt sich am Hinterleib grob beurteilen.

Nicht gefressene Futtertiere sollten entfernt werden, wenn sie längere Zeit im Terrarium verbleiben oder eine sich häutende Spinne stören könnten.

Experten-Tipp: Fliegende oder an Pflanzen hochkletternde Futtertiere fördern das natürliche Jagdverhalten besonders gut, weil der Strahlenstreckspringer seine Beute bevorzugt visuell lokalisiert und aktiv verfolgt.

Ist Marpissa radiata giftig?

Wie die meisten Spinnen besitzt auch Marpissa radiata Gift, das hauptsächlich zum Überwältigen ihrer Beutetiere dient. Daraus folgt jedoch nicht, dass die Art für Menschen gefährlich wäre.

Ein Biss ist bei normalem Umgang sehr unwahrscheinlich. Die Tiere sind weder aggressiv noch darauf spezialisiert, größere Wirbeltiere abzuwehren. Aufgrund ihrer geringen Körpergröße und ihres Verhaltens gilt Marpissa radiata für Menschen als praktisch ungefährlich.

Trotzdem sollte die Spinne nicht absichtlich angefasst oder bedrängt werden. Das schützt nicht nur den Halter, sondern vor allem das empfindliche Tier vor Verletzungen.

Vermehrung und Zucht

Die Fortpflanzung beginnt mit der für Springspinnen typischen visuellen Kommunikation. Das Männchen nähert sich dem Weibchen vorsichtig und zeigt Balzbewegungen. Dabei spielen Körperhaltung und Bewegungen der Beine eine wichtige Rolle.

Eine Verpaarung sollte nur unter Beobachtung stattfinden. Das Weibchen kann das Männchen als Beute betrachten, insbesondere wenn es nicht paarungsbereit ist. Ein gut gefüttertes Weibchen und ausreichend Ausweichmöglichkeiten reduzieren das Risiko, schließen es aber nicht aus.

Nach erfolgreicher Paarung fertigt das Weibchen ein geschütztes Gespinst für die Eier an. Dieses sollte keinesfalls unnötig geöffnet oder beschädigt werden. Das Weibchen kann sich längere Zeit darin aufhalten.

Nach dem Schlupf bleiben die Jungspinnen zunächst im geschützten Bereich. Sobald sie selbstständig werden, sollten sie getrennt oder zumindest sehr frühzeitig separiert werden, da Kannibalismus auftreten kann.

Die Aufzucht erfordert sehr kleine Futtertiere. Frisch geschlüpfte oder junge Fruchtfliegen und anderes Mikro-Lebendfutter sind geeignet. Besonders wichtig sind eine gute Belüftung und die Vermeidung großer Wassertropfen, die für winzige Jungspinnen problematisch sein können.

Häutung und mögliche Krankheiten

Wie alle Spinnen wächst Marpissa radiata durch Häutungen. Vor einer Häutung stellen Jungtiere häufig die Nahrungsaufnahme ein und ziehen sich in ein Gespinst zurück. Dieses Verhalten darf nicht vorschnell als Krankheit interpretiert werden.

Während dieser Phase sollte das Tier möglichst wenig gestört werden. Futtertiere sind zu entfernen, da eine frisch gehäutete Spinne zunächst weich und verletzlich ist.

Probleme entstehen in Terrarien häufiger durch ungeeignete Haltungsbedingungen als durch klassische Infektionskrankheiten. Dauerhafte Nässe, schlechte Belüftung, Überhitzung und verdorbenes Futter können die Gesundheit beeinträchtigen. Auch Verletzungen durch Stürze, Quetschungen oder ungeeignete Futtertiere sind möglich.

Milben können ebenfalls auftreten. Nicht jede winzige Milbe im Terrarium parasitiert allerdings die Spinne. Bei auffälligem Befall direkt am Körper sollte das Tier besonders aufmerksam beobachtet und die Hygiene der Haltung überprüft werden.

Ein plötzlich stark eingefallener Hinterleib kann auf Flüssigkeitsmangel oder einen schlechten Ernährungszustand hinweisen. Kleine Wassertropfen an einer Terrarienwand ermöglichen eine unkomplizierte Flüssigkeitsaufnahme.

Alternative Bezeichnungen

Der gebräuchliche deutsche Name lautet Strahlenstreckspringer. In terraristischen Zusammenhängen wird häufig einfach der wissenschaftliche Name Marpissa radiata verwendet. Daneben kann die Art allgemein als Springspinne oder als Vertreter der Streckspringer bezeichnet werden.

Der wissenschaftliche Name ist für eine eindeutige Bestimmung besonders wichtig, da ähnliche europäische Springspinnen bei oberflächlicher Betrachtung verwechselt werden können.

Häufig gestellte Fragen zu Marpissa radiata

Ist Marpissa radiata für Anfänger geeignet?

Grundsätzlich kann die Art auch von Einsteigern gehalten werden. Voraussetzung ist, dass geeignete kleine Futtertiere verfügbar sind und Temperatur, Belüftung sowie Feuchtigkeit kontrolliert werden. Wegen ihrer geringen Größe ist sorgfältiges Arbeiten beim Öffnen des Terrariums erforderlich.

Wie groß wird der Strahlenstreckspringer?

Weibchen erreichen ungefähr 7 bis 10 Millimeter Körperlänge und sind meist deutlich kräftiger als Männchen. Die genaue Größe variiert zwischen einzelnen Exemplaren.

Kann man mehrere Tiere zusammen halten?

Eine dauerhafte Gemeinschaftshaltung ist nicht empfehlenswert. Kannibalismus kann vorkommen. Erwachsene Tiere sollten deshalb einzeln untergebracht und nur gezielt zur Paarung zusammengesetzt werden.

Braucht Marpissa radiata eine Wärmelampe?

Bei normalen Zimmertemperaturen ist eine zusätzliche starke Wärmequelle häufig unnötig. Entscheidend ist ein geeigneter Temperaturbereich ohne Überhitzung. Licht für einen stabilen Tag-Nacht-Rhythmus ist dagegen wichtig.

Muss das Terrarium täglich besprüht werden?

Nein. Das Terrarium sollte nicht dauerhaft nass sein. Kleine Wassertropfen können regelmäßig angeboten werden, gleichzeitig muss jedoch eine gute Belüftung gewährleistet bleiben.

Baut der Strahlenstreckspringer ein Netz?

Marpissa radiata baut kein Fangnetz wie eine Kreuzspinne. Sie produziert jedoch Seide für Sicherheitsfäden, Ruheplätze, Häutungsgespinste und den Schutz der Eier.

Was frisst Marpissa radiata?

Geeignet sind kleine lebende Insekten wie Fruchtfliegen, kleine Fliegen und entsprechend dimensionierte Heimchen. Größe und Menge müssen an Alter und Körpergröße der Spinne angepasst werden.

Ist Marpissa radiata gefährlich?

Für Menschen stellt die Art normalerweise keine Gefahr dar. Ihr Gift dient dem Beutefang. Direkter Körperkontakt sollte dennoch vermieden werden, insbesondere um die Spinne selbst nicht zu verletzen.

Warum frisst die Springspinne plötzlich nicht mehr?

Eine Futterpause kann verschiedene Ursachen haben. Besonders bei Jungtieren steht häufig eine Häutung bevor. Auch Sättigung, niedrige Temperaturen, Stress oder ungeeignetes Futter können dazu führen, dass Beute vorübergehend ignoriert wird.

Fazit

Marpissa radiata ist eine faszinierende europäische Springspinne, deren Reiz weniger in spektakulären Farben als in ihrem Verhalten liegt. Der Strahlenstreckspringer beobachtet seine Umgebung aufmerksam, verfolgt Beute gezielt und demonstriert eindrucksvoll, wie hoch entwickelt die visuelle Orientierung innerhalb der Familie Salticidae ist.

Für die Terrarienhaltung benötigt die Art keinen großen Behälter, wohl aber eine durchdachte Einrichtung. Vertikale Pflanzenstrukturen, Zweige, geeignete Rückzugsorte, gute Belüftung und ein ausgewogenes Feuchtigkeitsniveau sind wesentlich. Temperaturen im gemäßigten Bereich entsprechen ihrer Herkunft besser als dauerhaft tropische Bedingungen.

Wer Marpissa radiata hält, sollte die Tiere einzeln unterbringen, geeignetes Lebendfutter anbieten und insbesondere während Häutung und Fortpflanzung möglichst wenig eingreifen. Unter passenden Bedingungen lässt sich dadurch eine Springspinne beobachten, die viele charakteristische Eigenschaften ihrer Familie auf kleinstem Raum zeigt und gerade durch ihr natürliches Jagd-, Orientierungs- und Balzverhalten für Terrarianer ausgesprochen interessant ist.

Verwandte Arten

  • Marpissa muscosa

    Die Rindenspringspinne (Marpissa muscosa) ist eine faszinierende Vertreterin der Familie der Springspinnen (Salticidae), die sich immer größerer Beliebtheit unter Terrarienfreunden erfreut. Durch ihre auffällige Erscheinung, ihr neugieriges Verhalten und ihre vergleichsweise einfache Haltung eignet sich diese Art hervorragend für Einsteiger in die Welt der Spinnenhaltung.

  • Marpissa nivoyi

    Marpissa nivoyi, besser bekannt als die Rote Springspinne, ist eine faszinierende Vertreterin der Familie Salticidae – also der Springspinnen. Mit ihrem charakteristischen Erscheinungsbild und dem aktiven Jagdverhalten hat sie sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Terrarientier entwickelt, besonders bei Spinnenliebhabern, die eine interessante Alternative zu den klassisch gehaltenen Vogelspinnen suchen.

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